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17 Tage Val di Fiemme: Mein Olympia-Tagebuch

Die Olympischen Spiele, das bedeutendste Sportereignis der Welt, sind im Val di Fiemme angekommen. 17 Tage lang trifft sich die Weltelite im Skilanglauf, der Nordischen Kombination und im Skispringen in diesem kleinen Hochtal in den Dolomiten. Als Chefredakteur von xc-ski.de habe ich das Privileg, vor Ort sein zu dürfen und werde in diesem Tagebuch auch etwas hinter die Kulissen schauen.

Tag 17: 50km Damen

Nadja Kälin © Felgenhauer/xc-ski.de

Der letzte Tag der Olympischen Winterspiele 2026 ist da. Die Königsdisziplin bei den Damen, zum ersten Mal über 50 Kilometer! Das löst natürlich Diskussionen aus, ob diese Länge sinnvoll ist. Nachdem zwei Favoritinnen aufgrund von Krankheit passen mussten und zwei Andere sich früh absetzen konnten, entbrennt zumindest um die Bronzemedaille ein harter Fight. Die sichert sich völlig überraschend Nadja Kälin aus der Schweiz. Mit zwei Medaillen ist sie der Shooting Star der Langlaufwettbewerbe. Nachdem sie alle Fragen in der Mixed-Zone beantwortet hat, wird sie von ihrem Team in Empfang genommen und gefeiert. Denn auch für die Frauen und Männer im Hintergrund ist das ein toller Erfolg! Aus deutscher Sicht schreibt der von Darija Neprijaeva versehentlich entwendete Ski, der eigentlich für Katharina Hennig Dotzler bereit lag, größere Schlagzeilen, als das Ergebnis der einzigen DSV-Starterin. Ob es mit dem richtigen Ski zu einer Medaille gereicht hätte? Das liegt im Bereich der Spekulation. Arrivederci Val di Fiemme! Bis bald!  

Tag 16: 50km Herren

Iivo Niskanen © Felgenhauer/xc-ski.de

Und auch das ist Olympia! Iivo Niskanen muss das 50 Kilometer Rennen, sein großes Saisonziel auf das er vier Jahre lang hingearbeitet hat, nach weniger als 20 Kilometern beenden. Ein Virus hat den Finnen erwischt. Und dennoch bleibt ihm die lange Runde durch die Mixed-Zone nicht erspart. Schwer mit seinen Emotionen kämpfend, steht er zunächst den einzelnen Fernsehstationen, dann den Medien mit begrenzten Bildrechten, Radiosendern und schließlich auch uns schreibender Presse Rede und Antwort. Das dauert dann schon mal 30 Minuten oder länger, bis die Athleten schließlich im Teamcontainer ankommen. Ich beneide Niskanen nicht um seinen schweren Arbeitstag heute. Deutlich zufriedener erreichen die deutschen Starter unser deutsches Journalisteneck. Das war doch mal ein überraschend guter Abschluss und die Damen kommen ja erst noch!

Tag 15: Ruhetag

Marcialonga Loipe © Felgenhauer/xc-ski.de

Der letzte und bislang ruhigste Ruhetag! Die Skispringer und Kombinierer sind schon durch mit ihrem Programm. Nur noch die Langläufer bereiten sich auf ihre abschließenden Rennen vor. Mit dem 50 Kilometer Massenstart steht die Königsdisziplin auf dem Programm. Und während die Skitechniker sowie die nominierten Athletinnen und Athleten im Olympiastadion in Lago di Tesero ihre Runden drehen, habe ich mir heute noch den oberen Teil der Marcialonga-Loipe vorgenommen. Nach dem starken Schneefall gestern herrschen hier nun traumhafte Bedingungen. Ich denke zurück an meine Teilnahme an diesem Traditionsrennen im Jahr 2022. Und der Blick geht natürlich auch schon voraus. Im nächsten Jahr wieder Tour de Ski und Marcialonga hier im Val di Fiemme, aber auch eine WM streben die Organisatoren in naher Zukunft wieder an. Die Wettkampfstätten werden also definitiv weiter genutzt und das ist gut so! 

