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Olympia 2026: Julia Simon krönt sich zur Olympiasiegerin im Einzel – Bulgarin Hristova überrascht

Julia Simon ist Olympiasiegerin im Einzel. Ihre Teamkollegin Lou Jeanmonnot sichert sich Silber und auf den Bronzerang läuft überraschend die Bulgarin Lora Hristova. Vanessa Voigt trifft alle Scheiben und landet wieder auf dem undankbaren vierten Platz.   

Wer folgt auf Denise Herrmann-Wick?

Für die Biathletinnen stand heute das Einzel über 15 km auf dem Programm. Fünf Runden zu jeweils drei Kilometer mit dazwischen vier Schießeinlagen (liegend, stehend, liegend, stehend) waren zu absolvieren und für jeden Fehlschuss wurde eine Strafminute auf die Laufzeit addiert. Es gab bisher in der Weltcup-Saison zwei Einzel. In Östersund siegte Dorothea Wierer vor Sonja Leinamo und Camille Bened, in Nove Mesto ging der Sieg an Justine Braisaz-Bouchet vor Lou Jeanmonnot und Franziska Preuß. Lou Jeanmonnot, die aktuell Führende in der Gesamtweltcupwertung und große Favoritin in Antholz, belegte in Östersund Rang vier und in Nove Mesto den zweiten Platz, dennoch führt die Französin auch in der Einzelwertung, durch die beiden konstanteren Ergebnisse. 90 Damen starteten in Antholz in das olympische Einzel und aus Deutschland nahmen neben Franziska Preuß auch Selina Grotian, Janina Hettich-Walz und Vanessa Voigt den Kampf um eine Einzelmedaille auf. Bei den letzten olympischen Winterspielen 2022 wurde Denise Herrmann-Wick Olympiasiegerin im Einzel und Julia Simon zuletzt Weltmeisterin im Einzel in der Lenzerheide 2025.

Bulgarin Lora Hristova überrascht

Lora Hristova (BUL) © Thibaut/NordicFocus

Zur Hälfte des Rennens übernahm Franziska Preuß nach zehn Treffern die Führung und sie war die letzte Starterin aus der starken roten Gruppe. Währenddessen hatte Janina Hettich-Walz ihre vier Schießeinlagen bereits hinter sich und Vanessa Voigt kam nach drei Mal Null zum alles entscheidenden Anschlag und blieb nochmals fehlerfrei. Gerade für den letzten Treffer nahm sie sich Zeit. Gleich danach übernahm Julia Simon, die mit einer Strafzeit aus dem zweiten Anschlag belastet war, nach dem vierten Schießen die Führung mit deutlichem Vorsprung vor der Bulgarin Lora Hristova. Sie war die große Überraschung, die olympische Spiele immer wieder mit sich bringen. Ihre bisher beste Platzierung war Platz 13 im Einzel bei der WM 2025 in der Lenzerheide und Rang 19 bei der dortigen Verfolgung. Am Schießstand arbeitete sie konzentriert, zählte nicht zu den Schnellsten, aber traf ihre zwanzig Scheiben. Auch in der Spur lief sie keine Top-Zeit, ihre Gesamtlaufzeit liegt eher im Mittelmaß, das schließlich für den Bronzerang ausreichte, weil die Top-Athletinnen allesamt mit Strafzeiten belastet waren. Julia Simon flog über die letzte Runde, baute Richtung Ziel ihren Vorsprung auf die Bulgarin weiter aus und übernahm im Ziel die Führung mit einem Vorsprung von 1:04 Minuten.  

Weltmeisterin Julia Simon nun auch Olympiasiegerin

Julia Simon (FRA) © Thibaut/NordicFocus

Nachdem Julia Simon 2025 Weltmeisterin im Einzel in der Lenzerheide wurde lief sie in Antholz zur Goldmedaille. Bei ihren schnellen Schießeinlagen verfehlte sie zwar bereits im zweiten Anschlag eine Scheibe, kompensierte diese Minute aber auf der Strecke durch hervorragende Laufleistung. „Nach dem Fehler habe ich mir gedacht jetzt musst du sauber schießen,“ so die Olympiasiegerin im ARD-Interview. Simon, die davon sprach, dass sie ihren Traum leben und auch das Rennen genießen wollte, sagte auch, dass sie mit sehr viel Selbstvertrauen zu den Olympischen Spielen gekommen sei. „Ich mag die Strecken hier. Ich bin selbstbewusst zum Schießen gekommen und ich wusste worum es geht.“ Lou Jeanmonnot hatte im zweiten und dritten Schießen jeweils eine Strafminute kassiert und sich durch die Null im letzten Anschlag wieder in den Podestbereich gearbeitet. 7,8 Sekunden lag sie hinter der Bulgarin eingangs der Schlussrunde zurück. Mit der schnellsten Skizeit und auch der schnellsten Gesamtlaufzeit hat die Französin diesen Rückstand aufgeholt und sich schließlich mit einem Vorsprung von 11,4 Sekunden auf dem Silberrang eingefunden. Schade, dass die Deutsche Vanessa Voigt dadurch auf den undankbaren vierten Platz zurückfiel. Den fünften Rang sicherte sich die Lokalmatadorin Dorothea Wierer. Mit einer Strafzeit aus dem zweiten Anschlag belastet überzeugte sie vor allem mit beachtlichen Schießzeiten. Camille Bened aus Frankreich hat ebenfalls ihre Medaillenchancen im letzten Anschlag vergeben. Sie wurde Sechste.     

