Johannes Lamparter (AUT) und Julian Schmid (GER) haben ihre Ergebnisse vom Vortag wiederholt und beim Gundersen-Wettkampf in der Nordischen Kombination in Ruka (FIN) die ersten beiden Plätze belegt. Dritter wurde Thomas Rettenegger (AUT). Das Springen musste aufgrund starken Windes abgebrochen werden, der PCR kam zum Einsatz.
Springen abgebrochen
Auch am Samstagmorgen war beim Blick auf die Schanze schnell klar, dass das Springen ähnlich schwierig werden würde wie am Vortag. Der Probedurchgang wurde von der Jury bereits frühzeitig abgesagt, da klar war, dass dieser aufgrund der erforderlichen Wartezeiten zu lange dauern würde. Der Wettkampfsprung wurde dann wie geplant gestartet, doch innerhalb der ersten 30 Minuten schafften es gerade einmal zehn Springer die Schanze hinunter. Unter ihnen waren drei Springer, die bereits am Vortag aufgezeigt hatten. Der Japaner Atsushi Narita war es, der mit 127 Metern den weitesten Spring absolvierte. Auch Jiawen Zhao (CHN) mit 126,5 Metern und Eemeli Kurttila (FIN) mit 125 Metern zeigten trotz der Umstände gute Sprünge.
Lamparter in Pole Position
Da als Ausgangslage für den Lauf das Ergebnis des provisorischen Wertungsdurchgangs (PCR) genutzt wurde, ging der Sieger des Vortages, Johannes Lamparter (AUT) als Erster ins Rennen. 14 Sekunden hinter ihm folgte sein Landsmann Thomas Rettenegger, gefolgt von Julian Schmid (GER, + 0:31 min) und Wendelin Thannheimer (GER, + 0:46 min). Allerdings „streut“ die Schanze in Ruka aufgrund ihrer Größe und der oft schwierigen Bedingungen doch gehörig, was zu großen Zeitabständen zwischen den Athleten führte. So hatte David Mach (GER) als Zehnter bereits 1:16 Minuten Rückstand auf die Spitze. Und beispielsweise Jens Luraas Oftebro (NOR), der in Ruka bereits gewinnen konnte und den größten Abzug bei den Windpunkten erhielt, landete bereits bei 76 Metern. Dafür bekam er 8:18 Minuten Rückstand aufgebrummt. Dies hatte zur Folge, dass das halbe Teilnehmerfeld in zwei Wellen mit 3:40 und 3:50 Minuten Rückstand ins Rennen ging.
Lamparter mit Start-Ziel-Sieg
Im Rennen dominierte Lamparter ähnlich wie am Vortag. War er mit 14 Sekunden Vorsprung auf Thomas Rettenegger gestartet, baute er diesen kontinuierlich bis auf 32,7 Sekunden im Ziel aus. „Im Skilanglaufrennen war der Plan, von Anfang an ein wirklich, wirklich hohes Tempo zu gehen, sodass mich niemand einholen konnte, und ich habe es geschafft, das Rennen auf eine sehr sichere Weise nach Hause zu bringen. Es gibt im Rennen immer gewisse Punkte, wo man sich merkt, wie weit die Verfolger hinten sind. Und da hab ich gesehen, dass sie bis zum Schluss nicht wirklich näher gekommen sind, ich konnte das Rennen dann zum Schluss noch richtig genießen. Ich bin also wirklich stolz und glücklich über heute.“
Zweikampf zwischen Schmid und Rettenegger
Näher kam auch Schmid nur an Rettenegger heran: „Ich habe versucht, in den ersten beiden Runden Lamparter und Rettenegger einzuholen, und ich habe Rettenegger geschafft, aber Lamparter war heute zu stark. Ich denke, der Abstand zwischen mir und ihm betrug in der zweiten Runde 20 Sekunden, aber dann fühlte sich mein Körper nicht so gut an,“ schilderte der Oberstdorfer sein Rennen. Bis zum Schlussanstieg konnte Rettenegger mit Schmid mithalten, doch der Schlussattacke von Schmid konnte er nichts entgegensetzen. „Ich habe aus gestern genau die richtigen Schlüsse gezogen. Das Rennen nicht zu schnell angehen, damit ich zum Schluss auch noch was übrig habe. Das ist mir heute echt gut gelungen. Ich habe am Anfang mein Tempo wählen können und gemeinsam mit Schmid Tempo gemacht. Zum Schluss war er einfach stärker, aber das kann man auch einmal so stehen lassen. Ich bin voll happy,“ strahlte der Österreicher über seinen erst zweiten Podestplatz im Weltcup.
