Langlauf Weltcup Toblach: Diggins baut Vorsprung im Handicaprennen der Tour de Ski deutlich aus - Stadlober Dritte - xc-ski.de Langlauf

Langlauf Weltcup Toblach: Diggins baut Vorsprung im Handicaprennen der Tour de Ski deutlich aus – Stadlober Dritte

Nach dem Handicaprennen über 20 Kilometer Klassisch liegt Jessie Diggins mit großem Vorsprung in Führung. Teresa Stadlober kam als Dritte ins Ziel und liegt somit auf Podestkurs bei einer Tour de Ski, die ihr eigentlich so gar nicht entgegenkommt.

Beste Nettozeit für Diggins als Tour-Führende

Jessie Diggins (USA) © Vanzetta/NordicFocus

Das Neue Jahr begann mit schweren Rückschlägen für das norwegische Team. Nachdem am Morgen schon Oskar Opstad Vike wegen starker Rückenbeschwerden absagen musste, wurde ebenfalls bekannt, dass Astrid Øyre Slind erkrankt aus der Tour de Ski aussteigen musste und damit Platz zwei verliert. Insgesamt war somit die Situation im Feld ähnlich wie bei den Herren zuvor: Jessie Diggins musste vorne ihr eigenes Ding machte und tat das bravourös, so dass sie ihren Vorsprung auf dem Weg zum dritten Tour de Ski-Gesamtsieg weiter ausbaute – und das, obwohl sie wieder nicht ganz fit in die Tour gegangen war, denn vor dem Tour-Start zeigte sie in ihrer Instagram-Story ein dickes Hämatom oberhalb des linken Knöchels (möglicherweise eine Bänderdehnung). Davon ist ihr in dieser Tour de Ski aber nichts anzumerken und die 34-Jährige lief ihr einsames Rennen mit 1:35 Minuten Vorsprung nach Hause. „Es war ein einsames Rennen“, lachte Jessie Diggins am ZDF-Mikrofon. „Aber ich habe hart gearbeitet, um ruhig und clever zu laufen mit guter Technik und ich hatte großartige Ski. Vielen Dank an das ganze Team. Ich habe alles aus mir herausgeholt, um so schnell zu laufen wie ich kann“, sagte sie und ergänzte im Hinblick auf ihre letzte Weltcupsaison und ihre letzte Tour de Ski: „Es fühlt sich alles ganz besonders an und bringt etwas extra Energie. Es macht alles mehr magisch und gibt mir extra Motivation, um alles zu geben.“ Mit acht Sekunden Vorsprung lief sie auch die schnellste Nettozeit aller Athletinnen auf dieser Etappe.

Stadlober und Ilar im Duell

Moa Ilar (SWE), Teresa Stadlober (AUT), (l-r) © Modica/NordicFocus

Hinter Diggins bildete sich in der zweiten Runde ein Verfolgerduo mit Moa Ilar und Teresa Stadlober und Maja Dahlqvist konnte das Tempo nicht mitgehen und verabschiedete sich nach hinten. Das Duo arbeitete gut zusammen, so dass die in der nächsten Gruppe ganz stark laufende Ebba Andersson nichts ausrichten konnte und der Abstand immer bei 30 Sekunden blieb. Erst in der letzten Runde änderte sich das geringfügig, wo die Verfolgerinnen noch bis auf 20 Sekunden auf das Duo herankam. Im Kampf um die Podestplätze hatte die Schwedin am Schluss noch mehr zuzusetzen und sicherte sich Platz zwei vor Stadlober. „Das war ein hartes Rennen für mich. Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich das bis zum Ziel durchgehhalten habe. Ich bin sehr glücklich und sehr stolz, aber auch müde. Ich freue mich jetzt sogar auf den Sprint, weil es nur ein kurzes Rennen ist“, meinte Moa Ilar, die ein Weiterkommen im Sprint offenbar gar nicht einplant.  Stadlober war auch sehr zufrieden: „Das war heute wieder ein super Tag und am Ende ein weiteres Podium für Team Österreich. Ein super Start ins neue Jahr, auch wenn das Rennen für mich schon ziemlich hart war und ich einfach merke, dass ich körperlich ein wenig am Limit bin. Es macht auf dieser Runde auch einen großen Unterschied aus, ob du zu zweit oder in einer großen Gruppe läufst. Wir konnten den Vorsprung auf die Verfolgergruppe lange halten und ich bin wirklich superhappy. Natürlich vor allem wegen der zwei Stockerlplätze, aber auch, weil ich im Moment sogar in der Tour-Gesamtwertung auf dem Podest bin. Team Österreich ist „on fire“, wir hatten wieder gewaltiges Material und die Stimmung ist sensationell. Ich glaube, bei den nächsten beiden Rennen ist noch einiges möglich“, sagte die Salzburgerin, die die einzige verbliebene Österreicherin im Rennen ist. Erstklassig mitgehalten mit der Gruppe dahinter hatte Sprinterin Jasmi Joensuu, die sich dann im Endspurt den vierten Platz sicherte. Heidi Weng verbesserte sich von 14 auf Platz fünf vor Johanna Matintalo und Kerttu Niskanen, die wie Andersson viel für die Gruppe getan hatte. So kam die Schwedin als letzte Läuferin der Gruppe als Achte ins Ziel. Julie Bjervig Drivenes verlor auf der Schlussrunde den Anschluss und wurde Neunte.

