Der Schwede Sebastian Samuelsson gewinnt den Sprint der Herren beim Biathlon Weltcup in Ruhpolding vor Tommaso Giacomel. Der Norweger Isak Frey erreicht auf Rang drei sein erstes Weltcuppodest und David Zobel erbringt die zweite Hälfte der Olympiaqualifikation.
Erster Saisonerfolg von Sebastian Samuelsson
Aus dem Feld der roten Startgruppe, der derzeit besten im Gesamtweltcup, legte Sebastian Samuelsson mit einer fehlerfreien Serie im Liegen den Grundstein für ein erfolgreiches Rennen. Er lag bei jeder Zwischenzeit in Führung und räumte auch seine fünf Scheiben im Stehen ab. Nach 21:53,8 Minuten kam er ins Ziel und legte damit eine Zeit vor, die Bestand hatte. Samuelsson feierte in Ruhpolding seinen ersten Saisonerfolg, nachdem er die ganze Saison über auf einem konstanten Level gelaufen war. „Ja, ich bin wirklich glücklich,“ so Samuelsson, der die Strecke, anders als viele seiner Kolleginnen und Kollegen, mit denen in Oberhof verglich und meinte: „Es ist fast dasselbe. Ein bißchen anders, du musst immer Druck ausüben und Gas geben.“ Samuelsson lässt wie viele Top-Läufer den Biathlon Weltcup in Nove Mesto auslässt. „Ich bin froh mit diesem Sieg und lasse die olympischen Spiele näher kommen,“ so der Schwede am ZDF-Mikrofon.
Tommaso Giacomel bleibt im gelben Trikot
Der Italiener Tommaso Giacomel startete nach Samuelsson im gelb-roten Trikot des Führenden in der Gesamtweltcup- und auch in der Sprintwertung. Richtung Liegendanschlag war auch er schnell in der Spur, nur minimal langsamer als der spätere Sieger, aber Giacomel kassierte eine Strafrunde. Der Italiener lag läuferisch in der zweiten Runde nur knapp hinter dem Schnellsten und auf eine fehlerfreie Stehendserie lief er in der Schlussrunde nur 2,8 Sekunden langsamer als Samuelsson. Die Ziellinie überquerte er schließlich als Zweiter, 17,6 Sekunden hinter dem Schweden Samuelsson. Giacomel bleibt im gelb-roten Trikot, aber durch den heutigen Sprintsieg ist Samuelsson in beiden Wertungen auf jeweils Rang zwei hinter Gicacomel vorgerückt.
Norweger Isak Frey erreicht erstes Weltcuppodest
Der 22jährige Norweger Isak Frey, letzte Saison Gesamtsieger im IBU Cup, ist eines der großen Biathlon-Talente aus Norwegen. Diese Saison startete er durchgehend im Weltcup, war das eine oder andere Mal bereits für den IBU Cup aufgestellt und wegen Erkrankung von Kollegen doch wieder aufgerückt. Heute hat er im blauen Trikot in der Wertung des derzeit besten Biathleten unter 23 Jahren mit zehn Treffern und dazu mit einer Top-Laufleistung in der Schlussrunde bewiesen, dass er zurecht im Aufgebot steht. In der Spur war er schnellster Norweger und mit sauberer Weste am Schießstand hat auf dem dritten Rang erstmals ein Weltcup-Podest erreicht. Seine Kollegen Sturla Holm Laegreid oder der sonst so laufstarke Johannes Dale-Skjevdal hielten sich zwar am Schießstand schadlos, aber in der Spur lief es nicht so, wie man es von ihnen gewohnt war. Laegreid belegte am Ende mit 46,7 Sekunden Rückstand Rang sieben und Dale-Skjevdal hatte auf dem zehnten Rang einen Rückstand von 53,5 Sekunden. Rückstände, die im darauffolgenden Verfolgungswettkampf erst einmal aufgeholt werden müssen, um eine erfolgreiche Platzierung zu erreichen. Hinter Frey haben sich die beiden Franzosen Quentin Fillon Maillet (0:0) und Eric Perrot (1:0) sowie der Schwede Martin Ponsiluoma (0:1) platziert.
David Zobel knackt Olympianorm
David Zobel, der bereits im Oberhofer Sprint mit Rang zwölf eine erste Teilnorm erfüllte, hielt sich liegend schadlos und hat sich damit den Grundstein für ein Top-Ergebnis gelegt. Stehend brachte er nochmals die Null und musste dann im Ziel abwarten, ob es reicht. Am Ende wird David Zobel als bester Deutscher auf dem neunten Rang mit einem Rückstand von 47,6 Sekunden geführt. Zobel zeigte vor allem in der Spur großen Willen, mit ungeahnten Kräften überholte er auf der Schlussrunde einen Athleten nach dem anderen und sogar im Zielsprint machte er noch einen Platz gut. Zobel hat nicht nur eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung, er hat damit auch die zweite Hälfte der internen Olympiaqualifikation erreicht. „Für mich war das Wichtigste heute die Teildisziplin. Ich habe lange nach den 100 Prozent gesucht, heute sind sie endlich gekommen. Es war verdammt eng, Richtung Flower, das wäre noch ein Traum gewesen.“ Nach Zobels Aussage ist Olympia das Thema schlechthin für jeden und ein glücklich strahlender David Zobel erklärte, dass die Bedingungen gut gewesen seien. „Es kommt mir entgegen, dass es schnell ist. Deshalb ist es mir auch geglückt locker zu bleiben.“
Letzte Chance in der Verfolgung
Ob Lucas Fratzscher, Danilo Riethmüller oder Johannes Kühn noch auf den Olympia-Zug aufsteigen können, wird sich in der Verfolgung von Ruhpolding zeigen. Alle drei stehen mächtig unter Druck. Die beste Ausgansposition hat sich Lucas Fratzscher nach jeweils einer Strafrunde aus dem liegenden und dem stehenden Schießen erarbeitet. Mit einem Rückstand von 1:28,8 Minuten startet er von Platz 28 aus. Für Riethmüller war es ein gebrauchter Tag, kopfschüttelnd stand er im Zielbereich. Nach zwei Schießfehlern im Liegen folgten zwei weitere im Stehen und auf der Schlussrunde musste er richtig Gas geben, um überhaupt die Verfolgung zu erreichen. Mit 2:07 Minuten Rückstand belegte er schließlich Platz 55. Wie Riethmüller konnte auch Johannes Kühn seine Chance nicht nutzen. Er verfehlte liegend zwei und stehend eine Scheibe und am Ende hat er auf Platz 57 die Verfolgung gerade noch, wie schon in Oberhof als 60., erreicht.
Philipp Nawrath und Justus Strelow haben die Kriterien für ein Olympia-Ticket bereits früh erfüllt. Heute erreichte Nawrath nach der Null im Liegen und einer Strafrunde aus dem Stehendanschlag Rang elf und ärgerte sich nach dem Rennen über den fehlerhaften Schuss. „Der eine stehend ist weggeflutscht, zu unsauber abgegeben. Das ärgert mich ziemlich, wenn ich auf das Ergebnis schaue, wäre wieder Einiges nach vorne möglich gewesen,“ so Philipp Nawrath nach dem Rennen beim ZDF. Justus Strelow kassierte nach der Null im Liegen beim zweiten Schießen zwei Strafrunden und überquerte die Ziellinie auf Rang 44. Läuferisch lag er in der Gesamtzeit mehr als eine Minute hinter dem Sieger aus Schweden, der Laufbestzeit bot.
Der weitere Wettkampfplan in Ruhpolding

























