Erneut strahlte am dritten Wettkampftag in Lillehammer die Sonne vom Himmel und im Ziel strahlte die Partenkirchnerin Luisa Dahlke mit der Sonne um die Wette. Die 18-Jährige holte sich hinter Julie Sand-Hanssen die Silbermedaille im Freistil Massenstart über 20 Kilometer, Bronze holte sich die Junioren-Weltmeisterin im Sprint, Heidi Bucher.
Kontrolliertes Tempo mit wenigen Attacken
Anders als im Weltcup war das Tempo lange Zeit moderat, wurde in der zweiten fünf Kilometer langen Runde aber durch Junioren-Weltmeisterin Heidi Bucher und Luisa Dahlke deutlich verschärft. Dennoch gehörten noch mehr als 20 Athletinnen zur Gruppe, weil die Geschwindigkeit auch nicht dauerhaft hoch war. In der dritten Runde schaltete sich die Schwedin Tove Norgren wieder in die Führungsarbeit ein und sie konnte immer mehr Athletinnen in der Spitzengruppe nach etwa eine halben Rennstunde in Bedrängnis bringen, so dass sich immer wieder Lücken bildeten, die zugelaufen werden mussten. Mit 17 Athletinnen vorne ging es in die finale Runde und sowohl Bucher als auch die beiden Deutschen Luisa Dahlke und Sarah Hofmann waren während des gesamten Rennens immer unter den ersten Fünf zu finden. Die Österreicherin zeigte sich wieder bockstark im heutigen Rennen, aber auch die beiden DSV-Läuferinnen zeigten deutlich, dass auch sie unbedingt eine Medaille wollten und übernahmen drei Kilometer vor dem Ziel gemeinsam die Führungsarbeit. 1,5 Kilometer vor Schluss verschärfte Luisa Dahlke das Tempo im Anstieg weiter gefolgt von Heidi Bucher und beide konnten kurzzeitig eine kleine Lücke reißen. Dahinter gab die Norwegerin Julie Sand-Hanssen aber Vollgas, lief wieder heran und überholte die Österreicherin und auch Iselin Drivenes und zwei Kanadierinnen hatten noch Medaillenchancen. Im letzten Anstieg vor dem Stadion griff Sand-Hanssen Luisa Dahlke an und ging vor der Partenkirchnerin in die Abfahrt ins Stadion, die gestern Oskar Opstad Vike zum Verhängnis wurde. Julie Sand-Hanssen gewann den Sprint von vorne und wurde Junioren-Weltmeisterin im Massenstart. „Ich war die ganze Zeit ein bisschen müde. Aber auf den letzten zwei Kilometer ging es mir viel besser. Nach der Abfahrt haben mich dann die Zuschauer ins Ziel getragen“, sagte die 20-jährige Osloerin, deren Zwillingsschwester Norah 14. wurde. Luisa Dahlke konnte sich nach richtig starkem Rennen aber über die Silbermedaille freuen. Im Dreikampf um Bronze setzte sich Heidi Bucher gegen die Kanadierin Ruby Serrouya und Iselin Bjervig Drivenes durch. Rang sechs ging an die Kanadierin Louison Dubief vor der Schweizerin Lisa Bundi. Die ebenfalls 18-jährige Sarah Hofmann aus Oberstaufen verließen auf dem letzten Kilometer die Kräfte. Sie kam als 13. ins Ziel. Die Schweizerin Chiara Fröhlich kam als 21. ins Ziel, ihre Teamkolleginnen Saskia Barbueda und Nina Cantieni wurde 26. und 28. Die 18-jährige Oberstdorferin Sina Titscher wurde 35. und die Österreicherin Katharina Fuchs aus Bad Mitterndorf 41. Die Oberbayerin Johanna Eckel kam als 51. ins Ziel. Die Liechtensteinerin Annina Uehli lag lange zwischen Platz 20 und 25, bis sie das Rennen schließlich aufgab.
