Nordische Kombination: Heimsiege für Gfrerer - xc-ski.de Langlauf

Nordische Kombination: Heimsiege für Gfrerer

Beim Continental Cup der Nordischen Kombination in Eisenerz (AUT) hat Andreas Gfrerer gleich zwei Heimsiege gefeiert. Bei den Damen gingen die Siege nach Slowenien. Erstmals kam mit dem Express Race ein neues Wettkampfformat im COC zum Einsatz.

Gfrerer setzt sich im Gundersen durch

Andreas Gfrerer (AUT) (Archivbild) © Volk/NordicFocus

Am ersten von drei Wettkampftagen wurden Gundersen-Einzelwettkämpfe von der Normalschanze in Eisenerz (HS109) bestritten. Bei den Herren setzte sich der Österreicher Andreas Gfrerer durch. Er siegte vor Jens Dahlseide Kvamme (NOR) und Herman Happonen (FIN). Bester Deutscher wurde Benedikt Gräbert als Sechster hinter Joergen Berget Storsveen (NOR) und David Thür (AUT). Sein Bruder Jonathan kam als Neunter ebenfalls in die Top Ten. Vor ihm lagen noch die beiden Norweger Andreas Ottesen und Even Leinan Lund. Martin Lubin (FRA) wurde Zehnter. Gfrerer hatte bereits nach dem Springen in Führung gelegen. Mit der zweitgrößten Weite des Wettkampfs von 104 Metern landete er zwei Sekunden vor dem Finnen Eemeli Kurttila, der zwar drei Meter weiter gesprungen war, allerdings schlechtere Haltungsnoten bekam. Benedikt Gräbert war hier bereits Dritter gewesen, verlor im Lauf aber trotz guter Laufzeit (14.) etwas an Boden.

Slowenischer Doppelsieg

Masa Likozar Brankovic (SLO), Tia Malovrh (SLO), (l-r) (Archivbild) © Modica/NordicFocus

Bei den Frauen feierten Tia Malovrh und Masa Likozar Brankovic einen Doppelsieg für Slowenien. Dritte wurde die Finnin Anna Kerko. Nach dem Springen hatte noch die 16-jährige Ukrainerin Karina Kozlova in Führung gelegen. Zwar war sie mit 98,5 Metern eineinhalb Meter kürzer gesprungen als Malovrh, doch bekam sie bessere Haltungsnoten als die Slowenin. Anna Brandner (AUT), Lilly Großmann (GER) und Eva-Maria Holzer (AUT) hatten die Plätze drei, vier und fünf belegt, Kerko war Achte nach dem Springen (+ 1:28 min hinter Kozlova). Im Rennen setzten sich die beiden Sloweninnen früh an die Spitze. Kozlova hielt auf der ersten Runde noch mit und behauptete Platz drei. Doch auf der Schlussrunde fiel sie bis auf Rang sechs zurück, während Kerko aufs Podium lief und dabei Großmann und Holzer hinter sich ließ.

Neues Format: Individual Express Competition

Am Samstag wurde ein neues Wettkampfformat getestet: Der Einzel-Express-Wettkampf. Bei diesem handelt es sich um eine Mischung aus Springen, Intervallrennen und Sprint. Zunächst wird wie gewohnt gesprungen, im Anschluss daran gelaufen. Allerdings qualifizieren sich nur diejenigen Athleten für den Lauf, welche mindestens 80 Prozent der Kalkulationsweite der Schanze erreicht haben. Im Fall von Eisenerz (K 98) waren dies also 78,4 Meter. Das Langlaufrennen besteht dann aus vier Heats. Das erste wird als Intervallrennen durchgeführt, bei dem die Aktiven in der Regel im Abstand von zehn Sekunden auf die Strecke gehen, wobei der Sieger des Springens als Erster startet. Für Heat zwei qualifizieren sich die besten 30 des ersten Heats. Heat zwei bis vier werden jeweils im Gundersen-Format durchgeführt. Das bedeutet, dass die Zeitabstände des vorhergehenden Heats beibehalten werden und die Athleten entsprechend zeitversetzt starten. In Heat drei starten dann die 20 Besten aus Heat zwei. Im finalen Heat vier dürfen dann nur noch die besten zehn Athleten starten. Der Sieger dieses letzten Teils gewinnt den Wettkampf.

