Biathlon

DSV-Staffel der Juniorinnen holt Gold zum Abschluss der JWM 2026 am Arber

Im letzten Wettkampf bei der Jugend- und Junioren Weltmeisterschaft am Arber im Bayerischen Wald werden die DSV-Mädels Juniorenweltmeister mit der Staffel. In einem spannenden Wettkampf bringt Sydeney Wüstling die Staffel vor Frankreich ins Ziel. Zuvor ging der Sieg in der Jugendklasse an die Norwegerinnen. 

Staffel der Juniorinnen

Deutschland übernimmt Spitzenposition

Johanna Lehnung (GER) © Harald Deubert

Johanna Lehnung brachte die deutsche Juniorinnenstaffel mit nur einem Nachlader aus dem Liegendanschlag gut ins Rennen, räumte stehend ab und wechselte in Führung liegend mit der Schweiz auf Melina Gaupp. Dahinter sortierte sich Slowenien, Schweden und die Slowakei ein. „Es war kein Risikoschießen, es war auch nicht super langsam,“ so Lehnung zu ihrem hervorragenden Stehendanschlag. „Es hat Spaß gemacht, es war mega warm.“ Auf der ersten Runde hat sich die Slowenin an die Skienden von Melina Gaupp geschoben, dahinter Alessia Laager für die Schweiz und mit 16 Sekunden Abstand folgte die Ukraine. Gaupp benötigte liegend eine Zusatzpatrone, hielt aber die Spitzenposition vor der Ukraine. Stehend benötigte die Deutsche zwei Nachlader, die Ukrainerin Prykhodko kam mit fünf Treffern durch. Gaupp hatte 4,8 Sekunden Rückstand, als sie als Zweite in ihre Schlussrunde einbog. Schnell hatte Gaupp die Ukrainerin eingeholt, war an ihr vorbeigezogen und hat auch mit der schnellsten Schlussrunde gleich eine Lücke von 12 Sekunden gerissen. „Beim Stehend haben meine Beine zu Zittern angefangen. Ich habe versucht, dass ich einfach zügiger die Nachlader schieße. Ich habe mir gedacht, sonst wird es noch schlimmer,“ so Melina Gaupp nach dem Wettkampf im ARD-Stream.  

Leni Dietersberger hält die Führung

Melina Gaupp (GER), Leni Dietersberger (GER), (l-r) © Harald Deubert

Zur Halbzeit hielt Deutschland die Führung und Leni Dietersberger übernahm mit einem Vorsprung von 19,2 Sekunden vor der Ukraine. Slowenien hatte nach bereits zwei Strafrunden und zehn Nachladern 47,5 Sekunden Rückstand auf der dritten Position, dahinter folgte Tschechien und Italien. Frankreich lag nach ebenfalls bereits zwei Strafrunden mit über einer Minute zurück auf Rang sechs. Dietersberger verfehlte die letzte Scheibe im Liegen, kam mit einem Nachlader durch. Ukraine folgte mit 14,2 Sekunden Rückstand, ebenfalls nach einem Nachlader. Tschechien und Slowenien blieben auf der dritten und vierten Position mit mehr als 40 Sekunden Rückstand und Frankreich war durch ein fehlerfreies Schießen auf 48,6 Sekunden herangerückt. Stehend blieben bei Dietersberger zwei Scheiben schwarz, mit zwei Nachladern ließ die Deutsche auch diese beiden Scheiben weiß werden und nachdem ihre Verfolgerinnen auch nachladen mussten, lief die Uhr für Dietersberger. Nach 20,6 Sekunden folgte die Französin Lou-Anne Dupont Ballet Baz und an ihren Skienden die Ukrainerin Sheihas. „Ich hatte schon ein bißchen Druck, muss ich sagen. Ich habe versucht locker zu bleiben und mein Ding zu machen und ich muss sagen, es ist mir ganz ok gelungen. Mit dem Stehendschießen bin ich nicht ganz happy. Heute war es auf der Strecke gut, es ist richtig fest und hat Spaß gemacht. Es war heute wieder extrem warm aber man hat sich schon daran gewöhnt, es war ja die ganze Woche so warm,“ sagte Dietersberger nach dem Rennen.     