Dahlke und Bucher sehr glücklich über Medaille
Sowohl Luisa Dahlke als auch Heidi Bucher waren mit der heutigen Medaille mehr als glücklich. Die Partenkirchnerin strahlte: „Ich bin sehr glücklich. Es war ein entspanntes Rennen von Anfang an. Ich habe mich heute sehr gut gefühlt und dann habe ich mir gedacht, ich muss es einfach versuchen. Das lief ganz gut und ich bin sehr glücklich. Meine Taktik war, vorne mitzulaufen und dann am Ende mein Bestes zu geben. Den Massenstart mag ich lieber, so das ich nicht weiß, was im Einzelstart wird. Ich werde auch da mein Bestes geben und vielleicht wird es Top15 oder Top20 – keine Ahnung. Ich habe mein Ziel schon erreicht.“ Auch Heidi Bucher hatte eine erneute Medaille wegen des für sie enorm langen Rennens nicht unbedingt eingeplant und versuchte die ganze Zeit, das Renntempo zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Im Ziel war auch die Tirolerin sehr zufrieden und sagte: „Das ist großartig, ich bin super glücklich genauso wie mit der Goldmedaille. Das war so hart und und es ist verrückt, nun eine weitere Medaille zu haben. Ich bin eher eine Sprinterin, aber auch eine Allrounderin. Die 20 Kilometer sind aber sehr hart für mich und ich bin sehr stolz. Ich habe immer versucht, das Tempo zu verlangsamen, weil ich wusste, dass es am Ende schnell wird. Aber andere haben das Tempo angezogen und ich habe es wieder verlangsamt. So waren wir eine recht große Gruppe, aber mein Sprintfinish war gut genug für eine Medaille.“
Vier Junioren können sich absetzen
Im Rennen der Junioren wurde die erste Runde auch eher zum Einlaufen genutzt. Aber zu Beginn der zweiten Runde erhöhte der Italiener Daniel Pedranzini deutlich das Tempo, so dass sich in der schweren ersten Hälfte der Runde mit vielen Höhenmetern eine sechsköpfige Gruppe mit zwei Italienern, zwei Norwegern, einem Finnen und einem Franzosen absetzen konnten. Im Stadion zur Halbzeit waren wieder 14 Athleten zusammen unterwegs, darunter auch am Ende der Gruppe Österreichs Elias Eischer, der nach 7,5 Kilometern am Schneewall neben der Strecke einen Stockbruch erlitt, sowie der Schweizer Lavio Müller und der für Deutschland startende Halb-Norweger Wilhelm Sjåfjell. Erneut fiel die Gruppe an den langen Anstiegen nach dem Stadion auseinander. Diesmal waren es vier Athleten, nämlich Anton Kemppi aus Finnland, Emil August Longva aus Norwegen und die Italiener Daniel Pedranzini und Marco Pinzani, die ihren Vorsprung behaupten konnten. Beim letzten Stadiondurchlauf attackierte der Finne, aber die anderen hatten die Lücke schnell wieder geschlossen. Mitte der letzten Runde griff der Norweger den führenden Pedranzini an, kam aber nicht vorbei und reihte sich wieder dahinter ein.
Wieder drei Nationen auf dem Podium
Die Schlussphase wurde etwa 1,5 Kilometer vor dem Ziel eingeläutet, als Kemppi eine Attacke versuchte, aber der Norweger aufpasste und Pedranzini auf der anderen Seite überholte. Kurz darauf schob sich der wohl beste Sprinter des Quartetts, der aber ziemlich erschöpft war, von vier auf zwei und war zur Stelle, als Longva angriff im letzten Anstieg. Gemeinsam fuhren sie ins Stadion ein, aber der Italiener hatte keine Kraft mehr für den Zielsprint, so dass der Sieg an Emil August Longva ging. „Ich bin erleichtert. In der zweiten und dritten Runde haben die Italiener ein hohes Tempo angeschlagen. In der letzten Runde wollte ich früher attackieren, aber ich wusste, es würde danach wieder zusammenlaufen, so dass ich erst im letzten Anstieg angegriffen habe“, sagte der 18-Jährige aus dem Südosten Oslos. Aber auch der aus der Nähe von Tarvis stammende Marco Pinzani war nicht unzufrieden mit Silber: „Ich habe mein Bestes gegeben, aber der Norweger war zu stark. Aber ich bin dennoch sehr zufrieden.“ Anton Kemppi, der vor etwa einem Jahr aus dem Süden Finnlands in den hohen Norden Inari wechselte, hatte sich definitiv mehr vorgenommen, wie man auch an seinen ständigen Tempoverschärfungen vor allem im Stadion sah. „Ich muss damit zufrieden sein, weil ich hervorragende Ski hatte, aber die anderen waren zu stark. Ich habe versucht, die anderen Jungs abzuhängen, aber ich habe es nicht geschafft. Ich habe nur einmal im Stadion getrunken, die anderen haben mehr getrunken, vielleicht war das der Grund“, meinte er. Daniel Pedranzini aus dem Veltlin hatte unterwegs viel gearbeitet und verpasste darum die Medaillen.
Deutsch-Norweger starker Siebter
Mit der zweiten Gruppe kam Wilhelm Sjåfjell ins Ziel. Der 19-Jährige mit norwegischem Vater und deutscher Mutter wuchs mit Eltern und Bruder in Oslo auf und wechsele vor zwei Jahren zum WSV Skadi Bodenmais. Seitdem wird er als norwegischer Waidler bezeichnet und heute erreichte er den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Zwar musste er im Endspurt noch den Kanadier Zachary Moreau und den Slowenen Tine Šporn passieren lassen musste, wurde er exzellenter Siebter vor dem Österreicher Elias Eischer. Lorenz Hasenknopf aus Berchtesgaden wurde sehr guter Zwölfter und Lavio Müller 14. Der 18-jährige Schweizer aus Einsiedeln tanzt sportlich auf drei Hochzeiten und macht neben Langlauf auch Orientierungslauf und Ski-Orientierungslauf. Sein Teamkollege Robin Bläsi wurde mit drei Minuten Rückstand 34. und der Berchtesgadener Felix Bollwein 38. Der Schweizer Maximilian Wanger kam als 46. vor dem Österreicher Niklas Walcher ins Ziel, der Sauerländer Jan Dragowski belegte Rang 49. Der Schweizer Jon Arvid Flury wurde 55. und der Liechtensteiner Janik Brunhart 60.
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