Ema Volavsek (SLO) feierte beim Individual Compact beim FIS Nordic Combined Sommer Grand Prix in Bischofshofen (AUT) ihren insgesamt dritten Grand Prix Sieg. Im spannenden Zielsprint setzte sie sich gegen Ida Marie Hagen (NOR) durch. Bei den Herren gab es dasselbe Podium wie am Vortag mit einem Doppelsieg für Jens und Einar Luraas Oftebro (NOR). Katharina Gruber (AUT) und Stefan Rettenegger (AUT) wurden erneut Dritte.
Gruber gewinnt erstmals Springen
Katharina Gruber zeigte auf der Paul-Außerleitner-Schanze (HS 142) die stärkste Sprungleistung. Mit 134 Metern und 127,6 Punkten übernahm sie die Führung für das fünf Kilometer lange Skiroller-Rennen. Alexa Brabec (USA) wurde mit 130 Metern und 120,8 Punkten Zweite und startete sechs Sekunden hinter Gruber. Hagen folgte mit 129 Metern und 117,5 Punkten auf Platz drei und ging mit zwölf Sekunden Rückstand ins Rennen. Volavsek startete von Platz vier. Jenny Nowak (GER) sprang ebenfalls auf 129 Meter und wurde Fünfte, trat jedoch wie am Vortag beim Lauf nicht an. Nathalie Armbruster wurde zwischenzeitliche Zehnte (125 m), was im Compact-Format 38 Sekunden Rückstand bedeutete.
Zielsprint zwischen Volavsek und Hagen
Gruber verteidigte ihre Führung zunächst, doch Hagen und Volavsek holten schnell auf. Nach 1,3 Kilometern lagen sie nur noch 1,1 Sekunden hinter der Österreicherin, während Brabec 8,4 Sekunden zurücklag. Kurz darauf übernahm Hagen die Spitze. Zur Halbzeit lag Volavsek nur 0,5 Sekunden zurück, Gruber bereits 11,8 Sekunden. Damit entwickelte sich das Rennen zum Duell zwischen Hagen und Volavsek. Im Schlusssprint setzte sich die Slowenin durch und gewann mit 0,3 Sekunden Vorsprung, während Hagen kurz vor der Ziellinie zweimal rutschte und sich im engen Duell mit Volavsek einen Stockbruch zuzog. Gruber wurde mit 52,1 Sekunden Rückstand Dritte und sorgte für ein Podium auf heimischem Boden. Hagen feierte nach ihrem Sieg am Vortag damit ihren zweiten Podiumsplatz an diesem Wochenende und übernahm die Führung in der Gesamtwertung des Summer Grand Prix.
Verletzungssorgen bei Göpfert
Nathalie Armbruster lieferte erneut ein beherztes Rennen. Mit der drittschnellsten Zeit verbesserte sie sich vom zehnten auf den vierten Rang. „Nathalie hat einen super Lauf gezeigt und sich das Rennen sehr gut eingeteilt. In der letzten Runde hat sie noch einmal richtig Gas gegeben und wäre beinahe noch aufs Podest gelaufen. Am Ende haben nur rund acht Sekunden gefehlt,“ lobte Frauen-Bundestrainer Florian Aichinger seine Athletin. Auch Sophia Eggensberger (GER) zeigte als 15. eine solide Leistung. „Sie hat heute mit Platz 15 im Compact einen guten Wettkampf gezeigt und einen starken Lauf gemacht. Mit ihrer Leistung sind wir auf jeden Fall zufrieden. Jetzt greifen wir in Oberstdorf wieder an und hoffen, dass dort die eine oder andere mehr dabei sein kann,“ bilanzierte Aichinger, der neben Nowak erneut um Trine Göpfert bangen muss. „Wir mussten uns gerade noch um Trine kümmern. Sie ist beim Einlaufen leider auf die Schulter gestürzt. Jetzt brauchen wir einen Arzt und möglicherweise auch ein MRT. Wir hoffen, dass es nichts Größeres ist,“ sagte Aichinger. Denn: „Leider sind wir momentan nicht gerade vom Glück verfolgt, was Verletzungen angeht. Wir hoffen, dass wir nicht noch einen größeren Ausfall haben.“
Sprungsieg für Ilves
Erstmals an diesem Wochenende musste sich Jens Oftebro geschlagen geben. Im Springen des Compact-Rennens wurde er nur Zweiter. Der Sprungsieg ging an Kristjan Ilves (EST), der mit 144 Metern und 143,4 Punkten den weitesten Sprung zeigte und die Führung für das 7,5 Kilometer lange Skiroller-Rennen übernahm. Jens Oftebro wurde mit 137 Metern und 138,2 Punkten Zweiter und startete sechs Sekunden hinter Ilves. Sein Bruder Einar belegte mit ebenfalls 137 Metern und 132,9 Punkten Rang drei und ging zwölf Sekunden nach Ilves ins Rennen. Auch hinter den Top Drei gab es weite Sprünge. Jiri Konvalinka (CZE) sprang ebenso wie David Mach (GER) 136,5 Meter und belegte knapp vor dem Deutschen rang vier. Stefan Rettenegger kam auf 135 Meter und Zwischenrang sechs, während Richard Stenzel als Zweitbester Deutscher auf Platz zehn erneut aussichtsreich im Rennen lag.
