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Langlauf Weltcup Toblach: Johannes Klæbo zeigt seine Dominanz im Handicaprennen der Tour de Ski

Die vierte von sechs Etappen der 20. Tour de Ski bestand aus einem Handicaprennen über 20 Kilometer Klassik, in dem die Abstände in der Gesamtwertung wieder minimiert wurden – nur vorne zog Johannes Høsflot Klæbo einsam seine Bahnen und hielt seinen Vorsprung relativ konstant.

Klæbo hält Abstand konstant

Mattis Stenshagen (NOR), Johannes Hoesflot Klaebo (NOR), Edvin Anger (SWE), (l-r) © Modica/NordicFocus

Bei eisigen -11°C starteten die Herren am Neujahrsmorgen zu ihrer vierten Etappe bei der diesjährigen Tour de Ski auf die vier Kilometer lange Runde mit anspruchsvollen Anstiegen. Wie erwartet bildete sich hinter Klæbo, der mit 45 Sekunden Vorsprung ins Rennen ging, eine sechsköpfige Verfolgergruppe, zu der auch der Achenseer Benjamin Moser gehörte. Klæbo fand vorne aber ein gutes Tempo, so dass die von Iversen und Stenshagen angeführte Gruppe bei knapp unter einer Minute Rückstand blieb. Dahinter kämpften drei sprintstarke Athleten um Anschluss, was Federico Pellegrino und Edvin Anger in der zweiten Runde gelang, während Benjamin Moser zu dieser Zeit um Anschluss kämpfen musste. „Klæbo ist gestern nicht mit voller Kraft gelaufen, weil er wusste, dass so eine kurze Strecke richtig weh tut in der Muskulatur. Heute kann er richtig was rausholen auf die anderen, da gibt er alles“, vermutet DSV-Sportdirektor Peter Schlickenrieder, aber dem Norweger kam natürlich auch im Laufe des Rennens zugute, dass die Gruppe hinter ihm einsah, dass Klæbo nicht einzuholen ist. Dennoch suchte Mattis Stenshagen in der vierten Runde sein Heil in der Flucht, um sich von den anderen abzusetzen und sich für ein Olympiaticket zu empfehlen. Auch Emil Iversen machte sich auf die Verfolgung der Trainingskollegen, wurde aber im Stadion wieder von der Gruppe gestellt. Klæbo machte vorne sein Ding und gewann mit 51 Sekunden Vorsprung auf Mattis Stenshagen. „Es war ein gutes Rennen. Ich bin kontrolliert angegangen und hatte dann in der zweiten Hälfte ein gutes Tempo. Ich bin sehr zufrieden. Das wird interessant im Val di Fiemme. Ich werde alles geben und dann wird man sehen, was rauskommt“, meinte er am FIS-Mikrofon. Stenshagen sagte zum Rennen: „Es war ein eher langsamer Start. Nach zwei Runden waren wir eine große Gruppe. In der dritten Runde habe ich attackiert und einen kleinen Vorsprung ins Ziel gebracht. Das freut mich sehr. Meine Ziele für Val di Fiemme sind, mich im Sprint zu qualifizieren und möglichst gut den Final Climb hinauf zu kommen.“ In der Schlussphase machten in der Gruppe Gus Schumacher und Emil Iversen den besten Eindruck, aber einholen konnten sie Stenshagen nicht mehr. Acht Sekunden nach ihm überquerten die Sprinter Edvin Anger und Federico Pellegrino Seite an Seite die Ziellinie und der Podestplatz ging an den Schweden. Iversen wurde Fünfter vor Schumacher und den Sprintern Lars Heggen und Benjamin Moser, die in den Anstiegen immer Probleme hatten, aber dranbleiben konnten. Noch hinter ihnen kam Harald Østberg Amundsen ins Ziel, der heute keine Akzente setzen konnte.

