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Langlauf Kader 2026/27: So sehen die Teams aus Österreich, Tschechien, Schweden und USA aus

Hier erfahrt ihr, wie weitere Langlauf-Nationen in die neue Saison gehen und wer gar keinen A-Kader mehr hat. Heute stellen wir euch Österreich, Tschechien, Schweden und USA vor.

ÖSV-Team mit neuem Trainer

Falk Göpfert hat sein Engagement im österreichischen Weltcupteam nach drei Jahren beendet. Unter anderem gibt er den Wunsch nach „neuen sportlichen Herausforderungen“ als Grund an. Der gebürtige Sachse wechselte nun nach Tschechien, während seinen Posten in Österreich ein Italiener übernimmt. Der 33-jährige Tommaso Custodero arbeitete schon ab 2023 für zwei Jahre unter Markus Cramer im Nationalteam Italiens, wechselte dann aber in seinen Heimatverein Sci Club Alpi Marittime Entracque im Piemont, der als Talentschmiede für die Jugend gilt und aus dem auch Martino Carollo und Davide Ghio stammen. Nun wurde seine Verpflichtung als österreichischer Trainer bekannt, ihm zur Seite stehen wird Fabian Sieder als Co-Trainer, mit dem er seit Jahren befreundet ist. „Eigentlich bin ich schon seit Jahren mit dem österreichischen Langlauf in Kontakt. Der erste Kontakt entstand durch Fabian Sieder, der nun mein engster Mitarbeiter wird. Wir trafen uns während eines Trainingslagers in Norwegen, als ich für das italienische Team arbeitete und er als österreichischer Assistenz-Trainer. Damals entstand eine Freundschaft und wir blieben in Kontakt wie es auch mit Trainern anderer Nationen der Fall war. Nach jeder Saison fragte er mich nach meinen Plänen für das nächste Jahr und ich sagte immer, dass ich in meiner aktuellen Position glücklich sei. Aber ich habe immer gewitzelt, dass ich mich über einen Anruf von ihm freuen würde, weil es schön wäre zusammenzuarbeiten. Dieses Jahr wurde dieser Witz plötzlich konkreter und Fabian informierte mich, dass womöglich ein konkretes Angebot vom ÖSV kommen würde“, sagte Custodero im Gespräch im Fondo Italia. „Ab diesem Moment dachte ich ernsthaft darüber nach, weil mich das Projekt in Österreich faszinierte: Eine Nation mit großer Tradition, aber mit einem jungen und wachsenden Team. Als dann das Angebot als Cheftrainer eintraf, wurde mir klar, dass das eine großartige Chance ist.“ Als ersten Schritt arbeitet Custodero nun an der internen Kommunikation, wie er sagte, was mit Teresa Stadlober als Top-Athleten und den beiden in Norwegen lebenden Mika Vermeulen und Katharina Brudermann sicher nicht falsch ist. Fabian Sieder wird sich weiterhin auf das Sprint-Team fokussieren.

Benjamin Moser neu im Nationalteam

Eine Überraschungen ist es nach seinen Podestplätzen im olympischen Winter nun wirklich nicht, dass Benjamin Moser den Sprung ins Nationalteam geschafft hat. Das besteht nun mit dem Mauracher, der Tour de Ski-Zweiten Teresa Stadlober und Mika Vermeulen trotz seiner verkorksten Saison aus drei Athleten. In den A-Kader konnten Junioren-Weltmeisterin Heidi Bucher und Michael Föttinger aufrücken, die zuvor Teil des B-Kaders waren. Diese siebenköpfige Gruppe besteht nun nur noch aus sieben Herren, aber keiner Dame mehr, die als junge Athletinnen aber zahlreich im C-Kader mit Jahrgang 2005 und jünger vertreten sind. Lisa Achleitner und Katharina Brudermann, die beide Teil der Olympiastaffel waren, fanden also keinen Platz mehr im Kadersystem. Tommaso Custodero, der bereits mit allen Athleten ein Gespräch hatte, sagte: „Ich habe den Eindruck einer leistungsstarken Gruppe mit dem starken Wunsch, sich zu verbessern und starke Leistungen abzuliefern. Was mich in den ersten Gesprächen beeindruckt hat, ist das extrem professionelle Verhalten: Die Athleten sprachen direkt über ihre Ziele, Resultate und die Voraussetzungen, die sie benötigen, um diese Ergebnisse zu erreichen. Insgesamt fand ich große Entschlossenheit und Disziplin vor. Athleten wie Teresa und Mika haben große Erfahrung und wissen genau, was sie tun müssen, um auf einem Niveau mit internationalen Athleten zu sein. Benni Moser gehört nun auch zum Nationalteam, er hat tolle Leistungen gezeigt und kann das auch in den nächsten Jahren. Auch die zweite Reihe hat sich gut entwickelt, das ist sehr vielversprechend.“

