Laura Gimmler ist genau im richtigen Moment in so guter Form wie nie zuvor und stürmte nach dem gestrigen Sieg im Teamsprint nun auch allein aufs Podium, über das sich auch Nadine Fähndrich sehr freute. Die Siege gingen wie schon 2024 an Linn Svahn und Johannes Høsflot Klæbo.
Schwerer Sprintkurs in mittlerer Höhe fordert die Athleten
Wie gestern machten auch diesmal im Prolog den Athleten die Eigenheiten des Goms zu schaffen. Mit einem höchsten Punkt von 1380 Metern im Sprint und Temperaturen knapp unter Null forderte der Kurs die Sportler noch mehr als an anderen Orten. Dadurch und wegen des schweren ersten Anstiegs wurde es ein sehr langer Sprintprolog mit einer Laufzeit von 3:46 Minuten bei den Damen und 3:18 Minuten bei den Herren und es kam zu sehr großen Zeitabständen von 15 Sekunden Rückstand bei den Damen und neun Sekunden bei den Herren, was für ein Weiterkommen als 30. reichte. Diese Punktlandung gelang Katharina Hennig Dotzler als 30. und Anian Sossau-Daubermann als 29. Lena Keck hatte keine Chance auf ein Weiterkommen wie auch Heidi Bucher. Von den vier nicht-qualifizierten Schweizerinnen war Désirée Steiner als 33. ganz stark und ihr fehlte nur eine halbe Sekunde. Bei den Herren schafften auch eine bekannte Namen den Cut nicht wie Jules Chappaz, Qiang Wang und Richard Jouve, die knapp scheiterten und auch Lucas Chanavat, der klar zu langsam war. Aus deutscher Sicht fehlten Jan Stölben vier Zehntelsekunden fürs Viertelfinale und auch Elias Keck und Simon Jung schieden aus wie auch zwei Österreicher und fünf Schweizer.
Svahn wiederholt Sieg von 2024
Nach schweren letzten Jahren und auch einem schwierigen aktuellen Winter, in dem sie wegen einer leichten Fußverletzung die Tour de Ski absagen musste und sich dann im Januar erneut erkältete wie schon zum Saisonstart, ist Linn Svahn nun wieder da. Schon im Prolog war die Schwedin die Schnellste und ließ auch in den Heats kaum Zweifel an ihrer Favoritenrolle aufkommen. Einzig Laura Gimmler schien es in der K.O.-Runde mit ihr aufnehmen zu können und so wurde das auch im Finale das entscheidende Duell. Gemeinsam führten sie das Rennen an, mal hatte die eine und mal die andere im Anstieg die Skispitze vorne. Die Schwedin ging als Erste in die letzte Abfahrt ins Stadion gefolgt von Laura Gimmler und Maja Dahlqvist, die bergauf mehrfach versucht hatte, außen zu überholen, aber nicht vorbeikam. Auf der Zielgeraden lief Linn Svahn ihrem 17. Weltcupsieg entgegen, den ihr auch die Oberstdorferin nicht mehr nehmen konnte. „Es ist toll, wieder hier oben zu stehen und Rennen zu bestreiten, diese Saison war eine Achterbahn. Das ist einer meiner Lieblingskurse im gesamten Weltcup. Aber es war ein harter und langer Sprint heute. Wir sind ein starkes Team, so dass ich ein starkes Rennen heute brauchte. Aber nun kann ich mich in Ruhe vorbereiten. Ich fühle mich nun gut, das letzte Jahr brachte einige Herausforderungen für mich. Aber nun bin ich froh, wieder zurück zu sein“, sagte die 26-Jährige. Im Kampf um den letzten Podestplatz konnte Nadine Fähndrich ihre Lücke in der Abfahrt schließen, griff in der Zielkurve Maja Dahlqvist an und fing sogar fast noch Laura Gimmler ab, was Platz drei für die Luzernerin bedeutete. Sowohl Gimmler als auch Fähndrich waren ebenso glücklich wie die Siegerin. Maja Dahlqvist wurde Vierte vor Johanna Matintalo und Emma Ribom, die im Finale nicht mehr mithalten konnten.
