Biathlon Weltcup News

Biathlon Weltcup: Deutsche Damenstaffel holt Bronze in Oberhof – Frankreichs Damen feiern Sieg

Frankreichs Damenstaffel feiert zweiten Saisonerfolg vor Norwegen beim Biathlon Weltcup in Oberhof. Das DSV-Team mit Selina Grotian, Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz und Franziska Preuss sichern sich zum zweiten Mal in Folge den Bronzerang.

Zweiter Staffelerfolg der Französinnen

Vor ausverkauftem Haus und entsprechend imposanter Kulisse gewann das französische Team mit Lou Jeanmonnot, Oceane Michelon, Justine Braisaz-Bouchet und Julia Simon den Staffelbewerb der Damen beim Biathlon Weltcup in Oberhof. In einem Wettkampf, wo allgemein viele Fehler geschossen wurden, kamen sie mit nur acht Nachladern durch. Im entscheidenden Schießen riskierte Kirkeeide alles, räumte in 20,6 Sekunden ab und zog im Kampf um die Podestplatzierungen an Deutschland vorbei. Nach einer Strafrunde und sieben Nachladern landeten Marthe Krakstad Johansen, Ingrid Landmark Tandrevold, Karoline Offigstad Knotten und Maren Kirkeeide auf dem Silberrang. Das deutsche Damenteam mit Selina Grotian, Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz und Franziska Preuss sicherte sich nach einer Strafrunde und 13 Nachladern den dritten Platz und erreicht damit zum zweiten Mal in Folge den Bronzerang. 

Der Rennverlauf

Frankreich in Führung – Schweden mit Gewehrproblemen – Strafrunde von Grotian

Den ersten Staffelbewerb der Damen in Östersund gewannen die Französinnen, den zweiten in Hochfilzen die Schwedinnen. Das DSV-Team belegte in Östersund nur den elften Rang, in Hochfilzen standen sie als Dritte auf dem Podest. In der Staffelwertung führt Schweden vor Frankreich und Deutschland liegt vor Oberhof lediglich auf Rang sieben.
Die Französinnen starteten mit Lou Jeanmonnot in der Favoritenrolle. Sie setzte sich von Anfang an zusammen mit Anna Magnusson in der ersten Runde von dem nachfolgenden Feld deutlich ab. Mit fünf Treffern erarbeitete sich die Französin einen Vorsprung von 20 Sekunden vor der Deutschen Selina Grotian, die sich ebenfalls schadlos hielt. Als Dritte hatte die Norwegerin Marthe Krakstad Johansen den Schießstand verlassen. Die Schwedin hatte Probleme mit ihrem Gewehr, verlor viel Zeit, wollte erst Hilfe vom Schießstandpersonal, entschied sich dann doch mit ihrem Gewehr zu schießen und kam mit einem Nachlader aus, allerdings war die gute Position dadurch verloren gegangen und sie bog erst als 16. in ihre nächste Runde ein. Im Stehendanschlag benötigte Jeanmonnot drei Nachlader für zwei Fehlschüsse, Norwegen blieb fehlerfrei und verließ 2,5 Sekunden hinter Frankreich den Schießstand. Selina Grotian verfehlte die ersten drei Schüsse und auch ein Nachlader ging später vorbei, sodass sie nach einer Strafrunde mit einem Rückstand von 44,3 Sekunden als 14. in die Loipe zurückkam. Grotian machte in ihrer Schlussrunde Plätze gut, lief 6,8 Sekunden schneller als Lou Jeanmonnot und übergab hinter Frankreich, Norwegen, Italien und Slowenien als Zehnte mit 37,5 Rückstand auf die Spitze. Selina Grotian sagte nach dem Rennen in der ARD, dass sie sich bereits beim Schießstandanlauf gedacht hat, dass es schwierig werden könnte. „Meine Hände waren Eisklötze, der Abzug war nicht ganz da, weil das Gefühl in der Hand nicht da war. Ich hab dann noch mein Bestes gegeben, aber leider ging es in die Strafrunde.“ Auf der Strecke fühlte es sich, wie Grotian sagte, wie slow motion an. „Die Strecke war sehr, sehr langsam. Man musste wirklich gut reinarbeiten.“    

Frankreich dominiert – Tandrevold mit Strafrunde – Tannheimer verbessert sich nach vorne

Während Oceane Michelon vorneweg ihr Rennen lief und sich von der Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold deutlich absetzte, bewegte sich Julia Tannheimer in einer größeren Verfolgergruppe. Michelon räumte liegend ab, hinter ihr die Slowakin Kuzmina und Tandrevold. Die Österreicherin Anna Gandler schob sich mit der Null auf die vierte Position. Julia Tannheimer begann wie Grotian mit drei Fehlern, richtete sich dann neu ein und traf mit ihren drei Nachladern. Der Abstand nach vorne wuchs dadurch auf 1:16 Minuten an. Stehend kam Michelon mit zwei Nachladern für einen Fehlschuss aus, dahinter kämpften Norwegen und die Slowakei um jeden Schuss. Kuzmina kam mit zwei Nachladern durch und hatte eingangs der Schlussrunde 24,1 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Tandrevold, die immer wieder Probleme im Stehendanschlag hat, kassierte eine Strafrunde und Julia Tannheimer verbesserte sich nach zwei Nachladern auf die sechste Position, allerdings betrug der Abstand nach vorne 1:19 Minuten. Die Österreicherin Anna Gandler fiel nach einer Strafrunde auf Platz zehn zurück. „Ich habe auch schon geahnt, dass es schwierig wird. Der Wind war gar nicht so das Problem, es war eher die Kälte,“ so Tannheimer nach dem Rennen, die überdies froh war, „dass ich keine Strafrunde geschossen habe.“