Nationalteam
Teresa Stadlober
Mika Vermeulen, Benjamin Moser

A-Kader
Magdalena Scherz, Heidi Bucher
Tobias Ganner, Lukas Mrkonjic, Michael Föttinger

B-Kader
Erik Engel, Elias Eischer, David Fuchs, Kilian Kehrer, Christian Steiner, Janne Walcher, Niklas Walcher

C-Kader
Maike Bogner, Katharina Engelhardt, Katharina Fuchs, Hannah Galler, Ella Kainz, Marta Majetny, Marie Schrempf, Anna Spuller, Eva Trigler
Tobias Fink, Nicolas Höllwirth, Viktor Padouschek, Joseph Schmid

Zum Vergleich: Team Österreich 2025/26

Neuer Trainer und weniger Athleten in Tschechien

Wie erwähnt geht auch das tschechische Team mit neuem Personal in die nacholympische Saison, nämlich mit Falk Göpfert. Der 53-Jährige übernimmt den Cheftrainerposten von Vasil Husák. „Wir möchten Vasil Husák für seine Arbeit in vielen Jahren beim Nationalteam danken. Unter seiner Leistung hat sich das Team stark verbessert und letzte Saison tolle Erfolge erreicht“, ssagte Präsident Aleš Vanek. „Der Wechsel von Falk Göpfert soll im Team für neue Impulse sorgen und unsere Fähigkeiten abrunden, um bei den Großereignissen wieder nach Medaillen zu greifen.“ Das wird er mit einem kleineren Team als zuvor tun, denn nach der olympischen Saison wurde das A-Team massiv verkleinert. Nachdem zuvor noch drei Damen und sechs Herren einen Platz hatten, sind es nun nur noch zwei Damen und drei Herren. Das hat nur zum Teil mit den vier Rücktritten von Barbora Antošová, Adéla Nováková, Ondrej Cerný und Adam Fellner zu tun, denn auch Tereza Beranová und Ludek Šeller verloren ihren Platz nach einer schwachen Saison und tauchen gar nicht mehr im Kadersystem auf. Das A-Team besteht somit nun aus Katerina Dušková und Katerina Janatová, die aber weiterhin in Norwegen bei Aker Dæhlie trainiert mit ihrem Lebensgefährten Jimmy Clugnet. Bei den Herren sind Matyáš Bauer, Michal Novák und Jirí Tuž im Team, wobei letzterer sicher auch viel Zeit in Oberhof bei seiner Freundin Helen Hoffmann sein wird. Das B-Team besteht aus vier Damen und fünf Herren, darunter auch Jakub Štvrtecký, der sein Gewehr an den Nagel hängte und zum Langlauf wechselte.

