90 Kilometer von Sälen nach Mora – das steht für tausende Skilangläuferinnen und Skilangläufer für den Höhepunkt der Skimarathon-Saison. Am kommenden Sonntag, 01. März, findet der Vasaloppet zum bereits 102. Mal statt. Hier erfahrt ihr alles Wissenswerte über den Vasan.
Über 100 Jahre Tradition
Der Vasaloppet geht auf die Idee des Zeitungsredakteurs Anders Pers zurück, welcher den Lauf in Gedenken an König Gustav I. Vasa ins Leben rief. Dieser floh im 16. Jahrhundert vor den dänischen Soldaten, nachdem er in Schweden zum Widerstand gegen die damals verbündeten Dänen aufgerufen hatte. In Mora, dem heutigen Zielort des Rennens, erfuhr Gustav Vasa, zu diesem Zeitpunkt noch nicht König, vom Stockholmer Blutbad, einer Serie von Hinrichtungen des dänischen Königs. Noch zeigte man sich dort jedoch skeptisch, sodass Vasa zur weiteren Flucht gezwungen war. In Sälen, wo der Skimarathon startet, wurde Gustav Vasa später von den besten Skiläufern von Mora eingeholt, nachdem man den Berichten über die dänischen Gräueltaten nun doch Glauben schenkte. Unter der Leitung von Gustav Vasa machte sich Schweden nach mehr als zwei Kriegsjahren schließlich unabhängig. Ein Banner mit der Aufschrift „I fäders spår – för framtids segrar“, auf Deutsch „In der Spur der Väter – für die Siege der Zukunft“, erinnert im Ziel an den Hintergrund des Rennens. Am 6. Juni 1523 wurde Gustav Vasa schließlich zum König eines freien Schwedens gewählt. Vierhundert Jahre später, im Jahr 1922, entwickelte Anders Pers die Idee eines Gedenkrennens. Mit finanzieller Unterstützung der nationalen Zeitung Dagens Nyheter organisierte der IFK Mora am 19. März 1922 den ersten Vasaloppet. 119 Skilangläufer starteten damals über die 90 Kilometer, gewonnen wurde das Rennen von Ernst Alm aus Norsjö in einer Zeit von 7:32:49 Stunden.
Region Dalarna im Herzen Schwedens
Sälen und Mora als Start- beziehungsweise Zielorte des Vasaloppet liegen in der Region Dalarna in Mittelschweden. Die Region steht für urschwedische Natur, lebendige Traditionen und grenzenlose Weite. Die Landschaft mit schier unendlichen Wäldern, glasklaren Seen und sanften Hügeln lädt zum Wandern, Skifahren und Träumen ein. Der Siljan-See, der größte See Dalarnas ist ein zentraler Anziehungspunkt. Er entstand durch einen Meteoriten-Einschlag vor 360 Millionen Jahren und ist heute ein Paradies für Angler, Kanufahrer und Badegäste. Im Fulufjället-Nationalpark befindet sich Njupeskär, Schwedens höchster freifallender Wasserfall (93 Meter). Der Park ist auch für seine uralten Wälder und seltene Tierarten wie Luchse und Bären bekannt. Dank des Jedermannsrechts (Allemansrätten) darf man in der Natur zelten, Beeren pflücken und Pilze sammeln – ein echtes schwedisches Erlebnis. Dalarna ist außerdem die Heimat der roten Holzhäuser, der handgeschnitzten Dalahästar (die berühmten schwedischen Holzpferde) und einer Kultur, die sich in Festen, Musik und regionalen Bräuchen widerspiegelt.
Nur rund 45 Minuten von Mora entfernt, befindet sich Falun, der bekannte Weltcup-Standort und WM-Ort von 2015. In diesem Jahr wird der Langlauf-Weltcup sogar am gleichen Wochenende wie der Vasaloppet ausgetragen, sodass sich dann die gesamte Langlaufelite im Herzen Schwedens aufhalten wird.
