Der Gesamtweltcupführende Tommaso Giacomel sichert dem italienischen Mixed-Team den Sieg beim Biathlon Weltcup in Nove Mesto. In einem dramatischen Finish setzt sich Michal Krcmar durch und bringt die tschechische Mixed-Staffel mit Unterstützung des Heimpublikums hinter Frankreich auf dem dritten Platz ins Ziel. Deutschland muss sich mit einem elften Rang zufrieden geben.
Mancher Top-Athlet fehlt in Noe Mesto
Bisher gab es nur in Östersund zur Saisoneröffnung des Biathlon Weltcups gemischte Staffelbewerbe. Schweden siegte dort mit der Single Mixed und Frankreich mit der Mixed Staffel. Das DSV-Team brachte die Mixed-Staffel in der Besetzung Justus Strelow, Simon Kaiser, Janina Hettich-Walz und Julia Tannheimer auf einem enttäuschenden achten Rang ins Ziel. Deutschland lag in der Staffelwertung vor den Rennen in Nove Mesto auf dem fünften Platz. Im Vergleich zu Östersund sind bei vielen Nationen nicht die Top-Athleten aufgestellt, nachdem einige Nationen gewissermaßen eine B-Mannschaft zum Biathlon Weltcup nach Nove Mesto entsandt haben. In Tschechien finden die letzten Weltcupbewerbe vor den Olympischen Spielen in Mailand/Cortina (08. bis 21.02.2026) statt.
Österreich übergibt in Führung liegend vor Frankreich
Anna Weidel absolvierte ihr Schießen im Liegen trotz eines Nachladers in nur 26 Sekunden und ging 4,5 Sekunden hinter Schweden, Österreich und Slowenien als Vierte in die nächste Runde. Beim Stehendanschlag reichten Anna Weidel ihre drei Zusatzpatronen nicht aus, um alle Scheiben weiß werden zu lassen und sie musste eine Strafrunde laufen. Die Spitze übernahm schnell Oceane Michelon, die hinter Johanna Skottheim in die Spur zurück kam. Lena Häcki-Groß räumte stehend am Schnellsten ab. Richtung Wechsel übernahm Anna Gandler die Spitzenposition und schickte Anna Juppe 1,3 Sekunden vor Frankreich in die Spur. Dahinter wechselte Schweden, die Schweiz, Polen und Italien und Anna Weidel übergab als 13. mit einem Rückstand von 56,9 Sekunden.
Frankreich übernimmt Spitzenposition
Justine Braisaz-Bouchet übernahm die Führungsarbeit, aber die Österreicherin Anna Juppe hielt sich lange an der Französin. Zum Liegendschießen kam Braisaz-Bouchet in Führung liegend, musste ein Mal nachladen während Juppe fünf Treffer setzte und mit 7,9 Sekunden Vorsprung wieder in Führung ging. An dritter Position lief Lisa Vittozzi gefolgt von der Schweizerin Aita Gasparin. Hanna Kebinger kam fehlerfrei durch und war Elfte als sie wieder zurück in die Spur bog. Hinter der führenden Österreicherin schob sich die Französin wieder heran und schließlich auch vorbei. Hinter den beiden konnte die Italienerin Lisa Vittozzi nicht aufholen, auf ihren Rückstand zur Spitze kamen sogar noch wenige Sekunden dazu. Braisaz-Bouchet räumte schnell ab, Österreich und Italien verfehlten jeweils zwei Scheiben. Aita Gasparin hat sich mit fehlerfreiem Schießen auf die zweite Position gearbeitet, Vittozzi folgte eine Sekunde später und Anna Juppe hatte auf Vittozzi 6,3 Sekunden Rückstand. Unter tosendem Beifall hat sich die Tschechin vor Heimpublikum auf den fünften Rang nach vorne gearbeitet und Hanna Kebinger lief an zehnter Position. „Ich bin schon lange keine Weltcupstaffel mehr gelaufen und daher mit Vorfreude ins Rennen gegangen,“ so Hanna Kebinger nach dem Rennen am ARD-Mikrofon. „Bei der Stimmung und bei der Kulisse macht es Spaß und es ist ein Highlight hier laufen zu dürfen.“
Positionskämpfe hinter den führenden Franzosen
Mit deutlichem Vorsprung von 27,1 Sekunden übernahm der Franzose Oskar Lombardot als Erster vor Italien. Schweiz und Österreich waren dicht dran und dann wechselte Tschechien vor Schweden. Danilo Riethmüller übernahm an zehnter Position mit einem Rückstand von 1:12,7 Minuten. Zum Liegendschießen blieben die Positionen unverändert, Frankreich führte deutlich und dahinter kamen nahezu zeitgleich Italien, die Schweiz und Österreich zum Schießen, allerdings war Lombardot da bereits wieder weg. Der Österreicher folgte als Erster, dann Italien und auch die Schweiz. Nach einem Nachlader blieb es für Riethmüller an der zehnten Position und der Rückstand hatte sich wieder etwas aufsummiert. Der Franzose an der Spitze hielt das Tempo hoch und aus dem Dreiergespann hinter ihm konnte sich keiner lösen. Alleine am Schießstand traf Lombardot die fünf Scheiben und Lukas Hofer folgte als Erster und hatte nur mehr 16,9 Sekunden Rückstand auf den führenden Franzosen. Nachdem vor ihm viele Fehler schossen und sogar Strafrunden kassierten, konnte der Schwede Viktor Brandt als Dritter seine Staffel in eine gute Position bringen. „Devise war es heute von hinten was gut zu machen. Ich bin gleich offensiv reingestartet und habe versucht auf der Strecke was gut zu machen,“ so Danilo Riethmüller zu seinem Rennen in der ARD.
