Die Nordischen Junioren- und U23-Weltmeisterschaften begannen mit dem Freistilsprint der Juniorinnen und Junioren. Im Finale holte sich überraschend Heidi Bucher gegen die Topfavoritin Iselin Bjervig Drivenes den Titel, bei den Junioren ging Gold nach Schweden.
Bucher besiegt Topfavoritin
Etwa 30 Minuten vor dem Beginn des Prologs zum Freistilsprint der Juniorinnen und Junioren sorgte einsetzender Schneefall für Aufregung bei den Teams und Hektik bei den Skitechnikern. Der starke Schneefall bei -0,4° endete aber in den Viertelfinals der Juniorinnen und setzte zum Finale wieder ein. Eigentlich hatte alles nach einem Sieg von Iselin Bjervig Drivenes, der jüngeren Schwester von Julies Drivenes. Die Norwegerin dominierte den Prolog mit drei Sekunden Vorsprung auf Heidi Bucher und sah auch in den Heats wie die sichere Siegerin aus. Im Finale trafen die Schnellste und die Zweitschnellste des Prolog erstmals aufeinander, weil die Heats nach dem alten Modus nach Prologplatzierungen zusammengestellt wurden. Auch dort schien Drivenes überlegen, verlor aber in der letzten Kurve zu viel Geschwindigkeit. In diesem Moment nutzte die Tirolerin ihre Chance, nahm mehr Tempo aus der Kurve mit und ging vorbei. Die Goldmedaille ließ sich die 19-Jährige aus Völs bei Innsbruck nicht mehr nehmen. „Heute war einfach ein super Tag und ich konnte zeigen, was ich wirklich draufhabe. Es hat alles zusammengepasst, das Material war richtig gut und alles hat super funktioniert. Im Moment bin ich einfach nur richtig glücklich“, sagte die 1,80 Meter große Tirolerin. Mit Silber war Drivenes sichtlich unzufrieden, bei der Siegerpräsentation zeigte sie kaum ein Lächeln. Bronze ging an ihre Teamkollegin Eline Skår, die lange Zeit zusammen mit Drivenes das Tempo gemacht hatte, bis die Österreicherin sich hinter Drivenes setzte. Katerina Duskova sicherte sich Platz vier vor der dritten Norwegerin Julie Sand-Hanssen. Die Estin Herta Rajas verließen im Finale die Kräfte nach zuvor überzeugenden Leistungen.
Schwede knapp vor Norweger
Im Finale der Junioren kam es zum erwarteten Schlagabtausch zwischen Norwegen und Schweden. In die Runde der besten Sechs hatte es aber nicht Pelle Anger geschafft, der Bruder von Edvin, sondern der20jährige Eddie Pettersson, der schon auf Rollski im letzten Sommer dreimal Gold bei den Junioren-Weltmeisterschaften gewonnen hatte. Nachdem er im Halbfinale zittern musste und nur als Vierter seines Laufes weiter kam, gab er im Finale von Beginn an alles. Der Schwede war jeden Meter in Führung und hielt die beiden Norweger immer hinter sich, die ihm aber dicht auf den Fersen waren. Im letzten Anstieg passierte es dann: Beide Norweger waren im Angriffsmodus und es wurde immer enger, so dass Jonas Malmo Skogstad schließlich dem Schweden auf den Stock trat – der Stock blieb zum Glück ganz, aber der Norweger lag am Boden und konne sich von den Medaillen verabschieden. Auf der Zielgeraden wurde es dann ganz eng zwischen Pettersson und dem zweiten Norweger Leopold Strand und am Ende hatte der Schwede mit 0,06 Sekunden den Ski vorne und jubelte über die Goldmedaille. „Es war unglaublich eng, ich habe so hart gekämpft wie ich konnte am Schluss und alles gegeben. Dann habe ich den Ausfallschritt so lange wie möglich gemacht und glücklicherweise habe ich gewonnen“, sagte Pettersson in der SVT-Übertragung. Der 20-Jährige kommt aus Luleå, startet aber für Åsarna, wo bessere Langlauf-Bedingungen herrschen.
Strand mit Glück ins Finale – Gertsch Vierter
Für den eigentlich hoch eingeschätzten Norweger war er zweite Platz aber ein großer Erfolg, schließlich musste er den ganzen Tag um sein Weiterkommen bangen, nachdem er sich nur als 27. qualifizierte und dann zweimal nur als Lucky Loser weiterkam. Die Bronzemedaille holte sich Federico Pozzi, ein talentierter Italiener. Der Schweizer Universiade-Sieger Nolan Gertsch zeigte bis zum Finale eine souveräne Leistung, wo er dann aber nicht mehr mit um die Medaillen kämpfen konnte und Vierter wurde. Skogstad versuchte auf dem Weg ins Ziel noch mehrfach, vor Wut seinen Stock zu zertrümmern und wurde dennoch noch Fünfter vor dem Amerikaner Murphy Kimball.
Zwei weitere Schweizer im Halbfinale
Mit der großgewachsenen Ilaria Gruber und Robin Bläsi schafften es zwei weitere Schweizer ins Halbfinale, die Engadinerin kam als Elfte in die Wertung, ihr ebenfalls aus dem Obernegadin stammender Teamkollege wurde Zwölfter. Zudem hatte Nina Cantieni als 13. den Einzug ins Halbfinale nur denkbar knapp verpasst. Für die deutschen Sprinter war spätestens im Viertelfinale Endstation. Die 18-jährigen Bayerinnen Luisa Dahlke und Sarah Hofmann wurden 16. und 17. und Johanna Eckel 29. Bei den Junioren war der Oberstdorfer Felix Bollwein als 20. der bestplatzierte Deutsche, Jan drgiwski wurde 23. vor dem Schweizer Lavio Müller, dessen Teamkollege Jonas Bärfuß 29. wurde.
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