Vasaloppets Vintervecka mit Tjejvasan und andere Rennen
Schon seit vielen Jahren gehören viel mehr Rennen als „nur“ das Hauptrennen über 90 Kilometer in der klassischen Technik zum weltweit größten Skimarathon. Während der Vasaloppets Vintervecka warten zahlreiche Veranstaltungen über Distanzen von Neun bis 90 Kilometer auf die Langläuferinnen und Langläufer. Neben der Offenen Spur, Kinder- und Jugendläufe sowie dem Nattvasan, dem Skating Rennen im Licht zahlreicher Fackeln und Stirnlampen, bildet der Tjejvasan (Mädchenlauf) ein wichtiges Vorbereitungsrennen. In diesem Jahr konnte sich Johanna Hagström nach den 30 Kilometern von Oxberg nach Mora im Zielsprint einer Sechsergruppe knapp gegen Julie Kvale Støstad (Team Ramudden) durchsetzen. Vorjahressiegerin Jenny Larsson (Lager 157 Skiteam) komplettierte das Podium auf dem dritten Rang. Moa Lundgren, Karolina Hedenström (Lager 157 Skiteam) und Ida Palmberg folgten auf den Plätzen Vier bis Sechs.
Was ist für 2026 zu erwarten?
In den kommenden Tagen kann es auf der Vasaloppet Strecke zunächst schneien, gegen Ende der Woche steigen die Temperaturen jedoch an, sodass auch Regen zu erwarten ist. Für das Hauptrennen am Sonntag sieht es Stand jetzt bei Temperaturen leicht unter oder um den Gefrierpunkt aber trocken aus. Für alle Teilnehmenden beim Vasaloppet sowie allen Rennen während der Vintervecka, die in der klassischen Technik ausgetragen werden, gilt es in diesem Jahr aufzupassen und technisch sauber zu laufen. Wie wir vor einigen Wochen bereits berichteten, werden ab diesem Jahr vermehrte Technikkontrollen durchgeführt, welche bei Missachtung der Klassischen Technik auch zu Sanktionen führen können. Für die Favoritinnen und Favoriten ist dies nichts neues, da diese Regeln auch in den weiteren Rennen der Ski Classics Profi Serie bereits angewendet wurden. Wie die vergangenen Jahre gezeigt haben, ist der Favoriten-Kreis beim Vasaloppet jedoch schwer zu definieren. Alvar Myhlback (Lager 157 Skiteam) und Stina Nilsson (Team Ragde Charge) galten im Vorjahr zwar auch als erweiterte Mitfavoriten, mit ihren sensationellen Siegen hatten allerdings sicherlich die wenigsten gerechnet. Zu Nilssons größten Konkurrentinnen dürften in diesem Jahr Anikken Gjerde Alnaes und Hanna Lodin zählen. Die beiden Läuferinnen vom Team Engcon belegten beim Jizerska Platz Eins und Zwei. Emilie Fleten (Team Ramudden) als zweimalige Siegerin (2023, 2024) sowie Silje Øyre Slind (Team Aker Daehlie) mit bereits zwei Podestplätzen und Jenny Larsson gehören ebenfalls zum engsten Favoritinnenkreis. Außerdem hat Astrid Øyre Slind (Team Aker Daehlie) nach ihrer Enttäuschung beim olympischen 50-Kilometer-Rennen bekannt gegeben, dass sie den Weltcup in Falun auslassen wird und stattdessen beim Vasaloppet um den Sieg mitlaufen will. Auf Herrenseite wird das Team Aker Daehlie um Kasper Stadaas und Amund Riege versuchen, ihre Serie von Siegen bei allen Ski Classics Events in diesem Winter (ausgenommen Bedrichov Sprint) fortzusetzen. Konkurrenz bekommt das norwegische Team dabei unter anderem von den schwedischen Teams Lager 157 Skiteam mit Vorjahressieger Alvar Myhlback und Team Eksjöhus, welches mit breiter Teamstärke auftrumpfen kann.




