Skilanglauf

Langlauf Meisterschaften zum Saisonende: Das sind die Sieger in Schweden, Norwegen und Finnland

In nahezu allen Nationen wird am Saisonende noch einmal um Medaillen gekämpft. Wir fassen zunächst zusammen, wie es in Schweden, Norwegen und Finnland ausging.

Schwedische Meisterschaften in Umeå beginnen mit chaotischen Staffeln

Schon am Mittwoch begannen die schwedischen Meisterschaften in der 130.000-Einwohner-Stadt Umeå am Bottnischen Meerbusen, die Universitätsstadt ist auch als Stadt der Birken bekannt. Im Vorfeld abgesagt hatten Jens Burman und Calle Halfvarsson, beide haben seit Januar beziehungsweise seit den Olympischen Spielen keine Rennen bestritten. Emma Ribom verzichtete nach ihrem Infekt beim Weltcupfinale und will sich nun die Zeit nehmen, ganz gesund zu werden. Auch Ebba Andersson war fraglich nach ihren Stürzen bei Olympia und in Oslo, was zu erneuten Knieproblemen geführt hatte. Diagnostiziert wurde eine Knochenprellung (bone bruise), die nur im MRT entdeckt werden kann. Es ist mit einem Hämatom im Unterhautgewebe vergleichbar, braucht aber oft Wochen oder Monate zur Heilung. Letztlich entschied sie sich doch für einen Start. Das Wettkampfprogramm begann mit den Vereinsstaffeln, wo es zu teils chaotischen Szenen durch Regen und eine viel zu weiche Spur kam. „Die Spur hat sich völlig aufgelöst. Ich weiß nicht, was da passiert ist. Sie war plötzlich weg und es hat eine Weile gedauert, bis ich wieder eine Spur hatte. Das ist ein verdammter Mist“, beschwerte sich Moras Startläufer Eric Rosjö. „Es war einige schwierige Kurven. Da sind auch einige rausgeflogen.“ Dazu gehörte auch William Poromaa, der mit seinem Team Åsarna zurückfiel. Den Sieg machten zwei Teams aus Mora unter sich aus und Mora 2 (Jonas Eriksson, Jonatan Lindberg, Anton Grahn) gewann knapp vor Mora 1 (Eric Rosjö, Gustaf Berglund, Johan Ekberg). Bronze holten sich Jesper Persson, William Poromaa und Edvin Anger aus Åsarna. Johan Häggström lief für Piteå (zusammen mit Fredrik Andersson und Björn Sandström) die beste Zeit eines Schlussläufers, kam aber nicht mehr ganz an Anger heran. Bei den Damen feierte Piteå 1 mit Lisa Eriksson, ihrer Cousine Ebba Andersson und Jonna Sundling einen klaren Sieg. Silber ging an Falun Borlänge 1 mit Moa Hansson, Moa Ilar und Maja Dahlqvist mit knapp einer Minute Rückstand. Åsarna mischte mit Moa Lundgren und Alicia Persson ganz vorne um den Sieg mit, aber Schlussläuferin Wilma Johansson verlor dann zu viel Zeit, so dass sie sich mit Bronze begnügen mussten. Skellefteå (Saga Nilsson, Evelina Crüsell, Elin Henriksson) gingen als Vierte in einem engen Rennen leer aus – zwischen Platz zwei und vier lagen nur zehn Sekunden. Die Silbermedaille für Falun war ein großer Erfolg, vor allem weil Moa Hansson nur unter großen Schmerzen den Wechselbereich erreichte und von Helfern weggeführt wurde. Auch sie hatte Probleme, die weiche Spur zu halten und landete zwischen zwei Spuren und bekam dann von hinten einen Stoß in den Rücken, als die Läuferin hinter ihr auf sie auflief und ihr schoss der Schmerz in den Rücken. Zudem gab es hinterher Kritik an den Staffeldistanzen: Während die Herren vor einigen Jahren wie im Weltcup auf 7,5 Kilometer für jeden Läufer reduziert wurden, blieben die Damen in Schweden weiterhin bei fünf Kilometern in den Staffeln.