Oftebro dominiert weiter
Aufgrund des Compact-Formats lagen die Athleten schon am start nah zusammen. Nach 1,3 Kilometern lagen die Oftebro-Brüder nur 0,5 Sekunden hinter Ilves. Bei 2,5 Kilometern übernahm Jens die Führung, gefolgt von Ilves (+0,3), Stefan Rettenegger (+1,4) und Einar Oftebro (+1,9). Anschließend setzte sich Jens Oftebro zunehmend ab und lag nach 5 Kilometern bereits 21,7 Sekunden vor der Verfolgergruppe. Diesen Vorsprung gab er nicht mehr her und gewann mit 25,6 Sekunden Vorsprung auf seinen Bruder Einar. Ilves fiel zurück, während Rettenegger auf Rang drei vorstieß und mit 34,3 Sekunden Rückstand das Podium komplettierte. Ilves verpasste dagegen das Podium um rund acht Sekunden.
Geiger mit schnellster Laufzeit
Volle 14 Plätze machte dagegen Vinzenz Geiger gut, und das auf gerade einmal siebeneinhalb Kilometern. Mit einer Laufzeit von 16:28,3 Minuten verbesserte er sich von Rang neunzehn auf fünf und ließ damit auch David Mach hinter sich, der Sechster wurde. Konvalinka musste Ilkka Herola (FIN) passieren lassen, rettete aber Platz acht vor Fabio Obermeyr (AUT). Manuel Faißt (GER) wurde Zehnter. Der zog eine positive Bilanz des Wochenendes: „Nach der längeren Pause seit Januar bin ich mit meinem ersten Einstieg schon sehr zufrieden. Vor allem läuferisch bin ich, denke ich, in einer guten Grundverfassung und kann darauf jetzt Richtung Winter aufbauen. Auch beim Springen war es für den aktuellen Stand relativ zufriedenstellend. Im Wettkampf konnte ich die Sprünge so zeigen, wie ich es mir vorgestellt hatte, und meine Technik abrufen. Jetzt geht es darum, das Niveau Richtung Winter weiter aufzubauen und zu steigern. Nach der Achillessehnenverletzung sind noch ein paar Reserven da, aber insgesamt ist alles auf einem guten Weg. Daran werde ich jetzt weiterarbeiten und versuchen, Richtung Winter wieder mein volles Potenzial abrufen zu können.“
Für die Kombinierer geht es nun weiter nach Oberstdorf, wo am Dienstag das Training und am Mittwoch das Nachtrennen anstehen. Gesprungen wird jeweils ab 18 Uhr, gelaufen am Mittwoch ab 20.15 Uhr. Tagsüber finden zudem an beiden Tagen die Youth Cup-Sommerwettbewerbe statt.
Zwischenstand Sprung DamenEndergebnis DamenGesamtstand DamenZwischenstand Sprung HerrenEndergebnis HerrenGesamtstand Herren
Stimmen zum Tag
Jens Luraas Oftebro (NOR)„Wir haben in den letzten eineinhalb Jahren wirklich hart auf der Schanze gearbeitet, und diesen Sommer war die Leistung endlich wirklich gut. Also, wirklich gute Arbeit dort. Meine Form für den Skilanglauf ist auch gut, und ich denke, für den Winter wird sie hoffentlich noch besser sein. Im Moment sieht es wirklich gut aus, aber wir wissen, dass die Österreicher und alle anderen Konkurrenten in Ruka höchstwahrscheinlich noch besser sein werden. Also müssen wir weiterarbeiten, aber im Moment sieht es vielversprechend aus.
