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Langlauf Weltcup: Nyenget gewinnt Klassik-Einzelstart in Oberhof

Martin Løwstrøm Nyenget ließ im Einzelstart beim Langlauf Weltcup in Oberhof die gesamte anwesende Konkurrenz hinter sich. Bester Deutscher wurde Janosch Brugger als 16.

Nyenget dreht in zweiter Runde auf

Wie erwartet hatten die Temperaturen in der Nacht angezogen und auch während des Rennens lagen sie noch leicht im Minusbereich. Zum dritten Mal in dieser Saison stand ein Einzelstart über zehn Kilometer Klassisch auf dem Programm und zum zweiten Mal heißt der Sieger Martin Løwstrøm Nyenget – den dritten Klassik-Einzelstart gewann Stenshagen bei der Tour de Ski in Abwesenheit von Nyenget. Heute startete der Norweger kontrolliert in die erste Runde, wo direkt der Birxsteig wartete. Im Laufe der Runde wurde er aber immer schneller und nach der zweiten Passage der Wolfsschlucht übernahm er erstmals die Führung, die er auf den letzten 2,5 Kilometern bis zum Ziel noch bis auf 13 Sekunden ausbaute. Dieser langsame Start war aber nicht das, was der Norweger geplant hatte: „Mein Plan war es eigentlich, schnell anzugehen. Ich habe die letzten vier Wochen wie verrückt trainiert. Ich hatte noch nicht das Tempo gefunden in der ersten Runde, aber als ich das hörte, habe ich begonnen aufzuholen. Ich habe mich mich sehr stark gefühlt, aber ich wusste, dass ich noch Kraft für die zweite Runde habe“, sagte der 33-Jährige, der froh ist, wieder zurück im Weltcup zu sein, nachdem er die Tour de Ski ausgelassen hatte: „Es macht keinen Spaß mehr, immer nur zu trainieren, darum ist es schön, wieder Rennen zu bestreiten. Es ist toll, in Oberhof zu sein bei diesen tollen Bedingungen. Es fühlt sich an, als würde die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele gut laufen. Dieser Sieg heute war sehr wichtig, weil es ein wichtiger Schritt zu meinem großen Ziel ist. Nach vielen guten Trainingswochen ist es aber schön, wieder im Rennen zu sein.“

Barp, Korostelev und Halfvarsson bei der Siegerehrung

Zweiter wurde Iivo Niskanen, der sich knapp gegen Erik Valnes und Elia Barp durchsetzte. Der Italiener verpasste sein erstes Podium um nur drei Sekunden, dennoch bedeutet Platz vier sein bestes Weltcupresultat. Savelii Korostelev wurde in seiner Paradedisziplin im Klassik-Einzelstart sehr guter Fünfter. Aufzeigen konnte auch der 36-jährige Calle Halfvarsson, der seine letzte Chance auf ein Olympiaticket mit seinem starken sechsten Platz vermutlich nutzen konnte. Gemeinsam mit Barp und Korostelev konnte er an der Siegerehrung der besten Sechs teilnehmen. Mit etwas mehr als 30 Sekunden Rückstand wurde Edvard Sandvik, der sein bisher bestes Ergebnis in der nationalen Gruppe am Holmenkollen als Elfter lief, sehr guter Siebter vor Federico Pellegrino, der sich in Form bringt für die 50 Kilometer Klassisch bei den Olympischen Spielen. Nach seinem Sprintsieg gestern belegte Lars Heggen diesmal den neunten Platz vor Arsi Ruuskanen und Davide Graz.

Brugger verpasst halbe Norm

Bester Deutscher beim Heimweltcup wurde Janosch Brugger, der aber die halbe Norm von Platz 15 um Haaresbreite verpasste. Sein bisher bestes Saisonergebnis hatte er in Ruka als 18. eingelaufen. Diesmal fehlten 1,6 Sekunden zur wichtigen Schallgrenze der besten 15. Ob das nun reicht, um ihn auch ohne Norm zu den Olympischen Spielen mitzunehmen, muss der DOSB entscheiden. Ebenfalls zufriedenstellend schnitten Jakob Walther und Elias Keck als 28. und 30. ab. Für den 26-jährigen Jakob Walther, der vor zwei Jahren im Goms als 50. debütierte, ist das Top30-Resultat ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere, die er wegen einer Knieverletzung im Herbst 2022 für mehr als ein Jahr pausieren musste. Elias Keck konnte mit dem Rennen ebenfalls Wiedergutmachung leisten für den gestern verkorksten Sprint durch seine Zeitstrafe. Für Lucas Bögl ist es nach Platz 33 sehr unwahrscheinlich, dass er noch einmal zu den Olympischen Spielen fährt. Thomas Bing feierte nach drei Jahren ein Comeback im Weltcup und wurde 40. vor Korbinian Heiland. Der Wernigeröder Jannis Grimmecke wurde 51., Anian Sossau-Daubermann belegte den 55. Platz und Tom Wagner den 65. Platz.

Vermeulen enttäuscht

Mika Vermeulen war von seiner Leistung in Oberhof sichtlich enttäuscht. Er startete schon sehr langsam in den ersten Birxsteig und konnte sich nach einer Runde nur bis auf Platz 30 nach vorn verbessern. In der zweiten Runde wurde es nicht besser, was am Schluss Rang 46 bedeutete. Der Ramsauer war über Weihnachten erkrankt und musste die Tour de Ski schweren Herzens absagen. Die Zeit der Tour de Ski verbrachte er noch zu Hause und ging anschließend in die Höhe an den Passo Lavazé, von dort reiste er direkt nach Oberhof an.

Auch Schweizer weit zurück

Wie im Sprint lief es auch im Distanzrennen für die Schweizer wieder nicht nach Wunsch. Wie in anderen Distanzrennen zuvor landeten sie weit hinten im Klassement. Der beste Eidgenosse auf Position 39 wurde der Davoser Jason Rüesch, der im Juni die Schwester von Janik Riebli heiraten wird und somit dessen Schwager wird. Beda Klee und Nicola Wigger wurden 45. und 47. und Cyril Fähndrich kam als 49. in die Wertung. Platz 56 ging an Antonin Savary und Candide Pralong wurde 61.

=> Ergebnis 10 Kilometer Klassik

Oberhof zum Nachlesen

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