Französischer Doppelerfolg im Massenstart der Damen beim Biathlon Weltcup in Nove Mesto na Morave. In einem spannenden Finish setzte sich Julia Simon durch und gewinnt vor Oceane Michelon und Lisa Vittozzi. Franziska Preuß landet auf Platz 13.
Zweiter Massenstart der Saison
Zum Abschluss des Biathlon Weltcups in Nove Mesto na Morave stand ein Massenstart auf dem Programm, der zweite in diesem Winter. Im ersten, in Annecy Le Grand Bornand, siegte Maren Kirkeeide vor den beiden Französinnen Lou Jeanmonnot und Justine Braisaz-Bouchet. Kirkeeide ist bereits für die Olympischen Spiele in Mailand/Cortina nominiert und gehört in Tschechien nicht zum aufgebotenen Team. Das rote Trikot fehlte daher in Nove Mesto und Kirkeeide konnte ihre Führung in dieser Wertung nicht verteidigen. Neben Kirkeeide fehlten viele der 25 besten Damen der Gesamtweltcupwertung und daher haben sich viele Athletinnen, die sich im kurzen Einzel zu Beginn des Weltcups in Tschechien gut platzierten, für den Massenstart qualifiziert. Für Deutschland stand neben Franziska Preuß noch Marlene Fichtner, deren Fauxpas in der Single Mixed zur Disqualifikation des deutschen Duos führte, an der Startlinie. Darüber hinaus sechs Französinnen, mit Lisa Theresa Hauser und Tamara Steiner zwei Österreicherinnen und vier Schweizerinnen, nachdem Lea Meier, ebenfalls qualifiziert, nicht startete.
Erst führt Lisa Vittozzi, dann übernimmt Camille Bened
Der Massenstart der Damen spät am Abend war vor 23.500 Zuschauern der letzte Bewerb des Biathlon Weltcups in Nove Mesto. Fünf Mal war die Runde zu 2,5 km mit dazwischen vier Schießeinlagen zu absolvieren. Die Olympiasiegerin in dieser Disziplin, Justine Braisaz-Bouchet führte das Feld zum ersten Anschlag und Lisa Vittozzi räumte ihre Scheiben als Schnellste ab und übernahm die Spitzenposition vor Julia Simon und den weiteren beiden Französinnen Oceane Michelon und Lou Jeanmonnot. Dahinter kam Franziska Preuß nur 3,4 Sekunden später zurück in die Loipe. Im Laufe der Runde zum Stehendschießen übernahm Jeanmonnot die Führungsarbeit und Franziska Preuß führte ein Verfolgertrio hinter dem Vierergespann an der Spitze. Von den vorderen Läuferinnen kam keine unbeschadet davon und Camille Bened war die Erste mit fünf Treffern und bog führend in die nächste Runde, gefolgt von Lisa Vittozzi, die am Schießstand wieder als Schnellste agierte, und Julia Simon. Franziska Preuß verfehlte zwei Scheiben und hatte 43,3 Sekunden Rückstand als sie als 18. aus der Strafrunde lief.
Vierergruppe an der Spitze
Zum ersten Stehendschießen hatte sich an der Spitze eine Fünfergruppe mit vier Französinnen und dazu die Italienerin Lisa Vittozzi formiert. Und jede von ihnen räumte die fünf Scheiben fehlerfrei ab. Julia Simon war die Schnellste und verließ den Schießstand in Führung liegend vor Oceane Michelon und Lisa Vittozzi. Lou Jeanmonnot bog wenige Sekunden dahinter ein und auch Bened hatte einen kleinen Abstand zu Jeanmonnot. Franziska Preuß traf ihre fünf Scheiben in 22,9 Sekunden und rückte auf die zwölfte Position vor, zusammen mit Dorothea Wierer. An der Spitze haben sich Vittozzi, Simon, Michelon und Jeanmonnot etwas von der fünften Dame, von Camille Bened, abgesetzt. Das Quartett vorne wechselte sich in der Führungsarbeit ab und eine davon dürfte bei drei Podestplätzen leer ausgehen. Die (Vor-)Entscheidung fiel im letzten Schießen. Zu viert standen sie aufgereiht und jede von ihnen traf die fünf Scheiben. Jetzt sollte die Entscheidung über die Podestplatzierungen erst auf der Runde fallen. Franziska Preuß kassierte noch eine Strafrunde und kam als Elfte zurück in die Schlussrunde.
Wer geht leer aus?
Oceane Michelon, Julia Simon und Lisa Vittozzi bestimmten das Tempo und es schien, als könnte Lou Jeanmonnot nicht mithalten. In der Abfahrt vor dem Tunnel fuhren Michelon und Simon an Vittozzi vorbei, im Anstieg konterte die Italienerin wieder. In der Abfahrt schienen die Skier der Französinnen besser zu laufen und im letzten Anstieg nach dem Tunnel sprang Simon richtig an, Michelon folgte ihr und bereits hier schien Vittozzi geschlagen zu sein. Julia Simon überquerte die Ziellinie als Siegerin vor Oceane Michelon und Lisa Vittozzi. Lou Jeanmonnot ging auf dem vierten Rang leer aus, dann sortierte sich Camille Bened als Fünfte ein und das Feld der Top-6 komplettierte die Finnin Suvi Minkkinen.