Gimmler überglücklich über Platz zwei
„Es ist schlichtweg unglaublich. Ich kann es noch gar nicht realisieren, was ich heute geschafft habe. Heute früh habe ich mich gar nicht gut gefühlt, aber dann ging es mir Stück für Stück besser. Ich habe mir dann eingeredet, dass ich den Teamsprint sehr spüre und dass es okay ist, wenn es heute mal nicht so läuft“, sagte Laura Gimmler überglücklich, die die einzige Läuferin im Finale war, die die Teamsprint in den Beinen hatte. Weiter sagte sie: „Im Halbfinale ging es dann schon wieder deutlich besser und dadurch bin ich ein bisschen selbstbewusster geworden. Im Finale habe ich mich dann wieder ganz auf mich konzentriert und bin wie im Halbfinale wieder schnell gestartet, habe dadurch ein bisschen blockiert und eine gute Position gehabt für die erste lange Abfahrt. Dadurch hatte ich im zweiten Berg eine eigene Spur, konnte mich gut positionieren für das letzte Schubstück, was mir immer ganz gut liegt. Das hat ganz gut geklappt und ganz ohne Gedanken ans Ergebnis bin ich immer sehr stolz, wenn das so klappt. Das ist der Schlüssel zum Erfolg, wenn ich das ausblende und mich nur auf die Arbeit konzentriere und dann war ich für mich sehr überraschend tatsächlich Zweite. Es war sehr eng nach vorne und nach hinten und ich dachte nur: ‚Nein, ich gebe das Podium nicht mehr her!‘ Ich bin überglücklich und ich brauche einen Moment, um die zwei Tage sacken zu lassen, die guten Gefühle mitzunehmen, das Selbstbewusstsein und ganz viel Kraft. Jetzt ein bisschen zu Hause erholen, dann wieder trainieren, in der Ruhe bleiben und dann freue ich mich auf Olympia.“
104. Sieg für Klæbo
Für Johannes Høsflot Klæbo war es sogar schon der 104. Sieg, der im Laufe des Tages wegen seiner großen Dominanz nie in Frage stand. Der 29-Jährige ließ im Finale nichts anbrennen, nachdem er sich in den Heats zuvor zunächst taktisch zurückgehalten hatte. Im Finale führte er das Rennen schon im Albrecht-Anstieg zusammen mit Edvin Anger an. Im Hallenbarter-Anstieg attackierte er dann und niemand konnte ihm folgen. Oben auf der Kuppe sah er über die Schulter zurück und sah die anderen mit einer Lücke hinter sich, die sich noch vergrößerte, als Anger oben fast stehen blieb. In der Zielkurve konnte der Norweger schon ins Publikum winken und 50 Meter vor dem Ziel konnte er bereits aufs Anschieben verzichten. „Das war großartig. Die Strecke macht Spaß. Sie ist sehr hart, aber fair und es passiert immer viel. Das Tempo zum höchsten Punkt war sehr hoch, aber ich hatte noch Kraft für den Schluss. Ich fühle mich gut, kam gestern erst aus der Höhe, um heute und morgen zu starten und dann sind noch zwei Wochen bis zum Saisonhighlight“, sagte er. Hinter ihm lieferten sich Edvin Anger und Gus Schumacher ein Duell um die weiteren Podestplätze, den der Amerikaner für sich entschied, nachdem er in der Abfahrt an Anger vorbeigezogen war. Simone Mocellini, der ebenfalls den ganzen Tag sehr stark war, musste sich am Schluss mit klarem Rückstand mit Platz vier genügen und kassierte auch noch eine gelbe Karte wegen Behinderung. Even Northug und Ben Ogden komplettierten das Finalergebnis als Fünfter und Sechster. Erik Valnes schied im Halbfinale nach einem Sturz aus und beschwerte sich später bei NRK, nachdem er zuvor wortlos vom Zielraum in die Umkleide gestürmt war. Er sagte im Interview, dass Edvin Anger hätte bestraft werden müssen, weil er ihn behindert habe. „Seit vielen Jahren bin ich stark im Klassiksprint, aber ein so gutes Gefühl hatte ich selten. Innen ging eine Lücke auf neben dem lieben Anger. Es war zwar eng, aber ich habe ihn nicht berührt. Als er sah, dass Johannes kommt, stach er innen rein. Da war aber schon ich, so dass er auf meinen Ski trat“, erklärte der Norweger, während Anger das ganz anders sah: „Ich hatte keine Ahnung, dass er von hinten kommt und er ist auf meinen Ski getreten. Es war ganz richtig, dass er gestürzt ist, er ist in mich reingefahren.“ Nach Ansicht der Bilder teilte die Jury die Sicht des Schweden, der eindeutig vorne war und Valnes hinter sich nicht sehen konnte, der in eine nicht vorhandene Lücke wollte.
