Langlauf Weltcup News

Langlauf Weltcup macht wieder im Schweizer Goms Station

Nachdem die Schweizer zuvor 24 Jahren auf einen Weltcup im Goms warten mussten, kehrt nun diesmal der Weltcup wie geplant nach einjähriger Pause im Wechsel mit dem Engadin ins Goms zurück.

Das Goms: Tal im Süden der Schweiz

Goms (SUI) © Modica/NordicFocus

Das Goms liegt mitten im Herzen der Schweizer Alpen. Goms ist der Name einer Gemeinde und eines Bezirkes in der Südschweiz und grenzt an die italienische Region Piemont. Die Gemeinde besteht aus 13 Ortschaften und zählt 1142 Einwohner, der Bezirk 4385 Einwohner. Das Goms ist der oberste Talabschnitt des Oberwallis, der östlichste Teil des Kantons Wallis, und liegt direkt an der Rhône. Wenige Kilometer nordwestlich des Flusses liegt die Grenze zum Kanton Bern. Der oberste Talabschnitt wird Obergoms genannt. Die Ortschaften des Goms liegen auf einer Höhe von etwa 1300 Metern und werden von mehr als 3000 Meter hohen Bergen umrahmt. Das Hochtal wurde durch den eiszeitlichen Rhônegletscher geformt und mit seinen über 100 Kilometer Langlaufloipen gilt es als schneesicher und schneereich. Im Goms spricht man eine Variante des Walliserdeutschen. Dies ist ein Schweizer Dialekt, welche für Deutsche, aber auch für Schweizer, welche nicht im Wallis wohnen, teilweise schwer zu verstehen ist. Das Goms ist neben Davos, dem Val Müstair, der Lenzerheide und dem Engadin der fünfte Schweizer Weltcup-Veranstalter. Dank der vorhandenen Beschneiungsanlage lassen sich die Loipen notfalls auch bei prekären Bedingungen präparieren. Das Nordische Zentrum Goms liegt direkt an der Rhône zwischen der Ortschaft Geschinen, die gerade einmal 64 Einwohner hat, und Ulrichen mit 219 Einwohnern. In Geschinen ist der ehemalige Biathlet Benjamin Weger beheimatet. Schneesicherheit, anspruchsvolle Strecken und eine topmoderne Infrastruktur garantieren unvergessliche Wettkämpfe, die eine regionale, nationale und internationale Strahlkraft ausüben werden. Ein vielfältiges Rahmenprogramm mit zahlreichen Side Events und Liveacts wird dazu beitragen, aus dem Wochenende ein wahres Langlauffest zu zaubern.

Goms motiviert den Nachwuchs

Albrecht-Anstieg beim Langlauf Weltcup Goms (SUI) © Modica/NordicFocus

Mit der Weltcuppremiere 2024 wurde gleichzeitig das Nordische Zentrum Goms eröffnet. Laut Veranstalter ermögliche die Infrastruktur des erweiterten und ausgebauten Nordischen Zentrums es den Zuschauerinnen und Zuschauern, von der Tribüne weite Teile der Strecke zu überblicken und die Wettkämpfe hautnah mitzuerleben. „Spätestens seit 2018, als das Goms zusammen mit Kandersteg die Nordische Junioren WM durchgeführt hat, ist es als potenzieller Austragungsort für größere Wettkämpfe auch international wieder im Gespräch“, sagte Doris Kallen, Koordinatorin des FIS-Langlaufweltcups, 2023 zur Vergabe des Weltcups ins Goms. Dank der Erfahrung von wiederkehrenden Events und einer gut ausgebauten Infrastruktur war es damals für das Goms an der Zeit für den nächsten Schritt. Über 11.000 Zuschauern wohnten den Wettkämpfen 2024 bei und sorgten für eine tolle Stimmung vor allem an den Sprint-Anstiegen. Dem OK des Langlauf-Weltcups ist es auch ein wichtiges Ziel, den einheimischen Nachwuchs zu Spitzenleistungen auf Weltniveau anzuspornen. So können am Samstag ab 14:30 Uhr nach dem Klassiksprint der Weltcup-Stars begeisterte Nachwuchsläufer den Sprintkurs in Angriff nehmen. Der Veranstalter schreibt dazu: „Am Nachmittag bist du dran beim «Check 2038» auf derselben 1500 m langen Sprintrunde. Steile Anstiege, schnelle Abfahrten und echtes Weltcup-Feeling warten auf dich. Spüre das Tempo und es wird sicher viel Spaß machen, über die Weltcupstrecke zu flitzen. Unsere Stars zeigen dir dabei genau, wie es geht. Janik Riebli hält beim Doppelstock seinen Rumpf stabil, damit er seine ganze Kraft auf den Boden bringt. Alina Meier bewegt im Diagonal ihre Beine mit unglaublich hoher Frequenz, um maximale Geschwindigkeit zu erreichen. Anja Weber versucht in der Abfahrt mit einer tiefen Hocke einen möglichst hohen Top-Speed zu erhalten. Schau genau hin, damit du deine Runde so schnell wie möglich absolvierst. Falls dir die Olympischen Spiele 2038 noch zu früh sind, ist der «Check 2042» perfekt für dich. Auf der flachen Stadionrunde über 500 Meter kannst du erste Wettkampferfahrung sammeln.“ Ausgelegt ist der Mini World Cup Goms für U8 bis U16.

