Hanna Oeberg gewinnt den letzten Sprint der Saison 2025/26 vor Lisa Vittozzi und ihrer Schwester Elvira. Mit diesem Ergebnis hat Schweden den Französinnen den Sieg in der Nationenwertung entrissen. Lou Jeanmonnot gewinnt auch mit Rang sechs die kleine Sprintkugel und sichert sich bereits vorzeitig den Sieg in der Gesamtweltcupwertung. Beste Deutsche wird Vanessa Voigt und alle sechs DSV-Damen haben sich für die Verfolgung qualifiziert.
Schwierige Streckenbedingungen
Aufgrund der warmen Streckenbedingungen ging man davon aus, dass die Loipe im Laufe des Wettkampfs deutlich tiefer wird und um den Top-Athletinnen die besten Bedingungen zu bieten, wurde von der Wettkampfjury die Startreihenfolge geändert. Die weltbesten Athletinnen gingen demgemäß nicht erst ab der Startnummer 40 sondern in den ersten Startgruppen ins Rennen. 107 Läuferinnen nahmen am Sprint teil und die früh gestarteten Athletinnen legten Zeiten vor, die schwer mehr zu toppen waren und ebenso früh stand mit Startnummer 23 Hanna Oeberg als Siegerin fest.
Doppelpodest für Schweden
Nachdem sowohl Lou Jeanmonnot und auch Julia Simon jeweils eine Scheibe verfehlten und im Ziel erst einmal Julia Simon mit einem Vorsprung von 14,1 Sekunden, den sie sich vor allem durch das schnellere Schießen und auch die deutlich stärkere Schlussrunde erarbeitete, in Führung ging, war klar, dass für den Sieg die Null am Schießstand unerlässlich ist. Hinter den beiden Französinnen kam erst Lisa Vittozzi nach zehn Treffern ins Ziel und setzte sich an die Spitze. Aber danach war auch die Schwedin Elvira Oeberg fehlerfrei durchgekommen, verlor allerdings auf der letzten Runde im Fernduell gegen die Italienerin. Elvira Oeberg sortierte sich im Ziel mit einem Rückstand von 14,8 Sekunden hinter Lisa Vittozzi ein. Gleich im Anschluss war aber die zweite der Oeberg-Schwestern unterwegs und Hanna Oeberg hatte ihre zehn Schüsse ebenfalls ins Ziel gebracht. Mit dem Vorteil über die Laufzeiten der Athletinnen davor unterrichtet zu sein übernahm Hanna Oeberg mit der schnellsten Gesamtlaufzeit und einem Vorsprung von 5,3 Sekunden vor Lisa Vittozzi die Führung.
Schweden sichert sich den Nationencup
Am Holmenkollen war heute der Tag der Schwedinnen. Sie haben im Sprint eine bemerkenswerte Teamleistung vollbracht, den Rückstand von fünf Punkten zu Frankreich locker aufgeholt und schließlich die Nationenwertung der Damen in der Saison 2025/26 gewonnen. Zur kleinen Kristallkugel kommt ein Scheck an den Verband über 60.000 Euro. „Wir haben eine tolle Teamleistung heute abgeliefert und wir wussten zuvor, dass wir um den Nationencup laufen und das hat sich ausgezahlt,“ freute sich Hanna Oeberg am ZDF-Mikrofon. Hanna Oeberg gewinnt den Sprint in Oslo mit 5,3 Sekunden Vorsprung vor Lisa Vittozzi. Hanna Oeberg hat damit nach Ruhpolding und Annecy den dritten Sprintsieg in der Saison erreicht. „Ich glaube dieses Jahr kann man mich eine Sprintspezialistin nennen. Ich habe versucht das zu trainieren, auch was den Schießstand angeht. Ich denke nicht so viel und es hat sich super angefühlt,“ so Hanna Oeberg nach dem Rennen, die auch angab, dass die Strecken am Holmenkollen zu ihren Lieblingsstrecken zählen. „Natürlich gibt es auch andere tolle Wettkampfstrecken, aber ich liebe diese Strecke und ich habe immer noch viel Energie und die Form ist noch gut.“ Elvira Oeberg wird Dritte und hatte 20,1 Sekunden Rückstand auf ihre Schwester. Alle drei Podestplatzierten blieben am Schießstand fehlerfrei. Neben den Oebergs platzierte sich Anna Magnusson auf dem siebten Platz (0:0) vor Anna-Maria Heijdenberg (0:0) auf Rang acht. Linn Gestblom sicherte sich mit zehn Treffern den neunten Platz. Das ganze Team freute sich mit ihren Trainern, als sie mit der kleinen Kristallkugel geehrt wurden.
