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Karlsson, Frida (SWE) – Portrait

Name: Frida Elisabeth Karlsson
Geburtsdatum: 10. August 1999
Geburtsort: Sollefteå
Verein: Sollefteå Skidor IF
Wohnort: Östersund
Eltern: Ann-Marie („Mia“) und Leif
Geschwister: Fanny und Hannah
Partner: Simon Lööf
Ski: Fischer
Schuhe: Fischer
Stöcke: Swix
Größe: 172 cm
Heimtrainer: Per Nilsson
Hobbies: Golf, Kochen, Umgebung erkunden, Entspannen
Instagram: Frida Karlsson
Motto: „Entweder ich gewinne oder ich lerne daraus!“

Das ist Frida

Frida Karlsson (SWE) © Thibaut/NordicFocus

Frida Karlsson wuchs im nordschwedischen Sollefteå in einem Umfeld auf, das durch den Wintersport und eine tiefe Liebe zur Natur geprägt war. Die Begeisterung für den Skilanglauf wurde ihr praktisch in die Wiege gelegt. Ihre Mutter, Ann-Marie „Mia“ Karlsson, war selbst eine erfolgreiche Skilangläuferin. Sie startete in den 1990er-Jahren im Weltcup und nahm 1992 an den Olympischen Winterspielen teil. Mia ist bis heute eine ihrer emotionalsten und lautstärksten Unterstützerinnen an der Strecke. Auch ihr Vater Leif Medin spielt eine zentrale Rolle in ihrem Leben. Dass Frida den Nachnamen ihrer Mutter (Karlsson) trägt, ist in Schweden nicht ungewöhnlich. Während die Mutter oft im Rampenlicht steht und emotional an den Strecken anfeuert, gilt Leif als die ruhige, stabilisierende Kraft im Hintergrund. Die Eltern übernahmen über Jahre das komplette Management von Frida abseits der Loipe, um ihr den Rücken für den Sport freizuhalten. Frida hat zwei Schwestern namens Fanny (*1996) und Hannah (*2008). Die Familie bildet das wichtigste Fundament für Frida. Frida war als Kind ein regelrechtes Energiebündel und keineswegs von Anfang an nur auf Ski fixiert. Sie probierte fast alles aus und zeigte in mehreren Sportarten Elite-Potenzial. Sie spielte jahrelang leidenschaftlich Fußball und Handball. Besonders als Läuferin war sie herausragend. Sie feierte sieben Siege in Folge beim berühmten schwedischen Geländelauf Lidingöloppet (ihr erster Sieg gelang ihr sensationell mit 10 Jahren). Sie war so gut, dass sie Schweden sogar bei der Jugend-Leichtathletik-Europameisterschaft 2016 in Georgien vertrat.

William Poromaa, Simon Lööf und Stalking

William Poromaa (SWE) und Frida Karlsson (SWE) © Modica/NordicFocus

Durch die sportliche Familie stand sie früh auf Ski, doch der Sport wurde anfangs rein spielerisch vermittelt. Diese frühen, unbeschwerten Erfahrungen im Schnee nennt sie heute noch als Quelle ihrer anhaltenden Freude am Sport. Mit sechs Jahren fasste sie den festen Entschluss: „Ich will die beste Skifahrerin der Welt werden“. In ihren Jugendjahren organisierten die Eltern die komplette Logistik, fuhren sie zu Trainingslagern und halfen ihr, den frühen Druck der Medien abzufedern. Ihr zur Seite stand in dieser Zeit auch ihr erster Freund William Poromaa, den sie bei Jugendrennen kennenlernte. Wenig später trafen sie sich am Skigymnasium Sollefteå weiter, an das William wechselte. Bis 2022 blieben beide ein Paar, bis es zu kriseln begann. Im Frühjahr entschied sich Frida für die räumliche Trennung und wechselte nach Östersund, wo sie bis heute lebt. Im Herbst trennte sich das Paar, verheimlichte dies aber bis nach der WM in Planica, um sich ungestört darauf vorbereiten zu können. Nach immer wieder aufkommenden Liebesgerüchten in den Jahren danach machte Frida Karlsson im Sommer 2026 ihre Beziehung zu Schauspieler Simon Lööf bekannt, mit dem sie „schon eine Weile“ zusammen sei. Frida schützt ihr Privatleben heute sehr bewusst. In den letzten Jahren sorgte sie unfreiwillig für Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass sie monatelang von einem älteren Mann massiv gestalkt wurde, weshalb sie zeitweise sogar an eine anonyme Adresse ziehen musste. Für Herbst 2026 steht ein neuer Prozess an, weil der Mann keine Ruhe gibt.