Tag 14: Kombi-Teamsprint

Schnee in großer Menge © Felgenhauer/xc-ski.de

Kein Fritz Walter Wetter! Es hat geschneit im Val di Fiemme. Den ganzen Tag kam weißes Gold vom Himmel. Was beim Springen der Nordischen Kombinierer dem Duo Rydzek/Geiger noch die Führung bescherte, wurde Vinzenz Geiger im Lauf zum Verhängnis. Er blieb im tiefen Schnee hängen, stürzte und verpasste damit den Anschluss an die Spitzengruppe. Damit war die erhoffte Medaille dahin. Ihm kann man dafür eigentlich keinen großen Vorwurf machen. Sowas passiert und dass es sich ausgerechnet beim wichtigsten Wettkampf der Saison ereignet, ist einfach Pech. Das sehen einige Social-Media „Experten“ jedoch anders. Wie schon Franzi Preuß, Laura Gimmler nach der Staffel und viele andere mehr, wird Geiger in den (a)sozialen Medien beschimpft und die deutschen Athleten werden ganz allgemein schlecht gemacht. Dass auch nur ein einzelner Athlet nicht mit 100 Prozent Motivation in die Olympiarennen gegangen wäre, das wäre mir in den letzten Tagen hier nicht aufgefallen. Die ausbleibenden Erfolge haben meiner Meinung nach ganz andere Gründe. Aber das würde jetzt zu weit führen und einen eigenen Artikel füllen. Vielleicht bleibt ja nach Olympia mal Zeit für einen Kommentar dazu.

Tag 13: Teamsprint

Coletta Rydzek (GER), Laura Gimmler (GER), (l-r) © Vanzetta/NordicFocus

Und dann ist sie tatsächlich da, die Langlaufmedaille für das deutsche Team! Ich bin ganz ehrlich, nach den eher weniger erfolgreichen vergangenen Tagen habe ich kaum noch zu hoffen gewagt, auch wenn natürlich von Beginn an der Teamsprint als größte deutsche Medaillenhoffnung galt. Mit Laura und Coletta standen exakt die beiden Damen am Start, die vor 26 Tagen die Generalprobe beim Weltcup im Goms gewannen. Und dennoch war es eine harte Nummer, die die beiden mit Bravour lösten. Umso glücklicher erlebte man das gesamte deutsche Team im Ziel. Aber nicht nur Deutschland durfte feiern. Die Schweiz jubelte mit Nadja Kälin und Nadine Fähndrich sogar über Silber. Das war insbesondere für Fähndrich eine Wiedergutmachung für ihre nicht erreichten Ziele im Einzelsprint und über zehn Kilometer. 

Tag 12: Langlaufen am Passo Lavazè

Venue-Managerin Marica Defrancesco © Felgenhauer/xc-ski.de

Ich mag mich wiederholen, aber ein großer Pluspunkt dieser Olympischen Spiele ist, dass man nicht nur die Wettbewerbe verfolgen, sondern auch selbst sportlich tätig werden kann. Und so zog es mich heute bei bestem Winterwetter mit Minusgraden und Sonnenschein erneut auf den Passo Lavazè zum Langlaufen. Aber auch ein Blick hinter die Kulissen sei mir an diesem weiteren Ruhetag für die Skilangläufer gestattet, bevor es morgen für Laura Gimmler/Coletta Rydzek sowie Jakob Moch/Jan Stölben um die Medaillen im Teamsprint geht. Kennt ihr Marica Defrancesco? Wahrscheinlich nicht! Aber sie ist die gute Seele im Organisationskomitee hier im Val di Fiemme und inzwischen als Venue Managerin in leitender Position während der Olympischen Spiele tätig. Ich kenne sie trotz ihres jungen Alters schon sehr lange und durfte schon oft ihre Hilfe in Anspruch nehmen. Für sie und ihren Lebensgefährten Alessandro Pittin (Kombinierer), mit dem sie eine vierjährige Tochter hat, freut es mich ganz besonders, dass die Spiele hier in ihrer Heimat ausgetragen werden.

Tag 11: Buchpräsentation Franco Nones

Buchpräsentation Franco Nones © Felgenhauer/xc-ski.de

Langsam wird es ruhiger hier im Val di Fiemme. Die Langläufer haben unter der Woche nur den Teamsprint am Mittwoch. Die Skispringer beenden heute ihre Spiele und die Kombinierer sind noch zweimal gefragt. Heißt für mich, Zeit fürs Rahmenprogramm! Und das hält für mich eine Premiere bereit. Obwohl ich schon 15 Mal oder öfter hier zu Gast war, war ich noch nie Alpinskifahren. Dabei hat das Tal Einiges zu bieten. Heute wurde für uns Journalisten ein Ausflug ins Skigebiet Fiemme-Obereggen angeboten und diese Chance habe ich natürlich gerne wahrgenommen. Tourismuschef Giancarlo Cescatti persönlich war unser Guide und es war einfach perfekt! Das werde ich sicher demnächst wiederholen! Am späten Nachmittag stand dann noch eine Buchpräsentation an. Kein Geringerer als Franco Nones, der lokale Olympiaheld von 1968, als er Gold im 30 Kilometer Rennen gewann, hat mithilfe von Pino Dellasega sein Leben niedergeschrieben. Ohne ihn wären wir jetzt nicht hier, denn mit ihm begann sich das Olympiafieber im Val di Fiemme auszubreiten.