Sundling nicht zu schlagen

Am Donnerstag stand mit den Massenstarts in der freien Technik das erste Einzelrennen auf dem Programm. Wegen Schneemangel musste auf einer kürzeren Runde gelaufen wurde, was zu großer Kritik führte, weil ungewöhnlich viele Läuferinnen und Läufer überrundet wurden. Kurzfristig entschied sich Poromaa für einen Startverzicht, nachdem er nach seinem Sturz in der Staffel noch Schmerzen im Bein hatte. Bei den Damen hatten sich früh im Rennen fünf Favoritinnen plus Moa Lundgren abgesetzt, aber nach 13 Kilometern teilte sich die Gruppe und Moa Lundgren, Linn Svahn und Moa Ilar belegten am Schluss die Plätze vier bis sechs. Um die Medaillen fiel die Vorentscheidung auf der letzten Runde, wo Jonna Sundling attackierte und sich absetzte. Danach erkundigte sie sich bei den Fans, ob das die letzte Runde sei – sie war wegen der verkürzten Runden nicht 100%ig sicher, sagte sie später. Mit sechs Sekunden Vorsprung lief sie als Siegerin ins Ziel ein, den Zielsprint um Silber entschied Frida Karlsson vor Ebba Andersson für sich, die in den Abfahrten im tiefen Schnee mit ihrem angeschlagenen Knie große Probleme hatte. Auch bei den Herren hatte sich im Laufe der Zeit eine sechsköpfige Gruppe herauskristallisiert, die am Schluss um den Sieg sprintete. Als Sieger konnte sich etwas überraschend Jonatan Lindberg feiern lassen, der 20-Jährige holte sich seinen ersten Titel und ließ größere Namen hinter sich. Silber ging an Gustaf Berglund und Bronze an Johan Ekberg. Jonas Eriksson, Leo Johansson und Truls Gisselmann blieben ohne Medaille wie auch Karl-Johan Westman, der sich vor einer großen zweiten Gruppe als Siebter behauptete. Auch hier gab es wieder große Kritik an der gesalzenen Strecke, die nicht hielt und viel zu weich war, so dass es bergab zu Massenstürzen mit zahlreichen Skibrüchen wie auch beim viertplatzierten Eriksson kam. Nach einem Ruhetag wurden die Einzelstarts ebenfalls in der freien Technik ausgetragen und Jonna Sundling holte sich mit einem Blitzstart ihren nächsten Titel. Schon nach drei Rennminuten hatte sie 13 Sekunden Vorsprung auf Linn Svahn herausgelaufen, die sie bis zum Ziel in etwa hielt. Zweite wurde Moa Ilar, die so erschöpft war am Donnerstag, dass sie überlegt hatte, die Meisterschaft abzubrechen – was Frida Karlsson tatsächlich tat wegen Halskratzen. Knapp hinter Ilar sicherte sich Ebba Andersson eine weitere Bronzemedaille, während Linn Svahn knapp leer ausging. Elin Henriksson und Moa Lundgren hatten als Fünfte und Sechste schon einen klaren Rückstand auf die Medaillen. Bei den Herren war Leo Johansson der Stärkste und holte in der zweiten Rennhälfte knapp sieben Sekunden Vorsprung heraus auf Jonas Eriksson, der Silber gewann. Truls Gisselmann, der auf den ersten fünf Kilometern die Bestzeiten gesetzt hatte, war am Ende 20 Sekunden zu langsam und musste sich mit Bronze begnügen. Johan Ekberg wurde Vierter vor Jonatan Lindberg und Karl-Johan Westberg. Nachdem am Samstag nur einzelne Passagen der Strecke gesalzen wurden, wurde für den Klassiksprint am Sonntag der gesamte Kurs mit Salz bearbeitet. Aber auch das konnte zahlreiche Stürze im Prolog nicht verhindern. Den Titel holte sich schließlich Johan Häggström, der im Endspurt den besten Ausfallschritt hatte und von seiner begeisterten Freundin Linn Svahn beglückwünscht wurde. Silber ging an Anton Grahn und Bronze an Oskar Svensson. Truls Gisselman ging knapp leer aus. George Ersson und Wilhelm Sterner, die sich ebenfalls Medaillenchancen ausgerechnet hatten, stürzten im Halbfinale. Bei den Damen war es dann wieder Jonna Sundling, die absolut unschlagbar war und mit fast fünf Sekunden Vorsprung ihren vierten Titel in fünf Tagen holte. Linn Svahn musste sich bei schwierigsten Bedingungen mit Silber begnügen und Maja Dahlqvist hatte als Dritte vor Johanna Hagström schon elf Sekunden Rückstand. 

