Stefan Rettenegger (AUT), Ilkka Herola (FIN), Johannes Lamparter (AUT), Jens Luraas Oftebro (NOR), (l-r)
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Nordische Kombination: Lamparter gewinnt Ruka Tour

Leider kein Ergebnis gab es für die Nordischen Kombinierer am letzten Tag des Ruka Nordic Wochenendes. Nachdem der Massenstart am Morgen wie geplant über die Bühne gegangen war, musste das abschließende Skispringen aufgrund starken Windes abgesagt werden. Damit gewinnt Johannes Lamparter (AUT) die verkürzte Minitour. Den Lauf entschied Stefan Rettenegger (AUT) für sich.

Wiedergutmachung für Rettenegger

Stefan Rettenegger (AUT)
Stefan Rettenegger (AUT) © Sandra Volk

Im Lauf des Massenstarts war es Stefan Rettenegger, der sich an die Spitze setzen konnte. Während sein Bruder Thomas ein äußerst erfolgreiches Wochenende erlebte – Sprungsieg im Compact Race und Podestplatz im Gundersen, lief es für Stefan bis dato gar nicht. Im PCR, der für den Gundersen genutzt werden musste, hatte er nur den 43. Platz belegt, und auch im Compact ging es für ihn nicht über Platz 15 hinaus. Um so mehr war es für ihn Genugtuung, sich im Massenstart auf Platz eins zu setzen. Dem vorangegangen war ein Rennen, in dem sich früh eine dreiköpfige Spitzengruppe, bestehend aus Jens Luraas Oftebro (NOR), der vom Start weg die Führung übernahm, Rettenegger und Julian Schmid (GER), leicht vom Feld absetzte. Das Trio wechselte sich in der Führung ab, mit Oftebro als Hauptakteur. Doch dessen Landsmann Aleksander Skoglund, im roten Trikot des besten Läufers, schaffte es, zum Spitzentrio aufzuschließen. Währenddessen bekam Oftebro Probleme und fiel zurück. Skoglund dagegen musste sich im Schlusssprint Rettenegger um 1,2 Sekunden (-0,3 Punkte) geschlagen geben. Als Dritter kam Schmid ins Ziel, 2,5 Sekunden (-0,6 Punkte) hinter Rettenegger. Schmid hatte am Schlussanstieg den Führenden Rettenegger attackiert und kurzzeitig sogar überholt, doch der Österreicher sowie der Norweger schlugen zurück. Samuel Costa (ITA), der sich aus der Verfolgergruppe gelöst und in der Schlussrunde aufgeschlossen hatte, kam 11,3 Sekunden (-2,8 Punkte) nach Rettenegger ins Ziel.

Lamparter in der Verfolgergruppe

Samuel Costa (ITA), Johannes Lamparter (AUT), (l-r)
Samuel Costa (ITA), Johannes Lamparter (AUT), (l-r) © Sandra Volk

Das Verfolgerfeld wurde angeführt von Lamparter, Costa sowie Eero Hirvonen (FIN), der sich seinerseits auf der Schlussrunde leicht absetzen konnte (+15,3 s/ -3,8 Punkte). In der zwölfköpfigen Gruppe hinter ihm lagen unter anderem Johannes Lamparter (AUT), Wendelin Thannheimer (GER), Thomas Rettenegger (AUT), David Mach (GER), Tristan Sommerfeldt (GER), Johannes Rydzek (GER), Terence Weber (GER) und Martin Fritz (AUT). Auch Oftebro fand sich als Neunter in der Gruppe wieder. Sie alle kamen zwischen 20 und 30 Sekunden hinter dem Führenden ins Ziel. Gemessen an der Sprungstärke der Österreicher in den letzten Monaten, hätten zumindest Lamparter und Thomas Rettenegger alle Chancen gehabt, ihrem Landsmann die Führungsposition noch zu entreißen.

Wind verhindert Springen, Lamparter gewinnt Ruka Tour

Da ging heute gar nichts.
Da ging heute gar nichts. © Sandra Volk

Allerdings war auch am frühen Nachmittag der Wind noch dermaßen stark, dass die Jury zunächst den Probedurchgang und dann eine halbe Stunde vor Wettkampfbeginn auch den Wertungsdurchgang absagte. Damit verfiel das Ergebnis des Massenstarts. Für die Ruka Tour zählten somit nur die Ergebnisse der ersten beiden Tage. Mit zwei Tagessiegen war es folgerichtig Johannes Lamparter, der sich das Extrapreisgeld sichern konnte. Zweiter in der Wertung, ebenfalls mit zwei zweiten Plätzen, wurde Julian Schmid, gefolgt von Ilkka Herola. Der Finne hatte die Plätze drei und fünf belegt und damit seinen erfolgreichsten Saisonauftakt seiner bereits langen Karriere absolviert. Ob der entfallene Massenstart zu einem späteren Zeitpunkt in der Saison nachgeholt werden kann, steht noch nicht fest. Für die Nordischen Kombinierer geht es nun weiter nach Trondheim (NOR), wo auch die Frauen in die Saison einsteigen.

Stimmen zum Wochenende

Johannes Lamparter: „Es ist ein bisschen traurig, dass wir heute keinen Sprunglauf hatten, weil ich auf der Schanze in guter Form bin und ein ziemlich gutes Langlaufrennen hatte. Aber die letzten zwei Tage waren unglaublich und ein perfekter Start. Das Gelbe Trikot ist immer etwas Besonderes, und ich fahre mit einem großen Lächeln nach Trondheim.“

Julian Schmid: „Es war zu windig – über 10 m pro Sekunde, was für Skispringen nicht gut ist – aber ich habe wieder ein wirklich gutes Langlaufrennen gemacht und es gab zwei großartige Wettbewerbe, deshalb bin ich mit dem zweiten Gesamtplatz wirklich zufrieden und freue mich schon auf Trondheim.“

Stefan Rettenegger (nach dem Lauf): „Wir sind von Anfang an schnell gefahren. Wir waren eine kleine Gruppe [an der Spitze], die gut zusammenarbeiten musste, aber wir gingen immer ein hohes Tempo. Es war sehr schwierig, aber ich bin super glücklich über den Sieg.“

Ilkka Herola: „Es ist mein bestes Eröffnungswochenende in Ruka, also kann ich sehr zufrieden sein. Es ist schade, dass wir heute keine Gelegenheit hatten, an der Schanze zu springen, aber der Wind kann hier herausfordernd sein, und dieses Jahr war keine Ausnahme. Hoffen wir, dass wir in Trondheim gute Bedingungen haben und dort gute Wettkämpfe bestreiten können.“

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