Nun ist die Langlauf Saison aber wirklich beendet. Im nordnorwegischen Mosjøen wurde noch einmal um Siege gesprintet und es gibt Veränderungen im Trainerstab.
Klæbo und Myhre gewinnen Bysprinten in Mosjøen
Am Samstag fand in der 10.000 Einwohner-Stadt Mosjøen (Aussprache: Mu-schön) knapp 100 Kilometer südlich des Polarkreises der jährlich ausgetragene Bysprinten statt. Wie der Name „Stadtsprint“ schon sagt, verlief die recht schmale Strecke mitten durch die engen Straßen der Stadt, die kaum eine Überholmöglichkeit ließen mit Ausnahme der kurzen Zielgerade. Es kam immer wieder zu Hakeleien und Stürzen, was sich bei der engen Strecke gar nicht vermeiden ließ. Jedes Rennen ging über zwei Runden und die vier besten Läufer kamen eine Runde weiter. Als Topfavorit war Johannes Høsflot Klæbo angereist, der seit 2017 jede Austragung des Bysprinten für sich entschieden hatte – und so kam es auch diesmal. Nachdem er im Prolog hinter dem Schweden Erik Bergström nur den zweiten Platz belegt hatte, bewegte er sich problemlos durch die Heats. Das Finale der besten Sieben bestritt er wegen der fehlenden Überholmöglichkeiten von vorne, nachdem er sich im Halbfinale noch hinter Bergström versteckt hatte, und war nach einer Attacke auf der kurzen Zielgeraden klar vorne. Seinen Sieg bejubelten 11.000 Zuschauer an der Strecke und zahlreiche weitere Zuschauer zu Hause, denn das Rennen wurde in 56 Länder übertragen und ist im deutschsprachigen Bereich über Discovery+ nachzuschauen. Klæbos Kronprinz Lars Heggen überquerte als Zweiter die Ziellinie und als Dritter überraschte der 22-jährige Birk Fjellheim, der mit 86 Kilometern Entfernung zu seiner Heimat Mo i Rana fast noch als Lokalmatador zu bezeichnen ist. Fjellheim hatte in der zweiten Runde sogar die Führung übernommen, nahm aber in der Zielkurve den weiten Weg, so dass mehr als Platz drei nicht möglich war. Erik Bergström belegte den vierten Platz vor Jaume Pueyo, Even Northug und Oskar Opstad Vike. Der hatte sich erst über das B-Finale, das alle Läufer bestritten, die nicht ins große Finale kamen, für das große Finale qualifiziert und Federico Pellegrino verpasste als Zweiter in seinem allerletzten Langlaufrennen somit knapp das Finale. Bei den Damen ging der Sieg ebenfalls an eine Trondheimerin, nämlich an Julie Myhre. Sie übernahm in der zweiten Runde die Führung von der zurückgetretenen Ane Appelkvist Stenseth, die als Zweite ins Ziel einlief. Dritte wurde Maja Dahlqvist, die sich knapp gegen Gina Del Rio durchsetzte. Johanna Hagström wurde mit der zusätzlich gelaufenen Runde aus dem B-Finale und der hinteren Startposition immerhin noch Fünfte vor Vorjahressiegerin Hanne W.Rofstad und Milla Grosberghaugen Andreassen.
Änderungen im Trainerstab in Norwegen
Am Rande der Verhandlungen um die Plätze in norwegischen Nationalteam wurden auch Neuigkeiten aus dem Trainerteam bekannt. Zunächst verlor Arild Monsen seinen Posten als Sprint-Trainer der Herren, sein Vertrag wurde nach reiflicher Überlegung nicht verlängert. Trotz der großen Erfolge will der Verband auf Weiterentwicklung und neue Ideen setzen. Ein Ersatz für ihn wurde noch nicht bestimmt. Dann gab Pål Gunnar Mikkelsplass seinen Posten als Assistenz-Trainer der Damen auf – aus persönlichen Gründen. Dahinter verbirgt sich die Leistungssteigerung seiner Tochter Marte, die in Trondheim erstmals im Weltcup startete. „Als Marte sich dafür qualifizierte, wurde mir in dem Moment klar, dass sich meine Rolle als Vater und als Nationaltrainer nicht mehr miteinander vereinbaren lassen“, sagte er. Seinen Posten übernimmt Marit Bjørgen mit, die damit zur Vollzeit-Trainerin an der Seite von Sjur Ole Svarstad wird. Eirik Myhr Nossum bleibt Cheftrainer der Herren und Per Elias Kalfoss, zuletzt Interims- Team Manager behält diesen Posten bis voraussichtlich 2030.
Markus Cramer bleibt in Italien
In den letzten Wochen der Saison hatte es Gerüchte gegeben, Markus Cramer könnte seinen Posten in Italien räumen. Dort hat er das Training in den letzten vier Jahren maßgeblich umgestellt, so dass die Athleten zu Beginn über Umfänge und Intensität stöhnten. Damit gelang es dem Deutschen aber auch, die junge Generation im Windschatten von Federico Pellegrino an die Weltspitze heranzuführen. Nun ist aber klar, dass Markus Cramer in Italien bleibt und nicht nach Finnland abwandert, wie er selbst mit einer kurzen Mitteilung an NRK bekannt gab. „Es waren fantastische vier Jahre in Italien mit olympischen Medaillen bei den Spielen zu Hause. Als ich nach Italien kam, sagte ich direkt zu Flavio Roda, dass ich gekommen bin, um ein oder zwei olympische Medaillen mit dem Team zu gewinnen. Wir haben das geschafft und ich ich sehr glücklich darüber, aber noch mehr darüber, dass wir ein richtig starkes Team für die Zukunft nach Pellegrino haben“, sagte er nach den Spielen.