Sydney Wüstling machts

Sydney Wuestling (GER) © Harald Deubert

Sydney Wüstling schoss liegend langsam, begann mit einem Fehler und auch der letzte Schuss verfehlte das Ziel. Währenddessen schoss die Französin fehlerfrei und deren Vorsprung als Wüstling ihr folgte, betrug nur drei Sekunden. Die Ukraine dahinter musste riskieren um an die Führenden vielleicht noch heranzukommen, wurde aber nicht belohnt. Plechacova für Tschechien lag mit einem Rückstand von 31,5 Sekunden an der dritten Position, dahinter Norwegen und die aus der Strafrunde kommende Ukrainerin Oleksandra Merkushyna. Zwischen Wüstling und Fontaine kam es beim entscheidenden Schießen zum Showdown. Als sie nebeneinander standen, schoss jede von ihnen einen Fehler. Sydney Wüstling hatte eine kleine Verzögerung beim Nachladen und als sie die letzte Scheibe traf hatte auch die Französin abgeräumt. Direkt hinter der Deutschen lief die Französin in die Schlussrunde. Dahinter kämpften Norwegen, Tschechien und die Ukraine um den Bronzerang. Couragiert brachte Sydney Wüstling die deutsche Junioren-Staffel als Siegerin ins Ziel. Frankreich sicherte sich 3,7 Sekunden dahinter die Silbermedaille und Merkushyna kam für die Ukraine auf dem Bronzerang ins Ziel.

Johanna Lehnung (GER), Melina Gaupp (GER), Leni Dietersberger (GER), Sydney Wuestling (GER) © Harald Deubert

„Perfekt, die haben das gut gemacht, und sich selbst belohnt“ sagte ihr Trainer Ali Wolf, „wir wussten, wenn jede ihre Leistung bringt, können wir definitiv um eine Medaille kämpfen. „Beim Liegendschießen war ich richtig aufgeregt, weil ich Null schießen wollte. Dann habe habe ich mir gedacht, jetzt muss ich Druck machen auf die Französin und in der letzten Runde wollte ich es mir auf gar keinen Fall mehr nehmen lassen,“ sagte Sydney Wüstling im ARD-Stream. Johanna Lehnung, Melina Gaupp, Leni Dietersberger und Sydney Wüstling gewannen Gold mit der deutschen Juniorinnen-Staffel vor Frankreich und der Ukraine. Dahinter platzierten sich Norwegen, Tschechien, Slowenien und die Schweiz. Die Juniorinnen aus Österreich belegten Rang elf.

Ergebnis Staffel Juniorinnen

Kurze Zusammenfassung der Staffel der Juniorinnen

Die Staffel der weiblichen Jugend

Mit der Staffel der Mädels endeten die Wettkämpfe für die Jugend bei der diesjährigen Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft am Arber im Bayerischen Wald. 21 Staffeln waren gestartet und bei tänzelnden Windfahnen hagelte es insbesondere im Stehendanschlag viele Fehler. Die Slowakin Michaela Strakova übernahm die Führung vor Norwegen, der Österreicherin Giestheuer, Frankreich, der Schweizerin Kafka und mit 10,8 Sekunden Rückstand bog die Deutsche Carlotta Nössler als sechste in die Runde Richtung Wechsel. Carlotta Nössler wurde kurzfristig von den Verantwortlichen zum Arber berufen, nachdem sie tags zuvor noch erfolgreich beim Deutschlandpokal in Ruhpolding war. Die Slowakin konnte die Führung nicht halten, Frankreichs Juliette Oliva und auch Ilvy Giestheuer sowie Norwegen und die Schweiz musste sie vorbeiziehen lassen. Die schwedische Staffel musste disqualifiziert werden, nachdem Emma Larsson vier Mal nachgeladen hatte.

