Biathlon Weltcup News

Französische Festspiele im Herreneinzel beim Biathlon Weltcup in Nove Mesto

Eric Perrot siegte im kurzen Einzel der Herren beim Biathlon Weltcup in Nove Mesto na Morave vor seinem Teamkollegen Emilien Jacquelin. Beim Festspiel der Franzosen komplettierte Lukas Hofer das Podest. Roman Rees wurde als Siebter bester Deutscher und der Debütant Leonhard Pfund bot eine überzeugende Vorstellung.      

Zweiter Saisonsieg für Eric Perrot

Eric Perrot (FRA) © Authamayou/NordicFocus

Bisher gab es nur einen Einzelbewerb. In Östersund siegte Johan-Olav Botn vor Martin Uldal und Sebastian Samuelsson (SWE). Beim Biathlon Weltcup in Nove Mesto stand ein kurzes Einzel über 15 km auf dem Programm. Fünf Runden zu jeweils 3 km und dazwischen vier Schießeinlagen liegend, stehend, liegend und zum Abschluss nochmals stehend waren zu absolvieren. Jeder Fehlschuss wird dabei mit einer Zeitstrafe von 45 Sekunden belegt. Der Franzose Eric Perrot brachte seine zwanzig Schüsse ins Ziel, musste auf der Strecke nicht alles geben und kam dennoch mit einem Vorsprung von 41,8 Sekunden vor seinem Teamkollegen Emilien Jacquelin ins Ziel, der ebenfalls zwanzig Treffer landete. „Die letzten zwei Wochen habe ich nicht so gut geschossen,“ so Eric Perrot nach dem Rennen in der ARD, „deshalb wollte ich mich auf das Schießen fokussieren. Ich weiß, dass ich gut schießen kann und ich habe mir selbst gezeigt, was ich kann, wenn ich mich fokussiere. Heute hat es einfach gut funktioniert. Perrot feierte damit seinen sechsten Weltcupsieg und nach dem Sieg in der Verfolgung von Hochfilzen den zweiten in dieser Saison.

 

„Das Einzelpodium hat noch gefehlt“

Fabio Cianciana (ITA); coach Team Italy, Lukas Hofer (ITA), Jonne Kahkonen (FIN); coach Team Italy, (l-r) © Authamayou/NordicFocus

Nur 12,3 Sekunden hinter Emilien Jacquelin sicherte sich mit Rang drei der Italiener Lukas Hofer das erste Podest in einem Einzelrennen. Knapp vier Jahre ist seine letzter Podestplatz her, als er im März 2022 in der Verfolgung von Kontiolahti Dritter wurde. Krankheitsbedingt längere Zeit ausgebremst wird Hofer offensichtlich genau richtig fit zu den Olympischen Winterspielen, die in seinem Heimstadion in Antholz stattfinden. „Das Einzelpodium hat noch gefehlt. Ich bin überglücklich.“ Dennoch will er den Ball flach halten. „Ich bin positiv eingestellt für die Heimrennen, aber es kann noch so viel passieren und ich muss einfach den Flow mitnehmen,“ so Hofer nach dem Rennen am ARD-Mikrofon.

Vier Franzosen in den Top-6

Emilien Jacquelin (FRA), Eric Perrot (FRA), Lukas Hofer (ITA), Oscar Lombardot (FRA), Martin Nevland (NOR), Emilien Claude (FRA), (l-r) © Authamayou/NordicFocus

Neben dem Sieger Perrot und dem Zweitplatzierten Jacquelin wurde ihr Teamkollege Oscar Lombardot mit einer Strafzeit belastet Vierter. Er war trotz der Strafzeit von 45 Sekunden mit einem Vorsprung von 11.7 Sekunden vor dem fehlerfrei gebliebenen Norweger Martin Nevland ins Ziel gekommen. Das Feld der besten Sechs komplettierte der vierte Franzose Emilien Claude. Er begann mit zwei Fehlern, brachte in der Folge alle Schüsse ins Ziel und sicherte sich mit einer Top-Laufzeit in der Schlussrunde, nur 4,6 Sekunden langsamer als sein Bruder Fabien Claude mit der schnellsten Schlussrunde. F. Claude hatte zuvor fünf Scheiben nicht getroffen und musste sich trotz starker Leistung in der Spur mit Rang 27 zufrieden geben.  Quentin Fillon Maillet hat ein besseres Ergebnis am Schießstand, insbesondere im letzten Anschlag vergeben. Bereits mit zwei Strafzeiten belastet, kassierte er eine weitere im letzten Schießen, nachdem er zuvor Hilfe vom Schießstandpersonal in Anspruch nahm. Offensichtlich führte er ein leeres Magazin mit und bekam Patronen ausgehändigt während dabei wertvolle Sekunden verstrichen und nur ein Starter mehr Zeit beim letzten Schießen verbrachte, als er. Ins Ziel kam er auf Rang 17.    

