Langlauf Weltcup: Sundling und Klæbo dominieren Lahti Sprints - Rydzek Dritte - xc-ski.de Langlauf

Langlauf Weltcup: Sundling und Klæbo dominieren Lahti Sprints – Rydzek Dritte

Jonna Sundling und Johannes Høsflot Klæbo heißen die Sieger des Freistilsprints in Lahti. Aber auch Coletta Rydzek konnte sich über ein Podium freuen.

Wieder ein Sieg für die Favoriten

Jonna Sundling und Johannes Høsflot Klæbo – wer hätte sich sonst die Sprintsiege holen sollen? Gut, bei den Damen hätte sich auch die Olympiasiegerin Linn Svahn durchsetzen können, aber Sundling ließ ihr heute keinerlei Chance, so dass sie sich mit Platz zwei begnügen musste. Dritte wurde Coletta Rydzek auf ihrer Lieblingsstrecke, wo sie nun alle drei Podestplätze bereits kennengelernt hat. Hinter Klæbo sicherte sich sein Kronprinz Platz zwei, nämlich der 20-jährige Lars Heggen, der in der U23-Wertung weit vorne liegt. Dritter wurde Jules Chappaz, während die Schweizer Janik Riebli und Valerio Grond die Podestplätze verpassten.

Sossau knapp raus als 31.

Natürlich erwischte es im Prolog wieder einige, die eigentlich in die Heats gehört hätten. Besonders die Finnen mussten schwer schlucken, als ihre Topsprinterin Jasmi Joensuu den Prolog nicht überstand. Auch Emil Liekari musste vorzeitig die Segel streichen und das trotz einer Top-Zeit, die für Platz sieben gereicht hätte. Leider startete der Finne eine Sekunde vor Beginn seines Startfensters, so dass er eine 15-sekündige Zeitstrafe aufgebrummt bekam. Wer schaffte es noch nicht? Die Norweger hätten definitiv gerne die Weng-Zwillinge im Viertelfinale gesehen, die als 31. und 33. denkbar knapp scheiterten. Bei den Herren war es Anian Sossau-Daubermann, der ebenso knapp als 31. vor Elia Barp seinen Renntag beenden musste. Außerdem schied der Wernigeröder Jannis Grimmecke als zweiter Deutscher als 38. aus und auch für den Schweizer Antonin Savary und die Österreicher Michael Föttinger, Erik Engel und Mika Vermeulen war der Sprint schon mit der Qualifikation beendet. Dasselbe Schicksal ereile zuvor schon Magdalena Scherz, Teresa Stadlober und Lea Fischer sowie aus deutscher Sicht Pia Fink und Lena Keck, die aber klar zu langsam waren.

Kampf um kleine Kristallkugel schon im Viertelfinale

Zu den Heats war die Temperatur inzwischen auf +5°C gestiegen und die Sonne hatte auf großen Teilen des Sprintkurses Einzug gehalten. Schon im Viertelfinale vielen wichtige Entscheidungen um die Sprintkugel, denn nachdem Joensuu schon im Prolog ausgeschieden war, erwischte es Maja Dahlqvist, Nadine Fähndrich und Jessie Diggins im Viertelfinale, während Coletta Rydzek und Johanna Hagström bis ins Finale kamen. Vor dem heutigen Sprint lag Dahlqvist mit 608 Punkten vorne, 42 Punkte dahinter folgte Fähndrich. Hagström hatte 88 Punkte Rückstand auf die Teamkollegin. Joensuu, Rydzek, Ilar und Diggins gingen mit nur 447 bis 443 Punkten in den Sprinttag, sie sollten mit der Kristallkugel wohl nichts mehr zu tun haben. Nach dem heutigen Tag hat sich Hagström mit 45 Punkten Rückstand auf die zweite Position geschoben, Fähndrich folgt fünf Punkte dahinter.