Gfrerer und Malovrh gewinnen auch Express Race

Auch im neuen Wettkampfformat waren die Sieger in beiden Wettkämpfen dieselben wie am Vortag. Bei den Männern setzte sich erneut Gfrerer durch. Aufgrund der Witterungsbedingungen musste bei den Herren der PCR eingesetzt werden. Das Springen hatte Kurttila mit der Tagesbestweite von 104 Metern für sich entschieden, Gfrerer lag mit 100,5 Metern drei Sekunden hinter ihm. Dritter war Lukas Dolezal (CZE), während der beste deutsche Springer Maximilian Uhr auf Platz elf landete. Uhr schaffte es auch als einziger Deutscher in Heat vier. Gfrerer unterstrich seine starke Form in allen Wettkampfteilen. Heat eins und zwei konnte er für sich entscheiden, in Heat drei wurde er Zweiter, bevor er sich im Finale erneut durchsetzte und den Wettkampf gewann. Dolezal, der Heat drei gewinnen konnte, wurde Gesamt-Zweiter vor Herman Happonen. Der Finne, der nach dem Springen lediglich 27. gewesen war, verbesserte seine Position in jedem Heat, bis er seine Podiumsplatzierung des Vortages wiederholen konnte. Uhr wurde Vierter, rund zweieinhalb Sekunden hinter Happonen. Auf den folgenden Plätzen im vierten Heat landeten Even Leinan Lund (NOR), Tom Rochat (FRA), Domenico Mariotti (ITA), Lukas Mühlbacher (AUT), Sverre Kumar Lundeby (NOR) und Timon Brglez (SLO).

Nähring starke Vierte

Bei den Damen fanden sich dieselben Athletinnen auf dem Podium wieder wie am Vortag, wenn auch in leicht geänderter Reihenfolge. Anders als die Herren konnten die Damen ihren Wettkampfsprung wie geplant durchführen. Diesen hatte erneut Kozlova für sich entschieden. Zweite war Malovrh vor Likozar Brankovic, mit Kerko und Großmann dahinter lauernd. Im Lauf dominierte Malovrh ähnlich wie Gfrerer bei den Herren. Lediglich im zweiten Heat belegte sie Rang zwei, ansonsten kam sie jeweils als Erste ins Ziel. Anna Kerko war ihr allerdings auf den Fersen. Auch sie als starke Läuferin belegte jeweils Rang zwei hinter Malovrh und entschied das zweite Heat für sich. Likozar Brankovic bewegte sich dagegen den ganzen Wettkampf über konstant auf Platz drei. Beste Deutsche wurde Marie Nähring, sie belegte Rang vier. Außerdem schafften es Nora Helene Evans (NOR), Lilly Großmann (GER), Giada Delugan (ITA), Ludovica Del Bianco (ITA), Laly Pingat (FRA) und Eva-Maria Holzer (AUT) ins Finale.

Massenstart statt Gundersen

Nachdem die Witterungsverhältnisse bereits das ganze Wochenende über herausfordernd gewesen waren, wurde das Programm für Sonntag kurzfristig geändert. Statt des geplanten Gundersen wurden Massenstart-Wettbewerbe durchgeführt, in der Hoffnung, dass sich der Wind im Laufe des Tages legen würde. Doch nach dem Lauf der Damen wurde das Springen endgültig abgesagt und zur Ermittlung des Endergebnisses das Ergebnis des Provisorischen Wertungsdurchganges vom Freitag herangezogen. Auch die Männer versuchten einen Massenstart abzuhalten. Anders als die Frauen hatten sie ihren PCR jedoch bereits für den Einzelwettkampf am Freitag verwendet, so dass am Sonntag kein verwertbarer Sprung mehr vorhanden war. Damit musste der Wettkampf letztlich abgesagt werden, womit die Herren für Sonntag kein gültiges Ergebnis bekamen.