Roman Rees bester Deutscher

Roman Rees (GER) © Authamayou/NordicFocus

Roman Rees war im Angang langsamer, traf im ersten Anschlag seine fünf Scheiben, ließ sich aber etwas mehr Zeit als die schnellen Schützen und handelte sich lediglich im zweiten Anschlag eine Strafzeit ein. Die weiteren Schießen absolvierte er fehlerfrei, allerdings kam er mit deutlichem Rückstand ins Ziel und wurde als Siebter bester Deutscher. „Ziel war es heute ein gutes Rennen zu machen, ich habe ein bißchen auf die Top-10 spekuliert,“ so Rees nach dem Rennen, und weiter „dieser 15-km ist ganz schön gefährlich, man muss ganz schön pushen. In erster Linie ist es ein Schießbewerb und wenn ich die Körner hinten raus noch habe, dann ist es gut.“ Rees fand die Atmosphäre bei dem Flutlichtrennen super cool. Mit Rang elf gelang auch Danilo Riethmüller ein ansprechendes Ergebnis. In den ersten beiden Schießen kassierte er jeweils eine Strafzeit, ließ dann zwei Mal die Null folgen, obwohl er offensichtlich Schwierigkeiten beim Repetieren hatte, und hatte noch genügend Körner für eine gute Schlussrunde, nur 3,2 Sekunden hinter dem Schnellsten. Johannes Kühns fünf Fehler lagen nach seinen eigenen Angaben nicht an der Stimmung im Hexenkessel der Vysocina Arena. „Dass ich daneben geschossen habe, lag sicher nicht an der Stimmung, aber liegend tu ich mich im Moment schwer. Es fehlt mir die Selbstverständlichkeit, die ich die letzten Jahre gehabt habe. Ich habe vermutlich auch den Wind falsch eingeschätzt.“ Simon Kaiser war zwar läuferisch der Schnellste unter den DSV-Herren, aber Schießen gehört auch dazu und mit neun Schießfehlern hat er auf Platz 77 die Punkteränge deutlich verpasst. 

Leonhard Pfund und Elias Seidl mit Weltcupdebüt

Leonhard Pfund (GER) © Authamayou/NordicFocus

Ganz hervorragend präsentierte sich der 22jährige Leonhard Pfund bei seinem Weltcupdebüt. In den ersten drei Schießen gelang ihm jeweils die Null und auch läuferisch konnte er mithalten. Erst die letzten beiden Scheiben wollten nicht fallen, aber mit einer ansprechenden Laufleistung in der Schlussrunde, nur 12,1 Sekunden hinter der Top-Schlussrunde, sicherte er sich einen hervorragenden 13. Platz zum Weltcupeinstand, nur eine Platzierung hinter dem Norweger Johan-Olav Botn. Elias Seidl (21) musste bei seinem ersten Weltcupeinsatz etwas Federn lassen. Mit insgesamt sechs Strafzeiten belastet, allerdings im letzten Anschlag mit der Null, reichte es für ihn nur zu Rang 69.
Mit Rang 7 für Roman Rees, Platz 11 für Danilo Riethmüller und Leonhard Pfund auf Platz 13 dürften sich drei DSV-Läufer für den Massenstart am Sonntag qualifiziert haben. 

Giacomel verteidigt das gelbe Trikot      

Tommaso Giacomel (ITA) © Authamayou/NordicFocus

Tommaso Giacomel begann mit einer Null, kassierte im nächsten Anschlag eine Strafzeit, riskierte nach der nächsten Null im letzten Schießen wohl zu viel und ließ drei Scheiben stehen. Der Italiener bot schnellste Gesamtlaufzeit und hatte trotz seiner insgesamt drei Strafminuten am Ende im Ziel auf Platz zehn einen Rückstand von lediglich 2:33 Minuten. Mit dem heutigen Sieg ist Eric Perrot in der Gesamtweltcupwertung bis auf 23 Punkte an den Italiener herangerückt und am Sonntag wird sich entscheiden, wer mit dem gelben Trikot ins das letzte Trimester startet. In der Einzelwertung hat Perrot aber Johan-Olav Botn in der Führung abgelöst. Die beiden trennen nur zwei Pünktchen, die Botn heute vergeben hat. Auch der Norweger war mit der zweiten Gesamtlaufzeit schnell in der Loipe unterwegs, aber drei Fehlschüsse ließen am Ende nur Rang zwölf zu. Sebastian Samuelsson, einer der Favoriten begann mit drei Fehlern im ersten Anschlag, im zweiten nochmals drei und damit war er bereits raus im Kampf um einen Top-10-Platz. Mit insgesamt acht Schießfehlern und einem Rückstand von über sieben Minuten kam er als 73. ins Ziel. In der Gesamtwertung bleibt er allerdings hinter Giacomel und Perrot Dritter.

Ergebnis

Der Wettkampfplan für Nove Mesto 

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