Fink wird gute Zwölfte

Pia Fink (GER) © Modica/NordicFocus

Nachdem Frida Karlsson noch in der zweiten Runde die Gruppe zusammen mit Andersson angeführt hatte, fiel sie auf dem Weg ins Stadion aus der Gruppe heraus. Im Laufe der nächsten Runden fing sie sich wieder und hatte noch eine gute Schlussphase, die auf Platz zehn endete. Knapp hinter ihr gewann Maja Dahlqvist den Zielsprint gegen Pia Fink, die sich zeitweise etwas schwer tat. In der dritten von fünf Runden fiel sie in ihrer schwächeren Technik aus der Gruppe um Andersson heraus und war kurze Zeit alleine unterwegs, bis sie eine neue Gruppe mit Dahlqvist, Ganz und später auch Karlsson fand. „Ich bin voll zufrieden. Gerade hier im Klassisch tu ich mich eher etwas schwer, von daher bin ich froh, dass es heute so ausgegangen ist“, so Pia Fink, die die Strecke in Toblach vor allem in der klassischen Technik gar nicht mag und die zwölf Sekunden hinter Andersson gestartet war. „Am Anfang war ich etwas überrascht, dass wir die vor uns eingeholt haben. Das Tempo war dann wirklich sehr hoch. Ich habe dann am Berg versucht, ein bisschen mein Tempo zu laufen und bin froh, dass ich ein paar Runden mitgekommen bin. Aber dann wurde es doch ganz schön hart. Ich habe mich darauf eingestellt, dass ich irgendwann die Lücke in der Abfahrt nicht mehr ganz schließen kann und dann habe ich dann mein Tempo gelaufen und habe ein paar andere Mädels gefunden, mit den es besser gepasst hat und das hat dann ganz gut geklappt die letzten zwei Runden.“

Gutes Rennen von Hoffmann und Sauerbrey

Helen Hoffmann (GER) © Modica/NordicFocus

Katherine Sauerbrey musste zu Beginn eine Lücke zu den Athletinnen vor ihr aufgehen lassen, schloss das Loch aber Ende der Runde wieder und lief danach ein konstantes Rennen um Position 20, nachdem sie in der zweiten Runde in die Gruppe mit Helen Hoffmann zurückgefallen war. Beide fanden sich wie gestern in einer Gruppe mit der starken Nadja Kälin wieder und wieder war die Schweizerin im Zielsprint vorne. Das bedeutete Platz 19 für die Engadinerin vor Sauerbrey und Hoffmann, die diesmal die Positionen tauschten. „Die Bedingungen waren gut. Die Sonne scheint, das ist sehr schön, aber es war sehr zäh. Es war sehr hart heute. Es hat ein bisschen gedauert, bis sich die Gruppe gefunden hat. Aber dann in der Gruppe zu laufen, das geht dann, aber hintenraus wird das Tempo nochmal richtig angezogen“, so Helen Hoffmann, die Massenstarts mit dem Kampf Frau gegen Frau gar nicht mag und schloss selbstkritisch: „Im Massenstart habe ich noch Luft nach oben.“

