Elvira Oeberg gewinnt den Sprint der Damen beim Biathlon Weltcup in Oberhof und feiert damit ihren ersten Saisonerfolg vor Suvi Minkkinen und Julia Simon. Franziska Preuß und Janina Hettich-Walz laufen in das Feld der sechs besten Sprinterinnen, die Lou Jeanmonnot knapp verpasst. Sechs deutsche Damen in der Verfolgung.
Elvira Oeberg siegt
Mit der schnellsten Laufzeit und lupenreiner Weste am Schießstand gewinnt die Schwedin Elvira Oeberg den Sprint der Damen in Oberhof. Wegen der für Freitag vorhergesagten starken Windböen wurde das Wettkampfprogramm kurzfristig geändert und dieser Sprint um einen Tag vorverlegt. Einige Athletinnen erfuhren kurzfristig von der Verlegung, was die Pläne, insbesondere der Anreise, teilweise empfindlich kreuzte. Für Oeberg, die einen Tag zuvor noch eine anstrengende Trainingseinheit absolvierte, war dies allerdings kein Problem. „Das war ein perfekter Sprint, endlich mal die Null im Sprint im Weltcup geschossen,“ so die Siegerin in der ARD, die sich glücklich zeigte, dass am morgigen Tag kein Rennen stattfindet. Ebenso fehlerfrei in beiden Schießen blieb die Finnin Suvi Minkkinen. Sie lieferte sich ein spannendes Fernduell mit Elvira Oeberg, als sie mit nur 2,7 Sekunden Vorsprung in die Schlussrunde einbog. Schon bei der ersten Zwischenzeit lag die Finnin hinter Elvira Oeberg und im Laufe der Schlussrunde summierte sich der Rückstand auf schließlich 21,1 Sekunden, womit sie mit lediglich 2,5 Sekunden Vorsprung vor Julia Simon hinter Elvira Oeberg auf dem Silberrang einkam. Wie die drei Podestplatzierten räumte auch die Norwegerin Maren Kirkeeide ihre zehn Scheiben ab, gehörte aber läuferisch vor allem in der ersten und in der Schlussrunde nicht zu den Schnellsten und überquerte die Ziellinie auf dem vierten Rang.
Franziska Preuß auf Rang fünf
Franziska Preuß gelang im Liegen eine perfekte Serie, kam in aussichtsreicher Position zum Stehendanschlag und kassierte eine Strafrunde. „Der Rhythmus war nicht langsam. Vielleicht war das Risiko zu hoch, ich habe schon gewusst ein Fehler ist zu viel für ein Top-Ergebnis,“ so Franziska Preuß zu ihrem Schießen nach dem Rennen. Mit der fünften Zeit kam sie in die Schlussrunde und brachte diese Position 2,4 Sekunden vor Janina Hettich-Walz ins Ziel. Die Strecke sei nicht ohne, meinte Preuß, und dass ihre Ausgangslage definitiv gut sei für die Verfolgung am Sonntag. Ihr Rückstand auf die Siegerin beträgt 47,1 Sekunden, also bei vier Schießeinlagen definitiv machbar um Richtung Podest zu laufen.
Janina Hettich-Walz erfüllt interne Olympiaqualifikation
Mit Rang sechs im Sprint von Oberhof hat Janina Hettich-Walz gleich im ersten Rennen im Neuen Jahr die verbandsinterne Olympianorm erfüllt. Als sie von der Verlegung des Damensprints erfuhr, war sie noch zu Hause und gerade mit Packen fertig. „Es war eine holprige Vorbereitung. Um 16.36 Uhr war ich in Oberhof und zwischen 17 und 18 Uhr gab es noch die Möglichkeit auf die Strecke zu gehen. Die habe ich genutzt und versucht einfach cool zu bleiben. Insofern bin ich sehr zufrieden mit meinem Rennen.“ Janina Hettich-Walz hat im Liegen eine Scheibe verfehlt, stehend abgeräumt und auch auf der Strecke ansprechende Leistung gezeigt. Innerhalb des deutschen Teams war sie Schnellste auf der Schlussrunde, nur 11,5 Sekunden hinter Elvira Oeberg und auch in der Gesamtlaufzeit war sie schnellste Deutsche.