Lou Jeanmonnot gewinnt Sprintwertung und vorzeitig auch die Gesamtwertung
Die Französin Lou Jeanmonnot, im gelb-roten Trikot im Rennen, erreichte nach fünf Treffern im Liegen und einem Fehlschuss im stehenden Anschlag das Ziel auf Rang sechs mit einem Rückstand von 52 Sekunden auf die siegreiche Schwedin. Jeanmonnot war bereits vor dem Sprint neben dem Sieg in der Einzelwertung auch die kleine Kristallkugel im Sprint sicher, da ihr Vorsprung auf die finnische Verfolgerin Suvi Minkkinen 91 Punkte betrug. Suvi Minkkinen kam nach zehn Treffern mit einem Rückstand von 1:12 Minuten als Elfte ins Ziel und platzierte sich damit deutlich hinter Jeanmonnot die mit diesem Ergebnis auch vorzeitig als Gesamtweltcupsiegerin feststeht. „Ich habe in den letzten drei Jahren viel gelernt,“ sagte Jeanmonnot im ZDF-Interview. Angesprochen waren damit ihre jeweils zweiten Plätze in der Gesamtweltcupwertung, „und vor allen Dingen habe ich gelernt, diese Pokale zu gewinnen und als ich letztes Jahr mit Franzi (Preuß) gekämpft habe, habe ich eine ganze Menge daraus gelernt, also hauptsächlich gelernt zu gewinnen und diesen Zweikampf anzunehmen.“ Jeanmonnot äußerte sich nochmals zu dem Duell mit Franzi Preuß und sagte: „Das Kopf-an-Kopf-Rennen war tatsächlich der fairste Kampf, den ich je gemacht habe.“ Die Kristallkugeln für den Sieg in der Einzelwertung und für den Sieg in der Sprintwertung wurden nach der Siegerehrung an Lou Jeanmonnot verliehen.
Platz 5 in der Nationenwertung gesichert
Auf Platz 16 nach einer Strafrunde wurde Vanessa Voigt beste Deutsche. Sie wird mit einem Rückstand von 1:23 Minuten am Samstag in die Verfolgung starten. Sie hat in der Nationenwertung damit wertvolle Punkte geliefert, ebenso Julia Tannheimer (2:0) und Janina Hettich-Walz (0:2), die auf den Plätzen 22 und 23 ins Ziel kamen. Diese drei Ergebnisse flossen als letzte Ergebnisse in die Nationenwertung ein und damit steht fest, dass dem deutschen Damennationalteam auch in der nächsten Saison sechs Startplätze im Weltcup zustehen. Am Ende hat Deutschland 233 Punkte Vorsprung vor Tschechien auf dem sechsten Platz und Finnland auf Platz sieben. Mit ihrem Sprintergebnis war Vanessa Voigt allerdings nicht ganz zufrieden. „Ich glaube da war heute schon mehr drinnen.“ Da die Strecke teilweise auch für die Athleten gesperrt war, sah es mit der Besichtigung und Vorbereitung schwierig aus: „Keiner konnte sich vorbereiten, jeder hatte die gleichen Bedingungen und es ist eine Einstellungssache, wie man an das Rennen ran geht.“ Mit dem Ski hatte sie kein gutes Gefühl „das war heute nicht ganz so vorhanden, da war kein Feedback vom Ski, das man weiß: es läuft.“ Bezüglich der Nationenwertung meinte sie mit einem Lächeln mit dem Hinweis nicht überheblich oder arrogant wirken zu wollen.: „Es war hinten raus schon noch mal ein Kampf, aber das sollte für eine Biathlon Nation wie Deutschland schon drin sein“.
