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Langlauf Weltcup Goms: Johanna Matintalo feiert ersten Weltcupsieg im Massenstart – Hennig Dotzler Fünfte

Im Massenstart über 20 Kilometer im klassischen Stil heißt die Siegerin überraschend Johanna Matintalo, die sich gegen Jessie Diggins und Astrid Øyre Slind durchsetzte. Katharina Hennig Dotzler wurde nach starkem Rennen Fünfte.

Früher Ausreißversuch von Slind und Diggins

Jessie Diggins (USA), Astrid Oeyre Slind (NOR), (l-r) © Authamayou/NordicFocus

Der Massenstart im Goms fand auf einer fünf Kilometer langen Runde mit zackigem Streckenprofil statt, das seinen höchsten Punkt bei 1380 Metern hat. Nach Neuschnee in der Nacht scheint zum Rennstart wieder die Sonne bei leichten Plusgraden. Das Rennen wurde auf den ersten Kilometern auf dem westlichen Teilstück von Moa Ilar kontrolliert und auch Caterina Ganz zeigte sich ganz vorne, während Nora Sanness durch einen Sturz ans Ende des Feldes durchgereicht wurde. Eine erste Attacke gab es nach 2,5 Kilometern am Albrecht-Anstieg, wo Astrid Øyre Slind angriff und sich zusammen mit Jessie Diggins aus dem Feld absetzte. Das Feld versuchte alles, um eine frühe Vorentscheidung zu verhindern und vor allem Dariya Nepryaeva, Karoline Simpson-Larsen und Kerttu Niskanen machten die Arbeit an der Spitze des Feldes. Am Hauser-Anstieg nach 6,5 Kilometern hatte Nepryaeva eine fünfköpfige Gruppe mit Simpson-Larsen, Niskanen, Matintalo und Katharina Hennig Dotzler wieder an das Spitzenduo herangeführt und weitere fünf Athletinnen mit Nadine Fähndrich folgten kurz darauf. Am Hallenbarter-Anstieg kurz vor Ende der zweiten Runde gehörten noch sieben Athletinnen zur Spitzengruppe plus Linn Svahn mit kleinem Abstand, deren Teamkollegin Emma Ribom das Rennen zu dieser Zeit mit Magenproblemen aufgab. 

Diggins holt Zwischensprints

Johanna Matintalo (FIN), Astrid Oeyre Slind (NOR), Karoline Simpson-Larsen (NOR), Jessie Diggins (USA), (l-r) © Authamayou/NordicFocus

Im Laufe des Rennens verzog sich die Sonne und Nebel zog durch das Rhonetal, aber Katharina Hennig Dotzler behielt trotz schlechterer Sicht den Durchblick und hielt sich an den Skienden der beiden Norwegerinnen, während hinten andere Läuferinnen wie Nepryaeva und Svahn den Anschluss verloren, so dass sich die Spitzengruppe in der dritten Runde auf sechs Athletinnen reduzierte. Das Tempo bestimmten immer die Norwegerinnen, aber zum Bonussprint in der zweiten und dritten Runde am Hallenbarter-Anstieg war jeweils Jessie Diggins zur Stelle und holte sich die 15 Punkte.

Matintalo überrascht alle

Johanna Matintalo (FIN) © Authamayou/NordicFocus

Zu Beginn der vierten Runde schaltete sich auch Katharina Hennig Dotzler in die Führungsarbeit ein, aber Karoline Simpson-Larsen übernahm schnell wieder die Kontrolle. Am letzten Albrecht-Anstieg setzte sich Slind vor Hennig an die Spitze, aber auch Diggins schob sich wieder weiter in der Gruppe nach vorne. Direkt danach übernahm kurzzeitig wieder die Sächsin die Spitze, dann waren im Kleeblatt, dem östlichsten Streckenteil, wieder die Norwegerinnen vorne gefolgt von Jessie Diggins, die sich die Skandinavierinnen auf dem Weg zum Stadion zurechtlegte. Schon vor dem Hallenbarter-Anstieg war die Amerikanerin vorne und ging mit Vollgas vor Matintalo und Slind in den Anstieg. Die Finnin ging als Erste vor der Amerikanerin und Slind in die Abfahrt und überraschte alle mit einem starken Finish. Auch Diggins konnte sie auf der Zielgeraden nicht mehr einholen, so dass die Klassikspezialistin aus Rovaniemi ihren ersten Weltcupsieg feierte. Diggins wurde Zweite vor Astrid Øyre Slind. „Endlich! Ich war in dieser Saison oft nah am Podium, aber stand noch nicht drauf und nun habe ich meinen ersten Sieg geschafft. Das vor den Olympischen Spielen zu schaffen und damit in dieser Saison in der besten Form zu sein, ist besonders gut“, sagte die 29-Jährige, die erst mit 16 der Leichtathletik den Rücken kehrte und sich ganz dem Langlauf widmete. Über den Rennverlauf erzählte sie: „Die erste Runde habe ich mich ganz schrecklich gefühlt nach dem Sprint gestern mit vier Runden. Da habe ich noch gedacht, ob ich es überhaupt ins Ziel schaffe. Während des Rennens fühlte ich mich besser und besser und ich hatte das Gefühl, dass das Tempo in der Gruppe etwas langsamer wird. Ich habe mich in der letzten Runde extrem stark gefühlt und entschieden, vor dem letzten Anstieg All-in zu gehen und war überrascht, dass niemand mich mehr eingeholt hat im Stadion.“

