Ein harter Kampf über 50 Kilometer alleine gegen die Uhr wurde beim heutigen Orsa Grönklitt ITT von Anikken Gjerde Alnaes dominiert. Louise Lindström durfte sich nach kilometerlanger Tempoarbeit durch die Siegerin über ihre erste Podiumsplatzierung bei einem Ski Classics Rennen freuen.
Alnaes mit herausragender Performance
Läuferin des Tages war eindeutig Anikken Gjerde Alnaes (Team Engcon). Die Norwegerin im Gelben Trikot der Ski Classics Gesamtführenden führte über nahezu die gesamte Distanz, lediglich bei der ersten Zeitnahme nach 6,7 Kilometern war Emilie Fleten (Team Ramudden) noch fünf Sekunden schneller. An dieser Marke wurden auch an die schnellsten sieben Läuferinnen Punkte für die Sprintwertung vergeben. Fleten sammelte somit die maximal zu erreichenden 30 Punkte ein, hinter Alnaes folgte die Schwedin Hedda Bångman (Team Burger King Northug) als Dritte. Anschließend setzte sich jedoch Anikken Gjerde Alnaes an die virtuelle Spitze des Feldes und gab diese Position nicht mehr ab. Auch bei der Bergwertung nach 23,4 Kilometern und somit kurz vor Ende der ersten von zwei Runden erzielte sie die schnellste Netto-Zeit und sicherte sich die 30 Bergpunkte, Louise Lindström (Team Eksjöhus) sowie Hanna Lodin (Team Engcon) waren an dem Anstieg die Zweit- beziehungsweise Drittschnellste, auch wenn in der Tageswertung nach wie vor Fleten und Bångman die Plätze Zwei und Drei belegten. Anikken Gjerde Alnaes ließ sich von alldem nicht beirren, lief auch auf den zweiten 25 Kilometern in einer eigenen Liga und feierte somit einen souveränen Sieg.
Lindström in Alnaes‘ Windschatten zum erstem Podium
Zunächst sah es so aus, als wäre Emilie Fleten am heutigen die ärgste Konkurrentin von Anikken Gjerde Alnaes. Die Siegerin des Vasaloppet lief auch ein gutes Rennen, verlor jedoch nach der Sprintwertung Sekunde um Sekunde auf ihre Landsfrau. Währenddessen profitierte Louise Lindström davon, dass sie nach etwa 15 Kilometern bereits von Anikken Gjerde Alnaes eingeholt wurde. Und obwohl die spätere Siegerin somit innerhalb weniger Kilometer bereits zwei Minuten auf die Trägerin des Pinken Trikots der Nachwuchswertung gut gemacht hatte, konnte Lindström Alnaes‘ Tempo in deren Windschatten folgen. Zwar litt die 25-Jährige Schwedin trotz dem Windschatten-Vorteil sichtlich, schaffte es aber dennoch bis etwa einen Kilometer vor dem Ziel direkt hinter der Tagessiegerin zu bleiben und somit den Rückstand konstant auf zwei Minuten zu halten. Emilie Fleten hatte bis zum Ziel genau drei Minuten auf Anikken Gjerde Alnaes verloren, sodass Louise Lindström über Platz Zwei und damit ihre erste Podiumsplatzierung bei einem Ski Classics Rennen jubeln durfte. Hanna Lodin sicherte sich mit guter Renneinteilung noch Platz Vier vor Hedda Bångman und Stina Nilsson (Team Ragde Charge). Laura Stichling (eD system RSj Team) wurde auf Platz 33 beste deutsche Starterin des Tages.
Ebba Andersson nur auf Platz Zehn
Mit großer Spannung wurde im Vorfeld das Rennen von Ebba Andersson, der Olympiasiegerin über die 50 Kilometer, erwartet. Zwar waren im heutigen Rennen einige andere Fähigkeiten gefragt als noch vor zwei Wochen im Val di Fiemme, aber Andersson hatte in den vergangenen Jahren bereits bei einigen Ski Classics Rennen ihr Können auf diesen Strecken unter Beweis gestellt. Bei der schwedischen Nationalmannschaft hatte diese Entscheidung für Unzufriedenheit gesorgt. „Wir möchten, dass unsere Läuferinnen im Weltcup antreten und wir wollen das beste Team aufstellen. Gleichzeitig wollen wir niemanden zwingen. Es ist bedauerlich, dass Ebba sich entschieden hat, den Weltcup in Lahti auszulassen“, sagte Nationalmannschaftsmanager Anders Byström. Andersson hatte jedoch wiederholt erklärt, dass sie von weiteren Ski Classics Rennen angezogen wird und unterschrieb im letzten Jahr bei Team Engcon. Im heutigen Einzelstart spielte die Schwedin allerdings von Anfang an keine Rolle im Kampf um den Sieg oder die Podiumsplätze. Bei der ersten Zeitnahme nach 6,7 Kilometer lag sie bereits mehr als 20 Sekunden hinter Emilie Fleten sowie der späteren Siegerin Anikken Gjerde Alnaes. Von dort an verlor Ebba Andersson kontinuierlich an Zeit und Platzierungen auf die Spitze, bei der Bergwertung kurz vor Halbzeit des Rennens betrug ihr Rückstand als Zehntplatzierte schon 2:48 Minuten. Zwar verteidigte die Olympiasiegerin diese Platzierung, verlor aber auf der zweiten Runde noch einmal fast sechs weitere Minuten auf die Tagessiegerin.