Sechs Deutsche in der Verfolgung
Neben Vanessa Voigt hat es auch Julia Tannheimer in die Verfolgung geschafft. „Ich will immer alles geben,“ sagte sie am ZDF-Mikrofon. „Ich habe heute versucht die erste Runde schneller zu laufen, in Otepää hat es mich sehr genervt, dass ich da so viel verloren habe, das habe ich heute aber auf der letzten Runde büßen müssen. Das muss ich noch lernen,“ gab Tannheimer zu die auch erklärte, dass gerade eine tiefe Spur die Abfahrten noch viel schwieriger macht. Janina Hettich-Walz erklärte, dass sie wusste was auf der Strecke auf sie zukommt. „Die letzten Tage durften wir nicht auf die Strecke und wir konnten auch nicht schießen.“ Ich bin schlecht ins Rennen rein gekommen, zwei Fehler stehend ist mindestens einer zu viel. Stehend bin ich diese Saison einfach extrem wackelig, ich habe es nicht hingekriegt, meine Waffe ruhig zu bekommen, aber vielleicht gelingt es mir in der Verfolgung besser.“ Selina Grotian traf liegend eine Scheibe nicht, im Stehen hielt sie sich schadlos und erinnert sich noch an ihren Sturz dort im letzten Jahr. „Ich weiß, ich hätte in der Abfahrt noch ein bißchen besser fahren können, aber jeder der schon mal auf Langlaufskiern gestand hat, der weiß, wie schwierig solche Abfahrten sein können.“ Am Ende belegte Selina Grotian Platz 26. Julia Kink (1:0) überquerte als letzte der deutschen Starterinnen die Ziellinie als 38. „Beim Einlaufen war es noch recht gut (die Strecke), aber mit meiner späten Startnummer war es schon ganz schön tief.“ Für Marlene Fichtner war es das erste Rennen am traditionsreichen Holmenkollen und nachdem sie erst am Wettkampftag zum ersten Mal die Runde besichtigen konnte, zeigte sie sich zufrieden mit ihrem Rennen. „Ich glaube ich habe das Beste daraus gemacht. Ich habe versucht konsequent an die Sache ranzugehen. Der letzte Schuss ist mir einfach weggegangen.“
Hauser und Gandler in Verfolgung
Sowohl Anna Gandler als auch Lisa Theresa Hauser leisteten sich stehend und liegend einen Fehler und haben auf den Rängen 34 und 36 die Verfolgung erreicht. Nicht dagegen Anna Andexer (2:2) als 78. und Tamara Steiner (1:0) als 81. Lara Wagner war nicht am Start. In der Nationenwertung der Damen ist Österreich um einen Platz abgerutscht. Als Achte stehen ihnen aber auch in der nächsten Saison fünf Weltcupstartplätze zu.
Für die Schweiz haben Lena Häcki-Groß (1:1) als 28., Lea Meier (0:1) als 31. und Lydia Mettler (0:1) als 39. sowie Aita Gasparin (0:1) auf Rang 57 die letzte Verfolgung der Saison erreicht. Coralie Langel gelang dies trotz fehlerfreien Schießens nicht. Sie erreichte das Ziel als 65. und Amy Baserga kassierte insgesamt vier Strafrunden und überquerte die Ziellinie als 67.
Fazit von Felix Bitterling
„Mannschaftlich können wir nicht zufrieden sein. Wir haben keinen Top-10 und keinen Top-15 Platz erreicht. Bei Vanessa leider der eine zu viel, sonst hätte sie eine gute Ausgangsposition gehabt für den Verfolger. Unsere beiden Schnellsten auf der Strecke Julia Tannheimer und Janina Hettich-Walz leider wieder mit diesen Doppelfehlern. Im jeweils anderen Schießen haben sie es gut hingekriegt, aber da ist der Zug dann weg. Selina nicht das was sie kann, trotzdem ein Resultat was solide war. Nichts destotrotz gehört sie weiter nach vorne.“ Dass Julia Kink und Marlene Fichtner in der Verfolgung dabei sind, wertete der scheidende Sportdirektor Biathlon beim DSV ganz klar als positiv. Beide liefen zum ersten Mal am Holmenkollen und hatten vorher nur kurz die Möglichkeit sich mit den Strecken und der Anlage vertraut zu machen. „Ich denke, auf jeden Fall, dass Marlene Fichtner und Julia Kink, die hier nicht trainieren konnten und heute zum ersten Mal im Hellen die Strecke gesehen haben, muss man schon Abstriche machen bei der Bewertung der Ergebnisse. Ich glaube am Schießstand, der ihnen ja beiden unbekannt ist, haben sie es gut gemacht und auf der Strecke bei den tiefen Bedingungen ist eine Kenntnis von der Strecke von Vorteil. Alles in allem sind wir nicht zufrieden.“
Ergebnis
Weltcupstand Damen
Das weitere Wettkampfprogramm
Freitag, 20.03.2026: 16.15 Uhr – Sprint Herren
danach Verleihung der Sprintkugel, der Einzelkugel, der Nationenwertung
Samstag, 21.03.2026: 13.45 Uhr – Verfolgung Damen
danach Verleihung der Verfolgungskugel, der Staffelkugel, der Mixed-Staffel-Kugel
Samstag, 21.03.2026: 16.15 Uhr – Verfolgung Herren
danach Verleihung der Verfolgungskugel, der Staffelkugel
Sonntag, 22.03.2026: 13.45 Uhr – Massenstart Damen
danach Trophäe für die beste U-23-Athletin, Massenstartkugel, große Kristallkugel
Sonntag, 22.03.2026: 16.30 Uhr – Massenstart Herren
danach Trophäe für den besten U-23-Athleten, Massenstartkugel, große Kristallkugel
Die Wettkämpfe aus Oslo werden vom ZDF und von EUROSPORT live übertragen. Kurzfristige Änderungen in den Startzeiten sind möglich.




























