Teamsprint, Sprint und Massenstart

Langlauf Weltcup im Goms (SUI) © Modica/NordicFocus

Anders als zuletzt in Oberhof warten im Goms wieder drei Wettkampftage auf die Athleten. Der Weltcup im Goms ist die letzte Station vor den Olympischen Spielen in Italien. Vom 23. bis 25. Januar wird sich deshalb zeigen, wer in Topform ist und als Anwärter für eine Medaille gilt. Dadurch kommt den Rennen im nordischen Zentrum eine hohe Bedeutung zu. Los geht es am Freitag Nachmittag mit einem Teamsprint in der freien Technik, bevor am Samstag im klassischen Stil um Einzelsiege gesprintet wird als letzte Generalprobe vor dem olympischen Sprint in dieser Technik. Zum Abschluss wird ein Massenstart ebenfalls in der klassischen Technik gelaufen, aber mit 20 Kilometern deutlich kürzer als dann vier Wochen später im Val di Fiemme. Für den Sprint ist eine 1500 Meter lange Strecke vorbereitet, die unten im Instagram-Video vorgestellt wird. Die Staffelrunden Klassik und Skating unterscheiden sich nahezu komplett und befinden sich nordöstlich beziehungsweise südwestlich des Stadions. Am Sonntag bilden die westliche und die östliche Runde die fünf Kilometer lange Schleife für den Massenstart. Tagestickets gibt es für 25 Schweizer Franken an der Tageskasse, der Vorverkauf für 20 CHF läuft noch bis zum Donnerstag. Das 3-Tage-Abo kostet 65 beziehungsweise 50 Franken. Kinder bis 16 Jahre erhalten kostenlosen Eintritt. Zum Ticketshop geht es >HIER<.

Neue Strecke nach bekannten Namen

© Weltcup Goms

Die Wettkampfstrecken sind bereits aus dem Jahr 2024 bekannt. Wettkampf- und Streckenchefs haben sich für die verschiedenen Abschnitte Namen von lokalen (Langlauf)-Größen ausgedacht. Nach dem Start des Sprintkurses geht es in das Werlen-Flachstück, benannt nach Elmar Werlen, einem ehemaligen Biathleten und Winter-Triathleten. Nach der Passage des Schießstandes folgt der Albrecht-Anstieg, ein „S“, benannt nach Langläuferin Brigitte Albrecht, die 2002 olympisches Staffel-Bronze gewann. Anschließend geht es in eine schnelle Abfahrt und die Weger-Kurve, benannt nach dem Biathleten Benjamin Weger sowie dem Hallenbarter-Anstieg nach Konrad Hallenbarter, einem lokalen Langlauf-Star aus den 1980ern. Hinein ins Stadion geht es durch die Walpen-Kurve, die nach Strecken-Chef Dominik Walpen benannt ist. Der 52-Jährige war ein Gommer Langläufer und bis 2004 im Weltcup aktiv. Im Massenstart geht es nach dem Start zunächst westlich des Stadions in den Kreuzer-Anstieg, benannt nach dem Gommer Hans-Ueli Kreuzer, der bis 1980 als Langläufer an drei Olympischen Spielen teilnahm. Nach einer Abfahrt folgt mit der Carlen-Schleife der westlichste Streckenteil nach der ehemaligen Langläuferin und OK-Chefin Chantal Carlen. Danach geht es in den Hauser-Anstieg nach Edi Hauser, der bei den Olympischen Spielen 1972 Staffel-Bronze gewann und nach der Bunker-Brücke in die Jost-Kurve, benannt nach Ex-Biathletin Patricia Jost. Anschließend geht es über den Albrecht-Anstieg in den östlichen Streckenabschnitt mit dem JC-Flachstück nach Julia und Christian Hauer aus dem Organisations-Komitee und nach einer Rechtskurve das MAD Shamrock, benannt nach drei Brüdern aus dem OK (Michael, Alexander und Dominik), gefolgt vom Gommer Hundschopf. Über das JC-Flachstück, Weger-Kurve, Hallenbarter-Anstieg und die Walpen-Kurve geht es zurück ins Ziel.

