Biathlon Weltcup: Denise Herrmann und Benedikt Doll beste Deutsche bei Verfolgung in Ruhpolding - xc-ski.de Langlauf

Biathlon Weltcup: Denise Herrmann und Benedikt Doll beste Deutsche bei Verfolgung in Ruhpolding

Denise Herrmann (GER) © Tumashov/NordicFocus

Nach dem Start-Ziel-Sieg von Tiril Eckhoff lässt auch Martin Fourcade seinen Verfolgern keine Chance und gewinnt nach dem Sprint auch die Verfolgung in Ruhpolding. Um die verbliebenen Podestplätze wurde hart gekämpft und Denise Herrmann sowie Benedikt Doll wurden beste Deutsche vor heimischem Publikum.

Tiril Eckhoff gewinnt nach Sprint auch Verfolgung

Tiril Eckhoff (NOR) © Tumashov/NordicFocus

Mit 29.7 Sek Vorsprung startete die Norwegerin Tiril Eckhoff im gelb-roten Trikot der Gesamtweltcupführenden und Führenden in der Verfolgungswertung. Die 60 Besten aus dem Sprint fanden bei dichtem Schneefall schwierige stumpfe Bedingungen auf der Strecke vor, von denen sich Eckhoff nicht beirren ließ. In ihrem Tempo laufend baute sie die Führung nach fünf sicheren Treffern beim ersten Schießen aus, während sich hinter ihr mit einem Abstand von knapp einer Minute eine Dreiergruppe aus der Slowakin Paulina Fialkova, Hanna Oeberg aus Schweden und der Italienerin Dorothea Wierer bildete. Eckhoff verfehlte beim dritten Schießen eine Scheibe, lief aber bereits aus der Strafrunde, während sich ihre Verfolgerinnen erst zum Schießen bereit machten. Fialkova und Oeberg verringerten nach fehlerfreiem Schießen den Abstand zur Führung und Dorothea Wierer fiel nach zwei Strafrunden auf den neunten Rang zurück. Mit sicherem Vorsprung kam Tiril Eckhoff zum entscheidenden Schießen, servierte eine saubere Serie und verließ den Schießstand mit lächelnder Mine und Handküssen Richtung Trainer. Mit der norwegischen Fahne in den Händen lief sie unter großem Beifall der Zuschauer zum dritten Sieg in Ruhpolding. Hinter ihr entbrannte der Kampf um die verbliebenen beiden Podestplätze zwischen Hanna Oeberg und Paulina Fialkova. Die Schwedin schoss schneller, verfehlte aber den letzten Schuss, aber auch die Slowakin musste einmal in die Runde, während sich die Norwegerin Marte Olsbu Roeiseland zum letzten Schießen bereit machte. Sie riskierte viel, konnte aber ihre Chance durch zwei Schießfehler nicht nutzen. Hanna Oeberg und Paulina Fialkova kamen gleichzeitig aus der Strafrunde, doch Oeberg konnte auf der Schlussrunde das Tempo der Slowakin nicht mitgehen. Fialkova wurde Zweite und hat damit den ersten Podestplatz dieser Saison erreichte. Hanna Oeberg wurde 8,8 Sek. hinter ihr Dritte, gefolgt von ihren beiden Teamkameradinnen Johanna Skottheim und Linn Persson auf Rang vier und fünf. 

Denise Herrmann kämpft sich von Rang 19 auf 6

Denise Herrmann (GER) © Tumashov/NordicFocus

Alle sechs deutschen Damen waren über den Sprint für die Verfolgung qualifiziert und bei Rennhälfte lagen Franziska Preuß, Vanessa Hinz und Denise Herrmann in den Top10, aber auch Karolin Horchler und Maren Hammerschmidt hatten sich bereits ordentlich nach vorne gekämpft und viele Plätze gut gemacht. Janina Hettich hatte beim zweiten Anschlag große Probleme, begann mit einem Fehler, drehte an der Visierlinie, verfehlte drei weitere Scheiben und musste auch noch eine Patrone manuell nachladen. Mit diesem Zeitverlust am Schießstand und nach sechs Strafrunden befand sie sich zu diesem Zeitpunkt bereits am Ende des Feldes. Beim dritten Schießen kassierten Denise Herrmann, Franziska Preuß und auch Karolin Horchler jeweils zwei Strafrunden und fielen wieder zurück. Vanessa Hinz dagegen blieb fehlerfrei und kam als Fünfte zum entscheidenden Schießen. Sie begann die Serie mit einem Fehler, ein weiterer und ein dritter kamen hinzu und nach drei Strafrunden betrug der Rückstand 2:35 Min. Herrmann, Preuß und auch Horchler blieben fehlerfrei und mit 1.43 Min. Rückstand lag Denise Herrmann an Position acht, machte mit der schnellsten Schlussrunde noch zwei Plätze gut und kam als Sechstplatzierte ins Ziel, Franziska Preuß auf Rang zwölf, Karolin Horchler als 17., Vanessa Hinz auf Rang 21. und Maren Hammerschmidt als 28. 