Wieder der Platz neben dem Podest 

Vanessa Voigt (GER) © Thibaut/NordicFocus

Vanessa Voigt fehlten am Ende 12,9 Sekunden zur Bronzemedaille und erlebte damit ein deja-vu. Schon bei ihren ersten olympischen Winterspielen 2022, wo Herrmann-Wick Olympiasiegerin wurde, landete Voigt auf dem vierten Platz. Damals waren es nur 1,3 Sekunden die auf die Medaille fehlten. Auf dem vierten Platz ist Voigt allerdings beste Deutsche, denn keine ihrer Teamkolleginnen kam fehlerfrei durch. „Es ist schwierig meine Gedanken zu ordnen,“ so Voigt nach dem Rennen, „grundsätzlich bin ich enorm stolz auf meine Leistung und vier Mal Null zu schießen. Das war nicht so leicht. Ich weiß, dass jetzt wieder Schießzeit und Laufzeit kommt.“ In der Gesamtlaufzeit war Voigt deutlich schneller als Hristova auf dem Bronzerang, aber die Deutsche hat sich tatsächlich den Rückstand beim Schießen eingeholt. In jedem Schießen benötigte sie etwas länger als die Bulgarin, in der Summe sind das 27 Sekunden Unterschied und genau dieser Unterschied hat Vanessa Voigt die Medaille gekostet. „Ich glaube schon, dass ich ein bißchen zügiger angehen könnte, da habe ich ein bißchen verschlafen, aber ich habe vier Mal Null geschossen. Klar bin ich enttäuscht, dass wieder dieser vierte Platz rauskommt.“ 

Preuß vergibt Podestchancen beim letzten Schießen

Franziska Preuss (GER) © Thibaut/NordicFocus

Beim Anschießen gab es bereits Probleme bei Franziska Preuß, als der Schlagbolzen in ihrem Gewehr brach und vor Ort ausgetauscht werden musste. Sie kam in Führung liegend nach drei fehlerfreien Schießen zum letzten Anschlag. Eine Medaille war für sie zum Greifen nahe und dann fanden zwei Patronen nicht ins Ziel. „Irgendwie habe ich es einfach nicht mehr auf die Kette bekommen. Ich habe es nicht mehr hinbekommen. Es war ein klassisches Harakiri-Schießen,“ so Preuß zu den zwei Fehlschüssen. „Ich habe mir schon gedacht nach 3 Mal Null dass ich gut im Rennen liege und natürlich fängt da das Gedankenkarussell an. Ich habe versucht in meinen mentalen roten Faden zu kommen und ich wollte es so machen, wie beim ersten Stehend, aber es hat nicht funktioniert. Der erste Schuss war ein Treffer, dann ist mir der zweite drüber gerutscht, dann weiß man ein Fehler und versucht wieder in seinen gewohnten Rhythmus zu kommen. Bei mir macht es nicht besser, wenn ich langsamer schieße,“ so auch eine etwas enttäuschte Franziska Preuß. Am Ende landete sie auf dem zehnten Platz. Mit Vanessa Voigt und Franziska Preuß hat es auch Janina Hettich-Walz in die Top-10 geschafft. Mit jeweils einem Fehlschuss in den ersten beiden Schießen ließ sie dann zwei Mal die Null folgen und überquerte die Ziellinie auf dem achten Platz. „Nach dem 1:1 habe ich es noch ganz gut gerettet,“ so Hettich-Walz. „Für eine Medaille muss es ein oder zwei Fehler weniger sein, aber mit Top-10 bin ich ganz zufrieden“.
Die vierte DSV-Starterin Selina Grotian absolvierte die ersten beiden Schießen fehlerfrei und dann blieben gleich drei Scheiben schwarz und im letzten Anschlag nochmals eine. „Es war sehr geil bis zum dritten Schießen,“ so Grotian, und weiter „genießen konnte ich es heute generell nicht, denn mittlerweile darfst du auch im Einzel nichts verschlafen. Vielleicht war die Belastung vom Anlauf her doch ein bißchen zu arg. Im Einzel muss man die Null bringen um vorne dabei zu sein.“   

Auch Lisa Theresa Hauser scheitert im letzten Anschlag

Wie Franziska Preuß so erging es zuvor der Österreicherin Lisa Theresa Hauser. Drei fehlerfreie Schießen und dann verfehlten im letzten Anschlag drei Patronen das Ziel. Am Ende musste sie sich mit Platz 27 zufrieden geben. Anna Gandler war mit zwei Strafminuten belastet und sortierte sich auf Platz 32 ein. Tamara Steiner (2 Fehler) wurde 44. und Anna Andexer (5 Fehler) 62.

Schweizerin Lea Meier auf Platz sieben

Die Jüngste aus dem Schweizer Team erreichte das beste Ergebnis. Am Schießstand ging nur ein Schuss daneben und am Ende musste Lea Meier Camille Bened noch den Vortritt lassen. Nur 0.7 Sekunden hinter der Französin kam Lea Meier schließlich als Siebte ins Ziel. Und wie so vielen anderen auch erging es Aita Gasparin. Drei Mal hielt sie sich schadlos und im letzten Anschlag verfehlte sie zwei Scheiben. Sie belegte Platz 35, Amy Baserga (1:1:0:1) Platz 39 und Lena Häcki Groß (1:0:0:2) wurde 42.    

Ergebnis

Medaillenspiegel

Der Wettkampfplan der olympischen Biathlonbewerbe

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