Wer ist dabei, wer trainiert lieber?

Norwegen reist mit einem nahezu kompletten Weltcupteam an. Johannes Høsflot Klæbo, fünffacher Tour-de-Ski-Sieger, zählt zum großen Favoriten an den beiden Sprinttagen. Im Distanzrennen gehören Harald Østberg Amundsen, Emil Iversen und Mattis Stenshagen zu den Topfavoriten, aber auch Klæbo könnte im Massenstart natürlich wieder zuschlagen. Martin Løwstrom Nyenget ist der einzige Olympiastarter, der im Goms nicht dabei ist, Einar Hedegart ist vermutlich für den Teamsprint nominiert. Aber es sind auch Athleten im Goms, die mit den Olympischen Spielen nichts zu tun haben und solche wie Even Northug, Ansgar Evensen und vor allem Lars Heggen, die mit Wut im Bauch laufen, weil sie nicht berücksichtigt wurden im Gegegnsatz zu Iversen und Vike. Heggen entschied sich nun allerdings für die Abreise, weil der 20-Jährige in letzter Zeit ein gewaltiges Rennpensum absolviert hat. Er wird durch Mats Opsal und Edvard Sandvik ersetzt. Bei den Damen sieht das anders aus, wo mit Julie Bjervig Drivenes, Astrid Øyre Slind und Karoline Simpson-Larsen nur drei Olympia-Starterinnen dabei sind. Dazu kommen unter anderem Tiril Udnes Weng, Ane Appelkvist Stenseth, Anne Kjersti Kalvå, Nora Sanness und Karoline Grøtting. Im schwedischen Team geht es für unter anderem für Emma Ribom und Linn Svahn um einen Platz im olympischen Sprint, denn im Olympiateam sind fünf Athletinnen, die für den Sprint in Frage kommen. Beide kehren nach gesundheitlichen Problemen ins Team zurück und Edvin Anger nach einer Trainingsperiode. Calle Halfvarsson startet nach seinem Erfolg in Oberhof, der ihm das Olympiaticket einbrachte, auch im Goms, während Jonna Sundling, Ebba Andersson, Frida Karlsson und William Poromaa trainieren und Alvar Myhlback am Sonntag den Marcialonga bestreitet. Im finnischen Team fehlen mit Iivo Niskanen und Krista Pärmäkoski zwei große Namen, der Rest tritt aber die Reise in die Schweiz an. Das italienische Team wird von Federico Pellegrino angeführt, der noch nicht entschieden hat, ob er die Weltcups nach den Olympischen Spielen noch bestreitet oder ob er bis zu den nationalen Meisterschaften, bei denen er Ende März endgültig seine Karriere beenden wird, eine Pause einlegt. Insgesamt ist das Team größer als noch in Oberhof, Francesco De Fabiani, Anna Comarella und Martina Di Centa kehren zurück. Maria Gismondi fehlt weiterhin, was langsam Sorge im Team auslöst, ob sie bis zu den Olympischen Spielen wieder fit ist, nachdem sie ab Weihnachten zwei Wochen krank war. Das französische Team hatte Oberhof komplett ausgelassen und im Goms kehrt nun Delphine Claudel ins Aufgebot zurück, nachdem sich zu Weihnachten Überlastungsbeschwerden im Fuß eingestellt hatten. Auch Mathis Desloges, der zu Weihnachten krank war, stößt wieder zum französischen Team. Insgesamt sind acht Herren dabei, von denen nur Victor Lovera (noch) kein Olympiaticket hat. Der französische Verband will am 26. Januar eventuelle Nachnominierungen bekannt geben, darunter definitiv noch eine fünfte Dame. Jessie Diggins reist als dreifache Gesamtweltcupsiegerin ins Goms. Mit ihrem Sieg bei der Tour de Ski 2026 unterstrich sie ihre Form – sie zählt in allen Disziplinen zu den Podestanwärterinnen. Auch Julia Kern will zusammen mit ihr das Podium angreifen wie auch Gus Schumacher, Ben Ogden und JC Schoonmaker bei den Herren.

Sechs Österreicher im Goms

Österreich wird mit einem sechsköpfigen Team beim letzten Kräftemessen vor dem Saisonhighlight in Italien vertreten sein. Auch Mika Vermeulen wird die Reise in die Schweiz antreten. Der Steirer, der ursprünglich nicht mit einem Antreten in Goms geplant hatte, entschied sich nach einem durchwachsenen Wettkampf in Oberhof dazu, noch weitere Rennkilometer vor den Spielen zu sammeln. Der 26-Jährige wird sowohl im Team-Sprint als auch über die 20 Kilometer an den Start gehen. Bei den beiden Sprintbewerben sind aus österreichischer Sicht zudem noch Lukas Mrkonjic, Erik Engel und Christian Steiner sowie bei den Damen Heidi Bucher und Magdalena Scherz im Einsatz.