Skistad zum dritten Mal disqualifiziert

Das Finale der Damen wurde von vier Schwedinnen, Mathilde Myhrvold und Coletta Rydzek bestritten, nachdem Kristine Stavås Skistad, die sich als Halbfinal-Dritte qualifiziert hätte, nach einer Behinderung disqualifiziert wurde. Für die Norwegerin aus Konnerud war es die vierte gelbe Karte dieser Saison und die insgesamt dritte Disqualifikation. Los ging es bei der Saisoneröffnung in Beitostølen, wo sie im Sprint Gelb sah. Um die Verwarnung nicht mit in den Weltcup zu nehmen, plante sie, am nächsten Tag im Klassik-Einzelstart eine weitere gelbe Karte zu kassieren, um unbelastet in den Weltcup zu gehen. Das kündigte sie lautstark an und als sie dann wirklich auf der Zielgeraden dermaßen auffällig skatete, bekam sie direkt eine Disqualifikation wegen unsportlichen Verhaltens und die gelbe Karte blieb bestehen. In Davos sammelte sie dann die zweite Gelbe und wurde disqualifiziert und auch nun war es schon wieder die zweite Verwarnung, so dass erneut ein DSQ auf der Ergebnisliste erscheint.

Sundling dominiert, Rydzek wird Dritte

Das Finale selbst wurde dann von Anfang bis Ende von Jonna Sundling bestimmt, die schon im ersten Anstieg Vollgas gab, so dass schon dort eine kleine Lücke aufging. Bis zur Spitzkehre unweit der in Distanzrennen berüchtigten Lahti-Kurve waren alle wieder dicht dran, aber in der Abfahrt ins Stadion ging die Lücke erneut auf. Jonna Sundling lief der Olympia-Revanche entgegen und holte sich den Sieg vor Linn Svahn. „Ich bin zufrieden mit meinen Olympischen Spielen. Aber schön, wieder ganz oben zu stehen, nachdem ich wegen einer Erkältung pausieren musste. Schade, dass ich Falun deswegen nicht laufen konnte. Aber heute hatte ich guten Tag. Ich hatte aber Probleme mit den Bedingungen. Es sieht so schön aus, aber unter dem sulzigen Schnee ist es schon eisig und ich bin froh, heute den Sieg geholt zu haben. Ich bin noch sehr motiviert, das ist meine Lieblingsjahreszeit und ich freue mich schon auf den Rest der Saison“, sagte Sundling. Coletta Rydzek war als Vierte in die Abfahrt gegangen, griff aber in der Zielkurve Johanna Hagström an und sicherte sich nach Auswertung des Zielfotos den dritten Platz. „Ich bin das erste Mal Dritte“, sagte die Oberstdorferin bei der Siegerpräsentation und meint damit Einzelsprints, in denen sie immer Zweite oder 2025 in Lahti Erste war, denn in Teamsprints belegte sie schon zweimal einen dritten Platz. Hinter Hagström sammelte Moa Ilar als Fünfte wichtige Punkte für den Gesamtweltcup, wo sie aber rund 250 Punkte hinter Jessie Diggins liegt. Mathilde Myhrvold erreichte nach ihrer Schulterverletzung von der Tour de Ski erstmals wieder ein Finale und belegte Platz sechs. Die Schulter war seit einem Sturz auf Skirollern bergauf vor einigen Jahren das Problemkind der Norwegerin.