Niskanen führt zweite Gruppe ins Ziel

Elia Barp (ITA), Savelii Korostelev (AIN), Iivo Niskanen (FIN), (l-r) © Vanzetta/NordicFocus

Für Iivo Niskanen lief heute nicht alles nach Plan, aber letztlich kann der Finne zufrieden sein. In den ersten beiden Runden machte der 33-Jährige noch viel Führungsarbeit, musste sich dann aber zurücknehmen und überließ für einige Kilometer Savelii Korostelev, Elia Barp und den Franzosen Hugo Lapalus und Jules Chappaz die ersten Positionen. Im Endspurt war Niskanen dann wieder zur Stelle und er sicherte sic Platz zehn vor Lapalus, Korostelev, Antoine Cyr und Elia Barp. Truls Gisselman, Chappaz, Andreas Fjorden Ree und Perttu Hyvärinen gehörten ebenfalls noch zu dieser Verfolgergruppe, die Musgrave, Krüger und Schely am Schluss nicht mehr halten konnten.

Brugger und Notz mit gutem Rennen

Xavier Mckeever (CAN), Janosch Brugger (GER), Joe Davies (GBR), (l-r) © Modica/NordicFocus

Ein bockstarkes Rennen machte der Schweizer Nicola Wigger in der großen Gruppe mit Janosch Brugger und Florian Notz. Er war aus der Welle mit Startnummer 59 gestartet und machte für einige Kilometer die Tempoarbeit, wofür er am Schluss bezahlte. Im Endspurt holte sich Janosch Brugger als Führender der Gruppe Platz 25, Florian Notz wurde 27. „Es läuft nicht ganz so rund insgesamt. Dann ist es natürlich sehr undankbar, weil es in diesem Verfolger von Anfang an rund geht und wenn man da nicht mithalten kann, ist es echt sehr zäh, aber am Ende habe ich es gepackt“, sagte Brugger im Ziel. „Meine Gruppe hatte am Schluss keinen Zug mehr und dann läuft man leichter mit wie wenn die ganze Zeit Vollgas gelaufen wird. Es war das My langsamer, der mir gut tat und dann hat es schon gepasst. Es ist noch ein Sprint im Val di Fiemme, da nochmal voller Fokus drauf, weil es eine Olympiastrecke sein wird. Und Alpe Cermis schauen wir dann mal.“ Auch Florian Notz war mit dem Rennverlauf relativ zufrieden: „Es war auf jeden Fall ein wichtiges Rennen für die Gesamtwertung, weil man da noch ein bisschen nach vorne kommen kann. Das ist uns gelungen. Am Ende läuft man mit der Welle mit und schaut, dass man so weit wie möglich nach vorne kommt“, sagte er und zuckte mit dem Schultern. „Ich habe mich eigentlich gut gefühlt, aber hintenraus hat man gemerkt, da war in den Ebenen ein bisschen das Tempo raus. Aber ich denke, das war heute ein gutes Rennen. Da die Welle fünf Sekunden hinter mir los ist, war ich mir relativ sicher, dass von hinten die Welle drückt und da habe ich gehofft, dass die Franzosen gut arbeiten und dass man da Stück für Stück nach vorne kommt. 27. war ich am Ende, das sind elf Plätze, ich denke, damit kann ich zufrieden sein.“

Jakob Moch: „Das habe ich so noch nie erlebt“

Jakob Elias Moch (GER) © Modica/NordicFocus

Für den 19-jährigen Jakob Moch war so eine Etappe Neuland, in der er sich aber gut schlug. Er schwamm gut in seiner Welle mit und endete neun Positionen vor seinem Startplatz auf Rang 46. Nach dem Rennen sagte er: „Die Taktik war, einfach in der Welle zu bleiben. Die Welle ist relativ schnell, vor allem in den Abfahrten hat man viel mehr Tempo und man muss drin bleiben, Windschatten ausnutzen und mitgehen, solange es geht. Für die Landschaft hat man gar kein Auge. Da schaut man nur auf die Spur und muss überleben. Es war so hektisch im Pulk, das habe ich noch nie so erlebt.“

