Biathlon

Biathlon-DM 2026 – Hettich-Walz macht den Hattrick perfekt – Horn triumphiert in Verfolgung erneut

Die Deutschen Meisterschaften 2026 am Notschrei enden mit zwei packenden Verfolgungsrennen. Während Janina Hettich-Walz ihre beeindruckende Erfolgsserie fortsetzt, entwickelte sich bei den Herren ein völlig offener Kampf um die Podestplatzierungen. Erst beim letzten Schießen und auf der Schlussrunde entscheidet sich die Vergabe der Medaillen.

Janina Hettich-Walz bestimmt das Verfolgungsrennen

Janina Hettich-Walz als Siegerin und Deutsche Meisterin im Sprint eröffnete das Rennen und blieb nach der Null im ersten Anschlag auch in Führung. Julia Kink und Johanna Puff mit ebenfalls einem Nuller hatten als erste Verfolgerinnen einen Rückstand von 33,1 Sekunden auf Hettich-Walz. Dahinter waren die Abstände deutlich auf über eine Minute und mehr angewachsen, auch für Julia Tannheimer, die zwar im Angang Schnellste war, aber dann mit zwei Strafrunden weniger gut ins Rennen kam. Mit der zweiten Null behauptete sich Janina Hettich-Walz an der Spitze und baute ihren Vorsprung deutlich aus, nachdem ihre beiden stärksten Verfolgerinnen kreiselten. Kink verfehlte zwei Scheiben, Puff eine und als erste Verfolgerin betrug ihr Rückstand knapp eine Minute als sie in die nächste Runde bog. Dahinter reihten sich Julia Kink, Julia Tannheimer und Charlotte Gallbronner ein. Im stehenden Anschlag ließ die Führende eine Scheibe stehen und mit der Null hat sich Johanna Puff wieder herangearbeitet. Auch Julia Tannheimer hielt sich fehlerfrei; ihr Rückstand auf der dritten Position betrug allerdings immer noch mehr als eine Minute. Nachdem Julia Kink drei Scheiben im ersten Stehendanschlag verpasste, ist deren Rückstand auf über zwei Minuten angewachsen. 

… und schafft Hattrick bei der DM 2026 am Notschrei

Obwohl sich Janina Hettich-Walz beim entscheidenden Schießen nochmals eine Strafrunde leistete, war ihr dritter Titel in Folge bei den Deutschen Meisterschaften 2026 nicht in Gefahr. Sie kam bereits aus der Strafrunde, als die nächste Verfolgerin, Johanna Puff, sich zum Schießen bereit machte. Mit einer letzten fehlerfreien Serie hat Puff sich deutlich näher an die Führende herangearbeitet. Mit 25,9 Sekunden Rückstand auf Janina Hettich-Walz, die Deutsche Meisterin in der Verfolgung, überquerte Puff die Ziellinie und erreichte damit in jedem der drei Rennen der Deutschen Meisterschaft 2026 die Silbermedaille. Julia Tannheimer war auf der vorletzten Runde sehr schnell unterwegs, kassierte in der Folge im letzten Anschlag zwei Strafrunden und verließ dennoch den Schießstand an der dritten Position. Obwohl Julia Kink zuletzt fehlerfrei blieb, war Tannheimer bereits enteilt und der Rückstand auf eine Podestplatzierung in der Verfolgung für sie zu groß. Tannheimer komplettierte das Podest (+ 1:13,9 Min.). Julia Kink wurde Vierte vor Sophie Patz. Hanna Kebinger als Achte ins Rennen gestartet konnte sich auf den sechsten Platz verbessern (2:1:0:0). Auf dem siebten Platz landete Charlotte Gallbronner (0:0:1:0) vor Selina Kastl (1:2:1:0) als Achte. Alina Nußbicker vom SV Tambach-Dietharz verbessere sich auf den neunten Rang (1:0:0:0) vor und Marlene Fichtner machte dreizehn Plätze gut und lief als Zehnte über die Ziellinie (1:0:0:0). Selina Grotian konnte auch im letzten Rennen der Deutschen Meisterschaft ihr Leistungsvermögen nicht abrufen. Als 28. ins Rennen gestartet hat sie sich mit dem Schießergebnis 2:0:1:2 nicht entscheidend nach vorne arbeiten können und musste sich am Ende mit Rang 25 zufrieden geben. Vanessa Voigt hat auf einen Start in der Verfolgung verzichtet. 

Schaser führt bis zur Hälfte des Rennens

SCHASER Franz, SV Hermsdorf © Harald Deubert - foto-deubert.de

Franz Schaser und Philipp Horn stiegen mit einem Nuller ins Rennen ein und Horn mit dem schnelleren Angang hat sich langsam an den Sprintsieger Schaser herangearbeitet. Trotz einer Strafrunde rückte Philipp Nawrath auf die dritte Position vor, nachdem Nils Schneiderling seinen starken Angang mit zwei Fehlschüssen bezahlen musste. Beim zweiten Anschlag im Liegen ließen sowohl der führende Schaser als auch Horn eine Scheibe stehen, kreiselten in der Strafrunde, aber auch der drittplatzierte Philipp Nawrath nutze die gebotene Chance nicht. Auch er verfehlte eine Scheibe. Allerdings war Horn zwischenzeitlich auf weniger als zehn Sekunden an Franz Schaser dran. Auch dahinter schob sich das Feld durch gute Schießeinlagen weiter zusammen. Nils Schneiderling lief als Dritter in die nächste Runde, dicht gefolgt von Roman Rees, Philipp Nawrath, Danilo Riethmüller und David Zobel innerhalb einer Minute. Lediglich Justus Strelow hat mit zwei Fehlern den Anschluss an die Spitze etwas verloren, nachdem sein Rückstand ausgangs der Strafrunde schon mehr als eine Minute betrug.

