Das Podium der Frauen: Ema Volavsek (SLO), Alexa Brabec (USA), Ida Marie Hagen (NOR), (l-r)
Nordische Kombination Weltcup News

Nordische Kombination: Premierensieg für Brabec, Doppelsieg für Österreich

Alexa Brabec (USA) hat den Massenstart-Wettbewerb der Nordischen Kombination in Seefeld in Tirol (AUT) gewonnen. Beim Seefeld Triple setzte sie sich gegen Ema Volavsek (SLO) durch. Weltcup-Spitzenreiterin Ida Marie Hagen (NOR) wurde Dritte vor Nathalie Armbruster (GER). Bei den Männern feierten Johannes Lamparter und Stefan Rettenegger einen österreichischen Doppelsieg. Dritter wurde Andreas Skoglund (NOR).

Großartiger Auftakt des Triple

Johannes Lamparter (AUT)
Johannes Lamparter (AUT) © Sandra Volk

Der erste Tag des Seefeld Triple wird als ein guter Tag für die Disziplin in die Geschichte eingehen. Eine amerikanische Premierensiegerin, persönliche Bestleistungen, viele Emotionen, dazu herrliches Wetter und tolle Stimmung – das war Werbung pur für den Sport.

Hagen schnellste Läuferin

Ida Marie Hagen (NOR), Minja Korhonen (FIN), (l-r)
Ida Marie Hagen (NOR), Minja Korhonen (FIN), (l-r) © Sandra Volk

Der Lauf des Massenstarts der Frauen begann so, wie die Langlaufrennen der Frauen meistens aussehen: Die dominierende Athletin der Saison, Ida Marie Hagen, setzte sich ab und lief in der schnellsten Zeit (13:51.8 min) als Erste ins Ziel. Allerdings blieb ihr ihre Landsfrau Marte Leinan Lund dicht auf den Fersen. Lediglich 12,2 Sekunden betrug ihr Rückstand nach fünf Kilometern. Noch gefährlicher für Hagen war jedoch die Drittplatzierte, Alexa Brabec. Die Amerikanerin, die wie das ganze US-Team zusammen mit den Norwegern trainiert, kam 27,7 Sekunden nach Hagen ins Ziel. Umgerechnet waren dies jedoch nur 6,9 Punkte Rückstand für Brabec, die derzeit zu den besten Springerinnen zählt. Vierte wurde Nathalie Armbruster (+ 30,2 sec). Die Schwarzwälderin war seit Montag krank gewesen, ihr Start stand bis Donnerstag Nachmittag noch auf der Kippe. „Ich habe es noch schlimmer erwartet. Der Infekt zieht sich schon seit Montag. Ich hatte mir heute vorgenommen, es nicht zu überstürzen. Ich hoffe, ich kann heute einen besseren Sprung machen als gestern“, gab Armbruster anschließend im ZDF zu Protokoll. Jenny Nowak kam als zweitbeste Deutsche hinter Hanna Midtsundstad (NOR) als Sechste ins Ziel (+ 34,3 sec), gefolgt von Ema Volavsek, Minja Korhonen (FIN), Tara Geraghty-Moats (USA) und Yuna Kasai (JPN).

Geiger in Lauerposition

Johannes Lamparter (AUT), Jens Luraas Oftebro (NOR), (l-r)
Johannes Lamparter (AUT), Jens Luraas Oftebro (NOR), (l-r) © Sandra Volk

Auch bei den Herren war es der schnellste Läufer, der sich behauptete. Jens Luraas Oftebro (NOR) benötigte 24:10,7 Minuten für die zehn Kilometer auf der anspruchsvollen Strecke. Vinzenz Geiger (GER) ließ sich jedoch nicht abschütteln. Der Oberstdorfer kam 6,9 Sekunden (-1,7 Punkte) nach dem Norweger ins Ziel. Dritter nach dem Lauf wurde Andreas Skoglund (NOR), der drei Wochen zuvor in Otepää (EST) seinen ersten Podiumsplatz feiern konnte. Bester Österreicher wurde Fabio Obermeyr als Vierter vor Lamparter und Stefan Rettenegger. Finnlands Eero Hirvonen belegte an seinem 30. Geburtstag den siebten Zwischenrang, gefolgt von seinem Landsmann Ilkka Herola. Veteran Alessandro Pittin präsentierte sich kurz vor Beginn der Olympischen Spiele in seiner italienischen Heimatstadt Predazzo in starker Laufform, er belegte den neunten Platz vor Julian Schmid.