Klæbo bestimmt das Geschehen

Vor allem bei den Herren hatte es sehr turbulente Viertelfinals gegeben mit vielen gelben Karten für Behinderung und einer direkten Disqualifikation für Marcus Grate wegen einer klaren Unsportlichkeit. In den Heat hatte der Schwede in der Abfahrt ins Stadion nach dem Stock des neben ihm fahrenden Davide Graz gegriffen und versucht, ihn aus der Hand des Italieners zu reißen. Im Finale trafen dann später drei Norweger, zwei Schweizer und ein Franzose aufeinander und Johannes Høsflot Klæbo machte direkt klar, wer im Sprint nach wie vor die Hosen an hat. Schon im ersten Anstieg nördlich aus dem Stadion heraus attackierte er einmal, nahm dann aber wieder das Tempo zurück. In der Abfahrt verschärfte er wieder die Geschwindigkeit und auch nach der Spitzkehre war der Norweger weiter vorne und ging vor seinem jungen Landsmann in die Abfahrt. Den Sprint gewann er ungefährdet, aber Lars Heggen war dennoch relativ dicht an ihm dran, so dass der große Klæbo im Siegerinterview dem zukünftig dominierenden Sprinter seinen Respekt zollte: „Das war großartig. Tolle Zuschauer. Die Bedingungen waren sehr hart, aber ich habe versucht, es zu genießen. Ich hatte keinen Plan im Finale, ich habe einfach Gas gegeben und habe es ins Ziel gebracht und genügend Meter auf die jungen Kerle rausgeholt. Nächstes Jahr wird es sicher schwerer. aber ich kann das jetzt noch diese Saison genießen und danach wird es dann viel schwerer“, sagte er und gibt zu, dass auch ihm die lange Saison zu schaffen macht: „Ich bin müde. Ich trainiere kaum noch zwischen den Rennen, ich mache nur die Rennen. Wir werden sehen, wie lange ich das noch so weitermachen kann, aber hoffentlich noch für zwei weitere Wochen.“ Klæbo bleibt damit der einzige Athlet, der seit 2019 einen Sprint in Lahti gewinnen konnte. Bevor der Norweger richtig durchstartete, war es zweimal Federico Pellegrino, der 2017 Weltmeister wurde und danach auch im Weltcup gewann. Heute schied der Italiener bereits knapp im Viertelfinale aus. Lars Heggen war heute ungefährdeter Zweiter hinter dem 29-jährigen Dominator, aber dahinter wurde es im Kampf um den dritten Podestplatz sehr eng. Janik Riebli war als Dritter hinter den Norwegern ins Stadion eingefahren, wurde aber in der Zielkurve von Jules Chappaz angegriffen, der schließlich nach einen harten Zielsprint die Nase knapp vorn hatte. Der Giswiler Milchbauer belegte den vierten Platz vor dem frisch gebackenen U23-Weltmeister Filip Skari und seinem Landsmann Valerio Grond.

Erneutes Lahti-Podium für Rydzek

Coletta Rydzek hat sich wieder einen starken dritten Platz gesichert. In der Überform von 2025 war sie diesmal aber nicht und kam im Halbfinale nur über die Zeit weiter. Dennoch hält ihre Erfolgsserie in Lahti weiter an und Rydzek war auch alles andere als unzufrieden: „Ich bin mega mega happy. Nur weil man das im Vorjahr geschafft hat, heißt das leider gar nichts in diesem Jahr. Wäre schon, wenn es so wäre. Ich bin heute mega happy. Ich weiß noch, letztes Jahr hatte ich so einen Über-Ski. Ich hatte heute einen guten, aber keinen Über-Ski. Da fährt man nach Lücken nicht mehr ganz so nah hin. Aber ich bin super super happy, ein Podium ist für mich immer ein Erfolg“, freute sich die Oberstdorferin. Laura Gimmler war im Viertelfinale im selben Lauf, wo die 32-Jährige dann als Dritte ausschied und 14. wurde. „Ich hatte gehofft, dass ich es über die Lucky Loser schaffe, weil der zweite Lauf oft ein schneller Heat ist. Aber ich hatte schon da hoch gemerkt, dass wir zu langsam laufen. Ich denke, mit Top3 habe ich auf dieser Zielgerade für mich im Skating alles rausgeholt“, meinte Laura Gimmler im ZDF. Bei Sofie Krehl endeten die Hoffnungen auf ein Weiterkommen schon in der Abfahrt nach dem ersten Anstieg, wo ihr von hinten jemand auf den Stock fuhr, so dass sie den Stock verlor. Als sie dann an der Coaching Zone vor der Spitzkehre endlich einen neuen Stock bekam, war das Rennen bereits verloren.