Im Stehendanschlag sortiert sich das Feld neu

Im ersten Stehendanschlag sortierte sich das Feld komplett neu. Mit vier Strafrunden hatte sich Franz Schaser aus dem Feld der Medaillenanwärter geschossen und Philipp Horn, der mit zwei Fehlern durchkam, setzte sich an die Spitze, gefolgt von Linus Kesper, Nils Schneiderling, Roman Rees, Philipp Nawrath, David Zobel, Lucas Fratzscher, Justus Strelow und erst dann kam Franz Schaser in die Spur zurück, an seinen Rollerenden Danilo Riethmüller. Wer der Deutsche Meister 2026 in der Verfolgung sein würde, sollte sich erst im letzten Anschlag entscheiden. Philipp Horn kam als Erster an den Schießstand, kassierte eine Strafrunde, aber auch seine Verfolger Kesper, Schneiderling, Rees und Nawrath verfehlten jeweils eine Scheibe. Lediglich David Zobel räumte ab und konnte mit 2,9 Sekunden Rückstand auf den zweitplatzieren Linus Kesper in die Schlussrunde laufen. Eng dahinter kamen Nils Schneiderling, Justus Strelow und auch Philipp Nawrath, Roman Rees oder Danilo Riethmüller. Sie alle hatten mit einer starken Schlussrunde noch eine kleine Chance auf eine Podestplatzierung. Philipp Horn brachte seinen Vorsprung sicher ins Ziel und gewann nach Gold im kurzen Einzel auch den Titel Deutscher Meister 2026 in der Verfolgung. Bei den Verfolgern setzte sich Philipp Nawrath durch und gewann im Schlusssprint Silber mit einem Rückstand von 17,2 Sekunden. David Zobel sicherte sich nur 1,9 Sekunden dahinter den dritten Podestplatz und gewann Bronze. Linus Kesper belegte Rang vier 2,9 Sekunden hinter David Zobel. Nils Schneiderling überquerte die Ziellinie 6,2 Sekunden später auf dem fünften Rang. Danilo Riethmüller wurde Sechster (+ 33,7 Sek. auf den Sieger) vor Justus Strelow (+ 37 Sek.), Roman Rees, Simon Kaiser und Lucas Fratzscher auf dem zehnten Platz. 

Hettich-Walz und Horn mit konstanter Leistung

Philipp Horn (GER) © Harald Deubert - foto-deubert.de

Janina Hettich-Walz hat bei den Damenrennen der Deutschen Meisterschaften im Biathlon 2026 am Notschrei eine beeindruckende Dominanz hingelegt. Fehler am Schießstand konnte sie leicht durch Laufstärke kompensieren. Sie hat die nötige Erfahrung und vielleicht auch etwas Gelassenheit, die es zu diesen Erfolgen unbedingt braucht. Und vor allen Dingen ist ihre Sicherheit am Schießstand zurück. Bleibt zu hoffen, dass sich Janina Hettich-Walz ihre beachtliche Frühform bewahren kann und auch ähnlich erfolgreich in die Weltcupsaison 2026/27 startet. Bei den Herren zeigte sich Philipp Horn in allen drei Rennen in Top-Form. Für die Titel im kurzen Einzel und in der Verfolgung sowie Silber im Sprint hat er den Grundstein am Schießstand gelegt, sich aber auch im Laufen überaus stark präsentiert. Beide, sowohl Janina Hettich-Walz, und auch Philipp Horn, sind bereits für den ersten Weltcup Ende November im finnischen Kontiolahti gesetzt. Erfreulich stimmen die drei Silbermedaillen von Johanna Puff, die ihre schwierige letzte Saison offensichtlich gut überstanden hat und offensichtlich ein erfolgreiches Sommertraining absolviert hat. Auch ihr bleibt zu wünschen, dass sie gesund durch die nächsten Monate kommt um wieder als Verstärkung des Damen-Nationalteams im Weltcup starten zu dürfen. 

Die Deutschen Meister 2026

Kurzes Einzel Damen Kurzes Einzel Herren
Gold: Janina Hettich-Walz
Silber: Johanna Puff
Bronze: Julia Tannheimer
Gold: Philipp Horn
Silber: Lucas Fratzscher
Bronze: Fabian Kaskel
Sprint Damen Sprint Herren
Gold: Janina Hettich-Walz
Silber: Johanna Puff
Bronze: Julia Kink
Gold: Franz Schaser
Silber: Philipp Horn
Bronze: Nils Schneiderling
Verfolgung Damen Verfolgung Herren
Gold: Janina Hettich-Walz
Silber: Johanna Puff
Bronze: Julia Tannheimer
Gold: Philipp Horn
Silber: Philipp Nawrath
Bronze: David Zobel

Ergebnislisten