A-Team
Katerina Dušková, Katerina Janatová
Matyáš Bauer, Michal Novák, Jirí Tuž

B-Team
Barbora Havlícková, Anna Marie Jaklová, Anna Milerská, Lucie Tumová
Tomáš Dufek, Jonáš Hellmich, Mike Ophoff, David Pešta, Jakub Štvrtecký

Zum Vergleich: Team Tschechien 2025/26

Norweger soll Schwedens Herren auf Trab bringen

Nach der desaströsen letzten Saison bei den schwedischen Herren, nicht nicht einmal Edvin Anger und William Poromaa gute Leistungen abliefern konnten, rollten die Köpfe im Betreuerteam. Nach den Rücktritten der Trainer wurde der Norweger Egil Kristiansen, der von 2006 bis 2026 für die Erfolge der norwegischen Damen und anschließend für die norwegischen Biathlon-Herren verantwortlich war, als neuer Chef bei den Herren vorgestellt. Schon vor der Bekanntgabe war sein Name durchgesickert, nachdem die Schweden bereits ein Sponsorenfoto online gestellt hatten, auf dem der Norweger in schwedischer Teamkleidung zu sehen war. Ihn unterstützt Lars Ljung als Co-Trainer und neuer Team Manager ab Mitte Juni wird der frühere Langläufer Niklas Jonsson sein, der nach seiner sportlichen Karriere unter anderem als TV-Experte für den schwedischen Rundfunk SVT und Discovery arbeitete und viel strategische Führungserfahrung aus der Wirtschaft mitbringt. Bei den Damen hatte Stefan Thomson nach acht Jahren im Verband aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt, er wird nun als Privattrainer einzelner Athleten weitermachen. Der Rest des letztjährigen Trainer-Trios mit Johan Granath und der ehemaligen Weltklasse-Sprinterin Ida Ingemarsdotter hat aber seine Verträge langfristig verlängert. Zuvor waren Per Nilsson und Ola Ravald, die persönlichen Trainer von Frida Karlsson und Linn Svahn, für die vakanten Trainerstellen angefragt worden, die aber kein Interesse hatten, so dass man mit Kristiansen schließlich die norwegische Lösung bevorzugte und offenbar ein besseres Angebot machten als Finnland, die ebenfalls großes Interesse hatten.

Nationalteam ohne Sundling und Myhlback

Nachdem Jonna Sundling und Alvar Myhlback sich entschieden haben, auf einen Platz im Nationalteam zu verzichten, besteht das Team aus acht Damen und fünf Herren. „Meine Entscheidung, mich außerhalb des Nationalteams vorzubereiten, liegt darin, dass ich mich allein und nur auf mich konzentrieren will, um mich bestmöglich auf die Heim-WM in Falun vorzubereiten“, sagte die 31-Jährige, die von einem Trainer-Duo aus Magnus Ingesson und dem entlassenen Stefan Thomson unterstützt wird. Bei den Herren verließen vier der sieben Athleten das Nationalteam aus verschiedenen Gründen, darunter Jens Burman, der seine Karriere beendet hat. Marcus Grate, Emil Danielsson und Oskar Svensson verloren mangels Leistung ihren Platz, Anton Grahn und Trul Gisselmann rückten nach. Alvar Myhlback verzichtete auf einen Platz – er will bei seinem Skimarathon-Team bleiben. Sein Fokus wird laut eigener Aussage auf den langen Rennen liegen, aber wenn er topfit ist, schließt er auch nicht aus, sich für die WM zu qualifizieren und zu Hause um Medaillen zu kämpfen. Zudem trennte sich Edvin Anger von seinem Trainer Lars Ljung, er wird künftig wie Svahn von Ola Ravald trainiert, wenn er nicht beim Nationalteam ist. Außerhalb des Teams sind Oskar Svensson und Marcus Grate nun auf Sponsorensuche, um sich allein auf die kommende Saison vorzubereiten. Das Team Bauhaus ist mit fünf Damen und elf Herren sehr groß und belohnt vor allem viele Herren für ihre Leistungen in der abgelaufenen Saison wie Johan Ekberg, Erik Johansson, Jesper Persson und Junioren-Weltmeister Eddie Pettersson.