Lou Jeanmonnot behauptet gelb-rotes Trikot
Die Französin Lou Jeanmonnot hat das gelb-rote Trikot über den Jahreswechsel gehalten. Sie führt in der Gesamt- und auch in der Sprintwertung, nachdem sie im Sprint in Hochfilzen siegte und in Annecy Zweite war. Im Sprint von Oberhof kam sie schon mit Rückstand zum zweiten Anschlag, leistete sich eine Strafrunde und konnte nach der Strafrunde nicht mehr in den Kampf um einen Podestplatz eingreifen. Sie erreichte mit einem Rückstand von 54,9 Sekunden Rang sieben hinter den beiden Deutschen. Dennoch bleibt sie sowohl in der Gesamtweltcupwertung in Führung, als auch in der Sprintwertung.
Alle deutschen Damen in der Verfolgung
Hinter der Top-Platzierung von Franziska Preuß und Janina Hettich-Walz sortierte sich Julia Tannheimer als nächste Deutsche auf Rang 17 ein. Mit je einem Fehlschuss im liegenden und im stehenden Schießen kam sie mit einem Rückstand von 1:19,8 Minuten ins Ziel. „Ich habe mich ganz gut gefühlt und bin ganz zufrieden. Bei den Bedingungen bin ich auch mit meinem Schießen zufrieden. Tannheimer sagte, dass ihr die Oberhofer Strecke liegt. „Ich mag die Anstiege und die Fans hier. Es taugt mir und es macht Spaß, wenn man sich selbst nicht so leiden hört, weil die Fans so laut sind.“ Vanessa Voigt hielt sich in beiden Schießen schadlos kam allerdings läuferisch nicht an die Spitze heran und wurde 27. „Es war nicht perfekt, aber ich nehme es mit. Ich weiß schon, dass ich hier auf jeden Fall einige Körner mir für die Strecke aufheben muss. Es ist einfach eine schwierige Strecke für mich, deshalb war ich froh, mit 0:0 durchzukommen.“ Selina Grotian war nach längerer krankheitsbedingter Pause in Oberhof wieder am Start. Sie selbst bezeichnete es als „zweiten Saisonstart.“ Bisher hat Grotian die DSV-interne Olympianorm noch nicht erfüllt und meinte dazu: „Die letzten Wochen waren nicht ganz so einfach für mich. Natürlich ist Druck da. Je mehr man darüber nachdenkt, umso schlimmer wird es. Über ihre zwei Fehler im Liegendanschlag ärgerte sie sich, „weil das Anschießen perfekt war. Ich hab stehend dann doch bewiesen, dass ich es kann am Schießstand zu arbeiten.“ Sie sortierte sich mit einem Rückstand von 1:45,2 Minuten auf dem 30. Rang ein. Anna Weidel schoss liegend schnell und fehlerfrei, im Stehen blieb eine Scheibe schwarz und auf der Runde, vor allem in der letzten, kassierte sie einen großen Zeitrückstand.
Lisa Theresa Hauser startet nicht in Oberhof
Von den fünf Damen aus Österreich platzierte sich Anna Gandler nach einer Strafrunde auf Rang 25 als Beste. Anna Juppe (0:2) belegte Rang 55 knapp vor Dunja Zdouc (0:1). Lea Rothschopf und Lara Wagner haben die Verfolgung nicht erreicht. Lisa Theresa Hauser ist krank und ist gar nicht erst in Oberhof angereist. Die Schweizerinnen konnten sich trotz guter Leistung am Schießstand nur auf den Rängen 35 (Amy Baserga), 36 (Lea Meier) und 52 (Lena Häcki-Groß) platzieren. Alle drei kamen mit einem Schießfehler durch. Aita Gasparin (1:1) belegte Rang 57 und hat damit auch die Verfolgung erreicht, was Lydia Mettler (1:2) auf Platz 79 nicht gelang.
Der weitere Wettkampfplan in Oberhof




















