Langlauf Weltcup Lake Placid: Klaebo holt erstmals Kristallkugel-Triple - Jakob Moch Zehnter - xc-ski.de Langlauf

Langlauf Weltcup Lake Placid: Klaebo holt erstmals Kristallkugel-Triple – Jakob Moch Zehnter

Als erster männlicher Langläufer sicherte sich Johannes Høsflot Klæbo alle drei Kristallkugeln einer Saison. Dazu holte er sich den Sieg im abschließenden Massenstart, in dem Jakob Moch als Zehnter sein bestes Weltcupresultat realisierte.

Norweger kontrollieren wie erwartet

Auch auf dem Massenstart-Kurs, der ebenso viele Kurven wie der Sprintkurs beinhaltete, musste man gut aufpassen, um nicht in Stürze, Hakeleien oder Stockbrüche verwickelt zu werden. In der Startphase ging aber alles gut und bald zeigten sich Mathis Desloges und Mika Vermeulen kurzzeitig ganz vorne. Aber obwohl die Bonuspunkte erst nach neun und 17 Kilometern verteilt wurden, übernahmen Klaebo und Amundsen schnell wieder die Kontrolle. Zwischen den beiden Norwegern ging es heute im letzten Rennen noch um den Distanzweltcup, in dem Klaebo zwölf Punkte vorne lag bei noch 130 zu holenden Punkten im letzten Massenstart. Zum Ende der zweiten Runde schalteten sich immer mehr Norweger vorne ein, so dass nach acht Kilometern sechs Norweger vor drei Franzosen führten. In Runde drei nach dem Zwischensprint verschärfte Andreas Fjorden Ree weiter das Tempo, so dass sich um Platz 20 zwischen den Moch-Brüdern eine erste Lücke bildete.

Amundsen versucht alles – aber Klaebo siegt

In der vierten von fünf Runden hielten Ree und Amundsen das Tempo weiter hoch, so dass noch neun Athleten zur Spitzengruppe gehörten, darunter sechs Norweger, Benjamin Moser, Andrew Musgrave und Davide Graz. Amundsen versuchte in der zweiten Rennhälfte alles, um seinen Rivalen aus dem eigenen Team loszuwerden, aber Klaebo war immer direkt hinter ihm. Obwohl sich kurz vor dem letzten Bonussprint der Saison wieder Andreas Fjorden Ree für die Tempoarbeit verantwortlich zeigte, kam es, wie es kommen musste: Klaebo holte sich nach 17 Kilometern auch das zweite Mal die 15 Bonuspunkte, während Amundsen diesmal nur zehn Punkte bekam. Nun bereiteten sich die fünf verbliebenen Norweger und Davide Graz in der Spitzengruppe auf den Zielsprint vor. 700 Meter vor dem Ziel war es dann Klæbo selbst, der im Anstieg attackierte und nur Amundsen konnte ihm folgen. Ein Angriff in der langgezogenen Zielkurve blieb erfolglos, mehr als auf gleiche Höhe kam er nicht, bevor Klæbo ernst machte. Ungefährdet entschied er den Zielsprint für sich und feierte Sieg 113, was den Gewinn aller drei Kristallkugeln dieser Saison zusätzlich zu seinen sechs olympischen Goldmedaillen bedeutete. Das Kristallkugel-Triple gelang zuvor noch keinem männlichen Langläufer, nur Marit Bjørgen 2005, Justyna Kowalczyk 2020 und erneut Bjørgen im Jahr 2015 konnten sich über diesen besonderen Erfolg freuen. „Ich bin froh, dass die Saison nun vorbei ist. Nun ist genug Zeit, um sich zu erholen. Aber es war der perfekte Ort, um die Saison zu beenden und mit einem Sieg und allen drei Kristallkugeln und auch dem Distanzweltcup zu krönen. Das ist großartig, auch wenn das Wetter heute nicht das Beste ist. Trotzdem war es großartig da draußen“, meinte der 29-Jährige im leichten New Yorker Dauerregen. Auf seine perfekte Saison angesprochen meinte er: „Ich denke, so eine Saison kann man kaum steigern. An diese Saison werde ich immer zurückdenken, wenn ich alt bin.“ Nachdem er im gesamten Rennen eher weiter hinten zu finden war, war Einar Hedegart, der gestern auf den Sprint verzichtet hatte, zum Finale zur Stelle und sicherte sich Platz drei vor Mattis Stenshagen und Andreas Fjorden Ree. Davide Graz wurde als Sechster bester Nicht-Norweger. Emil Iversen konnte am Schluss nicht mehr mithalten und wurde Siebter vor Benjamin Moser, der sich über einen sehr guten achten Platz freuen konnte. Andrew Musgrave kämpfte sich knapp vor der heranstürmenden Gruppe ins Ziel, die von einem bockstarken Jakob Moch angeführt wurde. Der 20-Jährige belegte Rang zehn und auch sein Bruder Friedrich kam noch unter die besten 15.