In zwei Wochen sollen noch in Idre die 30 und 50 Kilometer Klassisch im Einzelstart ausgetragen werden – wenn es die Bedingungen dort dann noch zulassen.

Teamsprint und zweimal Einzelstart im norwegischen Lygna

Die norwegischen Meisterschaften sollten eigentlich in Umeås Partnerstadt Harstad stattfinden, aber am Tor zu den Lofoten fehlt der Schnee, so dass die Titelkämpfe ins schneesichere Lygna eine Stunde nördlich von Oslo abgegeben wurden. Johannes Høsflot Klæbo hatte seinen Start abgesagt, um sich weiter von seiner Gehirnerschütterung zu erholen. Während der Nachwuchs am Freitag einen Einzelsprint absolvierte, stand für die Elite zum Auftakt ein Teamsprint. Das herausragende Resultat der Northug-Brüder Petter und Even (Strindheim) wurde von einer Kontroverse überschattet, weil Petter seinen Konkurrenten Edvard Sandvik (Kjelsås) in der ersten Kurve von der Strecke schob und nicht dafür bestraft wurde. TV2-Experte Petter Skinstad meinte: „Die Jury macht Fehler, Petter Northug macht und davon macht er mehrere. Das ist unsportlich und eine Verletzung der Regeln. Es ist ener der größten Skandale, den ich im norwegischen Langlauf gesehen habe, wenn man von Doping und ähnlichem absieht.“ Der 40-jährige Petter fand seine Aktion nicht unsportlich: „Im Langlauf muss man auf den Beinen bleiben. So ist der Sport.“ Sein 30-jähriger Bruder hatte sich im Zielsprint gegen MjøsSki (Jonas Vika und Mats Opsal) sowie das Team aus Heming mit Simen Myhre und Harald Astrup Arnesen durchgesetzt und damit den Titel für das Brüderpaar geholt. Bei den Damen war es das Duo aus Konnerud, das sich im Zielsprint durchsetzte. Nur der Asker Skiklubb (Hedda Østberg Amundsen und Helene Ekrheim Haugen) konnten bis zum Schluss mit Julie Bjervig Drivenes und Kristine Stavås Skistad mithalten und gewannen somit Silber. Bronze ging mit großem Rückstand an die Trondheimerinnen Hanne Wilberg Rofstad und Julie Myhre (Byåsen). Weiter ging es am Samstag mit den Einzelstarts in der klassischen Technik, in dem Andreas Fjorden Ree sich den Titel holte. Der 25-jährige Trønder aus Støren, der aber inzwischen mit seiner Lebensgefährtin Nora Sanness zusammen in Oslo lebt, startete kontrolliert in das Rennen, war aber in der zweiten Rennhälfte klar der Stärkste und gewann schließlich mit sechs Sekunden Vorsprung. Silber ging an Lars Heggen und Bronze mit Casper Kvam Grindhagen, der sich mit diesem Medaillengewinn selbst überraschte. „Das ist verrückt, das hätte ich nie erwartet. Ich bin doch so schlecht im Klassischen“, sagte er. Um drei Sekunden verpasste Jonas Vika das Edelmetall, ließ aber die zeitgleichen Lars Michael Saab Bjertnæs und Mattis Stenshagen sowie Iver Tildheim Andersen hinter sich. Bei den Damen waren über fünf Kilometer zwei Sprinterinnen vorne und den Titel holte sich Mathilde Myhrvold, die zwei Sekunden schneller war als Julie Myhre. Erst auf dem dritten Platz folgte dann Kristin Austgulen Fosnæs mit elf Sekunden Rückstand. Lars‘ ältere Schwester Anna Heggen wurde Vierte vor Nora Sødal Raastad, Oline Vestad und Tiril Udnes Weng. Biathletin Maren Kirkeeide verlor als Zehnte weniger als 30 Sekunden. Zum Abschluss galt es noch einmal, 30 und 50 Kilometer im Einzelstart in der Skatingtechnik zu bewältigen und Nora Sanness war von Anfang an auf der Siegerspur. Die Medizinstudentin gewann Gold mit knapp 17 Sekunden Vorsprung auf Kristin Austgulen Fosnæs. Bronze holte sich Oline Vestad vor ihren Trainingskolleginnen Karoline Simpson-Larsen und Karoline Grøtting. Sechste wurde Tiril Udnes Weng vor Biathletin Ingrid Landmark Tandrevold. Über die 50 Kilometer bei den Herren lieferten sich Andreas Fjorden Ree und Simen Hegstad Krüger zunächst ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem die Führung bei jeder Zwischenzeit wechselte. In der dritten Runde wurde es noch enger und mit Ree, Krüger und Iver Tildheim Andersen lagen drei Athleten innerhalb von acht Sekunden. Dann drehte Andreas Fjorden Ree aber richtig auf, lag nach 27 Kilometern 31 Sekunden vorne und hatte zehn Kilometer später seinen Vorsprung wieder komplett eingebüßt. Der Titel ging nach einem überaus abwechslungsreichen Rennen an Iver Tildheim Andersen, der am Schluss 23 Sekunden vor Ree das Ziel erreichte. Bronze ging an Einar Hedegart, der ab Kilometer 37 auf dem Medaillenplatz lag. Nur etwa eine halbe Minute länger benötigte Simon Hjelmeset Kirkeeide, der Bruder von Biathletin Maren Kirkeeide, der damit recht nah dran war an einer faustdicken Überraschung. Simen Hegstad Krüger verlor als Fünfter noch fast drei Minuten und landete nur knapp vor Karsten Andre Vestad und Kasper Herland. 