Tag 10: Staffel Herren

Johannes Hoesflot Klaebo (NOR), Einar Hedegart (NOR), (l-r) © Barbieri/NordicFocus

Es soll einfach nicht sein! Das deutsche Langlaufteam verpasst auch bei den Herren die angestrebte Platzierung um Rang sechs und wird in dem extrem kleinen Starterfeld von nur zehn Staffeln Achter. Dass es nur so wenigen Staffeln waren, ist schon für sich ein Grund für das IOC, seine Quotenregel zu überdenken. Fehlen doch damit so starke Langlaufnationen wie Österreich und Großbritannien. Aber auch an anderer Stelle wird Kritik laut. Die Norweger sollen im Klassik-Sprint eine Wachsmaschine mit Erlaubnis der FIS benutzt haben. Von dieser Erlaubnis haben die anderen Nationen aber nichts gewusst. Finnland wollte gegen das Ergebnis Einspruch einlegen, kam aber damit wohl zu spät. Nun wird es erstmal ruhig im Langlaufstadion. Erst am Mittwoch geht es weiter mit den Teamsprints und der Rekordjagd von Klaebo. Seit heute ist er erfolgreichster Winterolympionike aller Zeiten mit neun mal Gold.

Tag 9: Staffel Damen

Fangruppe Katharina Hennig-Dotzler © Felgenhauer/xc-ski.de

Der Tag der größten deutschen Medaillenhoffnung ist da! Bereits am Vormittag begegne ich auf meinem Weg ins Stadion der Fangruppe rund um die Familie von Katharina Hennig-Dotzler. Knapp 20 Personen ist die Gruppe stark und ich besuche sie noch vor dem Start im Zuschauerbereich zwischen den Anstiegen. Sie begleiten Katha relativ häufig zu Wettkämpfen, wie zum Beispiel auch der SV Bremelau seine Pia Fink vor Ort unterstützt. Die Hoffnung ist groß, dass es heute mit der ersehnten Medaille klappt. Doch dann ist der Traum bereits nach wenigen Kilometern ausgeträumt. Laura Gimmler erwischt nicht ihren besten Tag und muss als Startläuferin abreißen lassen. Dass sich im weiteren Verlauf dramatische Szenen abspielen und Top-Favorit Schweden „nur“ Zweiter wird, ist da natürlich kein Trost. Aber Platz vier ist dennoch aller Ehren wert. Und dann klappt es eben im Teamsprint am Mittwoch, auch wenn die Strecke unseren beiden Sprinterinnen nicht unbedingt entgegenkommt.

Tag 8: Freistil-Einzel Herren

Mit Jens-Jörg Rieck in der Kommentator-Box © Felgenhauer/xc-ski.de

Die große Frage des Tages: Schafft Johannes Hoesflot Klaebo den dritten Sieg im dritten Rennen und das obwohl er noch nie ein zehn Kilometer Freistil-Rennen im Einzelstart gewonnen hat? Ich habe das ganze heute an der Seite von ARD-Kommentator Jens-Jörg Rieck verfolgt und hatte alle Hände voll zu tun, die Rennentwicklungen an ihn weiterzugeben. Aber am Ende hatten wir denke ich alles drin in der Sendung und Klaebo arbeitet nach der WM Trondheim am nächsten Clean-Sweep. Aus deutscher Sicht war heute leider nicht mehr zu holen als gestern. Aber jetzt kommt dann ja das Staffelwochenende mit den wohl besten Medaillenchancen für das DSV-Team. Schwer wird es trotzdem, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. 

