Katharina Gruber (AUT) und Fabio Obermeyr (AUT) konnten die Gundersen-Wettkämpfe des Sommer Grand Prix der Nordischen Kombination in Chaux-Neuve (FRA) für sich entscheiden. Für beide bedeutete dies den jeweils ersten Grand-Prix-Sieg ihrer Karriere. Aber auch Nathalie Armbruster (GER), David Mach (GER) und Richard Stenzel (GER) schafften es aufs Podest. Dazu gab es zahlreiche weitere starke Ergebnisse für die deutschen und österreichischen Teams.
Deutsche Dreifachführung nach Sprung
Richard Stenzel, der in Chaux-Neuve das Trikot des besten Springers trägt und bereits den PCR am Freitag gewonnen hatte, machte diesem auch im Wettkampf alle Ehre. Mit einem Sprung auf 113 Meter (121,9 Punkte) setzte er sich knapp an die Spitze. Zweiter wurde Simon Mach mit ebenfalls 113 Metern, erzielt allerdings mit etwas mehr Anlauf und schlechteren Haltungsnoten. Sein Rückstand betrug allerdings nur acht Sekunden. Dritter wurde der Führende des Sommer Grand Prix, David Mach, der auf 106 Meter kam und 32 Sekunden Rückstand auf Stenzel mit in die Loipe nahm. Für den Ausgang des Rennens aussichtsreich lag allerdings auch der Vierte, Fabio Obermeyr (AUT). Der starke Läufer lag nur drei Sekunden hinter David Mach zurück und weitere sieben Sekunden vor seinem Landsmann, Franz-Josef Rehrl. Mit Florian Kolb (AUT, 7.), Julian Schmid (GER, 8.) und Jonathan Gräbert (GER, 9.) kamen drei weitere Deutsche und Österreicher in die Top Ten. Dazu gesellten sich mit Iacopo Bortolas (6.) und Domenico Mariotti (geteilter 9.) auch zwei Italiener. Wer nun die großen Namen aus Österreich und die norwegischen Topstars vermisst – diese verzichteten auf die Reise nach Frankreich. Das deutsche Team ist dagegen mit Ausnahme von Vinzenz Geiger mit allen Topleuten vertreten.
Gruber mit Sprungsieg
Anders als bei den Herren, sind die österreichischen Topdamen bis auf Lisa Hirner alle versammelt. Und wie bereits in der ganzen Woche, kamen sie auch in Chaux-Neuve bestens zurecht. Den Sprungsieg sicherte sich Katharina Gruber mit der klaren Bestweite von 114 Metern. Annalena Slamik wurde Zweite mit 109 Metern, bereits 50 Sekunden hinter Gruber. Mit Claudia Purker als Vierter (107,5 m/ + 1:11 min) platzierte sich auch die dritte Österreicherin auf den vorderen Plätzen. Dazwischen schob sich Nathalie Armbruster (GER) als Dritte, die ihren Sprung auf 103,5 Meter auf Antrag ihres Trainers eine Luke tiefer als die Konkurrenz anfuhr. Fünfte wurde Ema Volavsek, die in Abwesenheit der Norwegerin Ida Marie Hagen das gelbe Trikot der Führenden übernommen hat.
Vierergruppe kommt durch
Im Lauf der Herren bildete sich bereits in der ersten Runde eine Vierergruppe heraus, bestehend aus den beiden Machs, Stenzel und Obermeyr. Sie arbeiteten während des ganzen Rennens zusammen und wechselten sich an der Spitze ab. Am Ende war Obermeyr der Sprintstärkste und setzte sich minimal ab. Sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten David Mach betrug lediglich 2,2 Sekunden. Stenzel kam drei Sekunden später als Dritter ins Ziel. Simon Mach fiel auf knapp 13 Sekunden Rückstand zurück, sicherte aber locker den vierten Platz. Fünfter wurde unter dem Jubel der französischen Zuschauer Mael Tyrode, der neun Plätze gutmachen konnte. Er kam knapp vor Manuel Faißt (GER) und Iacopo Bortolas (ITA) ins Ziel. Mit Gael Blondeau auf Rang acht schaffte ein weiterer Franzose den Sprung in die Top Ten; er ließ Julian Schmid (GER) und Vid Vrhovnik (SLO) hinter sich. Der Slowene verzeichnete die schnellste Laufzeit des Tages in 21:47.2 Minuten für die zehn Kilometer auf dem Stadtkurs.
