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Langlauf Kader 2026/27: Das sind die Teams aus der Schweiz, Russland, Frankreich und Norwegen

Wie üblich sind die Schweiz, Russland und Norwegen die ersten Nationen, die ihre Kader für den kommenden Langlauf-Winter bekannt machten. Bei Norwegen musste zunächst geklärt werden, was aus Hedegart wird…

Schweiz: Drei Athleten in Nationalmannschaft

Nach dem Rücktritt von Nadine Fähndrich sind noch drei Schweizer Athleten in der Nationalmannschaft vertreten. Anja Weber und Janik Riebli besitzen wie zuletzt den höchsten Kaderstatus und sind weiterhin Mitglied des Nationalteams. Den Sprung in die höchste Kaderstufe schaffte zudem die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin Nadja Kälin. Lea Fischer, Marina Kälin und Roman Alder rückten vom B- ins A-Kader auf, während Valerio Grond nach vielen Krankheiten in den A-Kader abstieg. Für Alina Meier, Cyril Fähndrich und Beda Klee ging es zurück vom A- in den B-Kader. Neben Nadine Fähndrich gab es mit Désirée Steiner, Candide Pralong und Jason Rüesch drei weitere Rücktritte zu vermelden. Alina Meier ist nun mit 30 Jahren die älteste Kaderathletin.

Nationalmannschaft
Nadja Kälin, Anja Weber, Janik Riebli

A-Kader
Lea Fischer, Marina Kälin, Roman Alder, Valerio Grond

B-Kader
Fabienne Alder, Alina Meier, Giuliana Werro, Cyril Fähndrich, Nolan Gertsch, Beda Klee, Isai Näff, Noe Näff, Antonin Savary, Niclas Steiger, Nicola Wigger

=> Übersicht der kompletten Schweizer Kader im PDF

Zum Vergleich: Team Schweiz 2025/26

48 Russen in fünf Trainingsgruppen

Aktuell ist noch unklar, ob russische Athleten im kommenden Winter wieder voll startberechtigt sind. In Russland hofft man natürlich darauf und geht voller Elan in die neue Trainingssaison. Nach wie vor gibt es fünf Trainingsgruppen mit diesmal 48 Athletinnen und Athleten. Im Trainerteam bleiben die Cheftrainer der fünf Gruppen unverändert, teilweise bekommen sie aber einen neuen zweiten Trainer dazu wie Egor Nemtinov, der als Nachwuchstrainer sowohl in den Gruppen von Andrey Nutrikhin wie auch bei Petr Sedov mitwirkt. In der Gruppe von Borodavko finden sich mit Alexander Bolshunov, der kürzlich seine nationalen Titel Nummer 27 bis 31 sammelte, und Alexey Chervotkin zwei international bekannte Athleten, nachdem Denis Spitsov zu Egor Sorin wechselte. Dort sind viele Athleten mit großen Namen vertreten wie Savelii Korostelev, Alexander Terentev (Ausfälle durch Fußverletzung) und Natalia Terenteva sowie deren Schwester Dariya Nepryaeva, Veronika Stepanova und Tatiana Sorina. In der Perevozhnikov-Gruppe sind wohl Evgenia Krupitskaya und Ivan Gorbunov als größte Hoffnungsträger zu nennen wie auch der mehrfache Junioren-Weltmeister Alexander Ivshin. Solche Diamanten sind bei Perevozchikov gut aufgehoben, der den Ruf hat, solche Talente über hartes Grundlagentraining an die Spitze zu führen. Zwei weitere große Talente finden sich in der Gruppe Nutrikhin/Nemtinov mit der 21-jährigen Karina Goncharova, die überraschend Meisterin über 50 Kilometer Klassisch wurde und als Spezialistin für harte und schwere Rennen gilt und der erst 18-jährigen Alina Pekletsova, die die Gesamtwertung im russischen Pokal gewann durch ihre Konstanz, während die großen Namen in der Saison mit gesundheitlichen Problemen kämpften wie zum Beispiel Terenteva nach Schulter-OP im letzten Sommer und Stepanova nach Infekten und taktischen Pausen. Ekaterina Nikitina (Jahrgang 2007) ist ein weiteres großes Talent und genau deswegen als einzige Frau in der Gruppe Sedov. Sie soll durch das Training in dieser reinen Männergruppe physisch besonders gefordert werden, um den Anschluss an die nationale Spitze der Frauen (Stepanova, Terenteva) schneller zu finden. Yulia Stupak war die gesamte Saison über kaum konkurrenzfähig. Nach Motivationsproblemen und individuellem Training fand sie keinen Anschluss an die Spitze der neuen Generation um Pekletsova und Krupitskaya. Dementsprechend fehlt sie auch in den fünf Trainingsgruppen wie auch Gleb Retivykh und Sergey Ustiugov. Ob sie ihre Karrieren fortsetzen, weiß bisher auch Elena Välbe noch nicht.

