Am dritten Wettkampftag der Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft am Arber (GER) standen die gemischten Staffeln auf dem Programm. Bei der Jugend sicherte sich Österreich völlig überlegen die Goldmedaille und bei den Junioren gab es einen Zweikampf zwischen Lettland und Norwegen den schließlich Lettland mit Gold krönte. Die deutschen Nachwuchsathleten warten noch auf die erste Medaille.
Dritter Wettkampftag – gemischte Staffeln
Am dritten Wettkampftag beherrschte die Sonne wieder das Geschehen im Hohenzollern Skistadion am Arber. Plusgrade um neun Grad ließen die Strecke erneut zu einem tiefen Geläuf aufweichen, für alle gleich, aber dennoch überaus kräftezehrend für die jungen Nachwuchsbiathleten. Gegen Mittag war die Jugend an der Reihe, am frühen Nachmittag die Junioren. Die Jungs eröffneten jeweils das Rennen was bedeutete, dass die Mädels das Rennen ins Ziel zu bringen hatten. Bei der Jugend nahmen 27 Staffeln teil, nur 19 erreichten das Ziel. Bei den Junioren starteten 23 Staffeln und 18 erreichten das Ziel. Die Jungs hatten einen Tag mehr Zeit sich von dem anstrengenden Einzel zu erholen, die Mädels liefen ihren Wettkampf erst am Vortag, dennoch konnten insbesondere die Favoritinnen die in sie gesteckten Erwartungen erfüllen.
Österreichische Jugendstaffel gewinnt überlegen die Goldmedaille
Simon Hechenberger (18), Matti Pinter (19), Ilvy Giestheuer (16) und Selina Ganner (17) wurden überlegen Jugend-Weltmeister mit der Mixed Staffel. Mit insgesamt nur sieben Nachladern hatten sie im Ziel einen Vorsprung von 1:26,9 Minuten auf Norwegen (Bjoern-Anders Eriksen (18), Emil Skjellberg (19), Hanna Voelstad (17), Martine Skog (19) auf dem Silberrang (11 Nachlader). Finnland komplettierte das Podest. Arttu Remes (18), Tuomas Latvalahti (19), Venla Mennala (16) und Hanni Koski (18) benötigten insgesamt acht Nachlader. Simon Hechenberger machte vor allem durch seine schnelle und fehlerfreie Schießeinlage im Liegen Zeit gut, legte auch eine schnelle Schlussrunde hin und übergab an dritter Position auf Matti Pinter. Im stehenden Anschlag kam Pinter mit einem Nachlader durch und lief als Führender in die Schlussrunde. Die junge Ilvy Giestheuer baute mit einer konzentrierten fehlerfreien Serie den Vorsprung aus, konnte sich stehend locker einen Nachlader leisten, flog förmlich über die Schlussrunde und erarbeitete dadurch ihrem Team den entscheidenden Vorsprung von über einer Minute. Durch einen fehlerfreien Liegendanschlag von Selina Ganner betrug der Vorsprung bereits 1:32 Minuten und dass sie stehend dann eine Zusatzpatrone benötigte fiel nicht mehr ins Gewicht. „Ich glaube, mit diesem Ergebnis hat heute niemand von uns gerechnet, aber wir sind alle mit einem guten Gefühl in dieses Rennen hineingestartet und es hat einfach alles zusammengepasst. Ein großes Danke an das gesamte Team und an alle, die an diesem Erfolg mitgearbeitet haben – es ist einfach unglaublich,“ so Simon Hechenberger nach dem Rennen und Ilvy Giestheuer erklärte: „Ich habe bei meinem Rennen natürlich schon ein wenig Druck gespürt, aber ich habe einfach versucht, mein Tempo zu laufen und mich voll und ganz auf das Schießen zu konzentrieren. Liegend habe ich gewusst, dass ich es kann und es hat dann auch super funktioniert. Stehend habe ich dann schon etwas gezittert, hatte auch ein wenig Glück, aber ich bin heute richtig stolz auf meine Leistung.“ (Quelle: SkiAustria)
DSV-Jugendstaffel auf Rang 9
Die deutsche Jugendstaffel mit Hannes Lipfert (17), Bjoern Hederich (18), Katharina Staller (18) und Giovanna Nicolussi (18) geriet früh in Rückstand. Die beiden Jungs am Anfang benötigten elf Nachlader und beim Wechsel auf die Mädels war der Rückstand bereits auf nahezu uneinholbare 2:22 Minuten angewachsen. Katharina Staller hielt sich in beiden Schießen schadlos, rückte auf den siebten Platz vor, aber der Rückstand war weiter angewachsen. Die Schlussläuferin konnte liegend die Strafrunde mit ihren drei Nachladepatronen vermeiden und bei viel Risiko im letzten Anschlag kassierte sie noch eine Strafrunde. Ins Ziel kam die DSV-Staffel nach einer Strafrunde und 14 Nachladern auf dem neunten Rang.