Gruber souverän zum Premierensieg
Katharina Gruber dagegen lief ihr Rennen souverän von der Spitze, auch wenn das bedeutete, dass sie die komplette Zeit alleine die Führungsarbeit leisten musste. Auch wenn sie dabei rund eine halbe Minute auf die Verfolgerinnen verlor, brachte sie ihren Premierensieg mit 17,4 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierte locker ins Ziel. Dahinter ging es wesentlich enger zu. Armbruster und Volavsek schlossen sich alsbald zusammen und lieferten sich dann einen Zweikampf bis zur Ziellinie, den Armbruster um 0,4 Sekunden gegen die Slowenin für sich entschied. Dahinter wurde Daniela Dejori mit einer starken Aufholjagd Vierte vor Annalena Slamik und Teja Pavec (SLO).
Kopf-an-Kopf-Rennen um Gesamtsieg
Da für die Gesamtwertung nur in Frage kommt, wer an allen Wettkämpfen teilnimmt und ein gültiges Ergebnis ins Ziel bringt, ergibt sich durch die Abwesenheit der bisherigen Führenden Ida Hagen und Jens Oftebro (beide NOR) nun ein spannender Zweikampf zwischen Ema Volavsek und Katharina Gruber, die vor dem abschließenden Compact-Race am Sonntag nicht nur exakt gleich viele Punkte, sondern auch dieselben Ergebnisse zu Buche stehen haben. Beide liegen bei 330 Punkten, haben je einen Sieg, zwei dritte und einen vierten Platz. Wäre es bei dem ursprünglich geplanten Mixed Team Sprint am Sonntag geblieben, gäbe es zwei Siegerinnen. So haben beide die Chance, sich die begehrte Trophäe zu sichern. Zwar liegt Nathalie Armbruster ebenfalls nur 28 Punkte zurück, jedoch ist es unwahrscheinlich, dass beide Konkurrentinnen ohne Punkte bleiben. Bei den Herren geht es ebenfalls eng zu. Jens Oftebro und Stefan Rettenegger (AUT) herausgerechnet, führt David Mach nun 12 Punkte vor Obermeyr, der wiederum 24 Punkte vor Stenzel liegt.
Zwischenstand Sprung DamenEndergebnis DamenZwischenstand Sprung HerrenEndergebnis Herren
Stimmen zum Tag
Fabio Obermeyr (AUT):„Dieser erste Sieg fühlt sich großartig an. Ich bin stolz auf meine heutige Leistung, und es ist wirklich schön, hier in Frankreich zu fahren. Die Stimmung ist toll, und ich bin sehr dankbar für den Tag.“ – „Das war heute ein sehr sehr cooler Tag. Der Sprung ist mir gut gelungen, obwohl es aufgrund des Windes sehr schwierig zu Springen war mit einigen Unterbrechungen. Da bin ich etwas nervös geworden, hab es aber super rübergebracht. Vierter nach dem Springen war ich noch nicht so oft, das habe ich einfach ausgenützt. Im Rennen habe ich bis zum Schluss die Nerven bewahrt und dann die entscheidende Attacke gesetzt. Ich bin sehr happy.“
David Mach (GER):„Ich bin wirklich zufrieden mit dem Ergebnis. Es war ein großartiger Tag, um im Gelben Trikot zu fahren. Selbst wenn ich es nur für kurze Zeit ausleihe, muss man sich trotzdem die Chance verdienen, es zu tragen. Es war eine Ehre für mich, und ich habe den heutigen Wettkampf sehr genossen.“
Richard Stenzel (GER):Es lief ziemlich genau wie geplant. Wir haben eine Gruppe von vier gebildet, und das Ergebnis war wirklich gut. Ich bin stolz auf mich selbst und darauf, wie unsere Gruppe zusammen gearbeitet hat.
Katharina Gruber (AUT):„Besonders die ersten Sprünge waren ziemlich schwer für mich. Es ist ein großer Unterschied im Vergleich zu den anderen Schanzen, weil der Tisch ziemlich kurz ist, also war ich bei meinen ersten Sprüngen viel zu spät. Beim Wettkampfsprung habe ich es viel besser geschafft. Ich habe den Absprung gut getroffen und hatte einen wirklich guten Sprung, also bin ich sehr zufrieden damit. Auf der Rollerski-Strecke hatte ich eine gute Führung und konnte ein starkes Rennen abliefern. Insgesamt bin ich wirklich zufrieden.“
Nathalie Armbruster (GER):„Ich bin so glücklich. Ich finde, es war ein unglaubliches Rennen, und ich fühlte mich heute wirklich stark. Die französische Menge war wieder fantastisch. Morgen freue ich mich auf einen weiteren weiten Sprung und ein weiteres tolles Rennen. Für heute bin ich einfach super glücklich.“
Ema Volavsek (SLO):„Ich bin zufrieden. Mit meinen Sprüngen bin ich nicht völlig glücklich, aber morgen ist ein neuer Tag. Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.“
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