Krimi auf der Schanze

Yuzuki Kainuma (JPN), Annika Malacinski (USA), (l-r)
Yuzuki Kainuma (JPN), Annika Malacinski (USA), (l-r) © Sandra Volk

Den weitesten Sprung der Damen zeigte einmal mehr Ingrid Laate (NOR) mit 102,5 Metern auf der HS 109 Toni-Seelos-Schanze. Allerdings war die 18-Jährige im Lauf lediglich 27. geworden, so dass auch ihr starker Sprung sie lediglich bis auf Rang acht nach vorne spülen konnte. Sie wurde an der Spitze abgelöst von der ebenfalls 18-jährigen Yuzuki Kainuma (JPN), die in ihrer ersten vollen Saison in allen bisherigen neun Weltcups in den Top Ten landete. kainuma bekam am Leaderbord allerdings schnell Gesellschaft, denn die nach ihr springende Annika Malacinski (USA) kam auf die exakt gleiche Punktzahl wie die Japanerin. Beide wurden überflügelt von Weltmeisterin Yuna Kasai (JPN). Auch Ema Volavsek, Siebte nach dem Lauf, zeigte starke 100,5 Meter und ging mit ihrem Sprung in Führung. Nathalie Armbruster konnte Volavsek mit einem Sprung auf 93,5 Meter nicht gefährden, sie sortierte sich vorläufig auf dem zweiten Platz ein. Allerdings war Brabec, deren Familie aus den USA ebenfalls zu Besuch in Seefeld weilten, noch nicht fertig. Sie segelte auf starke 99,5 Meter und setzte sich an die Spitze, 12,6 Punkte vor Armbruster und 1,3 Punkte vor Volavsek. Nun fehlte nur noch Hagen, und die machte es spannend. 94 Meter weit sprang die Norwegerin. Damit reihte sie sich auf dem dritten Platz ein. Brabec, die in allen bisherigen Weltcups der Saison in den Top vier gelegen war, feierte somit ihren ersten Weltcupsieg. Für Volavsek war es das erste Podium nach rund vier Jahren, nachdem sie zwischenzeitlich lange verletzt ausgefallen war.

Doppelsieg beim Heimspiel

Stefan Rettenegger (AUT), Johannes Lamparter (AUT), (l-r)
Stefan Rettenegger (AUT), Johannes Lamparter (AUT), (l-r) © Sandra Volk

Auch das Springen der Herren entwickelte sich zu einem Krimi. Aus deutscher Sicht war es zunächst Richard Stenzel, der mit einem weiten Sprung auf 103 Meter für Furore sorgte. Damit erzielte er dieselbe Weite wie kurz zuvor der stärkste Springer der Saison, Thomas Rettenegger. Der Österreicher bekam allerdings etwas mehr Windkompensationspunkte als Stenzel und ging deshalb am Deutschen vorbei. Wendelin Thannheimer (GER) sprang ebenfalls 103 Meter, für ihn sollte es am Ende für Rang sechs reichen. In der Schlussphase des Springens legte Stefan Rettenegger dann vor. 105 Meter bedeuteten bis dahin die größte Weite des Tages. Damit übernahm er zunächst die Führung. Doch direkt nach ihm sprang Johannes Lamparter ebenfalls 105 Meter – ganze 0,5 Punkte trennten die beiden. Andreas Skoglund, von jeher der stärkere Läufer als Springer, segelte jedoch ebenfalls über 100 Meter weit. 102,5 Meter brachten ihn auf Rang drei hinter den beiden Österreichern. Auch Vinzenz Geiger biss sich trotz starker 100,5 Meter die Zähne am Führungstrio aus, er reihte sich auf dem vierten Platz ein. Laufsieger Jens Oftebro hatte es nun in der Hand, seinen beiden Siegen von Oberhof einen weiteren folgen zu lassen. Doch der Norweger landete bereits bei 99 Metern und wurde damit Fünfter, noch hinter Geiger.

