Die Herrenstaffel beim Biathlon Weltcup in Oberhof war spannend wie selten und Norwegen gewinnt im Zielsprint vor Frankreich und Schweden. Das DSV-Team überquert nach überzeugender Gesamtleistung die Ziellinie nach Italien auf dem fünften Rang.
Wer setzt sich in Oberhof durch?
Bisher gab es in der Saison 2025/26 zwei Staffelbewerbe. Sowohl in Östersund als auch in Hochfilzen gab es ein identisches Podest, denn es siegte jeweils Norwegen vor Frankreich und Schweden. In Oberhof trat für Norwegen ein weniger bewährtes Quartett an und es sollte spannend werden. Oberhof präsentierte sich mit vollen Zuschauertribünen, blauem Himmel, Sonnenschein, bei minus zehn Grad weiß angefrorenen Bäumen und Windstille mit bestem Winterwetter zur Herrenstaffel über 4 x 7,5 km.
Norwegen und Frankreich übernehmen Spitzenposition
Nach dem ersten Liegendanschlag verließ der Norweger Isak Frey zusammen mit Fabien Claude und Patrick Braunhofer in Führung liegend den Schießstand. Justus Strelow hatte an sechster Position nach einem schnellen Nachlader 4,3 Sekunden Rückstand. Zum Stehendanschlag kamen die 14 Staffeln, die sich leicht abgesetzt haben, innerhalb sieben Sekunden. Isak Frey für Norwegen bog nach einem kleinen Strauchler beim Verlassen der Schießmatte als Erster in seine Schlussrunde, 2,1 Sekunden vor dem Franzosen Fabien Claude. Justus Strelow verfehlte die erste Scheibe, lud erneut schnell nach und hatte eingangs seiner Schlussrunde als Sechster 9,5 Sekunden Rückstand, gefolgt von Österreich und der Schweiz. „Heute ist es etwas weniger windig als die letzten Tage,“ resümierte Justus Strelow nach dem Rennen in der ARD. „Es ist ein leichtes Lüftchen drin, es ist sehr gut beherrschbar.“
Fratzscher bringt DSV-Staffel nach vorne – Schweiz in Führung
Frankreich und Norwegen wechselten zeitgleich 11,5 Sekunden vor Schweden, dann Tschechien und Justus Strelow, der in seinem Heat sechste Gesamtlaufzeit hatte, und Lucas Fratzscher mit 17,4 Sekunden Rückstand an fünfter Position ins Rennen schickte. Johannes Dale-Skjevdal und Emilien Jacquelin vergrößerten ihren Vorsprung auf der Strecke zum Liegendanschlag und machten sich gemeinsam auf der Schießmatte bereit. Der Franzose kam in keinen Rhythmus, die ersten vier Schüsse kamen nicht ins Ziel, während Dale-Skjevdal neben ihm nach einem Nachlader zurück in die Spur bog und 15,2 Sekunden Vorsprung hatte. Lucas Fratzscher traf seine fünf Scheiben und war erster Verfolger des Norwegers, dahinter reihte sich der Österreicher Simon Eder auf der dritten Position ein. Dale-Skjevdal ging hohes Tempo, Fratzscher lief sein Tempo und nicht unbedingt an den Norweger heran, während hinter ihm der Schweizer Niklas Hartweg heranstürmte. Der war nach dem Schießen Zehnter und hat sich an allen vor ihm Laufenden vorbeigeschoben. Offensichtlich scheint er sich nach seiner krankheitsbedingten Pause gut erholt zu haben und knüpfte in Oberhof an seine ehemalige Laufstärke