Erfolgreiche Langläuferin mit großem Durchbruch mit 19

Frida Karlsson (SWE) © GEPA pictures

Nach der Schule setzte sie alles auf eine Karte, beendete die anderen Sportarten und machte den Skilanglauf zu ihrem Vollzeitberuf. Bevor sie mit 19 den großen Durchbruch schaffte, dominierte sie sowohl die nationalen schwedischen Jugendrennen als auch die internationalen Junioren-Meisterschaften teilweise nach Belieben. Insgesamt nahm sie an drei Junioren-Weltmeisterschaften teil. 2018 im Goms gewann sie drei Medaillen, darunter Gold im Skiathlon. Ein Jahr später holte sie sogar zwei Titel im Einzelstart und Massenstart sowie erneut Bronze mit der Staffel. Der Druck wurde mit ihrem sensationellen Weltcupdebüt schnell größer. Unmittelbar nach der JWM in Lahti lief sie in ihrem ersten Weltcup in Cogne direkt auf Platz sieben, was trotz der schwachen Besetzung wegen der drei Tage später beginnenden Nordischen Ski WM ein herausragender Erfolg war für eine 19-Jährige, die die letzten Wochen krank gewesen war, so dass Cogne ein letzter Härtetest war, ob man sie nach Seefeld mitnehmen kann. Ihr kompromissloser Fokus (sie wollte wie eine „perfekte Maschine“ trainieren) führte dazu, dass sie als 19-Jährige bei der WM 2019 in Seefeld direkt einen kompletten Medaillensatz abräumte und zur jüngsten Weltmeisterin der Historie wurde.

Übertraining 19/20 und Comeback

Frida Karlsson (SWE) © Modica/NordicFocus

Dieser extreme Ehrgeiz führte jedoch kurz darauf auch in ein heftiges Übertraining, aus dem sie lernen musste, sich selbst nicht nur über den Sport zu definieren. Im Dezember 2019 zog der schwedische Skiverband bei einer Routine-Kontrolle die Reißleine und verhängte ein striktes Start- und Trainingsverbot. Die medizinischen Werte zeigten, dass ihr Körper sich im reinen Abbau- statt im Aufbaumodus befand. „Es fühlte sich an, als ob mir das ganze Leben weggenommen wird. Ich saß nur da und habe geweint“, sagte sie damals den schwedischen Medien. Sie verpasste daraufhin einen Großteil der Saison 2019/2020 und durfte erst im Februar 2020 wieder in den Weltcup einsteigen. Frida betont in Interviews immer wieder, dass in genau dieser harten Phase ihre Eltern Mia und Leif die wichtigsten Stützen waren, um sie psychisch und physisch wieder aufzubauen. Nach ihrer Zwangspause feierte sie am Ende des Winters noch ihren ersten Weltcupsieg, als über die 30 Kilometer am Holmenkollen Therese Johaug taktisch überrumpelte. Bei der WM in Oberstdorf holte sie drei Medaillen, musste aber weiter auf ihren ersten Einzel-Titel warten – Therese Johaug war einfach unschlagbar. In China machten der Schwedin die extremen Temperaturen Probleme und nach dem Skiathlon und dem 10-Kilometer-Rennen erlitt sie jeweils schwere Erschöpfungs-Kollapse im Zielraum, musste medizinisch betreut werden und reiste weit unter ihren Erwartungen mit nur einer Bronze-Medaille in der Staffel nach Hause. Nachdem sie 2021 die Tour de Ski noch nach einem Klimmzug-Unfall abbrach und 2022 nach Disqualifikation ausschied, krönte sich Frida Karlsson im Januar 2023 als erst zweite Schwedin der Geschichte zur Gesamtsiegerin der Tour de Ski. Der Sieg forderte aber alles von ihr. Beim brutalen finalen Anstieg hinauf zur Alpe Cermis brach sie im Ziel regungslos und nicht ansprechbar zusammen, verlor aber laut den medizinischen Berichten und ihren eigenen späteren Aussagen nicht das Bewusstsein. Ihr Körper schaltete wegen der extremen Übersäuerung der Muskeln in einen reinen Schutzmodus. „Ich konnte meine Arme nicht bewegen und ich habe meine Beine überhaupt nicht gespürt. Es war ein bisschen beängstigend. Ich lag einfach da und dachte: ‚Scheiße, ich kann mich nicht bewegen.'“ Sie musste auf einer Trage abtransportiert werden, spürte zeitweise ihre Gliedmaßen nicht mehr und verpasste die eigene Siegerehrung. Nur Wochen nach dem Kollaps holte sie bei der Weltmeisterschaft erneut zweimal Silber in Skiathlon und Massenstart und Bronze mit der Staffel.