Gruppe Yuri Borodavko und Vladimir Frolov (drei Damen, fünf Herren)
Alena Baranova, Elizaveta Pantrina, Elizaveta Maslakova
Alexander Bolshunov, Egor Mitroshin, Arseny Pozdeev, Pavel Solovyov, Alexey Chervotkin

Gruppe Egor Sorin und Alexey Chernousov (vier Damen, neun Herren)
Daria Nepryaeva, Tatyana Sorina, Veronika Stepanova, Natalya Terentyeva
Sergey Ardashev, Arseny Vlasov, Savely Korostelev, Kirill Kochegarov, Vladislav Osipov, Denis Spitsov, Alexander Terentyev, Konstantin Tiunov, Ivan Yakimushkin

Gruppe Oleg Perevozchikov und Danil Akimov (vier Damen, sieben Herren)
Lydia Gorbunova, Daria Kaneva, Evgenia Krupitskaya, Ekaterina Smirnova
Ivan Gorbunov, Dmitry Zhul, Sergey Zabaluev, Alexander Ivshin, Danila Karpasyuk, Ilya Semikov, Evgeny Semyashkin

Gruppe Andrey Nutrikhin und Egor Nemtinov (acht Damen)
Margarita Antonova, Karina Goncharova, Ruslana Dyakova, Alina Lyagaeva, Alina Pekletsova, Alena Plecheva, Arina Roshchina, Ekaterina Shibekina.

Gruppe Petr Sedov und Egor Nemtinov (eine Dame, sieben Herren)
Ekaterina Nikitina
Matvey Ketov, Daniil Muraleev, Dmitry Puzanov, Nikita Rodionov, Andrei Sakharov, Nikita Fadeev, Ilya Chertkov

Zum Vergleich: Team Russland 2025/26

Kaum Veränderungen im französischen Team

Im A-Team der französischen Herren mit dem dreifachen Olympia-Medaillengewinner Mathis Desloges verändert sich nicht viel, aber durch die Rücktritte von Richard Jouve und Clément Parisse wurden zwei Plätze frei, die an Mattéo Correia und Victor Cullet Calderini gingen. Bei den Damen gab es zuletzt einen gemeinsamen A/B-Kader mit 14 Athletinnen, der nun wieder getrennt gelistet ist, so dass das A-Team aus acht Damen besteht. Angeführt wird es von Delphine Claudel und der zurückkehrenden Flora Dolci, die sich von ihrem lebengefährlichen Paragliding-Unfall bestens erholt hat und die den ganzen Winter fleißig trainiert hat, wie sich auf Social Media verfolgen ließ. Juliette Ducordeau hat keinen Kaderplatz mehr, von einem Rücktritt wurde bisher aber auch noch nichts bekannt. Dadurch teilen sich nun auch die Trainer auf: Vincent Vittoz ist Cheftrainer des Weltcup-Teams der Damen, Alexandre Pouyé der des FESA-Cup-Teams, der auch als Manager für die Herren verantwortlich ist.
A-Team Herren
(Trainer: Thibaut Chene, Renaud Jay)
Rémi Bourdin, Mattéo Correia, Victor Cullet Calderini, Lucas Chanavat, Jules Chappaz, Mathis Desloges, Hugo Lapalus, Jules Lapierre, Victor Lovera, Théo Schely

