Langlauf Weltcup Ruka: Hennig verpasst Sieg knapp, Karlsson gewinnt - xc-ski.de Langlauf

Langlauf Weltcup Ruka: Hennig verpasst Sieg knapp, Karlsson gewinnt

Therese Johaug (NOR), Frida Karlsson (SWE), Katharina Hennig (GER), (l-r) © Thibaut/NordicFocus

In einem ungewöhnlich spannenden Distanzrennen der Damen über zehn Kilometer im klassischen Stil setzte sich Frida Karlsson gegen Therese Johaug durch. Katharina Hennig fehlen nach einem sensationellen Rennen nur wenige Sekunden zum Sieg.

Enges Duell zwischen Karlsson und Johaug

Frida Karlsson (SWE) © Thibaut/NordicFocus

Erst 30 Minuten vor dem Start wurde entscheiden, dass Rennen trotz der extremen Kälte von fast -20° wie geplant auszutragen. Nach den Ergebnissen der FIS-Rennen war anzunehmen, dass Frida Karlsson in dieser Saison näher an Therese Johaug herankommen würde. Dass es aber schon im ersten Rennen so spannend wird, lässt Hoffnung aufkommen auf eine spannende Langlauf Saison. Nahezu das gesamte Rennen lag die Schwedin knapp vor der Norwegerin, gegen Ende des Rennens brach Johaug dann unerwartet noch etwas ein, so dass Karlsson im Ziel 13 Sekunden vorn lag. In den letzten drei Jahren hatte Johaug das erste Distanzrennen in Ruka immer mit mindestens 20 Sekunden Vorsprung gewonnen. Als Frida Karlsson als sichere Siegerin die Linie überquerte, eilte Therese Johaug als erste Gratulantin zu ihr, aber es dauerte noch eine Weile, bis die Nachricht zu der Schwedin durchdrang und sie jubelte. Im Leader Chair war Karlsson, die gestern noch sagte, in Hinblick auf Peking könne es hier gar nicht kalt genug sein, sichtlich angegriffen von den eisigen Temperaturen und pustete sich immer wieder in die eiskalten Hände. „Das war starkes Rennen. Ich bin sehr glücklich. Ich hatte vom Start weg die Kontrolle und es hat viel Spaß gemacht. Es ist eine sehr aufregende Saison wegen der Olympischen Spiele und es ist immer schön, wenn man die Kontrolle über das Geschehen hat“, meinte Frida Karlsson, die im FIS-Interview auf Fragen zur eisigen Kälte nicht einging. Später sagte sie in der Mixed Zone: „Auf der Strecke merkst du die Kälte nicht so, weil du bis obenhin voll mit Adrenalin bist. Aber im Ziel habe ich dann gemerkt, dass es wirklich kalt ist. Ich konnte meine Finger nicht bewegen. Ich habe es versucht, aber es ging nicht. Ich habe etwas Panik bekommen. Es hat sich angefühlt, als würde ich nie wieder warm werden. Glücklicherweise war es nicht so dramatisch“, erklärte sie nach ärztlicher Untersuchung. Einen weiteren Schreckmoment gab es auf dem Leader’s Chair: „Meine Hosen begannen zu brennen. Ich weiß nicht warum. Vielleicht war ich einfach zu heiß. [lacht] Da war so ein Heizelement, da bin ich wohl zu nah rangekommen. Das war sehr unangenehm.“ Für den Weg durch die Mixed Zone musste sich die Schwedin die Hose einer Teamkollegin leihen. „Ich bin in Ordnung, aber meine Hose ist hinüber.“ 