Stölben mit taktischem Fehler

Jan Stölben hat erneut als Zehnter einen sehr guten Prolog gezeigt, aber danach fehlte ihm das taktische Verständnis. Nachdem er nicht wie sonst den ersten Heat sondern Nummer drei gewählt hatte, um Optionen für das zweite Halbfinale zu haben, gab er aber von Beginn an Vollgas. Der Vulkaneifler verpulverte mit der ständigen Führungsarbeit bei hohem Tempo viel zu viele Kräfte und ging dann auch noch als Erster in die Abfahrt ins Stadion. Die anderen saugten sich im Windschatten an ihn heran und schossen nach der Zielkurve geradezu an dem erschöpften Rheinland-Pfälzer vorbei. Da das der Lauf mit Marcus Grate war, wurde Stölben noch als Fünfter gewertet und belegte im Endresultat Rang 21. Valerio Grond und Davide Graz konnten sich aber bei ihm bedanken, dass sie noch über die Zeit ins Halbfinale kamen.

Zwei Schweizer im Finale, eine im Halbfinale

Auch wenn die beste Sprinterin Nadine Fähndrich auf dem Weg zu ihren Karriereende als 20. schon früh die Segel streichen musste, sprangen ihre Teamkollegen für sie in die Bresche. Zwar verpassten beide das Podium, das gelang ihnen diesen Winter aber ohnehin nicht so oft. So konnten beide mit dem Erreichen des Finals zufrieden sein. Shooting-Star Nadja Kälin kam immerhin ins Halbfinale, wo sie einen sehr guten achten Platz erreichte. Neben Nadine Fähndrich schieden auch Anja Weber und Alina Meier klar im Viertelfinale aus.

Moser starker Achter

Lukas Mrkonjic und Benjamin Moser qualifizierten sich mit den Rängen 28 und 30 zunächst denkbar knapp für die Finalläufe und trafen dann auch im selben Viertelfinale aufeinander. In einem turbulenten Viertelfinale entwickelte sich hinter dem souveränen Johannes Høsflot Klæbo ein packender Kampf um das zweite Halbfinalticket, bei dem der Franzose Chanavat in der Zielkurve im Duell mit Benjamin Moser zu Sturz kam. Der Österreicher agierte allerdings regelkonform und stieg als Zweiter in die nächste Runde auf. Lukas Mrkonjic überquerte als Fünfter dieses Heats die Ziellinie und schied aus. Im Halbfinale schloss Moser nahtlos an seine starke Leistung im Lauf zuvor an, musste allerdings als Vierter den beiden Norwegern Johannes Høsflot Klæbo und Lars Heggen sowie dem Schweizer Janik Riebli den Vortritt lassen. Auch wenn es damit nichts mit einem Finaleinzug wurde, sicherte sich Benjamin Moser mit Platz acht ein weiteres Spitzenergebnis in diesem Winter. „Ich freue mich sehr über dieses Ergebnis, denn ein Top-Ten-Platz ist alles andere als selbstverständlich und so eine Platzierung muss man einfach zu schätzen wissen. Es ist mir in diesem Winter nicht immer alles leicht von der Hand gegangen, beispielsweise bei den Olympischen Spielen, und von daher bin ich heute mit dem Halbfinaleinzug und diesem Resultat sehr happy.“

DSV-Statements liegen bisher noch nicht vor…

=> Ergebnisse Sprint Freistil Damen
=> Ergebnisse Sprint Freistil Herren

Langlauf Weltcup Lahti zum Nachlesen

=> Deutsches Team reist mit Arrivierten und Talenten nach Lahti
=> Langlauf Schweiz: Nadine Fähndrich beendet ihre Karriere
=> Weltcup im Langlauf und Nordischer Kombination zu Gast bei den 101. Lahti Ski Games

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