Teamsprints im finnischen Rovaniemi nachgeholt

Die finnischen Meisterschaften in Rovaniemi fanden ohne Kerttu Niskanen statt, inzwischen ist aber bekannt, warum sie das Weltcupfinale absagen musste: Sie erlitt einen Muskelfaserriss in der Wade. Wie schwerwiegend die Verletzung ist, ist aber noch nicht bekannt. Auf dem Programm stand nur ein Klassik-Teamsprint, der im Januar in Kuopio bei -24°C abgesagt werden musste. Nun setzte sich im Endspurt Vantaas Eevi-Inkeri Tossavainen gegen Lokalmatadorin Johanna Matintalo durchsetzte. Teamkollegin Jasmi Joensuu zollte ihrem Team für den Mut bei der Aufstellung Respekt, Tossavainen auf die Schlussposition zu setzen. „Eevi hat bewiesen, dass sie eine der besten finnischen Sprinterinnen ist. Es war toll, diesen Sprint anzusehen“, sagte sie über die Junioren-Weltmeisterin von 2023. Die Fans von Ounasvaara Ski Club feuerten die Lokalmatadorinnen lautstark an, aber es war nicht genug, um Josefina Böök und Johanna Matintalo zum Sieg zu tragen. Bronze ging an Vilma Nissinen und Jasmin Kähärä aus Vuokatti. Bei den Herren sorgte Iivo Niskanen auf der Schlussrunde für die Entscheidung und sprintete zum Sieg für Puijo zusammen mit Petteri Koivisto. Knapp geschlagen geben mussten sich Jämin Jänne, vertreten durch Markus Vuorela und Ristomatti Hakola. Bronze ging an das Pohti Ski Team Pyhäjärvi mit Niilo Moilanen und Joni Mäki. Lauri Vuorinen konnte nach einem Sturz in der Abfahrt nicht mehr für Ounasvaara um die Medaillen kämpfen, ebenso wie der lange führende Emil Liekari nach einem Stockverlust für Vuokatti. Wie Iivo Niskanen später sagte, musste er für dei Vorbereitung spezielle Wege gehen. „In Kuopio haben wir nur eine 2,5 Kilometer Runde mit schlechten Bedingungen, darum musste ich auf Skirollern trainieren. Das war im März noch nie der Fall“, sagte er. Die weiteren Rennen des Wochenendes hatten keinen Meisterschaftsstatus und gehörten nur zum Suomen Cup.

Fünf Paar Ski zerstört

Lauri Vuorinen gehörte zu denen, die in Lake Placid ohne eigene Ski antreten mussten. Nach zwei Wochen Reise um die Welt hat er sein Material nun zurück und wie er anhand der Reiseroute feststellen konnte, haben die Ski 15 verschiedene Flüge absolviert und waren dabei unter anderem mehrfach in New York und viermal in Paris. Fünf der neun paar Ski im Skisack kamen in einem desaströsen Zustand bei ihm an und auch eine Jacke ist kaputt. Schlimmer ist es bei den Ski, deren Wert für ihn nicht bezifferbar ist.