Trainingsgruppe B Herren
(Trainer: Mathias Wibault)
Mathieu Blanc, Johan Calandry, Ivan Essonier, Milhan Laissus, Mario Perillat Collomb, Romain Vaxelaire, Quentin Viguier

A-Team Damen
(Trainer: Vincent Vittoz, Guillaume de Nardin)
Delphine Claudel, Flora Dolci, Justine Gaillard, Mélissa Gal, Cloé Pagnier, Léonie Perry, Julie Pierrel, Margot Tirloy

Trainingsgruppe B Damen
(FESA-Manager und Coach: Alexandre Pouyé)
Heidi Convard, Anette Coupat, Liv Coupat, Agathe Margreither, Romane Nappey, Daphné Patois, Léna Quintin

Zum Vergleich: Team Frankreich 2025/26

Hin und Her um Hedegart

Der dreifache Olympia-Medaillengewinner Einar Hedegart sorgte in den letzten Wochen ordentlich für Gesprächsstoff. Wird er nun Langläufer oder Biathlet? Seine Entscheidung war klar: Er liebt den Biathlon und will zurück in seinen alten Sport. Aber nur, wenn er auch Teil des A-Teams wird und im Weltcup startet. Um sich für das Team zu empfehlen, musste er noch eine Bewerbung abliefern und das tat er Mitte April mit seinem zweiten Platz bei den norwegischen Meisterschaften, wo er im Sprint drei Ziele verfehlte und trotzdem nur 13 Sekunden hinter dem fehlerfreien Sieger Johannes Dale-Skjevdal das Ziel erreichte. Eine klare Empfehlung, aber um das Ergebnis nicht zu ruinieren, trat er im Massenstart und der Staffel gar nicht mehr an und bestritt stattdessen tags darauf das Skarverennet, wo er knapp Zweiter hinter Andreas Fjorden Ree wurde. Dieser eine zweite Platz reichte dem norwegischen Biathlonverband bei der großen Konkurrenz im Team nicht, um ihm einen Platz im A-Team anzubieten. Enttäuscht verkündete er, er wolle sich nun künftig ganz auf den Langlauf konzentrieren und dabei zunächst im Freistilsprint besser werden und später dann auch in der klassischen Technik. Keine 48 Stunden später folgte die erneute Kehrtwende und er beschloss, den Platz im B-Team anzunehmen und versuchen, ein besserer Biathlet zu werden. Er hat die volle Unterstützung von Nationaltrainer Anders Øverby, der sich auf die Zusammenarbeit freut. Hedegart gehört zwar zum Rekrutt-Team, wird aber Anschluss ans A-Team haben, mit dem er zumindest teilweise eng zusammenarbeiten wird. Der 24-Jährige sieht sich als den kommenden Star im Biathlon: „Ich denke, ich kann in der kommenden Saison Weltcuprennen gewinnen. Aber in zwei Jahren werde ich noch stabiler sein im Schießen und kann hoffentlich noch mehr Rennen bestreiten, so dass ich um den Gesamtweltcup kämpfen kann“, sagte er dem NRK.