Hennig Dotzler „endlich wieder wie die alte Katha“

Katharina Hennig Dotzler (USA) © Authamayou/NordicFocus

Katharina Hennig Dotzler musste nach einer starken Leistung im Zielsprint noch Kerttu Niskanen den Vortritt lassen und wurde sehr gute Fünfte, was ihr bestes Saisonergebnis bedeutet. „Nach dem bisher wirklich mental herausfordernden Winter bin ich super zufrieden und sehr glücklich, dass heute der Knoten geplatzt ist kurz vor Olympia. Ich habe mich endlich wieder gefühlt wie die alte Katha und bin sehr froh, dass dass das heute so aufgegangen ist. Ich fahre jetzt nach Hause, trainiere nochmal für Olympia und freue mich dann, in zwei Wochen im Val di Fiemme am Start zu stehen“, sagte sie. Karoline Simpson-Larsen konnte am letzten Anstieg nicht mehr mitgehen und wurde Sechste. Die in der dritten Runde zurückgefallenen Linn Svahn und Dariya Nepryaeva belegten die Plätze sieben und acht. Die Schwedin sagte später, dass ihr zusätzlich zu ihrer Startnummer 32 auch Materialprobleme zu schaffen machten wie auch bei den Teamkolleginnen: „Ich habe im Vergleich zu den anderen gemerkt, dass ich früher arbeiten musste.“ Neben Hennig Dotzler war nur eine weitere deutsche Athletin am Start, aber die junge Saskia Nürnberger tat sich in ihrem zweiten Weltcuprennen schwer, sich von Startposition 45 nach vorne zu arbeiten. In der ersten Runde schaffte sie es bis auf Rang 35, aber ab Runde zwei verlor die Sächsin viel Zeit und endete schließlich mit viereinhalb Minuten Rückstand auf Position 38.

Fähndrich stark in Verfolgergruppe

Nadine Faehndrich (SUI), Anne Kjersti Kalvaa (NOR), (l-r) © Authamayou/NordicFocus

Nadine Fähndrich konnte als beste Schweizerin in der zweiten Runde kurzzeitig wieder zur Spitzengruppe aufschließen, wurde aber zusammen mit anderen direkt wieder abgehängt. Danach machte sie ein starkes Rennen in der Verfolgergruppe, die sie als Neunte ins Ziel führte vor Maja Dahlqvist und Anne Kjersti Kalvå. Neben Moa Ilar konnten auch die junge Alison Mackie, Tiril Udnes Weng und Karoline Grøtting am Schluss nicht mehr mit der Fähndrich-Gruppe mithalten – alle drei mussten sich zu Rennbeginn aber auch erst mit Nummern zwischen 38 und 43 von hinten durch das Feld arbeiten. Zu ihren Ski befragt, sagte Moa Ilar nach dem Rennen: „Mittelmäßig bis schlecht.“ Anja Weber verlor als zweitbeste Schweizerin etwas mehr als zwei Minuten auf die Spitze, knapp dahinter belegte Marina Kälin Rang 21. Deren Schwester Nadja Kälin hatte das Rennen in der dritten Runde aufgegeben, nachdem sie zur Halbzeit an 27. Stelle gelegen hatte. Giuliana Werro komplettierte das Schweizer Ergebnis als 42. In Abwesenheit von Teresa Stadlober war keine Österreicherin am Start.

=> Ergebnis 20 Kilometer Klassisch Massenstart

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