Tag 7: Freistil-Einzel Damen

Casa Fiemme Trentino © Felgenhauer/xc-ski.de

Heute war sie zum ersten Mal zu spüren, die Enttäuschung im deutschen Langlaufteam. Da hatte man sich über zehn Kilometer Freistil doch mehr erhofft. Am Ende steht Platz 19 für Pia Fink als bestes Resultat. Das Patentrezept des Teamchefs Peter Schlickenrieder: 30 Minuten darüber ärgern und dann nach vorne schauen. Am Samstag wartet die Staffel und damit eine der großen Medaillenhoffnungen. Wer dann an welcher Position läuft steht noch nicht fest. Mein Tipp: Gimmler, Hennig, Fink, Hoffmann. Aber ich war schon immer schlecht beim Tippen! Am Abend bin ich dann noch einer Einladung in die Casa Fiemme Trentino gefolgt. Die Hotelfachschule in Tesero bewirtete circa 50 Gäste aus allen Bereichen der Olympischen Spiele. Morgen heißt es dann früh aufstehen, denn ich sitze mal wieder neben ARD-Kommentator JJ Rieck bei der Übertragung des Einzelrennens der Männer. 

Tag 6: Biathlon Einzel Damen

Biathlonstadion Antholz © Felgenhauer/xc-ski.de

Früh am Morgen habe ich eine kurze Runde auf den Antholzer Loipen gedreht, ehe ich mich auf den Weg ins Biathlonstadion gemacht habe. Im Bus treffe ich bekannte Gesichter und auch im Medienzentrum sowie in der Mixed-Zone fühle ich mich nicht als Fremder! ;-) Das Stadion ist gut gefüllt und die Stimmung bereits eine Stunde vor dem Start richtig gut. Dazu trägt auch mein Forum Nordicum Kollege Luis Mahlknecht bei, der hier schon seit vielen Jahren einer der Stadionsprecher ist. Bei den Interviews überlasse ich dann den Kolleginnen und Kollegen die Fragen. Schließlich ist es ein ganz anderes Arbeiten, wenn man „nur“ Statements sammelt und kein Audio-Interview komplett mit Frage und Antwort führt. Das ist mir hier bei Olympia nicht erlaubt, da die Audio-Rechte separat verkauft sind. Deshalb nicht wundern, wenn ihr dieser Tage nur verschriftlichte Statements der Athletinnen und Athleten auf xc-ski.de lest. Direkt nach dem Ende des Rennens geht’s für mich zurück ins Val di Fiemme. Morgen dürfen die Damen im Einzelstart ran.

Tag 5: Klassik-Sprint

Präsentation Mobilitätskonzept Südtirol © Felgenhauer/xc-ski.de

Der erste Tag mit guten Chancen für das deutsche Team auf eine Top-Platzierung ist da und auch das Wetter spielt besser mit. Die Strecke hält, wird aber im Verlauf etwas nasser und weicher. Das führt zu einer Gradwanderung zwischen bestem Stieg und bester Fahrt. Am Ende schaffen es Laura und Coletta ins Halbfinale, Jan und Sofie scheiden im Viertelfinale aus. Da hatte man sich mehr erhofft. Was aber positiv stimmt: Alle Athletinnen und Athleten blicken nach vorne auf die noch kommenden Aufgaben, bei denen es dann besser gemacht werden soll. Ich springe nach dem Finale schnell ins Auto und begebe mich nach Antholz. Dort bin ich zur Präsentation des Mobilitätskonzeptes in Südtirol eingeladen. Denn auch das ist Olympia, wenn in die Infrastruktur investiert wird und am Ende insbesondere der Gast profitiert, der hier alle öffentlichen Verkehrsmittel mit dem Guest Pass kostenlos nutzen kann. Morgen schaue ich dann beim Biathlon vorbei und bin gespannt, wie sich die Olympische Stimmung hier in Antholz darstellt.

Tag 4: Ruhetag

Wettkampffrei für die Skilangläufer bedeutet mehr Zeit für mich, mal die Bedingungen auf den Loipen am Passo Lavazè zu testen. Und ich wurde nicht enttäuscht! Griffige, aber dennoch schnelle Loipe und fast alles gespurt. Da kamen am Ende 46 Kilometer zusammen. Jetzt noch schnell die Stimmen der deutschen Starter von Morgen gehört. Denn auch wenn heute kein Wettkampf auf dem Plan stand, trainiert wurde natürlich trotzdem und am Ende warteten meine Kollegen in der Mixed-Zone mit Fragen zur Strecke und zur Form. Morgen wird es dann spannend! Mit Jan Stölben, der bei der Tour de Ski vor etwas mehr als einem Monat hier auf dieser Strecke Platz sechs belegte, und Laura Gimmler, die beim letzten Sprint-Weltcup im Goms Zweite wurde, haben wir zwei heiße Eisen im Feuer. 