Frankreich oder Italien?
Beim letzten Wechsel übernahm Quentin Fillon Maillet vor dem Gesamtweltcupführenden Tommaso Giacomel, da Lukas Hofer auf der Schlussrunde noch gut aufholte. Schweden auf Rang drei hatte die USA hinter sich und dann reihten sich auch schon die Tschechen ein. Für Deutschland übernahm Roman Rees mit einem Rückstand von 1:20 Minuten als Neunter. Giacomel hatte sich an Fillon Maillet herangesaugt, behielt eine saubere Weste am Schießstand und ging in Führung, während der Franzose erst nach zwei Zusatzpatronen in die Spur zurück kam. 4,1 Sekunden trennten die beiden, aber Giacomel, derzeit in läuferischer Top-Form, hat seinen Abstand schnell vergrößert. Dahinter könnte es zwischen Germain (USA) und Krcmar (CZE) im letzten Anschlag um einen Podestplatz gehen. Auf Schießbahn eins schoss der Italiener fehlerfrei, Fillon Maillet verfehlte die letzte Scheibe und nach einem Nachlader hatte der Franzose 23,2 Sekunden Rückstand, als er in die letzte Runde einbog. Tschechien und USA standen nebeneinander, der Amerikaner schoss schnell, ließ eine Scheibe stehen, aber auch Krcmar brachte einen Schuss nicht ins Ziel. Nachgeladen wurden gleichzeitig bei jedem die Scheiben weiß und zusammen verließen sie den Schießstand. Rees dahinter investierte läuferisch viel in der Spur, verfehlte drei Scheiben, konnte die Strafrunde vermeiden und hatte mehr als zwei Minuten Rückstand auf dem achten Platz. Der Tscheche schob sich erst am Amerikaner vorbei, aber der ließ sich nicht abschütteln. Am Anstieg nach dem Tunnel sprang der Amerikaner an, aber Krcmar konterte mit Entschlossenheit auf seiner Heimstrecke, setzte sich vom Amerikaner ab und sicherte seinem Team vor den enthusiastischen tschechischen Fans den verbliebenen Podestrang.
Italien in Bestbesetzung gewinnt
Dorothea Wierer, Lisa Vittozi, Lukas Hofer und Tommaso Giacomel gewinnen mit der Mixed Staffel in Nove Mesto. Auf der Schlussrunde musste Giacomel nicht mehr volles Tempo laufen, nahm sich Zeit um den Fans an der Strecke zuzuwinken und überquerte die Ziellinie nach insgesamt zehn Nachladern vor dem französischen Quartett mit Oceane Michelon, Justine Braisaz-Bouchet, Oscar Lombardot und Quentin Fillon Maillet. Nach sieben Nachladern betrug ihr Rückstand im Ziel 24,7 Sekunden. Tschechien mit Jessica Jislova, Tereza Vobornikova, Vitzeslav Hornig und Michal Krcmar benötigte ebenfalls sieben Nachlader. Ihr Rückstand im Ziel betrug 57,2 Sekunden und nur 2,3 Sekunden vor dem Team aus den USA. Dahinter platzierten sich Schweden und Norwegen. Österreich (Anna Gandler, Anna Juppe, Patrick Jakob und Dominic Unterweger), zwischendurch sogar in Führungsposition, belegten am Ende nach sieben Nachladern den siebten Platz. Die Schweiz mit Lena Häcki-Groß, Aita Gasparin, Jeremy Finello und Matthias Riebli (1 Strafrunde/11 Nachlader) belegten Rang zehn vor Deutschland auf dem elften Platz.
Der Wettkampfplan von Nove Mesto

















