Hennig nur 1,5 Sekunden hinter Johaug

Katharina Hennig (GER) © Thibaut/NordicFocus

Mit einem heute erstklassigen Rennen bestätigte Katharina Hennig ihre sehr gute Form aus Muonio und kam überraschend nah an die weltbesten Athletinnen heran, nachdem sie sonst erst zur Tour de Ski in Topform kommt. Sie ging das rennen in den ersten Minuten vorsichtig an, lag aber schon nach 3,1 Kilometern 13 Sekunden hinter Karlsson an fünfter Stelle. Schon bei der Stadionpassage hatte sich Rosie Brennan und Moa Olsson hinter sich gelassen und lag zwölf Sekunden hinter Karlsson und zehn Sekunden hinter Johaug. Immer näher kam sie an die schwächelnde Norwegerin heran. „Noch vier Sekunden auf Johaug!“, rief ihr Peter Schlickenrieder im letzten Anstieg am Stadion zu – im Ziel waren es nur noch 1,5 Sekunden und ein erstklassiger dritter Platz, was für die Sächsin das dritte Podium ihrer Karriere bedeutete – allerdings das erste in einem Einzelstart. Ihren Erfolg so früh in der Saison konnte sie selbst nicht fassen: „Ich weiß es selber nicht. Ich bin so happy, dass mir das gelungen ist. Ich habe schon auf der Strecke gemerkt, dass ich super leichte Beine hatte und ich habe gedacht, heute muss ich alles rausholen, weil die Ski einfach top waren. Ich hatte richtige Raketen unter den Füßen. Ich hätte das im Leben nicht gedacht, dass mir das zum Einstieg und dann auch noch im Einzel gelingt. Ich bin einfach nur superglücklich. Die Kälte hat mir nichts ausgemacht, ich hatte mich gut präpariert mit Tape im Gesicht, dicken Handschuhe und mehr drunter unter dem Anzug!“, strahlte Katharina Hennig und fügte im Hinblick auf die Olympianorm zu: „Ich habe mir heute noch gedacht, wenn ich heute die halbe Quali schaffe, bin ich super happy. Dass ich jetzt gleich den Sack zumache, hätte ich nicht gedacht. Ich bin sehr glücklich.“

Andersson deutlich hinter Podium

Ebba Andersson (SWE) © Thibaut/NordicFocus

Als Vierte, 31 Sekunden hinter Karlsson, hatte Ebba Andersson schon deutlichen Rückstand auf das Podium mit Katharina Hennig, was sich aber schon bei den Rennen in Gällivare abgezeichnet hatte, wo sie immer deutlich hinter Karlsson lag. Knapp dahinter belegte Krista Pärmäkoski den fünften Rang, die in den Anstiegen immer wieder wegrutschte. Rosie Brennan zeigte als Sechste eine sehr gute Frühform wie schon im letzten Winter . Rang sieben ging an Kerttu Niskanen, die außerhalb der finnischen Mannschaft mit ihre Ehemann trainiert, gefolgt von Tatiana Sorina und Yulia Stupak. Heidi Weng wurde Zehnte.

Halbe Norm für Vici Carl

Victoria Carl (GER) © Thibaut/NordicFocus

Auch Victoria Carl kann glücklich auf das erste Weltcuprennen ihrer Saison zurückblicken. Sie startete etwas schneller in das Rennen, lag aber schon nach fünf Kilometern 13 Sekunden hinter der Teamkollegin. Dennoch konnte sie ihr Tempo durchhalten und sich am Ende über Platz elf und damit die halbe Olympianorm freuen. Grund zum Jubeln gab es auch beim Rest des Teams, die fast alle den Sprung in die Punkte schafften. Pia Fink startete als 20. in die Distanzrennen der Weltcupsaison, Laura Gimmler wurde 24. und Antonia Fräbel 28., auch wenn sie das Tempo der von hinten heranlaufenden Frida Karlsson auf dem Weg zum Ziel nicht mitgehen konnte. Lediglich Sofie Krehl ging aus dem DSV-Team als 37. leer aus.

Stadlober und Fähndrich Top15

Nadine Faehndrich (SUI) © Thibaut/NordicFocus

Auch Teresa Stadlober und Nadine Fähndrich können mit dem ersten Weltcup zufrieden sein und morgen in der Verfolgung noch etwas drauflegen. Beide schafften als 13. und 14. den Sprung unter die besten 15 und damit das angestrebte Ziel. Ihr Rückstand auf Karlsson betrug etwas mehr als eine Minute. Laurien van der Graaff, die zeitweise im Trio mit Charlotte Kalla (23. nach Stockbruch) und Kerttu Niskanen (7.) unterwegs war, wurde 46.

=> Ergebnis 10 Kilometer KT

 

 

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