an. Mit Vorsprung für eine Strafrunde kam Dale-Skjevdal zum Stehendanschlag, verpasste vier Scheiben, kassierte zwei Strafrunden und fiel auf die elfte Position mit einem Rückstand von 53,1 Sekunden zurück. Der Österreicher Simon Eder brachte die Null, bog als erster in die Schlussrunde und an seine Skienden schloss sich Niklas Hartweg an. Lucas Fratzscher hatte als Dritter 12,2 Sekunden Rückstand, aber Rastorgujevs dicht hinter sich. Schnell übernahm Hartweg die Spitze und legte gleich einige Meter vor. Lucas Fratzscher lief eine starke letzte Runde und übergab als Dritter nur 6,3 Sekunden hinter der Schweiz und Tschechien. Eder konnte das hohe Tempo nicht mitgehen und wechselte an sechster Position. Fratzscher zeigte sich sehr zufrieden mit dem Rennen auf seiner Heimstrecke und in seinem Heimstadion. „Die Fans haben mich den Birx hochgepeitscht, beim Schießen unterstützt, ich bin absolut zufrieden.“
Führungstrio: Norwegen, Schweden, Deutschland
Gleich nach dem Wechsel schob sich der Schwede Martin Ponsiluoma an die Spitze und es ergab sich ein Sechserteam mit der Schweiz, Deutschland, Österreich, Estland und Tschechien. Sie hatten sich nahezu 30 Sekunden von den Verfolgern abgesetzt. Norwegen und Frankreich hatten sich nach den jeweils zwei Strafrunden zurück auf die neunte und zehnte Position gekämpft und ihr Rückstand war mit 41,7 bzw. 46,2 Sekunden durchaus aufholbar. Die Sechs an der Spitze brachten liegend viele Schüsse nicht ins Ziel. Philipp Nawrath kam mit einer Zusatzpatrone aus und mit 8,7 Sekunden Vorsprung vor Joscha Burkhalter (1 Nachlader) verließ er den Schießstand, dahinter bogen die Schweden ein. Österreich kassierte zwei Strafrunden, Norwegen und Frankreich rückten mit einer sauberen Null erneut vor auf die Ränge sieben und acht. Auf der Runde zum Stehendschießen lief Philipp Nawrath sehr hohes Tempo und setzte sich deutlich vom Schweizer ab. Auf Schießbahn eins richtete sich Philipp Nawrath zum Stehendanschlag ein, begann mit einem Fehler, ein weiterer folgte, mit der ersten Zusatzpatrone traf er, die nächste ging vorbei und mit der letzten Chance konnte er die Strafrunde vermeiden. Währenddessen war der Schwede Martin Ponsiluoma mit der Null auf drei Sekunden herangerückt und Martin Uldal hielt sich ebenso fehlerfrei und war nun an dritter Position (+3,4 Sek.), vor dem Franzosen Quentin Fillon Maillet. Norwegen, Deutschland und Schweden bekämpften sich in ihrer Schlussrunde, Nawrath zog mit der dritten Laufzeit in seiner Schlussrunde an der Henkelschleife vorbei an die Spitze, während der Franzose erst nach vorne abreißen lassen musste, dann aber noch einmal Gas gab. Norwegen, Schweden und Deutschland wechselten als Spitzentrio, dahinter Frankreich (+ 18,7 Sek.) und Italien (+ 30,1 Sek.). Wie Nawrath nach dem Rennen in der ARD sagte, war das Rennen für ihn sehr aufregend. Am Schießstand habe er versucht sich klar zu fokussieren und zu beruhigen.