Athleten ins Nationalteam gezwungen

Durch das Hin und Her mit Hedegart ist der norwegische Verband diesmal eher spät dran mit seinen Kadernominierungen. Nach der Hedegart-Entscheidung wurden aber nach und nach Entscheidungen für oder gegen einzelne Athleten bekannt, die bereits vor der offiziellen Verkündung der Teams mit der Presse sprachen. Dabei wurde auch klar, dass viele Athleten sich umstellen müssen. Sie werden genötigt, den angebotenen Platz im Nationalteam anzunehmen – sonst gibt es keinen Startplatz im Weltcup und bei der WM in Falun. Für Astrid Øyre Slind stand fest, dass sie ihren erfolgreichen Weg weitergehen wird: „Ich habe einen langen umfangreichen Brief an den Verband geschrieben, warum ich außerhalb des Nationalteams und im Team Aker Dæhlie bleiben will. Es wurde darüber beraten, aber es wurde abgelehnt. Ich habe nun die „Wahl“, im Nationalteam zu sein oder außerhalb und dann nicht im Weltcup zu starten“, sagte sie der VG. „Es ist nie gut, Lösungen zu finden, indem man Zwang ausübt. Wenn ich jetzt nicht Ja sage, bin ich nicht im Weltcup.“ Die 37-Jährige beugte sich also dem Druck wie auch Karoline Simpson-Larsen und Karoline Grøtting. Der Grund für den Druck sind die Sponsoren, die die Stars im Nationalteam sehen wollen. Team Managerin Cathrine Instebø sagte zu NRK: „Wir wollen unsere besten Athleten im Nationalteam haben. Wir möchten sie alle im Nationalteam unterstützen. Wir brauchen die Besten im Team und wollen Lösungen dafür finden.“ Auch in den letzten zwei Jahren gab es schon Sonderlösungen, als Johannes Høsflot Klæbo offiziell Teil des Teams wurde, aber sein Training allein gestalten durfte. Dieser Vertrag ist nun abgelaufen und der Verband hatte angekündigt, dass es im neuen Vertrag nicht mehr solche Freiheiten geben würde. Bei seinen Forderungen an den Verband geht es um sportliche Freiheit, teilweise Kostenübernahme und Freiheiten in Sponsorenangelegenheiten. Beim letzten Mal dauerte es acht Monate bis der Vertrag unterschriftsreif war.

Schließlich alle Stars im Team

Nach langen Diskussionen gaben die Norweger schließlich Anfang Mai ihr Team bekannt, in dem alle Stars einen Platz fanden – mit etwas Druck, aber das Ziel des Verbandes wurde erreicht. Allerdings dürfen Astrid Øyre Slind (Team Aker Dæhlie) sowie Karoline Simpson-Larsen und Karoline Grøtting (Team Anlegg Øst) auch weiterhin mit ihren Privatteams trainieren, wenn es zeitlich passt. Gemeint ist damit wohl die Zeit außerhalb der Lehrgänge der Nationalmannschaft. „Diese Athletinnen wollten lieber in ihrem Privatteam bleiben. Wir verstehen natürlich, dass sie dort eine tolle Entwicklung gemacht haben und deswegen machen wir es möglich, dass diese Athleten weiterhin mit ihren Trainern und Teams zusammenarbeiten können, solange es mit den Plänen und Terminen des Nationalteams zusammenpasst“, wird Team Manager Per Elias Kalfoss in der Pressemeldung zitiert. Insgesamt wurden elf Damen und elf Herren wurden ins Team integriert, darunter auch Johannes Høsflot Klæbo, dem in seinem Vertrag mit dem Verband ebenfalls Sonderregelungen zugesprochen wurden wie in der Vergangenheit. Über die genauen Vereinbarungen ist zunächst Stillschweigen vereinbart worden. Neben den drei genannten Athletinnen sind auch Julie Bjervig Drivenes und Milla Grosberghaugen Andreassen neu im Nationalteam gelistet, während Margrethe Bergane und die Weng-Zwillinge ihre Plätze mangels Leistung verloren. Bei den Herren wurden Simen Hegstad Krüger, Iver Tildheim Andersen und Jan Thomas Jenssen aus dem Kader getrichen, dafür rückten Mattis Stenshagen, Lars Heggen und Emil Iversen auf. Für die Herren wird wie schon erwähnt noch ein Sprinttrainer gesucht, nachdem der Vertrag von Arild Monsen nicht verlängert wurde.

Nationalteam Damen
(Trainer: Sjur Ole Svarstad, Marit Bjørgen)
Heidi Weng, Karoline Simpson-Larsen, Astrid Øyre Slind, Kristine Stavås Skistad, Kristin Austgulen Fosnæs, Julie Bjervig Drivenes, Mathilde Myhrvold, Karoline Grøtting, Nora Sanness, Julie Myhre, Milla Grosberghaugen Andreassen

Nationalteam Herren
(Trainer: Eirik Myhr Nossum, – )
Johannes Høsflot Klæbo, Harald Østberg Amundsen, Martin Løwstrøm Nyenget, Oskar Opstad Vike, Mattis Stenshagen, Lars Heggen, Ansgar Evensen, Andreas Fjorden Ree, Emil Iversen, Erik Valnes, Even Northug

Zum Vergleich: Team Norwegen 2025/26