Kurze Zusammenfassung der Jugend Mixed-Staffel
Historischer Sieg für die Junioren aus Lettland
Am Nachmittag erreichte das lettische Junioren-Quartett einen historischen Erfolg. Mit 15 Nachladern belastet gewannen Matiss Meirans (20), Rihars Lozbers (16), Elza Bleidele (21) und Estere Volfa (20) die Goldmedaille und den Junioren-Weltmeistertitel mit der Mixed Staffel. „Es fühlt sich wunderbar an, ich bin so stolz auf das Team und ein Traum ist heute wahr geworden“, so Estere Volfa nach dem Rennen. Der erst 16jährige Rihars Lozbers hat damit bereits in seinem zweiten Wettkampf den zweiten Titel gewonnen. Der Kampf um Silber und Bronze entschied sich im entscheidenden Anschlag, als die Norwegerin Berg-Knutsen durch die Null an der Französin vorbeizog und sogar noch an die führende Lettin herankam. Die erfahrene Estere Volfa hatte noch genügend Kraft im Tank um das Rennen erfolgreich zu Ende zu bringen. Silber sicherte sich schließlich das Team aus Norwegen mit Oliver Alm (20), Kasper Kalkenberg (20), Agathe Brathagen (20) und Silje Berg-Knutsen (20). Zusammen benötigten sie acht Nachlader und im Ziel fehlten nur 4,5 Sekunden auf die siegreiche Staffel nach einer hervorragenden Schlussrunde von Berg-Knutsen. Bronze ging schließlich an Frankreich, deren Schlussläuferin im letzten Anschlag alle drei Nachladepatronen benötigte um die Scheiben weiß werden zu lassen. Frankreich mit Leo Carlier (19), Camille Grataloup-Manissolle (19), Lou-Anne Dupont Ballet Baz (20) und Themice Fontaine benötigten zusammen zehn Nachlader. Für Leo Carlier ist das nach Silber im Einzel die zweite Medaille bei der JWM 2026, ebenso für Themice Fontaine, die Gold und den Titel im Einzel gewann.
Deutsche Staffel auf Platz 5
Der Deutsche Konrad Kübler (19) benötigte liegend einen und stehend seine drei Nachlader. Der Rückstand eingangs seiner letzten Runde betrug 17,4 Sekunden, aber auf der Schlussrunde musste er die starken Läufer an der Spitze ziehen lassen und wechselte als Zehnter mit 53,1 Sekunden Rückstand. Lukas Tannheimer (18) hat durch eine fehlerfreie Serie im Liegen nach vorne aufgeholt und kam stehend mit einem Nachlader aus. Mit der vierten Laufzeit konnte er zwar drei Plätze aufholen, aber der Rückstand war beim Wechsel auf Leni Dietersberger bereits auf 1:09,7 Minuten angewachsen. „Das erste Schießen hat relativ gut geklappt, stehend war es wackelig, aber mit einem Nachlader noch in Ordnung. Die Bedingungen machen das alles nicht leichter,“ so Tannheimer nach dem Rennen im ARD-Stream. Leni Dietersberger hatte mit der Norwegerin Brathagen und der Lettin Bleidele sowie Ilona Plechacova aus Tschechien starke Konkurrenz, kam liegend mit einem Nachlader durch und räumte stehend fehlerfrei ab. Dietersberger zeigte sich mit ihrem Rennen „eigentlich schon zufrieden.“ „Es war ein bißchen hart, ich hatte von Anfang an die Lücke nach vorne. Ich hatte mir das Rennen gut eingeteilt und hinten raus noch gute Körner.“ Als Sechste wechselte sie mit einem Rückstand von 1:29,6 Minuten auf Sydney Wüstling. Die 17jährige kam liegend fehlerfrei durch und nach drei Nachladern im Stehendanschlag konnte sie eine Strafrunde zum Abschluss vermeiden. Nach insgesamt neun Nachladern erreichte die deutsche Mixed Staffel der Junioren den fünften Rang hinter Tschechien.
Ergebnis Mixed Staffel Junioren
Kurze Zusammenfassung der Jugend Mixed-Staffel
Nach der Goldmedaille der Jugend Mixed Staffel aus Österreich hatte die Junioren Mixed-Staffel mit Magnus Steiner (19), Matthäus Schönaigner (19), Anna Millinger (20) und Anna-Maria Schrempf (20) keinen guten Tag erwischt. Nach sechs Strafrunden und 15 Nachladern blieb am Ende nur Rang 14. Besser machte es das Quartett aus der Schweiz. Remo Burch (20), Bjoern Niederhauser (19), Alessia Laager (21) und Lena Baumann benötigten zusammen nur fünf Nachlader, konnten aber läuferisch nicht zur Spitze aufschließen. Am Ende erreichte die Schweiz den achten Platz.