 

Frankreich führt

Frankreich wechselte in Führung liegend, 2,7 Sekunden dahinter Norwegen und Österreich, sowie mit einer kleinen Lücke die Schweiz. Deutschland hatte auf der siebten Position 224, Sekunden Rückstand als Ina Licker übernahm. Nach einer fehlerfreien Stehendserie baute die bereits in Führung liegende Hanna Voelstad aus Norwegen ihre Führung aus. Frankreich folgte nach ebenso fehlerfreiem Schießen 26,7 Sekunden später und die Schweiz und Österreich kamen mit deutlichem Abstand zur führenden Norwegerin in ihre Schlussrunde. Ina Licker benötigte ihre drei Zusatzpatronen, benötigte dafür viel Zeit und lag eingangs der Schlussrunde 1:29 Minuten zurück auf der siebten Position. 

Führungswechsel

Beim Wechsel auf die Schlussläuferinnen lag Norwegen mit 24,7 Sekunden in Führung, Frankreich folgte und dann bereits die Schweiz. Mit nahezu 20 Sekunden Rückstand auf die Schweiz kam die österreichische Schlussläuferin und Jugend-Weltmeisterin im Massenstart 60, Selina Ganner, ins Rennen. Der Rückstand von Deutschland beim Wechsel betrug auf der fünften Position 1:31 Minuten. Die Norwegerinnen wollten diese Goldmedaille unbedingt, es war ihr ausgemachtes Ziel. Und angefeuert von vielen norwegischen Fans auf der Tribüne, vornehmlich Eltern der jungen Athletinnen und Athleten, setzte Martine Skog nach einem Fehlschuss, für den sie zwei Nachlader im Liegendanschlag benötigte, den Grundstein. Auch Frankreich benötigte zwei Zusatzpatronen, während Imwinkelried für die Schweiz abräumte und noch vor der Französin in die nächste Runde bog mit einem Rückstand von 23,9 Sekunden auf die führende Norwegerin. Der Vorsprung der ersten drei Athletinnen aus Norwegen, Schweiz und Frankreich war bereits so deutlich, dass sie sich nur selbst im entscheidenden Anschlag aus den Medaillenrängen schießen konnten. Der Rückstand von knapp einer Minute von Ganner (AUT), Khvostenko (UKR) und der Deutschen Katharina Staller, war auf der kurzen Runde nicht zu kompensieren.

Norwegen machts – und wer läuft dahinter zu einer Medaille?

Stine Haarstad (NOR), Hanna Voelstad (NOR), Martine Skog (NOR), (l-r) © Deubert/IBU

Zum entscheidenden Schießen stand Martine Skog allein am Schießstand auf Bahn eins, verfehlte gleich die erste Scheibe, traf die weiteren vier und mit einer Zusatzpatrone wurde auch diese Scheibe weiß. Im Kampf um die beiden verbliebenen Medaillen wurde es zwischen Frankreich und der Schweiz spannend. Beide verfehlten die ersten beiden Scheiben, die Schweiz sogar eine dritte. Die Französin schaffte es mit der letzten Zusatzpatrone und die Schweiz musste in die Strafrunde und während sie kreiselte zog die Ukrainerin vorbei auf die dritte Position. Die Schweizerin kam als Vierte aus der Strafrunde, hatte aber 23 Sekunden Rückstand auf die Ukrainerin. Mit der Fahne schwenkend brachte Martine Skog den Sieg der norwegischen Jugend-Staffel sicher ins Ziel und wurde dort freudig empfangen. Frankreich sicherte sich Silber und die Ukraine komplettierte das Podest. Auf Rang vier lief Österreich (Ilvy Giestheuer, Louisa Schrempf, Selina Ganner) vor der Schweiz und das deutsche Trio, Carlotta Nössler, Ina Licker und Katharina Staller, belegten den sechsten Platz.

Ergebnis Staffel Jugend

Kurze Zusammenfassung der Jugend-Staffel