Martin Fourcade lässt Verfolgern keine Chance

Martin Fourcade (FRA) © Tumashov/NordicFocus

Mit zwanzig Treffern ließ Martin Fourcade seinen Verfolgern keine Chance. Er gewinnt mit 17,6 Sek. Vorsprung vor seinem Teamkameraden Quentin Fillon-Maillet, der auch im Sprint knapp hinter Fourcade lag. Fillon-Maillet lief bis zum dritten Schießen mit Martin Fourcade und auch bei den Schießeinlagen zuvor lagen beide dicht an dicht. Schuss für Schuss arbeiteten sie konzentriert ab als Fillon-Maillet eine Scheibe im Stehen verfehlte und Martin Fourcade sich entscheidend absetzen konnte. Hinter den beiden Franzosen bildete sich von Beginn an ein Dreierteam zwischen dem weiteren Franzosen Simon Desthieux, Vetle Sjaastad Christiansen und Benedikt Doll. Sie machten den letzten Podestplatz am Ende unter sich aus, als sie sich nach dem entscheidenden Schießen gemeinsamen auf den Weg zum Ziel machten. Der Norweger und der Franzose liefen vorneweg und Benedikt Doll knapp dahinter wurde an einem der letzten Anstiege von einem Stock der vor ihm Laufenden auf der Stirn getroffen. Dessen unbeirrt hat Benedikt Doll auf der Schlussrunde alles gegeben, kam aber nicht entscheidend an Christiansen und Desthieux heran und hat auf der Zielgeraden enttäuscht den Kampf um das Podest aufgegeben. Der Norweger Vetle Sjaastad Christiansen wurde Dritter, 0,1 Sek. vor Simon Desthieux auf Rang vier und nach Benedikt Doll auf dem fünften Rang folgte der weitere Franzose Emilien Jacquelin. Die französische Mannschaft hatte damit fünf ihrer Starter in den Top8 und der sechste, Fabien Claude, platzierte sich auf dem 15. Rang. Ein hervorragendes Mannschaftsergebnis für Frankreich und Martin Fourcade hat mit seinem dritten Sieg in Ruhpolding und den beiden Siegen in Oberhof die Abwesenheit von Johannes Thingnes Boe voll ausgenützt. Fourcade liegt in der Gesamtweltcupwertung nun mit 133 Punkten vor J. T. Boe und es ist noch offen, ob der Norweger bereits auf der Pokljuka wieder laufen wird oder erst bei der Biathlon Weltmeisterschaft in Antholz. 

Deutsches Herrenteam nutzt Chancen nicht

Roman Rees (GER) © Tumashov/NordicFocus

Vom deutschen Team waren insbesondere Philipp Nawrath und Johannes Kühn zu Beginn des Wettkampfes auch vorne mit dabei und auf dem Weg zum dritten Schießen haben die beiden die Lücke zum Verfolgertrio mit Benedikt Doll zugelaufen. Während Nawrath zwei Mal in die Strafrunde musste, verfehlte Kühn alle fünf Scheiben und beiden fielen weit zurück. Durch gutes Schießen lagen zwar Arnd Peiffer und Roman Rees zu diesem Zeitpunkt auf Rang sieben und acht, der Rückstand betrug aber bereits mehr als eine Minute. Beim entscheidenden Schießen hat Philipp Nawrath noch die Null gebracht und sich am Ende Rang zwölf als zweitbester Deutscher gesichert, Arnd Peiffer belegte Rang 14, Roman Rees wurde 19., Johannes Kühn kam auf Rang 24 ins Ziel und Philipp Horn auf 37. Benedikt Doll sagte nach dem Rennen: „Es war eine dramatische Schlussrunde, ich fühle mich auf der Ruhpoldinger Runde nicht so wohl und schon nach dem Schießen war mir klar, dass es schwierig wird, die Runde zu gewinnen.“ 

Roman Rees äußert sich im Interview zur Teamzusammenstellung auf der Pokljuka

Ergebnis Verfolgung Damen

Ergebnis Verfolgung Herren

Weltcupgesamtstand Damen

Weltcupgesamtstand Herren

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