25 Schweizer bei Heimweltcup

Das Schweizer Team wird beim Heimweltcup von zehn Athletinnen und 15 Athleten vertreten sein. Angeführt wird das Team von Nadine Fähndrich, die 2024 trotz nicht perfekter Saison im Massenstart aufs Podium lief. „Fürs Selbstvertrauen wird dies eines der wichtigsten Rennen für mich sein. Letztes Jahr ist mir die Hauptprobe in Falun gut gelungen, dies gab mir Ruhe vor der WM. Ich freue mich, dass auch der Sprint im Goms klassisch sein wird. Es wird ein wichtiges Rennen“, sagte Nadine Fähndrich im Vorfeld des Heimweltcups, nachdem es zuletzt in Oberhof wegen schlechten Materials nicht gut lief. Aber auch die Kälin-Schwestern, Lea Fischer, Alina Meier und Anja Weber sind immer für ein gutes Ergebnis gut. Schwieriger war es da zuletzt bei den Herren, wo Janik Riebli und Valerio Grond nur teilweise überzeugen konnten. Bei den jüngeren Athleten gab es durch Roman Alder oder die Näff-Brüder zudem Hoffnungsschimmer. Schlimm sieht es dagegen aktuell im Distanzbereich aus, wo oft kein Platz unter den besten 40 zu Buche steht. Da wollen nun Cyril Fähndrich, Beda Klee, Candide Pralong, Jason Rüesch und Nicola Wigger für die Kehrtwende sorgen.

Das Schweizer Team beim Heimweltcup:

Fabienne Alder, Nadine Fähndrich, Lea Fischer, Marina Kälin, Nadja Kälin, Alina Meier, Ramona Schöpfer, Désirée Steiner, Anja Weber, Giuliana Werro
Roman Alder, Pierrick Cottier, Cyril Fähndrich, Valerio Grond, Silvan Hauser, Beda Klee, Isai Näff, Noe Näff, Ilan Pittier, Candide Pralong, Janik Riebli, Jason Rüesch, Antonin Savary, Niclas Steiger, Nicola Wigger

Frost und Schneefall im Goms

Beim Langlauf Weltcup im Goms wird es kalt. Die Temperaturen im Kanton Wallis sollen an allen drei Wettkampftagen bei etwa -7°C liegen. Außerdem soll es immer wieder zu Schneeschauern kommen, was das Wachsen in der klassischen Technik erschweren wird. Die Bedingungen sind somit hochwinterlich und rund um Ulrichen wird eine Schneehöhe von knapp 50 Zentmetern vermeldet.

Wenig Langlauf live in Deutschland

In Deutschland ist man für Live-Übertragungen aus dem Goms wieder auf das kostenpflichtige Discovery+ angewiesen, sonst zeigt die ARD nur den Massenstart der Damen live im Hauptprogramm. Vom Teamsprint gibt es später eine Zusammenfassung, vom Einzelsprint eine Zusammenfassung ab 14:45 Uhr vor dem Biathlon. Sonntag steigt das Erste nach dem Kitzbühel-Slalom verspätet ein und fasst den Massenstart der Herren zusammen. Bei Eurosport haben die Australian Open im Tennis und anderer Wintersport den Vorrang. Samstag ist gar keine Übertragung mit deutschem Kommentar geplant wie auch vom Massenstart der Damen, im Teamsprint und beim Massenstart der Herren steht jeweils noch nicht fest, ob Euro1 oder Euro2 überträgt. Möglicherweise beginnt auch Euro2 und man übergibt dann an Eurosport1, wenn die Tennisspiele beendet sind. Besser ist es, wenn man in der Schweiz oder in Österreich lebt. Beim Heimweltcup übertragen SRF2 und SRFinfo (Einzelsprint) alles live, nur mit einem späteren Einstieg in den Massenstart der Herren (nach Alpin) muss man leben. In Österreich ist ORF1 für den Teamsprint live zuständig, ORF Sport+ fasst den Einzelsprint ab 15:50 Uhr zusammen und am Sonntag zeigt ORF Sport+ die Damen live und die Herren ab 14:45 Uhr bei ORF1.

Zeitplan Goms

Freitag, 23. Januar 2026

12:30 Uhr: Prolog Teamsprint Freistil
14:30 Uhr: Finale Teamsprint Freistil

Samstag, 24. Januar 2026

10:00 Uhr: Prolog Sprint Klassisch
12:30 Uhr: Finalläufe Sprint Klassisch

Sonntag, 25. Januar 2026

11:15 Uhr: 20 Kilometer Klassik Massenstart Damen
14:15 Uhr: 20 Kilometer Klassik Massenstart Herren