Martin Johnsrud Sundby feiert dritten Tour de Ski-Gesamtsieg in Serie

Martin Johnsrud Sundby (NOR) © Felgenhauer/NordicFocus

Der völlig ungefährdete Sieger der Tour de Ski 2016 heißt Martin Johnsrud Sundby – wie auch in den letzten beiden Austragungen. Über die Podestplätze konnte sich Finn Hågen Krogh und Sergey Ustiugov freuen.

Triumphzug zur Alpe Cermis

Martin Johnsrud Sundby (NOR) © Felgenhauer/NordicFocus

Der erneute Sieg der Tour de Ski war dem Norweger bei knapp drei Minuten Startvorsprung eigentlich nicht zu nehmen. Dennoch baute Martin Johnsrud Sundby weiter aus, was aber auch nicht überraschend ist – der Norweger lief sein Tempo und hinter ihm belauerten sich alle in der Gruppe. So wurde es für Martin Johnsrud Sundby ein ungefährdeter Lauf zu seinem dritten Tour de Ski-Sieg. Auf dem letzten Kilometer konnte er es ruhiger angehen lassen, nachdem er einen Blick über die Schulter riskiert und niemanden gesehen hatte. „Die Tour lief perfekt für mich. Ich hatte einen schlechten Tag. Aber alles andere lief perfekt. Das Team war toll. Ich freue mich für die ganze Mannschaft. Ich wollte den Etappensieg und als Erster oben sein. Ich bin froh, dass ich es geschafft habe und bin nun sehr müde“, meinte der glückliche Sieger. Mehr als drei Minuten hinter ihm bildete sich eine Vierergruppe mit Petter Northug, Alexey Poltoranin, Sergey Ustiugov und Finn Hågen Krogh, die sich nach dem ersten Kilometer des Skihangs unter der Tempoarbeit Kroghs langsam aufzulösen begann. Dann hatte der Norweger jedoch mit deutlichen Problemen zu kämpfen, es sah nach einem völligen Einbruch aus. Er musste den Russen ziehen lassen, während sich Northug und Poltoranin weiter nach hinten verabschiedeten. Doch bald hatte sich Krogh wieder gefangen und der Russe hatte schwer zu kämpfen – es begann es spannendes Wechselspiel, bei dem in einem 28% steilen Stück Ustiugov fast wieder an Krogh heranlief, bis der Norweger sich endgültig absetzte. Im Ziel trennten Krogh 20 Sekunden von Sergey Ustiugov, der aber seine erste Tour de Ski glücklich auf dem Treppchen beendete. Petter Northug und Alexey Poltoranin mussten sich von ihren Podestplätzen vor dem Start der Schlussetappe verabschieden und schleppten sich eine Minute nach Ustiugov ins Ziel.

Røthe überzeugt wie auch Belov

Francesco De Fabiani (ITA) © Felgenhauer/NordicFocus

Hinter den ersten Fünf machte Sjur Røthe ein klasse Rennen und überschritt nur 20 Sekunden nach Poltoranin die Linie. Er verlor zwar etwas auf Sundby, holte aber nach acht Kilometern den mehr als eine Minute vor ihm gestarteten Didrik Tønseth ein, der auf Røthe im Laufe der Etappe zwei Minuten verlor. Knapp hinter Tønseth belegte mit Niklas Dyrhaug ein weiterer Norweger Platz acht. Francesco de Fabiani jubelte über den neunten Rang vor Emil Iversen – damit kamen sieben Norweger unter die besten Zehn. Kurz darauf erreichte Evgeniy Belov als Elfter das Ziel. er gehörte wieder zu den Schnellsten an der Alpe Cermis und konnte sich drei Plätze verbessern.

Katz und Dobler auf 16 und 17

Andreas Katz (GER) © Felgenhauer/NordicFocus

Nach dem Ausfall des verletzten Dario Cologna starteten die beiden Deutschen Andi Katz und Jonas Dobler als 16. und 17. in die Schlussetappe, eine Position, die beide bis ins Ziel halten konnten. Beide liefen während des gesamten Wettkampfes ein einsames Rennen, sie waren auf sich allein gestellt. Im Ziel trennten die beiden DSV-Läufer noch 11 Sekunden voneinander, Jonas Dobler war demnach etwa 20 Sekunden schneller unterwegs als sein Kollege. Die erhofften Top15 waren jedoch mit mehr als einer Minute Abstand unerreichbar. „Ich bin total am Ende, völlig fertig. Das ist eine richtige Tortour“, meinte Andi Katz, der noch im Interview am ganzen Körper zitterte. „Ich bin einfach froh, dass ich oben angekommen bin. Ich weiß auch nicht, warum ich mir das noch angtetan habe. Ich wollte eigentlich fast nicht mehr laufen. Mit dem 16. Platz musste ich einfach noch einmal starten. Ich habe es einfach versucht durchzuziehen und bin froh oben zu sein.“ Bester Schweizer nach acht Etappen wurde nach Colognas Ausfall Jonas Baumann auf Postion 20, Toni Livers wurde 23. Lucas Bögl war der dritte Deutsche, der die Tour beendet, auf Platz 39. Thomas Bing hatte in den letzten Tagen ordentlich Kräfte gelassen und schenkte sich die Schlussetappe.

 

=> Endstand Tour de Ski Herren