Skimarathon News

Ski Classics: Vorschau auf den norwegischen Rucksacklauf beim Birkebeinerrennet

Für die Ski Classics Serie geht es nun im März Schlag auf Schlag, nach dem großen Highlight beim Vasaloppet sowie dem fordernden 50 Kilometer ITT in Orsa Grönklitt folgt am kommenden Samstag mit dem Birkebeinerrennet, insbesondere für die norwegischen Athletinnen und Athleten, ein weiteres großes Highlight im Kalender.

Tradition trifft auf Profisport

Rena-Lillehammer, Norway (NOR): feature Viking - Ski Classics Birkebeinerrennet © Reichert/NordicFocus

Mit der Erstaustragung im Jahr 1932 zählt der Birken zu den ältesten und traditionsreichsten Skimarathons der Welt. Bekannt ist er insbesondere dafür, dass alle Teilnehmenden während des Rennens einen Rucksack tragen müssen. Damit wird an die Rettung des späteren Königs Håkon IV. Håkonsson durch die sogenannten Birkebeiner im 13. Jahrhundert erinnert. Der Überlieferung nach retteten damals zwei mutige Soldaten dieser politischen Gruppierung den etwa eineinhalb Jahre alten Prinzen und liefen dabei die Strecke des heutigen Rennens. Das vorgeschriebene Mindestgewicht des Rucksacks von 3,5 Kilogramm symbolisiert das Gewicht des jungen Königssohns. Das Birkebeinerrennet ist seit der ersten Saison Teil der Ski Classics Serie und gehört dabei als eines der vier Grand Classics Events zu den wichtigsten und größten Rennen der Saison. Nach dem Marcialonga, dem Jizerska50 und dem Vasaloppet bildet das 54 Kilometer lange Rennen den Abschluss der Grand Classics Events. Die Strecke des Birkebeinerrennet führt von Rena in der Region Innlandet durch das Østerdalen, eine Region, die von ausgedehnten Wäldern, sanften Hügeln und weiten Schneeflächen geprägt ist. Die Landschaft zwischen Rena und Lillehammer bietet eine Mischung aus dichten Nadelwäldern, offenen Hochflächen und zugefrorenen Seen, die typisch für die norwegische Winterlandschaft sind. 

Lange Anstiege auf dem Weg nach Lillehammer

Streckenplan und Höhenprofil Birkebeinerrennet © Ski Classics

Das Ziel befindet sich schließlich im Birkebeineren-Skistadion in Lillehammer. Auf dem Weg dorthin sind jedoch zunächst 1059 Höhenmeter zu überwinden. Diese verteilen sich grob zusammengefasst auf vor allem zwei lange Anstiege, welche jeweils eine Bergwertung der Pro Tour darstellen. Als erste Herausforderung wartet der Raudfjellet als einer der Iconic Climbs, also einer der herausforderndsten Anstiege aller Ski Classics Rennen. Vom Start in Rena geht es 20 Kilometer nahezu nur bergauf bis die maximal 45 Punkte, welche es für den und die Erste an der Bergwertung eines Iconic Climb gibt, vergeben werden. Nach einer Abfahrt geht es direkt in den nächsten Anstieg, wo am Midtfjellet auf 906 Metern auch der höchste Punkt des Tages erreicht wird. Anschließend geht es für einige Kilometer auf dem Fjell, Hochplateau, weiter, bevor die Strecke über Sjusjøen und eine rasante Abfahrt nach Lillehammer führt. Der Startschuss für die Herren fällt am Samstag bereits um 07:45 Uhr, die Damen gehen eine Viertelstunde später auf die Strecke. Wer die Rennen live verfolgen will, kann dies aus dem deutschsprachigen Raum wie gewohnt kostenlos bei ServusTV im Stream tun.

Bericht/Zusammenfassung des Birkebeinerrennet 2025

Kampf um die Wertungstrikots geht in entscheidende Phase

Da beim Birkebeinerrennet, wie bei allen Grand Classic Events, an die Siegerin und den Sieger gleich 500 Punkte vergeben werden, ist das Rennen im Kampf um die Gesamtwertung von großer Bedeutung. Anikken Gjerde Alnaes (Team Engcon) führt diese Wertung mit rund 200 Punkten vor Emilie Fleten (Team Ramudden) sowie weiteren rund 200 Punkten vor Teamkollegin Hanna Lodin recht souverän an, dennoch sind hier durch beispielsweise einen krankheitsbedingten Ausfall oder ein schlechtes Rennen rasche Änderungen möglich. Bei den Herren liegen Amund Riege sowie Kasper Stadaas (beide Team Aker Daehlie) mit 390 beziehungsweise 321 Punkten noch deutlich vor ihrem ersten Verfolger Ole Jørgen Bruvoll (Team Engcon). Bei den zwei Rennen in Schweden liefen Riege und Stadaas ihrer guten Form aus der extrem starken ersten Saisonhälfte jedoch noch hinterher. Mit den zwei Bergwertungen beim Birke sowie drei weiteren höhenmeterintensiven Rennen an den darauffolgenden Wochenenden beginnt nun auch der Kampf um das Bergtrikot erst so richtig. Aktuell liegen Silje Øyre Slind (Team Aker Daehlie) und Kasper Stadaas in Führung, es ist jedoch noch mit einigen Änderungen zu rechnen. Recht deutlich ist nach acht von zwölf Rennen der Vorsprung von Louise Lindström (Team Eksjöhus) und Amund Riege im Pinken Trikot der besten Nachwuchsläufer. Anikken Gjerde Alnaes führt mit 75 Punkten Abstand auf Emilie Fleten außerdem souverän in der Sprintwertung und hat damit das Grüne Trikot fast schon sicher, zumal am Samstag keine Sprintpunkte vergeben werden. Dies dürfte Gabriel Strid (Team GS8) am meisten freuen. Der Schwede übernahm nach dem Orsa Grönklitt ITT und einem harten Kampf um die dabei vergebenen Sprintpunkte zum ersten Mal das Grüne Trikot. Aktuell liegt er nur einen einzigen Punkt vor Vebjørn Moen (Team Eksjöhus), darf das Trikot aber mindestens auch noch beim Marcialonga Bodø tragen.