Friedrich Moch erneut im Pech

Friedrich Moch (GER) © Modica/NordicFocus

Wie schon gestern im Silvesterrennen erlitt der ältere Moch-Bruder Friedrich erneut einen Stockbruch, der diesmal viel mehr Kraft kostete als gestern. „Es ist einiges passiert auf der zweiten Runde. Frie hatte wieder einen Stockbruch und musste lange ohne Stock laufen bis ins Stadion. Das kostet viel Kraft“, informierte Schlickenrieder während des Rennens. Seinen Bruder sah Friedrich Moch bestenfalls in der Ferne, mehr als zehn Sekunden dran war er nie. Über das Rennen verlor er in der Welle immer mehr Zeit auf die Spitze und endete schließlich auf Rang 55, so dass er sich zumindest ein paar Positionen verbesserte. Ob er die Tour de Ski fortsetzen wird, steht aber noch nicht fest. Jan Stölben beendete das Rennen als 62., Anian Sossau-Daubermann war planmäßig aus der Tour de Ski ausgestiegen, um sich auf den Heimweltcup in Oberhof vorzubereiten. Nach dem Damen-Rennen sagte Schlickenrieder noch zu Friedrich Moch: „Frie war sehr niedergeschlagen. Am liebsten wäre es ihm gewesen, alles liefe gut wie es immer war. Aber ich denke, das tut jetzt sicher weh, weil er das das erste Mal erlebt in seiner Karriere, dass es sportlich nicht läuft. Ich habe ihm gesagt: ‚Hör auf dein Bauchgefühl, gib dir ein bisschen Ruhe und entschiede du, was du machen willst‘. Man kann auf alle Fälle viel daraus lernen. Er wollte sich nun in den Whirl Pool legen und die schönen Möglichkeiten nutzen, die das Hotel Santer zur Verfügung stellt.“

Moser weiterhin vorne dabei

Benjamin Moser (AUT) © Vanzetta/NordicFocus

Benjamin Moser startete nach einer bisher für ihn grandiosen Tour de Ski mit einem Rückstand von 59 Sekunden als Vierter in das heutige Rennen und hielt sich trotz Schwierigkeiten in den Anstiegen in der Verfolgergruppe. Im Zielsprint mit Heggen sicherte er sich Rang acht und zeigte sich damit sehr zufrieden. „Das war wieder ein super Tag für mich. Ich hatte heute unfassbar gutes Material und konnte mich dadurch in den flachen Passagen immer wieder erholen. In den Anstiegen war es jede Runde ein Kampf, wo ich immer alles geben musste, um dabei zu bleiben. Teilweise sind auch schon kleine Lücken entstanden, aber mit unserem sensationellen Material konnte ich immer wieder aufschließen. Das ich heute in diesem 20 Kilometer-Rennen am Ende sogar noch um den dritten Platz sprinte, ist ein Wahnsinn, aber auf der Zielgeraden war ich leider schon richtig platt. Alles in allem ist dieser achte Platz einfach nur richtig cool! Jetzt heißt es gesund bleiben, gut erholen und dann greifen wir am Samstag wieder voll an!“ Die anderen beiden Österreicher Tobias Ganner und Michael Föttinger kamen als 45. und 68. mit der Welle ins Ziel.

Starkes Rennen von Wigger

Nicola Wigger (SUI) © Modica/NordicFocus

Obwohl Nicola Wigger am Schluss einige Sekunden hinter der von ihm angeführten Gruppe um Brugger und Notz ins Ziel kam, zeigte er dennoch ein sehr gutes Rennen und ist als 38. bester Schweizer im Gesamtklassement. Roman Alder erhielt eine gelbe Karte für Verlassen der Strecke und wird nun als 59. gelistet. Noe Näff und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Isai Näff kamen als 65. und 70. ins Ziel.

=> Ergebnis 20 Kilometer KT Handicap

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