Franziska Preuß auf Rang 13
Franziska Preuß überquerte die Ziellinie nach insgesamt drei Strafrunden (0:2:0:1) auf dem 13. Platz. „Liegend habe ich zu spät reagiert,“ erklärte Franziska Preuß nach dem Rennen am ARD-Mikrofon zu den zwei Strafrunden im zweiten Anschlag. „Es war sehr zäh,“ so Preuß, die nach dem Rennen auch noch zur Doping-Kontrolle gebeten wird, „wenns läuft, dann läufts“ meinte sie und gab an, dass sie am Anfang ganz gut die Pace machen konnte, „aber dann hat der Ski ziemlich zugemacht und ich war dann auch körperlich angeknockt.“
Marlene Fichtner begann mit zwei Fehlern und in der Folge blieb sie fehlerfrei. Ins Ziel kam sie auf Platz 21. „Ich bin mit einem Zweier gestartet, da verliert man gleich den Anschluss, dann drei Mal Null, das war dann gut,“ so Fichtner, die offensichtlich das Missgeschick vom Tag zuvor in der Single Mixed Staffel, das zur Disqualifikation führte, gut verdaut hat. Die Brille hatte sich am Vortag mit dem Tragegestell verhakt und so schlüpfte sie mit dem linken Arm erst als sie die Matte bereits verlassen hatte in den Tragegurt. „Ich habe versucht bei mir zu bleiben und da gar nicht groß dranzudenken und nachdem meine Brille eh beschlagen war, hab ich sie gleich weggeworfen.“ Für Fichtner gilt es so schnell wie möglich zu regenerieren, denn sie fliegt am nächsten Tag gleich von Prag aus direkt zu den Biathlon Europameisterschaften nach Sjusjoen in Norwegen. „Ich freue mich riesig darauf. Letztes Jahr war es schon ein Wahnsinnserlebnis. Da durfte ich mir schon den Traum einer Einzelmedaille erfüllen.“
Amy Baserga in den Top-10
Von den vier Schweizerinnen konnte sich Amy Baserga trotz drei Strafrunden auf einem hervorragenden neunten Platz behaupten. Aita Gasparin verfehlte nur im letzten Anschlag eine Scheibe und kam als 15. ins Ziel. Lena Häcki-Groß (0:1:0:1) wurde 18. und Lydia Mettler belegte nach insgesamt fünf Strafrunden Rang 25.
Auswirkungen auf den olympischen Massenstart
Lisa Theresa Hauser hatte zwei Strafrunden im Gepäck und platzierte sich vor Baserga auf Rang acht. Dadurch wird Hauser in der Gesamtweltcupwertung auf dem 15. Platz, vor Vanessa Voigt, geführt. Die besten 15 der Gesamtweltcupwertung sind für den olympischen Massenstart vorqualifiziert, demnach wäre lediglich Franziska Preuß aus deutscher Sicht fix dabei. Die Top-15 zu erreichen, war das Ziel heute von Lisa Theresa Hauser: „Dieser achte Platz ist natürlich richtig cool. Mein Ziel war es heute, in die Top-15 zu laufen, weil ich noch einmal gute Punkte machen wollte, um am Ende auch im Gesamtweltcup wieder unter den besten 15 zu sein. Das ist mir gelungen und von daher war das heute ein sehr cooler Tag. Gerade die letzte Stehendserie war alles andere als einfach, aber ich konnte die Null bringen und noch ein paar Plätze gutmachen. Dieser achte Platz taugt mir irrsinnig. Der elfte Platz von Tamara ist auch richtig stark und hat uns beiden ein paar emotionale Momente im Ziel beschert.“ (Quelle: PM Ski Austria). Neben Lisa Theresa Hauser erreichte auch Tamara Steiner mit zwanzig Treffern und Rang 11 ein Top-Ergebnis zum Abschluss in Nove Mesto.
Letztes Weltcuprennen der Karriere?
Nicht nur Dorothea Wierer hat in Nove Mesto na Morave im Massenstart das letzte Weltcuprennen ihrer Karriere bestritten. Sie hat im Vorfeld bereits bekannt gegeben, dass sie nach den Wettkämpfen der olympischen Winterspiele in ihrer Heimat Schluss macht. Heute erschien noch eine Meldung, dass es möglicherweise auch für Franziska Preuß das letzte Weltcuprennen gewesen sein könnte. Die ARD schreibt in ihrem Nachbericht: Preuß: „Vielleicht die letzten Weltcuprennen“ Preuß sorgte nach dem Wettkampf mit einer Aussage über ein mögliches Karriereende für einige Aufmerksamkeit: „Vielleicht waren es meine letzten Weltcuprennen. Deswegen war ich froh, dass ich noch einmal hier war“, sagte die 31-Jährige am Sportschau-Mikrofon. Das könnte bedeuten, dass die Bayerin nach den Olympischen Winterspielen ihre erfolgreiche Karriere direkt beendet. Eine offizielle Stellungnahme von Franziska Preuß gibt es derzeit nicht.
Weltcupgesamtstand Damen nach Nove Mesto















