Tag 3: Skiathlon Herren

Langlaufen am Morgen mit Tobi Angerer © Felgenhauer/xc-ski.de

Der Blick aus dem Fenster verheißt nur Gutes. Blauer Himmel und die Sonne wird im Laufe des Vormittags hinter den Bergen hervorkommen. Ich habe mir vor dem Männerrennen eine Runde Langlaufen vorgenommen. Dank Online-Loipeninfo weiß ich, welcher Abschnitt der Marcialonga-Loipe frisch präpariert ist und so mache ich mich mit Christian vom Hagen von Kinetixx auf zur Loipe. Anders als bei den vergangenen Spielen kann man hier direkt neben dem Langlaufstadion selbst in die Spur gehen. Unterwegs holt uns Tobias Angerer ein und wir fachsimpeln etwas über die Rennen und unsere Söhne, die uns beiden inzwischen nacheifern. Dann geht es schnell unter die Dusche und ab ins Stadion. Inzwischen hat sich im Medienzentrum eine deutsche Ecke gebildet und auch in der Mixed-Zone, dem Ort, wo wir nach den Rennen die Athleten zum Interview treffen, finden wir uns zusammen. So ist es einfacher und weniger zeitaufwendig für die Sportler, weil sie Fragen nur einmal für alle schreibenden Journalistinnen und Journalisten beantworten müssen. Interessant sind die unterschiedlichen Charaktere, die sich auch in der Beantwortung unserer Fragen widerspiegeln. Heute gibt es aus deutscher Sicht zwar keine Erfolge zu feiern, die beiden Moch-Brüder sind aber nach aufsteigender Form dennoch positiv gestimmt. Etwas ratlos wirkt dagegen Mika Vermeulen, aber auch er hat die Flinte noch nicht ins Korn geworfen.

Tag 2: Skiathlon Damen

Pia Fink im Interview © Felgenhauer/xc-ski.de

Der erste Wettkampftag ist da! Nach einer im TV sicher eindrucksvollen, aber vor Ort in Predazzo etwas unspektakulären Eröffnungsfeier, werden die ersten Medaillen vergeben! Und was für ein Rennen sich da entwickelte! Klar, wenn man nur auf die Medaillenplätze schaut, kann man zu dem Schluss kommen, dass nach zwölf Kilometern alles entschieden war. Aber gerade auf den ersten Kilometern und später auf den Plätzen hinter der Top-3 haben sich spannende Entwicklungen aufgetan. Sensationell der vierte Platz von Nadja Kälin aus der Schweiz, die ich im Ziel kurz dazu befragen konnte. Aus deutscher Sicht muss man das Ergebnis eher als durchwachsen bezeichnen. Für Pia Fink war es ein guter Einstand, Katharina Hennig-Dotzler sollte viel aus dem Klassik-Part mitnehmen und Sauerbrey/Hoffmann dürfen sich damit trösten, dass ganz andere Namen heute hinter den eigenen Erwartungen zurückblieben. Morgen sind dann die Herren dran und ich bin gespannt, ob uns unsere Jungs eventuell überraschen können.   

Tag 1: Eröffnungsfeier

Akkreditierung © Felgenhauer/xc-ski.de

Ich war extra früh aufgestanden und nach einer reibungslosen Anreise mit dem Auto bereits Mittags in Cavalese. Eingebucht habe ich mich in einer Agritur, einem Appartement auf einem Bauernhof oberhalb des berühmten Cascata Anstiegs, der letzten Herausforderung beim Marcialonga. Noch ist es ruhig in der Gemeinde, eigentlich zu ruhig. Während der Tour de Ski herrscht hier immer reger Verkehr, heute sind nur wenige Autos unterwegs im Zentrum. Mein KFZ will ich die nächsten Tage aber eh nur selten benutzen. Shuttle-Busse sollen uns zu den Stadien in Lago und Predazzo bringen. Das klappt soweit auch ganz gut, wenn man nicht mit deutschem Pedantismus auf die Abfahrtszeiten schaut. Meine Akkreditierung habe ich dann schnell validiert und ich nehme das Media-Center, die Mixed-Zone und die Wege dazwischen in Augenschein. Am Abend wartet dann noch die Eröffnungsfeier, die ich mir bei meinen ersten Spielen vor Ort natürlich nicht entgehen lassen werde. Sie findet parallel an vier Orten statt und ich werde ein Auge auf unsere Langläufer, Kombinierer und Skispringer hier in Predazzo werfen. Mögen die Spiele beginnen!