Franziska Preuß feiert im kurzen Einzel beim Biathlon Weltcup in Nove Mesto na Morave den ersten Podestplatz in dieser Saison. Justine Braisaz-Bouchet gewinnt mit Vorsprung einer Haaresbreite vor Lou Jeanmonnot. Die Schweizerin Lena Häcki-Groß und Tamara Steiner aus Österreich in den Top-6 und Marlene Fichtner hat sich für den Massenstart am Sonntag qualifiziert.
Dorothea Wierer im roten Trikot
Bisher wurde erst ein Einzel gelaufen. In Östersund siegte beim Saisonbeginn die Italienerin Dorothea Wierer vor der Finnin Sonja Leinamo. Wierer ist in Nove Mesto im roten Trikot ins Rennen gegangen und mit der Französin Lou Jeanmonnot war auch die Trägerin des gelben Trikots, der derzeit Führenden im Gesamtweltcup, am Start. Nach dem kurzen Einzel in Nove Mesto gibt es nur noch einen Einzelbewerb, und zwar zu Beginn des letzten Trimesters, in Kontiolahti. Bereits dort wird sich entscheiden, wer mit der kleinen Kugel für den Sieg in der Einzelwertung geehrt wird. Dorothea Wierer hat bereits bekannt gegeben, dass sie nach den Olympischen Winterspielen in Mailand/Cortina ihre Leistungssportkarriere beendet und sich nach dem Massenstart am 21.2.2026 in Antholz von der großen Biathlonbühne verabschiedet.
Erster Saisonsieg von Justine Braisaz-Bouchet
Mit 1,4 Sekunden Vorsprung schnappte Justine Braisaz-Bouchet ihrer Teamkollegin Lou Jeanmonnot den Sieg im kurzen Einzel beim Biathlon Weltcup in Nove Mesto na Morave weg. Beide waren mit einer Strafzeit belastet. Während Braisaz-Bouchet deutlich mehr Zeit als Jeanmonnot in ihre Treffer investierte, kompensierte die Gewinnerin die verlorene Zeit in der Spur. Nicht nur auf der Schlussrunde, auch in der Gesamtlaufzeit, lag Braisaz-Bouchet deutlich vor Jeanmonnot. „Es war wirklich schwer auf der Strecke,“ sagte Braisaz-Bouchet nach dem Rennen am ARD-Mikrofon. „Ich musste geduldig bleiben, das war es. Es sind wirklich langsame Bedingungen und ich habe wirklich gekämpft: mit meiner Form, mit meinen Skiern, aber ich habe es hinbekommen. Auch am Schießstand. Es hat Zeit gebraucht am Schießstand, aber ich bin glücklich mit 19 von 20 Treffern.“ Lou Jeanmonnot hat mit dem zweiten Rang die Führung in der Gesamtweltcupwertung verteidigt und Dorothea Wierer in der Einzelwertung abgelöst. Dorothea Wierer unterliefen in den ersten beiden Schießen jeweils zwei Fehler und damit war klar, dass sie anderen den Vortritt auf dem Podest lassen muss. Am Ende platzierte sie sich mit fünf Fehlern auf Platz 25.
Fernduell
Im spannenden Fernduell gegen die früher gestartete Weltcupführende Lou Jeanmonnot lag Franziska Preuß 40,6 Sekunden hinter der Französin, allerdings war da Preuß bereits mit einer Strafzeit belastet und Jeanmonnot kassierte im letzten Anschlag 45 Sekunden Strafzeit. Es sollte sich zwischen Jeanmonnot und Preuß entscheiden, wobei Jeanmonnot im Ziel in Führung liegend nur abwarten konnte, was Preuß im letzten Schießen gelingt. Dazwischen kam Justine Braisaz-Bouchet ins Ziel und schob, ebenfalls mit einer Strafzeit belastet, durch die schnellere Schlussrunde mit 1,4 Sekunden Vorsprung Jeanmonnot vom Siegerpodest. Nahezu zeitgleich brachte Preuß im letzten Anschlag nach vier Treffern die letzte Patrone nicht ins Ziel und verließ den Schießstand mit einem Rückstand von 51,7 Sekunden auf dritter Position.
Erstes Saisonpodest von Franzi Preuß
Die Ziellinie überquerte Franziska Preuß als Dritte und selbst wenn sie im letzten Schießen die Null gebracht hätte, wäre es wohl der dritte Rang geblieben. „Mich ärgert der letzte Schuss schon, aber es hätte am Endresultat nichts geändert,“ so eine gelöst und fröhlich gestimmt wirkende Franziska Preuß am ARD-Mikrofon. „Mich freut es wirklich sehr, dass es heute mal geklappt hat. Es war ein Rennen das richtig Spaß gemacht hat. Heute habe ich mich seit langem mal wieder richtig auf das Rennen gefreut.“ Das Damenteam ist in Nove Mesto komplett neu formiert worden, nachdem den meisten Olympioniken eine kleine Pause gegönnt wird. Mit Marko Danz, Nik Kellerer und Andi Birnbacher ist auch ein komplett anderes Trainerteam in Nove Mesto. „Die neue Truppe, der neue Spirit und andere Ansprachen, das tat mal gut,“ so Franziska Preuß, die einen Schreckmoment beim Anschießen erlebte: „Meine Waffe ist vor dem Start kaputt gegangen und wurde geklebt. Wir wussten nicht, ob der Kleber hält. Ein Danke an das Technikerteam und an Felix (Bitterling), dass die Waffe einsatzbereit war.“ Franziska Preuß ist nach den Heimweltcups in Nove Mesto mit einem anderen Mindset herangegangen, wie sie selbst erklärte, dass es um die Belastung geht und weniger um das Resultat. „Es ist schön, dass man hier ein bißchen unter dem Radar läuft nach den Heimweltcups.