Schweres Rennen für Rydzek und Krehl

Coletta Rydzek (GER), Sofie Krehl (GER), (l-r) © Vanzetta/NordicFocus

Ein schweres Rennen hatten Coletta Rydzek und Sofie Krehl, bei Rydzek als Sprinterin, die zudem Kräfte fürs Val di Fiemme sparen wollte, war das aber klar. Sie wurde nach und nach durchgereicht und half dabei noch ihrer Teamkollegin, wie sie später sagte: „Ich wollte heute mein Rennen laufen. Ich wusste, dass es zäh wird. Ich wollte Kräfte schonen für übermorgen. Ich habe mich heute morgen nicht ganz so 100% fresh gefühlt, was nun mal so ist bei der Tour. Ich weiß nicht, ob es schneller gegangen wäre, aber es war auf jeden Fall ein hartes Stück Arbeit“, so Rydzek: „Ich habe einmal versucht, die Kate im Flachen zu unterstützen, weil ich wusste, dass mir das etwas besser liegt als ihr. Man versucht es, aber man leidet dann doch ein bisschen arg, dass man nicht so viel unterstützen kann. Ich freue mich auf den Sprint in Val di Fiemme. Ich hoffe, dass ich mich morgen am Ruhetag ein bisschen erholen kann und die vier Rennen bis jetzt gut wegstecken kann. Ich freue mich, die Runde anzuschauen und Eindrucke zu sammeln und das dann für Olympia mitzunehmen.“ Sie kam als 42. ins Ziel und damit einen Platz vor Sofie Krehl, die sich sehr schwer tat. „Am meisten ziehe ich heute den Hut vor Coletta Rydzek, die durchgezogen hat, was sie sich vorgenommen hat. Das ist nicht ganz so leicht, wenn man immer überholt wird und man sich vorgenommen hat, heute hier Kräfte zu sparen für den Sprint in Val di Fiemme. Chapeau, gut gemacht“, lobte Peter Schlickenrieder, der über Sofie Krehl sagte: „Leider hat es die Sofie etwas erwischt, die hat versucht, den Anschluss zu schaffen und deswegen ist sie etwas nach hinten durchgereicht worden, auch wenn sie wacker gekämpft hat.“

Schlickenrieder: „Wir sind schon voll im Olympiamodus“

Pia Fink (GER) © Modica/NordicFocus

Insgesamt war Teamchef Schlickenrieder aber sehr zufrieden mit seinen verbliebenen Athletinnen, bei denen Theresa Fürstenberg wie geplant ausgestiegen war, um ihre Führung im Continentalcup von Oberwiesenthal, der aber nach Seefeld verlegt wurde, zu behaupten. Ihr Fernziel ist die WM 2027 in Falun, wo sie im Team etabliert sein soll. Über seine Athletinnen im heutigen Rennen sagte Schlickenrieder: „Pia mag die Strecke hier überhaupt nicht, also die Anstiege und gerade im Klassischen sind ihr ein Graus. Sie hat sich damit konfrontiert und es immer wieder angegangen und das ist ihr heute gut gelungen. Sie hat auch im richtigen Zeitpunkt Speed zurückgenommen, damit sie nicht platzt und dann weiß Teufel wo landet. Das hat sie gut gemacht. Helen Hoffmann ist als junge Athletin deutlich besser in diesem Massenstart-Getümmel zurecht gekommen. Sie entwickelt ein schönes Gefühl, wann sie wo anschieben muss, damit sie den Anschluss nicht verliert, vielleicht auch mal Positionen gutmachen. Das hat sie gut gemeistert wie auch Kate Sauerbrey, die nach ihrem guten Skatingrennen sicher auch sehr müde ist, und sich gut in der Gruppe gehalten hat.“ Die Endergebnisse der Tour de Ski haben in diesem Jahr keine hohe Priorität, wie er weiter sagte: „Uns geht es weniger um die Gesamtplatzierung, sondern wir sind schon im Olympiamodus. Jetzt können wir vor Olympia die Strecken im Val di Fiemme angucken, das ist sehr viel wert. Da kann man schauen, was die Konkurrenz bei so einem Sprint macht. Da kann man sich wichtige Erfahrungen holen und wir grooven und nun auf die Olympischen Spiele ein, weniger auf die Gesamtwertung in der Tour de Ski.“

Zweimal Top-20 für die Schweiz

Nadja Kaelin (SUI) © Vanzetta/NordicFocus

Die Schweizerinnen lieferten wieder ein sehr gutes Rennen ab. Nadine Fähndrich fiel zwar zusammen mit Frida Karlsson aus der Verfolgergruppe zurück und konnte die Schwedin auch später nicht halten wie auch die Gruppe mit Pia Fink, behauptete sich aber dennoch auf einen sehr guten 15. Rang, so dass sie nur vier Plätze verlor. Wieder eine ganz starke Leistung zeigte auch Nadja Kälin, die von Platz 30 zehn und 20 Sekunden auf Helen Hoffmann und Katherine Sauerbrey gutmachte und vor beiden als 19. über die Ziellinie ging. Anja Weber wurde gute 25. und Marina Kälin verbesserte sich auf Rang 31. Des Weiteren erreichten noch Giuliana Werro und Lea Fischer als 53. und 55. das Ziel.

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