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Olympia 2026: Martin Ponsiluoma triumphiert in Biathlon-Verfolgung von Antholz

Der Schwede Martin Ponsiluoma behält im entscheidenden Schießen die Nerven und wird Olympiasieger in der Verfolgung von Antholz. Sturla Holm Laegreid erkämpft sich Silber vor Emilien Jacquelin auf dem Bronzerang. Die vier deutschen Herren produzieren zusammen 18 Schießfehler und können nicht in den Medaillenkampf eingreifen.   

Wer ist Favorit auf den Olympiasieg?

Quentin Fillon Maillet (FRA) © Thibaut/NordicFocus

Quentin Fillon Maillet wurde Olympiasieger im Sprint und war der Gejagte in der olympischen Verfolgung von Antholz. Die ersten Verfolger waren die beiden Medaillengewinner aus Norwegen Vetle Sjaastad Christiansen und Sturla Holm Laegreid. In der laufenden Weltcupsaison gab es bisher fünf Verfolgungen. Fillon Maillet siegte in der ersten in Östersund, Eric Perrot in Hochfilzen, Johan-Olav Botn in Annecy, der Italiener Tommaso Giacomel, bisher mit einer Silbermedaille dekoriert, die er zusammen mit Lukas Hofer, Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi in der Mixed Staffel holte, gewann in Oberhof und die letzte in Ruhpolding entschied Johannes Dale-Skjevdal für sich. In der Weltcupwertung der Verfolgungsdisziplin führt derzeit der Franzose Eric Perrot. Bei der WM 2025 in Lenzerheide wurde Johannes Thingnes Boe Weltmeister, aber Olympiasieger 2022 in Peking war Quentin Fillon Maillet und er war der große Favorit für die olympische Verfolgung in Antholz. Fünf Runden zu jeweils 2,5 Kilometer mit dazwischen vier Schießeinlagen waren in Antholz zu absolvieren und jeder Fehlschuss wurde mit einer Extrarunde bestraft. Mit Philipp Horn (10.), David Zobel (19.), Justus Strelow (23.) und Philipp Nawrath (26.) hatten sich alle vier Deutschen für die Verfolgung qualifiziert.      

Französischer Zweikampf

In der ersten Runde hielt Quentin Fillon Maillet die Spitzenposition und vor allem der Franzose Emilien Jacquelin, im Sprint um 0,2 Sekunden eine Medaille verpasst, kam mit kräftigen Schüben an die zweite Position und hat sich auch von den anderen Verfolgern leicht abgesetzt. Fillon Maillet verfehlte im ersten Schießen eine Scheibe, aber auch die Verfolger mit Jacquelin, Vetle Sjaastad Christiansen und Sturla Holm Laegreid mussten kreiseln. Der erste fehlerfrei Gebliebene war Martin Ponsiluoma. Emilien Jacquelin kam dennoch als Führender zurück aus der Strafrunde, an seinen Skienden Quentin Fillon Maillet. Philipp Horn und Justus Strelow kamen fehlerfrei durch während David Zobel und auch Philipp Nawrath mit jeweils zwei Strafrunden weniger gut ins Rennen starteten. Emilien Jacquelin, mit der schnellsten ersten Runde, wechselte sich auf der nächsten mit seinem Teamkollegen Quentin Fillon Maillet in der Führungsarbeit ab. Vetle Sjaastad Christiansen und auch der fehlerfrei gebliebene Schwede Martin Ponsiluoma machten dahinter mit einem Abstand von um die acht Sekunden ebenso gemeinsame Sache. 

Emilien Jacquelin übernimmt Spitzenposition

Emilien Jacquelin (FRA) © Thibaut/NordicFocus

Zum zweiten Anschlag lagen die beiden Franzosen zum Duell bereit. Jacquelin schoss extrem schnell, hatte seine fünf Scheiben innerhalb 21,6 Sekunden weiß werden lassen und damit Fillon Maillet enorm unter Druck gesetzt, der schließlich zwei Extrarunden kassierte. Der Norweger Vetle Sjaastad Christiansen bog 12,9 Sekunden hinter Jacquelin in die nächste Runde. Der Rückstand vom drittplatzierten Laegreid auf Christiansen betrug 10,6 Sekunden und Quentin Fillon Maillet kam mit einem Rückstand von 1:08 Minuten knapp vor Philipp Horn aus der Strafrunde zurück. Der Deutsche hielt sich auch im zweiten Liegendanschlag fehlerfrei, ebenso Justus Strelow, der bereits zehn Plätze nach vorne gut gemacht hatte und nun als 13. in die Spur zurückkam.

Martin Ponsiluoma kommt näher

Zum ersten Stehendanschlag kam Emilien Jacquelin mit komfortablen Vorsprung. Nun hat er seine Scheiben in kontrolliertem Rhythmus abgeräumt, die beiden Verfolger aus Norwegen mussten in die Strafrunde abbiegen und der Schwede Martin Ponsiluoma übernahm mit der Null die zweite Position mit einem Abstand von 34,5 Sekunden zu dem führenden Franzosen. Zehn Sekunden dahinter bog Eric Perrot nach fünf Treffern an der dritten Position in die nächste Runde, dicht gefolgt von Sturla Holm Laegreid. Philipp Horn kassierte zwei Extrarunden, fiel zurück und auch Justus Strelow verfehlte eine Scheibe. Philipp Nawrath und auch David Zobel hatten zu diesem Zeitpunkt bereits drei Extrarunden im Gepäck und auch keine Chance mehr, in den Podestkampf einzugreifen.