Jakob Moch stürmt auf Platz zehn

Eigentlich schien das Rennen um die besten Plätze Ende der dritten Runde für Jakob Moch gelaufen zu sein, als er mit einigen anderen Athleten wie Elias Keck eine Lücke zur 20-köpfigen Spitzengruppe aufgehen lassen musste, zu der noch sein älterer Bruder gehörte. Im Laufe der folgenden Runde konnte er die Lücke von elf Sekunden fast komplett wieder schließen und zog kurz darauf an Friedrich vorbei, um sich einer bessere Position in der Gruppe zu sichern. Auch wenn er im langen Anstieg hinter seinen Bruder zurückfiel, übernahm er im letzten Anstieg wieder die Führung im Bruderduell. Mit einem starken Schlussspurt ließ der 20-Jährige alle Athleten seiner Gruppe hinter sich und konnte über Platz zehn jubeln vor Victor Lovera, Hugo Lapalus, Federico Pellegrino und Elia Barp. Friedrich Moch gelang als 15. ein versöhnlicher Abschluss einer schwierigen Saison. Joe Davies hätte ebenfalls gute Karten im Sprint dieser Gruppe gehabt, stürzte aber im Zielsprint selbstverschuldet und wurde 16. Weit hinten landete auch Martin Løwstrøm Nyenget als 17., der wohl wegen gesundheitlicher Probleme kurzfristig den Einzelstart abgesagt hatte. Elias Keck wurde zudem noch sehr guter 19., was eine erneute Verbesserung seines besten Weltcupresultats bedeutet. Der vierte Deutsche Jan Stölben kam mit dreieinhalb Minuten Rückstand als 56. ins Ziel.

Moser jubelt, Vermeulen enttäuscht

Zu Rennbeginn hatte sich Mika Vermeulen noch ganz vorne gezeigt, danach wurde er aber bald durchgereicht und er schloss damit nahtlos an die seit Weihnachten verkorkste Saison an. Während der Ramsauer als 54. weit hinten landete, konnte sich Benjamin Moser über ein weiteres tolles Ergebnis als Achter freuen. Für ihn könnte die Saison mit dieser Spätform sicher noch weitergehen. „Das war heute noch einmal ein Wahnsinnsrennen und natürlich ein genialer Saisonabschluss. Auch vor diesem Wochenende war diese Saison für mich außergewöhnlich gut und ich war schon mehr als zufrieden. Ich bin den gesamten Winter über gesund geblieben, habe gemeinsam mit Fabian (Anm.: Sieder) konsequent und qualitativ hochwertig trainiert und das war sicher der Schlüssel zum Erfolg. Dieser achte Platz heute über 20 km ist einfach nur richtig cool und ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ohne unser Serviceteam, die ganzen Betreuer und meine Familie wäre das alles nicht möglich gewesen. Jeder arbeitet so hart und ich bin einfach froh, dass ich heute noch einmal meine gute Saison bestätigen konnte. Dieser Winter macht mich sehr stolz und ich möchte mich bei allen bedanken, die daran mitgearbeitet haben“, sagte er nach dem Rennen. 

Abschied von Jason Rüesch und anderen

Im Schweizer Team standen die Zeichen auf Abschied und ausgerechnet Jason Rüesch war der, der das beste Resultat für die Schweizer einfuhr. Mit einem guten 34. Rang zog er einen Schlussstrich unter seine sportliche Karriere und wird im Juni in den Hafen der Ehe einlaufen. Zumindest mit einem Kollegen wird er auch nach seiner Karriere in engem Kontakt bleiben: Janik Riebli wird sein Schwager, wenn er dessen Schwester Yvana heiratet. Beda Klee kam als 50. ins Ziel und die Sprinter Valerio Grond, Roman Alder und Noe Näff belegten die Plätze 60, 66 und 79. Außerdem hieß es auch Abschied nehmen von Federico Pellegrino und Gabe Gledhill, die beide ebenfalls im Ziel für ihre Karriere gefeiert wurden. Der Italiener streifte ein Shirt mit Bildern seiner Familie über, Gledhill wurde von seinen Teamkollegen und seiner Lillehammer-Clique mit Mika Vermeulen, Thomas Maloney Westgaard, Seve De Campo und Hugo Hinckfuss auf Schultern getragen als Kind of Trondheim mit Krone und Umhang.

=> Ergebnis 20 Kilometer Freistil Massenstart
=> Weltcupstände Herren

 

Statements folgen…

 

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