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Langlauf Weltcup Lake Placid: Klaebo triumphiert beim Finale nach Gehirnerschütterung

Nach den Rückschlägen in der letzten Woche geht in Lake Placid alles wieder seinen gewohnten Gang. Außerdem machte Johannes Høsflot Klæbo einen kleinen Schritt in Richtung Distanzweltcup.

Klarer Sieg im Schneegestöber

Johannes Høsflot Klæbo meldete sich im amerikanischen Tiefschnee eindrucksvoll zurück. Nach seiner Zwangspause setzte er als einer der letzten Läufer der roten Gruppe alle Bestzeiten und holte sich mit 14 Sekunden Vorsprung den Sieg – seinen 112. Da er für morgen einen Startverzicht angekündigt hat, um sich auf den Distanzweltcup zu konzentrieren, kann er die Marke von Marit Bjørgen mit 114 Siegen in diesem Winter also nicht mehr erreichen. „Das war ein richtig hartes Rennen mit sehr schweren Bedingungen. Die Strecken hier in Lake Placid waren so brutal und ich war überrascht, dass ich trotzdem um den Sieg kämpfen konnte“, sagte der 29-jährige im Siegerinterview und fügte hinzu: „Oben auf dem Podium zu stehen ist verrückt, wenn man bedenkt, wie die letzte Woche war. Ich hatte ein paar Tage Schonung und es war schwierig, das Holmenkollen-Rennen im Radio zu hören, weil ich Fernsehverbot hatte. Ich habe mich bemüht, vom Fernseher wegzubleiben und Lärm zu vermeiden. Ich habe mich heute ziemlich gut gefühlt, aber wir sehen, wie es nach dem Rennen ist – das ist der Knackpunkt. Es ist der Plan, Sonntag den Massenstart zu laufen. Wir werden sehen, ob der Körper mitspielt. Drei Rennen empfinde ich als zu viel. Ich muss ein wenig auf meinen Körper aufpassen.“ Zweiter wurde Andreas Fjorden Ree vor Mattis Stenshagen. Klæbos Konkurrent um den Distanzweltcup, Harald Østberg Amundsen, verpasste nach einem Endspurt das Podium nur um 0,7 Sekunden und wurde Vierter vor Emil Iversen, der den norwegischen Fünffachsieg perfekt machte. Im Distanzweltcup hat Klæbo somit wieder mit zwölf Punkten Vorsprung die Führung übernommen und könnte Sonntag sein erstes Kristallkugel-Triple perfekt machen. Im norwegischen Viaplay behauptete er: „Der Distanzweltcup interessiert mich nicht.“ Als Amundsen davon hörte, konterte er: „Das ist bullshit. Ich kenne Johannes!“ 

Pellegrino noch einmal bei der Siegerehrung

Als bester Nicht-Norweger konnte Federico Pellegrino an der Siegerehrung teilnehmen. Der 35-Jährige verwies mit 39 Sekunden Rückstand Gus Schumacher auf den siebten Platz, der eines seiner besten Klassikrennen machte. Elia Barp wurde Achter vor den beiden Schweden Leo Johansson und Truls Gisselman. Ben Ogden wurde sehr guter Elfter vor Andrew Musgrave, der sich kurz vor Saisonende noch eine gelbe Karte für einen Technikverstoß abholte. Als dritter Schwede belegte Johan Ekberg einen starken 13. Platz vor Hugo Lapalus, Martino Carollo und Lars Heggen, der die U23-Wertung schon lange in der Tasche hat. Insgesamt landeten sogar fünf des gebeutelten schwedischen Herren-Teams unter den besten 21.

Rüesch 30. vor Vermeulen

Um deutschsprachige Athleten zu finden, musste man in der Ergebnisliste weit nach unten scrollen. In seinem vorletzten Weltcuprennen rangierte sich Jason Rüesch auf Platz 30 ein direkt vor Mika Vermeulen, für den „seit Mitte Dezember wie bei Murphys Law alles schief ging, was schief gehen konnte“. Auch diesmal verlor der Ramsauer wieder zwei Minuten auf die Spitze. Er ist froh, dass das Saisonende nun nah ist. Beda Klee kam als 36. in die Wertung und der zweite ÖSV-Starter Benjamin Moser belegte Rang 42.

Deutsche wieder weit zurück

Nachdem Florian Notz seinen Start beim Finale wegen eines Erkältungsinfekts absagen musste, wurde Elias Keck bester Deutscher. Der frischgebackene U23-Weltmeister im Freistil-Massenstart kam als 39. ins Ziel. Nur zehn Sekunden langsamer war der 19-jährige Jakob Moch, der von seinem College in Utah angereist einen kürzeren Weg als die Teamkollegen hatte. Er wurde 44. und landete noch vor seinem Bruder Friedrich Moch, der als 47. in die Wertung kam. Sprinter Jan Stölben komplettierte das deutsche Ergebnis als 71. von 74 Startern.

=> Ergebnis 10 Kilometer Klassik Einzelstart

 

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