Frankreich beherrscht das Rennen – Hettich-Walz bringt deutsche Staffel auf Podestkurs

Justine Braisaz-Bouchet übernahm in Führung liegend mit einem Vorsprung von 30,5 Sekunden auf die Slowakei und Janina Hettich-Walz ging als Fünfte in das Rennen. Die Französin blieb nach einem Nachlader im Liegendanschlag an der Spitze und der Rückstand der Verfolgerinnen wurde größer, nachdem weiterhin viele Fehler geschossen wurden. Die Slowakei und Slowenien blieben weiterhin auf den Positionen zwei und drei, nachdem Karoline Offigstad Knotten, die als Dritte zum Schießen kam, große Probleme beim Nachladen hatte und dadurch wertvolle Zeit verloren ging. Janina Hettich-Walz benötigte eine Zusatzpatrone und hielt die fünfte Position. Richtung Stehendanschlag betrug der Vorsprung der französischen Staffel bereits mehr als eine Minute, aber dahinter lagen die Verfolgerinnen innerhalb weniger Sekunden. In gutem Rhythmus ließ Braisaz-Bouchet im Stehendanschlag Scheibe für Scheibe weiß werden. Die Erste, die auf Frankreich folgte, war Janina Hettich-Walz. Mit einem Nachlader war sie schneller als die weiteren Verfolgerinnen und lag bei Schießstandausfahrt mit hauchdünnem Vorsprung von 6,9 Sekunden vor der Norwegerin Knotten. Janina Hettich-Walz lief eine starke Schlussrunde, bot zweite Gesamtlaufzeit und wechselte an zweiter Position auf Franziska Preuß. „Ich bin zufrieden mit meinem Rennen,“ so Janina Hettich-Walz, und weiter „ich habe versucht am Schießstand sauber zu arbeiten, lieber Treffer vor Zeit. Beim Einlaufen waren meine Finger extrem kalt, aber im Wettkampf ging es dann.“  

Frankreich uneinholbar – wer holt Silber, wer Bronze?

Für Frankreich übernahm Julia Simon als Schlussläuferin und Franziska Preuß kam 1:30 später als Zweite mit der Norwegerin Maren Kirkeeide an den Skienden, die sich während der gesamten ersten Runde im Windschatten von Preuß hielt. Kirkeeide machte mehrere Versuche, kam aber nicht an Preuß vorbei. Währenddessen war Julia Simon bereits beim Liegendanschlag, benötigte für einen Fehlschuss zwei Nachlader und war wieder in der Spur, bevor Preuß und Kirkeeide zusammen ankamen. Preuß setzte Kirkeeide mit einer schnellen und fehlerfreien Serie unter Druck, die Norwegerin nahm sich Zeit und ließ ebenso ihre fünf Scheiben weiß werden. Preuss hat durch ihr schnelles Schießen zwar den Rückstand verringert, allerdings betrug er immer noch 1:12 Minuten. Kirkeeide lief 6,4 Sekunden hinter Preuß und bis zum Schießstand hatte die Norwegerin durch den größeren Einsatz ihren Rückstand egalisiert. Julia Simon beeindruckte mit ihrer Qualität und lief nach fünf sauberen Treffern dem sicheren Sieg entgegen. Zwischen Norwegen und Deutschland war es im Stehendanschlag Maren Kirkeeide, die mit einer schnellen Fünferserie Franziska Preuß so unter Druck setzte, dass zwei Schüsse nicht ins Ziel kamen. Erst mit dem letzten Nachlader waren bei der Deutschen alle Scheiben gefallen. Kirkeeide sicherte ihrem Team mit ihrem beherzten Agieren beim Stehendanschlag den Silberrang vor Deutschland. 

Finnland vor Schweden         

Hinter Deutschland belegte das Team aus Finnland mit Inka Hamalainen, Sonja Leinamo, Venla Lehtonen und Suvi Minkkinen nach drei Strafrunden und neun Nachladern den vierten Rang. Schweden mit Anna Magnusson, Anna-Karin Heijdenberg, Hanna Oeberg und Elvira Oeberg haben sich nach einem schwierigen Einstand schließlich nach zwei Strafrunden und 16 Nachladern auf dem fünften Rang platziert. Dahinter folgten die USA, Slowenien und Österreich (1 Strafrunde/11 Nachlader) mit Dunja Zdouc, Anna Gandler, Lea Rothschopf und Anna Juppe auf Rang acht. Die Schweiz mit Lena Häcki-Groß, Aita Gasparin, Lea Meier und Amy Baserga (2 Strafrunden/12 Nachlader) belegte Platz 13. 

Ergebnis

Der weitere Wettkampfplan in Oberhof 

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