Hauptsponsor zieht sich zurück: Sorge um Sponsoren und WM im Skilanglauf - xc-ski.de Langlauf

Hauptsponsor zieht sich zurück: Sorge um Sponsoren und WM im Skilanglauf

Dass der Wintersport derzeit kein einfaches Geschäft ist, dürfte jedem Interessierten inzwischen klar sein. Der Rückzug des Langlauf Weltcup- und WM-Hauptsponsors Coop sorgt mit Sicherheit für eine Verschärfung der Lage im nordischen Skisport.

Noch kein Nachfolger gefunden

Nach dem rot von Viessmann bestimmte in den vergangenen Jahren das blau von Coop die Banden und Torbögen im Skilanglauf-Weltcup und bei der WM in Trondheim. Damit ist nun Schluss. Der Vertrag mit dem norwegischen Ableger der Supermarktkette ist nach der Saison 2025/2026 ausgelaufen. Informationen der norwegischen Tageszeitung Adresseavisen zufolge lag der Vertragswert der Sponsoringpartnerschaft zwischen 15 und 20 Millionen Kronen (circa 1,2 bis 1,8 Millionen Euro) pro Jahr.  „Eine Katastrophe und wirtschaftlich verheerend. Das sind furchtbar traurige Nachrichten für unseren Nationalsport“, kommentiert Professor Emeritus Tor W. Andreassen von der Norwegischen Wirtschaftshochschule den Abgang gegenüber Adresseavisen. „Sofern sie keinen ähnlich großen Sponsor finden, muss das gesamte Projekt deutlich reduziert werden. Ein Vertrag über 15 bis 20 Millionen ist eine unglaubliche Summe, das käme einem Abstieg in die unterste Liga gleich.“ Besonders schwerwiegend ist auch die Begründung für den Ausstieg und die Hinwendung von Coop zu Fußball und Leichtathletik. Adresseavisen zufolge sei die Uneinheitlichkeit der Fernsehberichterstattung entscheidend gewesen. In Norwegen gteilten sich NRK, TV2 und Viaplay die Weltcup-Rechte. „Ich finde das schade für den Sport, und es ist schwierig für die Zuschauer, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, was wo stattfindet“, so Bjørn Vik-Mo, stellvertretender Geschäftsführer von Coop Midt-Norge.

Wer überträgt die WM?

Was sicher auch zur Unsicherheit bezüglich der Sichtbarkeit beiträgt, ist die noch ungeklärte Übertragungssituation der WM in Falun 2027. Noch steht nicht fest, ob SVT den Zuschlag erhält oder ein Privatsender. Zur WM in Trondheim hatte Coop mit 43,8 Millionen Kronen (circa 3,9 Millionen Euro) beigetragen. Diese fehlen natürlich nun im Budget von Falun 2027. „Wir wollen das natürlich in kurzer Zeit klären“, erklärte Kajsa Sjösvärd vom Falun World Cup gegenüber SVT Sport.

Trondheim profitierte nur wenig

Sicherlich keine Hilfe zur Findung zukünftiger Ausrichter von Weltmeisterschaften dürften die Ergebnisse einer Untersuchung der NTNU School of Business zu den Effekten der WM 2025 auf die Wirtschaft vor Ort sein.  „Wir haben die Auswirkungen der Skiweltmeisterschaft auf Trondheim untersucht“, so Professor Harry A. Solberg. „Ziel unserer Analyse war es, den außerordentlichen finanziellen Beitrag der Skiweltmeisterschaften für Trondheim zu messen. Wir haben untersucht, welche finanziellen Mittel die Stadt zusätzlich zu den Einnahmen in einem ’normalen‘ Zeitraum ohne die Skiweltmeisterschaften erhalten hat. Unter Berücksichtigung des Verdrängungseffekts zeigen die Messungen, dass der Effekt der Weltmeisterschaft deutlich geringer war als erwartet“, so Solberg. Der Verdrängungseffekt bezeichnet in diesem Zusammenhang andere Aktivitäten, die stattgefunden hätten, wenn die Stadt nicht die Skiweltmeisterschaften ausgerichtet hätte. Dies betrifft insbesondere Konferenzen und Kurse, da Trondheim ein wichtiger Veranstaltungsort dafür ist und eine bedeutende Einnahmequelle für Hotels und Unternehmen in der Stadt darstellt. Die Forscher der NTNU kamen demnach auf Mehreinnahmen von 28 Millionen Kronen (circa 2,5 Millionen Euro). Die Veranstalter waren eigentlich von 235 Millionen Kronen (circa 21,3 Millionen Euro) ausgegangen.

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