Rydzek, Krehl, Hennig und Sossau im Viertelfinale
Für Coletta Rydzek war mit Rang 27 diesmal schon im Viertelfinale Schluss, ihr fehlten nach dem anstrengenden Teamsprint die Kraft, um in ihrer etwas schwächeren Technik mitzuhalten. Auch Sofie Krehl als 21. und Katharina Hennig Dotzler (30.) kamen bis ins Viertelfinale, wo sie dann ausschieden. So erging es auch dem 29. Anian Sossau-Daubermann, der sich aber immerhin für die besten 30 qualifizierte. Darum war er auch nicht unzufrieden und sagte: „Ich bin sehr zufrieden mit meinen Top30-Ergebnis im Klassisch Sprint. Ich bin ja schon länger nicht mehr weitergekommen und deswegen bin ich doppelt glücklich, dass es mal wieder funktioniert hat. Im Heat ist es nicht so aufgegangen, wie ich es erhofft habe. Ich bin neben der Spur gelaufen oben am Berg, weil ich gehofft habe, dass ich da mehr Grip habe. Aber ich bin dann oft durchgerutscht und die Kraft ist mir dann ausgegangen am Ende. Aber ich froh, dass ich wieder ein bisschen Erfahrung hab sammeln dürfen im Heat.“
Nur Fähndrich und Weber überstehen Viertelfinale
„Fürs Selbstvertrauen wird dies eines der wichtigsten Rennen für mich sein. Letztes Jahr ist mir die Hauptprobe in Falun gut gelungen, dies gab mir Ruhe vor der WM. Ich freue mich, dass auch der Sprint im Goms klassisch sein wird. Es wird ein wichtiges Rennen“, sagte Nadine Fähndrich vor dem Heimwochenende und kann nun nach dem Podium beruhigt in die Olympiavorbereitung gehen, obwohl sie nach dem Rennen von einem „richtig schwierigen Tag“ sprach. Aber mit der Strecke und der Höhe kämpften auch alle anderen. Wie auch Anja Weber, die nach ihrem zehnten Platz erklärte, ihre Lunge habe „ganz schön gebrannt“. Lea Fischer schied als 22. inklusive gelber Karte im Viertelfinale aus, nachdem sie am Hallenbarter-Anstieg innen reinstechen wollte, wo aber kein Platz war. Bei den Herren kam kein Schweizer ins Halbfinale. Valerio Grond, der gestern schon auf der letzten Runde nicht mehr mithalten konnte, musste heute erkrankt absagen und Janik Riebli erklärte nach seinem Viertelfinal-Aus als 24.: „Ich lerne daraus, dass ich vor einem Klassisch Sprint keinen Teamsprint mehr laufe.“ Die Näff-Brüder gehörten ebenfalls zu den Viertelfinalisten und Noe Näff hofft nun nach seinem knappen Ausscheiden als 14.: „Ich hoffe, sie nehmen mich an Olympia mit.“ Sein jüngerer Bruder Isai Näff wusste selbst nicht, „warum die Beine nicht mitgemacht haben“ und er 28. wurde. Die einzige ÖSV-Starterin, die die Qualifikation überstand, Magdalena Scherz, belegte Rang 20.
=> Ergebnis Sprint Klassisch Damen
=> Ergebnis Sprint Klassisch Herren
Weltcup Goms zum Nachlesen
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