Thannheimer Siebter trotz Sturz
Hinter dem Spitzentrio kooperierten die beiden starken Läufer Einar Luraas Oftebro (NOR) und Ilkka Herola (FIN) und arbeiteten sich von den Plätzen 12 (Herola) und 13 (Oftebro) bis auf die Ränge vier und fünf nach vorn. Oftebro erwies sich dabei im Schlussspurt als der Stärkere und konnte sich über eine persönliche Bestleistung freuen. Hinter dem Duo kam Franz-Josef Rehrl (AUT) auf Rang sechs ins Ziel, gefolgt von Wendelin Thannheimer (GER). Der Oberstdorfer war als Vierter gestartet, stürzte jedoch in der ersten Runde und fiel zunächst auf Rang sechs zurück. Die meisten Plätze des Rennens machte der Norweger Andreas Skoglund gut, der sich von Rang 22 auf acht verbesserte. Sein Bruder Aleksander lief die schnellste Zeit des Rennens in 23:07,6 Minuten, kam aber über Rang 41 nicht hinaus. Marco Heinis (FRA) als Neunter konnte sich ebenso über eine persönliche Bestleistung freuen wie Simon Mach (GER) als 12., Florian Kolb (AUT) als 13. und Paul Walcher (AUT) als 14. Zwischen Heinis und Simon Mach platzierten sich noch David Mach (GER) und Martin Fritz (AUT).
Weltcuppunkte für DSV, ÖSV und Schweiz
Wie bereits am Freitag, gelang es auch im Gundersen allen deutschen und österreichischen Athleten in die Punkte zu laufen. Und auch der einzige Schweizer, Pascal Müller, schaffte es am Samstag als 27. in die Punkteränge und zudem auf eine persönliche Bestleistung. Die Positionen im Überblick: 18. Mario Seidl (AUT), 20. Johannes Rydzek (GER), 21. Richard Stenzel (GER), 25. Terence Weber (GER), 27. Pascal Müller (SUI), 29. Stefan Rettenegger (AUT), 39. Tristan Sommerfeldt (GER).
Massenstart zum Abschluss
Mit seinem zweiten Sieg im zweiten Rennen (saisonübergreifend sogar sein vierter Weltcupsieg in Serie) baute Lamparter seine Weltcup-Gesamtführung aus und führt auch in der Ruka Tour. Den Abschluss der Minitour bildet am Sonntag ein Massenstart-Wettbewerb. Die Athleten laufen zuerst zehn Kilometer, bevor abschließend auf der Schanze der Gewinner gekürt wird. Zumindest ist das der Plan – sofern der Wind mitspielt. Der Massenstart favorisiert grundsätzlich die stärkeren Skispringer. Die Vorfreude insbesondere bei den Österreichern ist demnach groß: „Es war wieder so ein cooler Tag heute. Leider konnten wir heute nicht springen, das Ergebnis vom PCR war für uns Österreicher aber wirklich gut,“ bilanzierte Lamparter. Thomas Rettenegger: „Ich freue mich schon morgen auf den Massenstart, der mir als guter Springer entgegen kommt.“
Zeitplan
Sonntag, 30.11.202509.00 (CET)/ 10.00 Uhr (LOC): Langlaufrennen 10km Massenstart11.30 (CET)/ 12.30 Uhr (LOC): Probedurchgang HS14213.00 (CET)/ 14.00 Uhr (LOC): Wertungsdurchgang HS142
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