Zobel: „Mir war klar, ich habe nichts zu verlieren“
Die Schlussläufer aus Norwegen, Schweden und für Deutschland David Zobel machten Richtung Liegendschießen gemeinsame Sache, dahinter schob sich vor allem Eric Perrot für Frankreich und Tommaso Giacomel für Italien Meter für Meter an das Spitzentrio heran. David Zobel ging nach einem Nachlader in Führung, Samuelsson musste in die Strafrunde abbiegen und hinter Zobel reihten sich Vetle Sjaastad Christiansen (+ 8,2 Sek) und Eric Perrot (+8,6 Sek.) ein. Sebastian Samuelsson hatte an vierter Position 24,4 Sekunden Rückstand. Mit dem entscheidenden Schießen stand David Zobel wohl eine der größten Aufgabe in seiner Karriere bevor. „Mir war klar, ich habe gar nix zu verlieren. Auf dem Papier sind die alle stärker als ich, und dann auf eins übergeben zu bekommen“ so David Zobel. Christiansen und Perrot hatten zu ihm aufgeschlossen und auch der Schwede Samuelsson war weiter an das Spitzentrio herangelaufen. Frankreich, Norwegen, Deutschland war die Reihung am Schießstand. Frankreich begann mit Fehler, auch Zobel verpasste eine Scheibe während Eric Perrot eine weitere verfehlte blieben auch bei Norwegen zwei stehen. David Zobel traf mit dem ersten Nachlader nicht, erst der zweite kam ins Ziel. „Stehend war der Druck enorm. Der erste Nachlader muss halt drin sein, dann könnten wir jetzt ein Riesenfest feiern,“ so Zobel. Perrot ging als Erster vom Schießstand weg, 4,1 Sekunden dahinter Norwegen und dann david Zobel mit 7,9 Sekunden Rückstand nach ganz vorne. Hinter ihm nur 1,3 Sekunden später der Schwede und weitere 4,2 Sekunden hinter ihm Giacomel. Es war ein harter Kampf in der Spur, einmal war Norwegen an der Spitze, dann wieder Frankreich und dahinter war Schweden an Deutschland vorbeigezogen und Giacomel kam auch immer näher an David Zobel heran. Es entwickelte sich zum einem Fünfkampf auf der Schlussrunde, den Norwegen für sich entschied vor Frankreich und Schweden. Auf den letzten Metern zog Giacomel noch an Zobel vorbei sicherte seinem Team Rang vier vor Deutschland. „Einen Nachlader weniger oder wenn ich auf der Schlussrunde noch ein Mü hätte mehr geben können,“ sinierte Zobel nach dem Rennen und zog symbolisch seinen Hut (Mütze) vor dem Oberhofer Publikum.
Drei Mal identisches Podium
Wie in Östersund und Hochfilzen so auch in Oberhof. Das norwegische Quartett mit Isak Frey, Johannes Dale-Skjevdal, Martin Uldal und Vetle Sjaastad Christiansen gewinnt nach zwei Strafrunden und sieben Nachladern mit 2,6 Sekunden Vorsprung vor Frankreich. Fabien Claude, Emilien Jacquelin, Quentin Fillon Maillet und Eric Perrot hatten ebenfalls zwei Strafrunden im Gepäck und benötigten neun Nachladern. Das Podest komplettierte einmal mehr das schwedische Team mit Jesper Nelin, Malte Stefansson, Martin Ponsiluoma und Sebastian Samuelsson nach zwölf Nachladern nur 1,2 Sekunden dahinter. Italien mit Patrick Braunhofer, Didier Bionaz und Lukas Hofer landete durch den überragenden Schlussspurt von Tommaso Giacomel nach einer Strafrunde und neun Nachladern nur eine Sekunde neben dem Podest auf dem vierten Platz. Das DSV-Team mit Justus Strelow, Lucas Fratzscher, Philipp Nawrath und David Zobel lief bis zum Schluss im Podestbereich und überquerte die Ziellinie auf Rang fünf. Zum Podest fehlten lediglich 1,6 Sekunden.
Die Schweiz mit Sebastian Stalder, Niklas Hartweg, Joscha Burkhalter und James Pacal lag zwischendurch deutlich auf Podestkurs und am Ende wurde es nach zehn Nachladern Platz elf. Die Staffel aus Österreich mit Dominic Unterweger, Simon Eder, Fabian Müllauer und Fredrik Mühlbacher kam nicht ins Ziel. Der Schlussläufer musste das Rennen nach dem Liegendanschlag aufgeben.





