Malovrh zum Dritten

Den PCR der Damen hatte Malovrh für sich entschieden. Mit dem weitesten Sprung des Durchgangs auf 97,5 Meter ließ sie Kozlova (95,5 m) hinter sich. Die Österreicherin Eva-Maria Holzer war Dritte vor Anna Kerko. Lilly Großmann lag als einzige Deutsche innerhalb der Top Ten; 87 Meter brachten sie auf den 7. Zwischenrang, 24,3 Punkte hinter der führenden Slowenin. Im Lauf des Massenstarts belegte sie Rang drei hinter Likozar Brankovic (12:59,4 min/ 5 km) und Nähring. In der Addition der beiden Durchgänge ergab sich dann, zumindest für die Top Drei, dasselbe Ergebnis wie am Vortag: Malovrh siegte vor Kerko und Likozar Brankovic. Holzer wurde Vierte vor Kozlova, Großmann sowie den beiden Französinnen Loa Jeantet und Laly Pingat. Anders als bei den Männern, waren die Frauen erst in Eisenerz in die COC-Saison eingestiegen. Mit drei Siegen aus drei Wettkämpfen liegt Malovrh damit klar auf Rang eins (300 Punkte) der Gesamtwertung, gefolgt von Kerko (260) und Likozar Brankovic (250). Großmann liegt mit 180 Punkten vor Holzer (173) auf dem vierten Platz.

Massenstart Männer abgebrochen

Noch bevor der Wettkampf der Männer endgültig abgebrochen werden musste, wurde der Lauf als Massenstart ausgetragen. Dieser glich auch einer Massenankunft. Bis zu Platz acht lagen alle Athleten innerhalb von weniger als vier Sekunden. Als erster kam der Norweger Joergen Berget Storsveen ins Ziel. Er benötigte für die zehn Kilometer 23:14.4 Minuten. 0,7 Sekunden hinter ihm lieferten sich sein Landsmann Andreas Ottesen und David Thür ein Foto-Finish um Platz zwei, mit dem besseren Ende für den Norweger. Tom Rochat (FRA) wurde Vierter, Benedikt Gräbert als bester Deutscher Fünfter. Der Sieger der ersten beiden Wettkämpfe in Eisenerz, Andreas Gfrerer, wurde Sechster vor Lubin Martin (FRA), Jens Dahlseide Kvamme (NOR) und Leinan Lund. Zehnter war der laufstarke Finne Herman Happonen. Damit hätte Gfrerer durchaus Chancen gehabt, einen weiteren Sieg einzufahren. In der Gesamtwertung der Männer führt Gfrerer nach nun sieben Wettkämpfen mit 489 Punkten vor Tristan Sommerfeldt (410), der an diesem Wochenende beim Weltcup in Oberhof im Einsatz war, sowie Storsveen (317).

Alle Ergebnisse des Wochenendes im Überblick

Zwischenstand Sprung Gundersen Männer
Ergebnis Gundersen Männer
Zwischenstand Sprung Express Männer (PCR)
Ergebnis Express Männer
Zwischenstand Massenstart Männer
Gesamtstand Männer

Zwischenstand Sprung Gundersen Frauen
Ergebnis Gundersen Frauen
Zwischenstand Sprung Express Frauen
Ergebnis Express Frauen
Zwischenstand Sprung Frauen (PCR)
Ergebnis Massenstart Frauen
Gesamtstand Frauen

Heimspiel in Schonach

Das nächste COC-Wochenende für Männer und Frauen soll vom 30. Januar bis zum 1. Februar stattfinden, parallel zum Weltcup in Seefeld. Austragungsort wird Schonach im Schwarzwald (GER) sein. Auch dort sollen an allen drei Tagen Wettkämpfe ausgetragen werden. Freitags sind Compact-Rennen geplant, Samstag wieder das neue Express Race-Format und am Sonntag Gundersen-Wettkämpfe.

Der Zeitplan

Freitag, 30.01.26
08:45 Uhr Sprungtraining HS 100 Männer/Frauen (Langenwaldschanze)
10:00 Uhr PCR HS 100 Männer/Frauen
11:15 Uhr Wettkampfsprung HS 100 Männer/Frauen
13:30 Uhr Lauftraining Männer/Frauen
15:15 Uhr Langlauf Compact Männer/Frauen (Wittenbachtal)

Samstag, 31.01.26
09:00 Uhr Probedurchgang HS 100 Männer/Frauen
10:00 Uhr Wettkampfsprung HS 100 Männer/Frauen
14:00 Uhr Langlauf Express Race Männer/Frauen

Sonntag, 01.02.26
09:00 Uhr Probedurchgang HS 100 Männer/Frauen
10:00 Uhr Wettkampfsprung HS 100 Männer/Frauen
13:15 Uhr Langlauf Gundersen Männer/Frauen

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