Entscheidendes Schießen 

Martin Ponsiluoma (SWE) © Thibaut/NordicFocus

Emilien Jacquelin kam mit einem Vorsprung von 30,5 Sekunden zum entscheidenden Schießen und hatte alle Zeit seine fünf Scheiben in Ruhe abzuräumen. Dahinter lauerten Martin Ponsiluoma, Sturla Holm Laegreid, V. S. Christiansen, Eric Perrot und auch Fillon Maillet um in den Kampf um die Medaillen einzugreifen, vorausgesetzt ihre Scheiben fallen. Wer hatte sich das Rennen so gut eingeteilt, dass er die erforderliche Ruhe am Schießstand fand? Auf Schießbahn eins stand Emilien Jacquelin bereit. Er schoss zu schnell und kassierte zwei Strafrunden. Die große Chance für den Schweden Ponsiluoma. Er traf seine fünf Scheiben und übernahm die Führung. 14,6 Sekunden hinter ihm kam Emilien Jacquelin zurück in die letzte Runde, aber 0,8 Sekunden hinter ihm bog bereits Sturla Holm Laegreid in die Schlussrunde. Perrot auf der vierten Position hatte 22 Sekunden Rückstand auf den Bronzerang. Laegreid war schon am Schießstandausgang an Emilien Jacquelin vorbeigelaufen. Der Franzose vermittelte hier den Eindruck entweder platt zu sein oder die Lust am Kämpfen verloren zu haben. 

Martin Ponsiluoma holt Gold

Martin Ponsiluoma (SWE), Emilien Jacquelin (FRA), Sturla Holm Laegreid (NOR), (l-r) © Thibaut/NordicFocus

Der Schwede Martin Ponsiluoma erreichte unter großem Jubel der Zuschauermenge in der Olympic Arena in Antholz nach einer Strafrunde das Ziel als Erster und wurde Olympiasieger. Er bot die schnellste Netto-Laufzeit und arbeitete sich von der siebten Startposition zur Goldmedaille. Ponsiluoma erreichte 2022 in Peking Silber im Massenstart und hat mit der Goldmedaille in der Verfolgung von Antholz die erste Medaille für Schweden geholt. Sturla Holm Laegreid kam nach zwei Strafrunden 20,6 Sekunden danach auf dem Silberrang ins Ziel. Emilien Jacquelin konnte sich der von hinten nahenden Verfolger noch erwehren und 9,1 Sekunden hinter Laegreid die Bronzemedaille sichern. Eric Perrot (1 Fehler) lief als Vierter ins Ziel vor den beiden Norwegern Vetle Sjaastad Christiansen und Johannes Dale-Skjevdal (je 3 Fehler). Der Sprint-Olympiasieger Quentin Fillon Maillet (5 Fehler) erreichte das Ziel als Siebter im Fotofinish vor Cambell Wright (3 Fehler).

Vier DSV-Starter – 18 Strafrunden

Philipp Horn (GER) © Thibaut/NordicFocus

Aus deutscher Sicht ging es im letzten Anschlag um Alles oder Nichts, denn nach vorne war der Abstand ohnehin bereits zu groß geworden. Philipp Horn kassierte noch eine Runde, Justus Strelow sogar drei, Philipp Nawrath zwei und auch David Zobel musste noch eine Extrarunde drehen. Am Ende wurde Philipp Horn mit der besten Verfolgungszeit innerhalb des DSV-Quartetts auf der elften Position bester Deutscher. Philipp Nawrath landete auf Platz 25, Justus Strelow als 30. und David Zobel auf der 34. „Ich bin liegend gut durchgekommen, das ist über meinem Durchschnitt, stehend 2:1 ist zu viel, es war kein katastrophales Rennen,“ so Philipp Horn nach dem Rennen im ZDF. „Normalerweise hat man im Verfolger immer Gruppen, wo man sich mal dranhängen kann, ich bin fünf Runden alleine gelaufen, es hat sich angefühlt wie im Einzel.“ Ein weiterer olympischer Wettkampf, bei dem die deutschen Athleten nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen konnten und der Beste Elfter wird. „Natürlich ist unser Ziel nicht nur in die Top-10 zu laufen, sondern vorne um Medaillen zu kämpfen. Wir können nicht behaupten, dass es unser Ziel ist in die Top-10 zu kommen,“ so Philipp Horn nach dem Wettkampf.     

Nach dem Verfolgungswettkampf und noch vor dieser Siegerehrung wurden nachträgliche Siegerehrungen für die Olympia-Medaillengewinner des 15-km-Massenstart von Vancouver 2010 und die Herren-Staffel von Socchi 2014 vorgenommen. Wir berichten gesondert darüber.

Ergebnis

Medaillenspiegel

Der Wettkampfplan der olympischen Biathlonbewerbe

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