Niko Anttola hat den Einzelstart der U23 über zehn Kilometer in der klassischen Technik völlig dominiert. Tobias Ganner wurde erneut Fünfter. Bei den Damen sicherte sich Marina Kälin die Silbermedaille hinter Eva Ingebrigtsen.
Anttola völlig überlegen
Zum ersten Mal seit Dienstag strahlte diesmal die Sonne nicht vom blauen Himmel, das war angesichts der leichten Pulsgrade schon vor dem Start des ersten Rennens aber auch gut so. Im ausgedünnten Starterfeld, weil einige U23-Athleten nach Lahti abgereist waren, war Niko Anttola eine Klasse für sich. Der Finne hatte kurzfristig auf den Sprint verzichtet und dann im Massenstart eine Medaille verpasst. Heute passte alles für den 23-Jährigen aus Oulu, der sich mit 30 Sekunden Vorsprung den Titel sicherte, für den er auf den Heimweltcup verzichtet hatte. „Das fühlt sich sehr gut an. Ich hatte heute viel Energie und sehr gute Ski. Das hat richtig Spaß gemacht, heute zu laufen. Mein Plan war es, kontrolliert anzugehen und dann das Tempo zu erhöhen. Es war eine schwere Entscheidung, ob ich hier oder in Lahti laufe. Aber ich bin glücklich mit meiner Entscheidung. Nun bin ich durch mit den U23-Rennen und konzentriere mich in den nächsten Jahren auf den Weltcup“, sagte er. Silber ging an den Norweger Casper Kvam Grindhagen, der nach seinem zwölften Platz im Massenstart enttäuscht war und dieser Tage ein enormes Rennpensum absolviert. Statt einen rennfreien Tag zu haben, wenn die Junioren ihre Rennen bestreitet, startete Grindhagen gestern im Norges Cup im 50 Kilometer entfernten Skeikampen (wo Klæbo seine Hütte hat) im Klassik-Einzelstart über fünf Kilometer, wo er Fünfter wurde. Wohl wegen des Rennpensums litt er in der zweiten Runde an Krämpfen und musste sich ins Ziel kämpfen, wie er im Interview sagte. Ob er morgen die Mixed-Staffel läuft, ist noch nicht entschieden. Möglich ist auch, dass er nach Skeikampen zurückkehrt, wo morgen 30 Kilometer auf dem Programm stehen. Die Wahl seines Sports stand in der Kindheit nie in Frage: „In Norwegen kann man nichts anderes tun als Langlaufen, wenn du zwischen 10 und 20 bist“, sagte der Trondheimer. Bronze holte sich mit 39 Sekunden Rückstand ein Klassiksprint-Spezialist, der aber nicht nur als solcher gesehen werden will. „Ich habe nun bewiesen, dass ich auch Distanz kann und nicht nur ein Sprinter bin“, sagte Anton Grahn.
Ganner erneut Fünfter – Keck 15.
Rang vier ging mit vier Sekunden Rückstand auf Edelmetall an den Tschechen Matyas Bauer, den Sohn von Lukas Bauer. Der Obertilliacher Tobias Ganner belegte erneut einen starken fünften Rang, aber wieder reichte es für den 21-Jährigen nicht zu einer Medaille. Nur sechs Sekunden fehlten auf Anton Grahn, aber auch hinter Ganner ging es auf den Plätzen sehr eng zu. Der zweite Tscheche Jiri Tuz war das Rennen zu schnell angegangen und bekam in der zweiten Runde Probleme, so dass er sich mit Rang sechs begnügen musste vor dem Franzosen Milhan Laissus und dem Finnen Niilo Mäkinen sowie Eero Rantala und dem Schweden Jonatan Lindberg. Elias Keck kam mit 1:05 Minuten Rückstand als 15. in die Wertung vor den Schweizern Pierrick Cottier und Niclas Steiger. Der Allgäuer Simon Jung wurde 27. vor Roman Alder, der im Sprint über Bronze jubeln konnte. Silvan Hauser wurde 31. Die beiden Österreicher Janne Walcher und David Fuchs belegten die Ränge 36 und 39 gefolgt von Robin Fischer. Der vierte Österreicher Kilian Kehrer wurde 44. und der Klingethaler Janik Weidlich 51.
Marina Kälin stürmt zu Silber
Bei den Damen konnte Eva Ingebrigten das Rennen ebenso deutlich für sich entscheiden wie zuvor Niko Anttola. Die Norwegerin war ohne große Erwartungen ins Rennen gegangen und hat noch große Pläne, wie sie nach dem Rennen sagte: „Das fühlt sich sehr gut an. Ich wusste nicht, was ich vor dem Rennen erwarten konnte. Ich hatte schon Donnerstag einen sehr guten Tag, aber man weiß nie, ob es ein guter oder schlechter Tag wird. Ich bin dafür bekannt, zu schnell anzugehen, aber ich habe versucht, ruhig zu bleiben und dann erst später das Tempo zu erhöhen. Ich bin noch nie zu langsam angegangen, so wurde es dann am Ende doch noch schwer. Morgen werde ich wohl die Staffel laufen und dann hoffe ich sehr, dass ich für die 50 Kilometer am Holmenkollen nominiert werde, aber das weiß ich noch nicht. Das ist sicher ein besonderes Gefühl, ich bin noch nie 50 Kilometer gelaufen.“ Marina Kälin lief auch in der zweiten Runde noch ein gutes Tempo und verlor dort nur noch zehn Sekunden auf die Norwegerin, so dass es im Ziel 32 Sekunden Rückstand waren. Mit dem Medaillengewinn war die Engadinerin sehr zufrieden und meinte: „Das ist ein tolles Gefühl. Ich hatte gehofft, dass ich noch eine Medaille von diesen Titekämpfen mitnehmen kann und es ist cool, dass ich das geschafft habe. Ich wusste, dass ich nicht zu schnell angehen darf, weil da ja einige Steigungen sind. In den anderen Rennen sind da viele Abstände entstanden, aber das hat mich nicht beeinflusst.“Das Podium wurde wie im Massenstart komplettiert von Leonie Perry, die aber schon mehr als eine Minute Rückstand hatte. Mehr als die Hälfte davon sammelte sich in der ersten Runde ab, wo sie nur als sechster Stelle lag. Im Ziel zeigte sie sich überrascht: „Ich hatte das Gefühl, auf der letzten Runde eingebrochen zu sein und dachte, dass ich Zehnte oder so bin. Aber ich habe alles gegeben und dann wurde ich doch Dritte. Ich mag lieber Skating, aber heute habe ich auch gezeigt, dass ich im Klassischen gut bin.“
Katja Veit beste Deutsche
Evelina Crüsell verlor noch um acht Sekunden den Bronzeplatz, den sie sich nach einer Runde gesichert gehabt hätte. Oline Vestad zeigte wieder ein sehr gutes Rennen als Fünfte, in dem sie erneut ohne Medaille blieb. Mali Eidnes Bakken wurde Sechste vor der Polin Aleksandra Kolodziej und der Finnin Selene Rossi. Tuva Anine Brusveen-Jensen wurde Neunte vor Nora Kytäjä und Alison Mackie. Fabienne Alder wurde als 18. zweitbeste Schweizerin nach Marina Kälin, Ramona Schöpfer wurde 29. Für das deutsche Team bleibt der 30. Platz durch Katja Veit das beste Resultat, dicht gefolgt von Anne Buchmann und Charlotte Böhme als 32. und 34. Die Ramsauerin Magdalena Engelhardt wurde 39.
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