Weltmeisterin und Olympiasiegerin trotz Haglund-Ferse

Frida Karlsson (SWE) © Vanzetta/NordicFocus

Seit Sommer 2024 lebt Frida Karlsson mit einem weiteren gesundheitlichen Rückschlag, der chronische Schmerzen verursacht. Im August setzten die schweren, anatomisch bedingten Überlastungsschmerzen im linken Fuß ein. Bei der Haglund-Ferse handelt es sich um eine knöcherne Ausbuchtung des Fersenbeins, die genau dort liegt, wo die Achillessehne ansetzt. Bei Frida Karlsson führte diese Anatomie zu extremen Komplikationen: Durch den angeborenen, ungewöhnlich hohen Spann ihrer Füße drückte der harte Skischuh über Jahre permanent und extrem unglücklich gegen diese Knochenkante an der Ferse. „Der Arzt sagte mir, er habe in seinen 30 Berufsjahren noch nie so komische Füße gesehen. Wenn ich barfuß laufe, sieht man auf dem Boden fast nur Abdrücke von der Ferse und den Zehen. Dazwischen ist gar nichts“, erklärte sie 2025. Diese chronische Reizung entzündete im Spätsommer 2024 die umliegenden Weichteile und Sehnen. Weil sie wegen der Schmerzen beim Laufen unbewusst eine Schonhaltung einnahm, überlastete sie zusätzlich ihre Leistengegend und die Bauchmuskelansätze. Sie stand zeitweise sogar kurz vor einer Operation, die sie aber selbst als „zu riskant“ einstuft, weil immer die Gefahr besteht, die Achillessehne zu verletzen und die OP ohnehin eine sehr lange Heilzeit hätte. Schließlich konnte das Problem jedoch durch maßgefertigte Spezialschuhe, spezielle Einlagen und gezieltes Bewegungstraining so weit stabilisiert werden, dass sie trotz der „komischen Füße“ wieder erfolgreich Rennen bestreiten konnte. Trotz der harten Vorbereitung biss sie sich durch. Beim Saisonhöhepunkt in Norwegen zeigte sie ihre absolute Extraklasse und stürmte im prestigeträchtigen 50-Kilometer-Massenstart sensationell zu WM-Gold. Zusätzlich sicherte sie sich mit den schwedischen Frauen den Weltmeistertitel in der Staffel. Weil der Fuß danach so stark schmerzte, musste sie die Saison sofort vorzeitig beenden. Auch in der olympischen Saison musste sie ihre Renneinsätze reduzieren und das Training anpassen. Das zahlte sich beim Großereignis erneut aus und sie zweimal Gold und Staffel-Silber. „Ich habe heute einfach an nichts anderes gedacht als an dieses Rennen. Als ich über die Linie kam, dachte ich sofort an meinen Papa. Das ist das schönste Geburtstagsgeschenk, das ich ihm jemals machen konnte“, meinte sie mit Tränen in den Augen. Fridas Jahre ab 2020 zeigen die Wandlung einer Läuferin, die anfangs bereit war, für den Erfolg sprichwörtlich bis zur Bewusstlosigkeit zu gehen. Durch die schweren Verletzungen, die spezielle Fußanatomie („Ich habe Hufe statt Füße“) und das Management ihres Körpers reifte sie zu einer extrem resilienten Athletin, die punktgenau zu den Großereignissen mentale Stärke in Gold ummünzte. Bei der Heim-WM in Falun sollen weitere Titel folgen – danach vielleicht das Karriereende? Das wird aber erst nach der Saison entschieden. Eigentlich hat sie sogar den Sieg im Gesamtweltcup als Ziel ausgegeben, aber ob das mit ihrer Verletzungshistorie möglich ist, darf eher bezweifelt werden. Interessanterweise hat Frida schon verraten, dass sie nach ihrer aktiven Sportkarriere später einmal ein eigenes Hotel besitzen und leiten möchte – und zwar richtig nah am Gast, vom Frühstückmachen bis zum Organisieren von Events. Im Hinblick auf ihre eigene Verletzungsgeschichte gibt sie ihre Fans noch den Rat, niemals am Türrahmen Klimmzüge zu machen und bezieht sich damit auf dem Unfall bei der Tour de Ski in Toblach, als der hölzerne Türrahmen mit ihr zu Boden stürzte und sie sich ein großes schmerzhaftes Hämatom am Gesäß zuzog.