Lena Häcki-Groß meldet sich zurück
Hinter der Schwedin Anna Magnusson auf Rang vier (1:0:1:0) platzierte sich die Schweizerin Lena Häcki-Groß mit nur einer Strafzeit belastet als Fünfte und nahm damit erstmals in dieser Saison an einer Flowerzeremonie teil. Häcki-Groß hatte turbulente Wochen mit krankheitsbedingtem Ausfall, Stürzen und Gewehrbruch hinter sich und hat mit der Platzierung in den Top-5 sicherlich Selbstvertrauen getankt. Mit dem zwölften Rang von Amy Baserga (0:2:0:1), Platz 14 und 15 von Lea Meier (0:2:1:0) und Aita Gasparin (1:1:0:0) sowie Platz 24 von Lydia Mettler (1:0:0:1) hat das Schweizer Team im kurzen Einzel von Nove Mesto ein geschlossen starkes Mannschaftsergebnis erzielt. Alle fünf Damen haben sich mit ihrem Ergebnis einen Startplatz für den abschließenden Massenstart erkämpft. Coralie Langel konnte im Einzel nicht starten.
Tamara Steiner erstmals bei Flower Ceremony
Die Österreicherin Tamara Steiner war diese Saison ausnahmslos im IBU Cup am Start und wurde erstmals für den Weltcup in Nove Mesto nominiert. Zwanzig Treffer waren die Grundlage für ihr Top-Ergebnis, läuferisch liegt Steiner hinter der Weltspitze zurück. Dennoch überraschte ihre sensationelle Vorstellung, da es neben ihr nur der Rumänin Tolmacheva auf Rang 29 gelang, alle Schüsse ins Ziel zu bringen. Die Steirerin durfte sich damit über ihr bisher mit Abstand bestes Karriereergebnis freuen und erstmals in ihrer sportlichen Laufbahn an der Flower Ceremony der Top-Sechs teilnehmen. „Das ist einfach unglaublich und dass ich heute bei der Flower Ceremony dabei sein darf, hätte ich mir niemals gedacht. Das war mein erster Weltcupstart in dieser Saison und dann gleich mit einem sechsten Platz einzusteigen, ist einfach nur unfassbar,“ so Tamara Steiner. (Quelle: PM Ski Austria) Lisa Theresa Hauser kam nach vier Fehlern als 28. ins Ziel und Anna Juppe war auf Platz 34 mit fünf Strafzeiten belastet. Anna Andexer erreichte nach vier Fehlern Rang 41 und Anna Gandler (1:3:0:2) kam als 47. ins Ziel.
Marlene Fichtner sichert sich Massenstart-Startplatz
Marlene Fichtner begann mit einem Fehler im ersten Anschlag und auch im zweiten fiel eine Scheibe nicht. Mit zwei Strafzeiten belastet, musste sie das Feld von hinten aufrollen und brachte in der Folge zwei Mal die Null. Dadurch arbeitete sie sich peux a peux nach vorne. Fichtner lag zwar auf der Schlussrunde 21 Sekunden hinter der schnellsten Läuferin, der Siegerin, aber sicherte sich einen beachtlichen 16. Platz. „Ich bin sehr zufrieden, ich war kurz ein bißchen aus dem Konzept gebracht, dass ich zwei Mal mit einem Fehler angefangen habe. Dann habe ich versucht hinten raus 2 x 0 zu bringen und das ist mir gelungen,“ so eine überglückliche Marlene Fichtner, als sie erfuhr, dass sie sich mit ihrer Platzierung auch einen Startplatz für den Massenstart am Sonntag erarbeitet hat. „Die Bedingungen waren irgendwie so mehlig und doch irgendwie schon tief, ganz anders, wie an den Trainingstagen.“ Anna Weidel hat heute ihre sonst bekannte Treffsicherheit gefehlt. Mit insgesamt fünf Fehlern musste sie sich mit dem 44. Platz begnügen. Sophia Schneider auf Rang 45 und Hanna Kebinger als 46. waren ebenfalls mit fünf Strafzeiten belastet. „Fünf Fehler ist definitiv zu viel. Ich kann es mir selbst nicht erklären. Zur Zeit bekomme ich es im Einzel schwer hin. Der Schießstand wirkt einfach und ist doch schwierig, weil immer wieder etwas Wind drin ist, auch mit dem Publikum der Atmosphäre, da muss man sich immer wieder darauf einstellen,“ so Anna Weidel nach dem Rennen. Julia Kink musste sich nach acht Fehlern mit Rang 77 zufrieden geben. Im Hexenkessel der Vysocina Arena brandete jedes Mal, wenn eine tschechische Athletin nur durchs Stadion lief, ein ohrenbetäubender Lärm. Tereza Vobornikova wurde nach zwei Fehlern auf Rang zehn beste des Heimteams.
Der Wettkampfplan von Nove Mesto
























































