Im dichten Schneegestöber begann das Weltcupfinale der Langläufer mit einer Überraschung im klassischen Einzelstart.
Wintereinbruch sorgt für schwierige Bedingungen
Der Schnee hielt dann doch schon früher als angekündigt in Lake Placid Einzug und sorgte im Klassik-Einzelstart bei -2° für schwierige Wachsbedingungen. Anders als zuletzt in Oslo waren die Sichtbedingungen aber nicht so schlecht und „Wo ist Behle?“ musste man heute auch nicht rufen wie damals bei den Olympischen Spielen 1980. Die Sportler erlebten in den letzten Tagen einen Temperatursturz von +13°C auf unter Null. „Am ersten tag wünschten wir uns Shorts und T-Shirts. Am nächsten Tag wollten wir am liebsten alles anziehen, was wir dabei haben“, sagte Moa Ilar dem Aftonbladet. Die rote Gruppe der gesetzte Sportlerinnen begann mit Frida Karlsson und Startnummer 32. Schon vorher war es aber Linn Svahn, die mit Nummer zehn eine grandiose Bestzeit vorlegte, an der sich wie in Lahti alle die Zähne ausbissen. Während die als Zehnte gestartete Svahn unmittelbar hinter der deutlich vor ihr gestarteten Amerikanerin Kendall Kramer als Zweite ins Ziel einlief, kam auch die unter Jetlag leidende Frida Karlsson zunächst deutlich nicht an ihre vorgegebenen Zwischenzeiten heran. Vor dem Start hatte Kikkan Randall schon im Interview gewarnt, dass man sich das Rennen gut einteilen muss und nicht zu schnell angehen darf. Genau das passierte aber wohl der Sprintspezialistin, die in der zweiten Runde deutlich auf Karlsson verlor. Nach 6,7 Kilometern im Anstieg lag Karlsson gleichauf mit Svahn, nach 8,8 Kilometern in der Abfahrt war Karlsson drei Sekunden vorn. Die 26-Jährige hatte das Rennen gedreht – oder doch nicht? Schwer abgekämpft kam die Doppel-Olympiasiegerin im dichten Schneefall ins Ziel mit einem Rückstand von 1,4 Sekunden auf Svahn, die sich ihren erste Weltcupsieg in einem Einzelstart holte. „Das ist sehr schön. Ich hatte schon Massenstarts gewonnen und nun endlich auch einen Einzelstart. Es war wieder eng mit Frida. In Lahti hatte sie das beste Finale und nun habe ich es geschafft. Ich habe den Eindruck, dass ich noch in guter Form bin. Die Zuschauer waren toll und haben alle angefeuert“, sagte Svahn im Siegerinterview.
Diggins in skandinavischer Phalanx
Heidi Weng hatte als Dritte schon einen Rückstand von 22 Sekunden, konnte sich aber erneut über einen Podestplatz freuen. Ob sie ihre Karriere beenden wird, ist noch nicht final entschieden. Aktuell stehen die Zeichen eher auf Weitermachen. Heidi Weng war mit dem Podium mehr als zufrieden. „Ich habe nicht geschlafen, nicht trainiert und vor ein paar Tagen hatte ich gar keine Stimme. Letzte Nacht habe ich nur vier Stunden geschlafen, um halb eins war ich wieder wach, so dass das heute ein langer Tag ist“, sagte sie. Ebenfalls zur Siegerehrung als Vierte mit 29 Sekunden Rückstand durfte Astrid Øyre Slind, die nach einem Sturz in Oslo auch heute noch mit einem großflächigen Wundverband am linken Unterarm auftrat. Den lautesten Jubel löste aber natürlich Lokalmatadorin Jessie Diggins aus, die knapp hinter Slind Fünfte wurde. Für den Gewinn ihres vierten Gesamtweltcups war das aber nicht mehr wichtig. Den hatte sie in Oslo schon zu 99,9 % sicher gehabt bei 342 Punkten Vorsprung auf Moa Ilar und nur noch 345 zu holenden Punkten beim Finale. Kristin Austgulen Fosnæs belegte den sechsten Platz vor Julie Bjervig Drivenes und Moa Ilar. Johanna Matintalo und Karoline Simpson-Larsen komplettierten die besten Zehn, aber auch die nächsten drei Positionen gingen an Nora Sanness, Jonna Sundling und Tiril Udnes Weng und somit an Nordeuropäerinnen.
Stadlober und zwei Schweizerinnen mit gutem Rennen
Teresa Stadlober beendete das letzte Klassikrennen des Winters als 14. und mit Nadja Kälin und Anja Weber kamen auch zwei Schweizerinnen als 18. und 20. unter die besten 20. Nicht ganz so gut lief es für Marina Kälin, die in ihrer schwächeren Technik 36. wurde. Ebenfalls die weite Reise nach Übersee hat mit Sophia Tsu Velicer eine für Taiwan startende Halb-Schweizerin angetreten, die 51. von 61 Starterinnen wurde.
Deutsches Team nicht vorne dabei
Das deutsche Team hatte sich vor allem angesichts des kleinen Starterfelds im Übersee mehr vorgenommen als die Athletinnen dann erreichten. Als beste DSV-Starterin lief Freistil-Spezialistin Helen Hoffmann als 22. ins Ziel ein und verlor dabei 2:17 Minuten. Katharina Hennig Dotzler beendete den letzten Klassik-Einzelstart als 24. und zeigte damit erneut, dass sie nach den anstrengenden Olympischen Spielen nicht wieder in Form gekommen ist und die Belastungen nicht gut vertragen hat, wie sie selbst in Lahti sagte. Pia Fink, die beste Deutsche im Distanzweltcup, kam diesmal über Rang 26 nicht hinaus. Klassikspezialistin Katherine Sauerbrey kam über Platz 32 nicht hinaus. Laura Gimmler wurde 40. und auch für Coletta Rydzek lief es im Klassik-Einzelstart nicht so gut wie in Lahti: Die Oberstdorferin beendete das Rennen als 46.
=> Ergebnis 10 Kilometer Klassik Einzelstart
Statements liegen bisher nicht vor…
Weltcup Finale zum Nachlesen
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