Nationalteam

Ebba Andersson, Maja Dahlqvist, Johanna Hagström, Moa Ilar, Frida Karlsson, Moa Lundgren, Emma Ribom, Linn Svahn
Edvin Anger, Gustaf Berglund, Truls Gisselman, Anton Grahn, William Poromaa

Team Bauhaus

Evelina Crüsell, Lisa Eriksson, Elin Henriksson, Lisa Ingesson, Märta Rosenberg
Oskar Algotsson, Erik Bergström, Emil Danielsson, Johan Ekberg, George Ersson, Erik Johansson, Leo Johansson, Jonatan Lindberg, Eddie Pettersson, Jesper Persson, Måns Skoglund

Zum Vergleich: Team Schweden 2025/26

USA ohne A-Team der Damen

Nach den Rücktritten von Jessie Diggins und Rosie Brennan stellt sich das US Ski Team überraschend ganz neu auf, so dass es bis auf Weiteres kein A-Team bei den Damen gibt. Das ist aber keine Willkür oder geplante Taktik, um alle Athletinnen in einer Trainingsgruppe zusammenzufassen. Der Grund ist einfach der, dass keine der Damen die extrem strikte, aber objektive Leistungskriterien für die Kadereinteilung ins A-Team erfüllt hat. Um einen Platz im begehrten A-Kader zu bekommen, muss ein Athlet im Vorjahr konstant absolute Spitzenplatzierungen im Weltcup einfahren und unter den besten 15 des Weltcups in Sprint oder Distanz sein oder unter den absoluten Top-Platzierten der FIS-Punkteliste stehen. Eine andere Option für den A-Kader ist ein Podium im Weltcup oder bei den Olympischen Spielen, was Ben Ogden und Gus Schumacher durch starke Ergebnisse und Olympia-Medaillen erfüllt haben, oder drei Top-12-Plätze im Laufe des Winters, was JC Schoonmaker gerade so schaffte. Der US-Verband verteilt Plätze im A-Kader so gut wie nie nach subjektivem Ermessen oder „historischen Verdiensten“, sondern zieht die mathematischen Richtlinien rigoros durch. Erreicht niemand die Norm, bleibt der Kader unbesetzt. Die verbliebenen Läuferinnen und Läufer rutschen in das B-Team, das jedoch einer strikten Obergrenze unterliegt mit maximal zehn Athletinnen und Athleten insgesamt – in diesem Fall sind das sechs Damen und vier Herren. Die Qualifikation für das B-Team erfolgt gestaffelt nach Geburtsjahrgängen (z. B. drei Top-20-Ergebnisse für ältere Jahrgänge oder ein bestimmter FIS-Weltranglistenplatz).Sollten mehr als zehn Athleten die Norm erfüllen, entscheidet ein mathematisches System basierend auf den jeweils besten Einzelergebnissen im Weltcup. Der Status als Nationalkader-Athlet (egal ob A, B oder D) bedeutet keine automatische Finanzierung von Trainingslagern oder Weltcup-Reisen durch den Verband. Da die Damen nun im B-Kader gelistet sind, müssen sie – je nach Budgetverteilung des Verbandes – noch stärker auf private Sponsoren, persönliche Ausrüsterverträge oder die Unterstützung ihrer heimischen Elite-Ski-Clubs setzen, um die Reisekosten im Weltcup zu stemmen. Der Verband behält sich das Recht vor, Athleten per Wildcard („Discretionary Selection“) zu nominieren, falls diese die harten Kriterien z. B. durch Verletzungen oder Krankheiten knapp verpasst haben. Selbst diese Ausnahmen greifen bei den Damen in diesem Jahr jedoch nicht in Richtung A-Kader, wie es im Falle von Sophia Laukli der Fall hätte sein können, nachdem sie ihre Saison schon im Dezember abgebrochen hatte.

A-Team
Ben Ogden, James „JC“ Schoonmaker, Gus Schumacher

B-Team
Julia Kern, Kendall Kramer, Sophia Laukli, Novie McCabe, Samantha “Sammy” Smith, Ava Thurston
John Steel Hagenbuch, Zak Ketterson, Zanden McMullen, Jack Young

Development Team
Haley Brewster, Neve Gerard, Sydney Palmer-Leger
Corbin Carpenter, Tabor Greenberg, Zach Jayne, Murphy Kimball, Jack Leveque

Zum Vergleich: Team USA 2025/26