Einar Luraas Oftebro (NOR)„Die Bedingungen waren heute auf jeden Fall besser für uns, obwohl es immer noch 25 bis 27 Grad waren, also ziemlich heiß und schwül. Aber für mich hat es sich viel besser angefühlt. Ich konnte in einer Gruppe fahren und zusammen mit Kristjan und Stefan arbeiten. Im Moment ist Jens einfach auf einem anderen Level, also müssen wir anderen nach Hause gehen und gut trainieren, bevor die Saison beginnt. Hoffentlich können wir ihn dann zumindest mal versuchen zu schlagen.“
Stefan Rettenegger (AUT)„Es war heute viel besser mit den Temperaturen. Es war ein bisschen kälter, obwohl ich es immer noch lieber hätte, wenn es noch kühler wäre. Es ist immer noch sehr hart für den Körper, bei etwa 30 Grad. Also war es ein weiterer harter Tag, aber ich bin zufrieden mit zwei Podestplätzen zum Start in den Sommer. Es sind einige gute Dinge passiert, und manche Dinge am Hang waren vielleicht nicht so gut, aber die Richtung ist die richtige. Ich hoffe, ich kann so weitermachen bis in den Winter hinein.“
Ema Volavsek (SLO)„Ich bin glücklich, aber ich hatte keinen anderen Platz mehr, um ins Ziel zu kommen [als es so eng war mit Ida]. Aber solche Dinge passieren und ich bin trotzdem froh, dass ich eine gute Leistung gezeigt habe.“
Ida Marie Hagen (NOR)„Ich bin wirklich zufrieden. Ich habe mich heute viel besser gefühlt, und Emma ist gestern 20 Sekunden schneller als ich gefahren. Heute war ich ihr ein bisschen näher, und sie ist wirklich stark, also muss ich einfach weiter trainieren und vielleicht im Sprint in Oberstdorf gewinnen.“
Katharina Gruber (AUT)„Ich bin wirklich zufrieden mit meinem Springen heute. Es war mein erster Sieg in einer Sprungrunde, was sich unglaublich anfühlt, besonders zu Hause. Das Rennen war auch richtig gut. Ich habe mich stark gefühlt und konnte mich bis ans Limit pushen.“
Katharina Gruber (AUT)„Der Tag war wieder sehr gut und der Wettkampfsprung der Beste vom ganzen Wochenende. Auch auf der Rollerrunde lief alles nach Plan. Dass die beiden starken Läuferinnen Ema und Ida kommen werden war mir klar. Ich wollte ein bisschen mitlaufen, aber nicht meine ganze Energie und Reserven verschwenden. Die beiden Stockerlplätze sind die Bestätigung, dass wir im Training wirklich viel richtig gemacht haben. Jetzt freue ich mich auf Oberstdorf.“
Stefan Rettenegger (AUT)„Ich bin heute wirklich happy über meine Leistung auf der Schanze, so kann man in den Sommer starten. Es war ein großer Schritt in die richtige Richtung. Das Rennen war sehr grausam, vorne waren drei wirklich sehr schnelle Läufer mit dabei. Ich habe ein großes Loch schließen müssen, was sehr viel Energie gekostet hat. Ich bin aber wirklich zufrieden mit meiner Form. Jetzt gehts nach Oberstdorf, wo ich letztes Jahr den Bewerb gewinnen konnte. Das Nightrace dort ist immer etwas Besonders, das wird wieder richtig cool.“
David Mach (GER)
„Fangen wir noch mit gestern an: Insgesamt weiß ich, dass ich auf der Schanze aktuell gut drauf bin und mit einem guten Sprung auch ganz vorne mitspringen kann. Im Training und in der Probe lief es ebenfalls gut. Dann habe ich den Schanzentisch nicht sauber getroffen – was hier in Bischofshofen schnell einmal passieren kann. Die Schanze sieht man nicht allzu oft und sie ist doch sehr speziell, kennt sie ja jeder von der Tournee. Von daher war das natürlich ein bisschen ärgerlich. Dafür habe ich anschließend ein richtig gutes Rennen gemacht. Ich bin das ganze Rennen mit Vinzenz mitgelaufen, der zwischendurch richtig Tempo gemacht hat, und auch mit Herola und Manuel. Das war schon stark. Es war zwar sehr, sehr hart, weil es, glaube ich, 35 Grad hatte, aber damit war ich echt zufrieden.Heute habe ich gleich einen richtig guten Sprung erwischt, den Schanzentisch getroffen und den Rhythmus der Schanze gut mitgenommen. Dadurch hatte ich eine super Ausgangsposition. Leider war es heute Compact, von daher war es dann doch sehr eng. Für einen kurzen Moment waren wir sehr komfortabel unterwegs. Im Rennen hatte ich dann eine ganz andere Situation und musste eigentlich die ganze Zeit alleine das Tempo machen. Umso glücklicher bin ich, dass ich am Ende mit dem sechsten Platz hier weggehen kann. Ich bin sehr zufrieden mit den beiden Rennen und auch mit meiner Sprungform. Jetzt freue ich mich besonders auf den Sommer Grand Prix zu Hause, wenn meine ganzen Freunde und meine Familie auch dabei sind.“
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