Kritik am Langlauf-Weltcup Programm der FIS - xc-ski.de Langlauf

Kritik am Langlauf-Weltcup Programm der FIS

Nadine Faehndrich (SUI), Maiken Caspersen Falla (NOR), (l-r) © Thibaut/NordicFocus

Die sich verschärfende Lage rund um die Corona-Pandemie führt auch zu vermehrter Kritik am Weltcup-Programm der FIS für die Skilangläufer. Trainer und Athleten haben sich schon geäußert, FIS-Renndirektor Pierre Mignerey hat nun geantwortet.

Kritik aus Norwegen und Russland

13 Station stehen aktuell im Weltcup-Programm der Skilangläufer für den kommenden Winter. Vor dem Hintergrund des erhöhten Ansteckungsrisikos auf Reisen in Zeiten der Corona-Pandemie wird nun Kritik von Seiten Athleten und Trainern laut. „Ich bin sehr gespannt, wie die Skisaison verlaufen wird. Ich denke, es klingt sehr offensiv und vielleicht ein wenig naiv der FIS, das reguläre Programm durchführen zu wollen“, so Sprint-Star Maiken Caspersen Falla gegenüber VG. „Sie setzen uns Athleten und das Betreuungspersonal durch das aktuelle Programm einem extremen Risiko aus. Wir werden durch so viele Orte und Flughäfen reisen, wo ein hohes Infektionsrisiko besteht. Es gibt eine ganze Reihe von Flughäfen, die wir im Winter mit einem geschwächten Immunsystem besuchen werden. Das ist meine größte Sorge.“ Auch Markus Cramer, der deutsche Trainer der russischen Skilangläufer zeigt sich besorgt: „Es fehlt ein allgemeines Verständnis und eine Anleitung für „Was wäre, wenn?“ Situationen. Was wäre, wenn, sagen wir, zwei bis drei Athleten in einem der Weltcup-Stadien positiv getestet würden? Wie ist der Virustest und, falls erforderlich, die Isolierung einer verdächtigen/bestätigten positiven Person zu organisieren? Wer zum Beispiel schon mal in Ruka gewesen ist, weiß, dass es nur ein relativ kleines Dorf mit einem entsprechend kleinen Krankenhaus ist.“ Insbesondere bei der Abschottung sieht Cramer Nachholbedarf, wie er gegenüber dailyskier.com erklärt: „Die anderen Sportarten haben ein mehr oder weniger allgemeingültiges Regelwerk organisiert und mit den örtlichen Behörden vereinbart, das auf der Prämisse beruht, dass alle Mannschaften in der ‚Bubble‘ reisen und dort leben sollen.“ Und was wäre ein Lösungsansatz? „So wenig Reisen wie möglich. Was wir stattdessen haben, sind vier Länder noch vor Weihnachten“, so Cramer.

Zuversicht sinkt

Zeigte man sich seitens der FIS zu Herbstbeginn noch optimistisch, das Weltcup-Programm wie geplant durchführen zu können, ist FIS-Renndirektor Pierre Mignerey im Gespräch mit VG nun nicht mehr ganz so zuversichtlich. „Ich denke, wir werden Wettbewerbe haben, bin aber nicht sicher, ob wir in der Lage sein werden, den gesamten Kalender durchzuführen. Es ist gut zu sehen, dass die Veranstalter sehr motiviert sind und alles tun, was möglich ist. Es wird Herausforderungen geben, aber ich bin sehr optimistisch das wir ein paar Rennen durchführen werden.“ Zur Reisetätigkeit des Weltcup-Trosses sagt Mignerey: „Natürlich ist es sicherer zu Hause zu bleiben und nicht herumzureisen. Aber das gilt nicht nur für Athleten, sondern auch auch für die übrige Bevölkerung.“ Auch habe man nicht die Befugnis, eigene FIS-Regeln aufzustellen. „Es wird keine eigenen FIS-Regeln geben. Wir werden die nationalen Regeln befolgen. Jeder Corona-Positive Fall wird den öffentlichen Stellen gemeldet. In einigen Ländern kann das Konsequenzen für das gesamte Team bedeuten, in anderen nicht“, so Mignerey.

Quellen: vg.no, dailyskier.com

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