Lamparter und Hagen gewinnen Massenstart-Gesamtwertung

Triple-Trophäe
Triple-Trophäe © Sandra Volk

Da der Auftakt zum Seefeld Triple der letzte Massenstart der Saison war, stehen die Gewinner der kleinen Kristallkugel in dieser Disziplin bereits fest. Die Preise gehen an Ida Marie Hagen und Johannes Lamparter. Hagen setzte sich mit 40 Punkten Vorsprung gegen Brabec durch. Nathalie Armbruster lag als Dritte in dieser Kategorie bereits 102 Punkte zurück. Knapper ging es bei den Männern zu. Lamparters Vorsprung auf Thomas Rettenegger betrug lediglich 11 Punkte; auch Bruder Stefan (-57) war als Dritter vorne mit dabei. Bester Deutscher im Massenstart wurde Julian Schmid (-70) als Vierter.

Stimmen zum Wettkampf

Alexa Brabec (USA) feiert ihren ersten Weltcupsieg.
Alexa Brabec (USA) feiert ihren ersten Weltcupsieg. © Sandra Volk

Alexa Brabec (USA)„Dieser Sieg vor meiner Familie bedeutet einfach alles. Meine Familie hat mich auf dieser ganzen Reise unterstützt, und sie hier zu haben, um dieses Hochgefühl zu erleben, ist einfach großartig.“

Ema Volavsek (SLO)„Ich bin so glücklich, endlich wieder auf dem Podium zu stehen, nach vier Jahren. Ich glaube, mein letztes Podium war in Schonach. Ich bin so glücklich und es ist eine Überraschung, dass es bei einem Massenstart passiert ist. Ich bin so glücklich.“

Ida Marie Hagen (NOR)„Ich bin so zufrieden mit meinem dritten Platz. Es war ein wirklich guter Tag und ich bin super glücklich. Es ist so cool, eine Teamkollegin an der Spitze zu haben, und ich habe einfach auf dies hier gewartet. Ich finde es auch so cool, dass Ema zurück ist, nachdem sie verletzt war. Es ist wirklich schön, sie wieder auf dem Podium zu haben. Deshalb bin ich auch super glücklich mit meiner eigenen Leistung und liebe es, wieder hier zu sein.“

Johannes Lamparter (AUT)„Seefeld ist wahrscheinlich der emotionalste Ort, um zu gewinnen. Wir trainieren hier die ganze Zeit und es ist auch großartig, Stefan, der immer hier zusammen mit mir ist, ebenfalls auf dem Podium zu haben. Am Ende war es wirklich knapp, aber natürlich bin ich glücklich über den Sieg hier in Seefeld und freue mich auf die nächsten Tage.“

Stefan Rettenegger (AUT)„Dieses Podium bedeutet mir viel. Sehr, sehr schöner Sprung heute. Ich denke, der beste seit langer, langer Zeit, und ich habe auf genau diesen Moment gewartet. Also ja, tolles Gefühl, auch besser in der Loipe. Und zweites Podium, zweiter Wettkampf auf heimischem Boden, also ich denke, ich mag Österreich. Hoffentlich stehen uns noch zwei weitere schöne Tage bevor, und ich denke, wenn wir so weitermachen, wird es großartig.“

Andreas Skoglund (NOR)„Es hat wirklich Spaß gemacht, es war erst mein zweites Podium, also bin ich wirklich, wirklich glücklich. Dieser Tag war fantastisch für die Nordische Kombination als Disziplin, und es ist wichtig, die Frauen zu den Olympischen Spielen zu bringen, denn nur dann wird der Sport überleben.“

Ausblick auf Tag zwei

Triple-Trophäe
Triple-Trophäe © Sandra Volk

Am Samstag geht das Triple in die zweite Runde. Für Männer und Frauen steht der Compact-Wettbewerb auf dem Programm. Nach einem Sprung laufen die Frauen zwei Runden, die Männer deren drei mit festgelegten Zeitabständen. Los geht es um 10:15 Uhr mit dem Sprung der Frauen, die Männer springen um 12:30 Uhr. um 14:45 beginnt der Lauf der Frauen, die Männer starten um 15:30 Uhr. Allerdings dürfen aufgrund der speziellen Triple-Regeln nur noch die besten 50 des Massenstarts antreten.

Zwischenstand Lauf DamenEndergebnis DamenMassenstart DamenZwischenstand Lauf HerrenEndergebnis HerrenMassenstart Herren

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