Im estnischen Otepää hat Julian Schmid (GER) seinen vierten Weltcupsieg in der Nordischen Kombination gefeiert. Nathalie Armbruster (GER) wurde im Wettkampf der Frauen Dritte. In beiden Massenstart-Wettkämpfen musste der Sprung windbedingt abgesagt werden, es zählte das Ergebnis des provisorischen Wettkampsprungs vom Vortag.
Hagen vor Armbruster im Massenstart
Zunächst jedoch ging es in die Loipe. Bei den Frauen war die Distanz aufgrund der gekürzten Streckenlänge von den ursprünglich vorgesehenen fünf auf vier Kilometer reduziert worden, während die Herren wie geplant zehn Kilometer liefen. Im Rennen der Frauen war es wenig überraschend Ida Marie Hagen (NOR), die im Massenstart von Beginn an die Führung übernahm und sich, zunächst gefolgt von Nathalie Armbruster, vom Rest des Feldes absetzte. Armbruster konnte bis zur Hälfte des Rennens an der Norwegerin dranbleiben, verlor in der Schlussphase jedoch einige Sekunden. Sie beendete das Rennen 16,8 Sekunden (-5,6 Punkte) hinter Hagen. Dritte wurde Marte Leinan Lund (NOR) vor Alexa Brabec (USA), Ema Volavsek (SLO) und Rückkehrerin Tara Geraghty-Moats (USA). Minja Korhonen (FIN) lief auf Rang sieben vor Hanna Midtsundstad (NOR), Jenny Nowak (GER) und Yuna Kasai (JPN).
Damen-Springen abgesagt, PCR zählt
Nach der windbedingten Absage des Springens kam der am Vortag abgehaltene provisorische Wertungsdurchgang des Compact-Rennens zum Tragen. Diesen hatte die Norwegerin Ingrid Laate mit dem weitesten Sprung des Durchgangs auf 94,5 Meter gewonnen. Allerdings hatte Laate in der Loipe dann nur den 31. Platz belegt, wodurch sie in der Gesamtabrechnung entsprechend zurückfiel. Zweite wurde die Finnin Minja Korhonen. Die 18-Jährige hatte die unfreiwillige Weltcuppause für einen Ausflug zu den Spezialspringerinnen genutzt und sowohl bei der Two-Nights-Tour als auch beim Weltcup in Villach mit starken Sprüngen auf sich aufmerksam gemacht. Im PCR von Otepää sprang sie 92 Meter weit und landete damit vor Alexa Brabec. Armbruster war mit einem Sprung auf 86 Meter bei schwierigeren Windverhältnissen Vierte vor Claudia Purker (AUT). Katharina Gruber (AUT), die Überraschungssiegerin von Trondheim, platzierte sich als Siebte vor Ronja Loh (GER), während Weltcup-Spitzenreiterin Hagen nur auf dem neunten Platz, 6,6 Punkte hinter der Spitze, landete.
Armbruster auf Rang drei
Aufgrund der starken Windböen von teilweise über zehn Metern pro Sekunde blieb der Jury am Abend nichts anderes übrig, als das Springen der Damen abzusagen und das Ergebnis des Laufs mit dem des PCR zu verrechnen. In der Endabrechnung war es Hagen, die ihre Führung behauptete. Wenn auch denkbar knapp, denn nur 1,2 Punkte hinter ihr belegte Korhonen Platz zwei, das bislang beste Karriere-Ergebnis für die junge Finnin. Nathalie Armbruster musste sich ihrerseits um 0,9 Punkte geschlagen geben, sie konnte sich aber dennoch über einen weiteren Podestplatz freuen. Vierte wurde Brabec, während Laate sich aufgrund ihres starken Sprungergebnisses immerhin noch den fünften Platz sicherte. Weltmeisterin Yuna Kasai kam dank eines ausgeglichenen Wettkampfs auf Platz sechs vor Leinan Lund. Jenny Nowak wurde zweitbeste Deutsche auf Rang acht vor der besten Österreicherin, Lisa Hirner. Mit Gruber landete eine weitere Österreicherin in den Top Ten. Die beiden deutschen Debütantinnen Sofia Eggensberger und Maja Loh kamen auf die Plätze 28 und 29 und sammelten damit gleich im ersten Weltcup Punkte.
Zwischenstand Lauf DamenPCR DamenEndergebnis Damen
Zweimal Oftebro in Führung
Der Sieg im Lauf der Männer ging an die Familie Oftebro. Der jüngere der beiden, Jens, setzte sich mit 6,5 Sekunden Vorsprung gegen seinen Bruder Einar durch. Lamparter kam eine knappe Sekunde später als Dritter ins Ziel, gefolgt von Julian Schmid (GER) und Andreas Skoglund (NOR). Auf Zwischenrang sechs folgte bereits der zweite Oberstdorfer, Johannes Rydzek (+ 21 sec/ -5,3 Punkte). Auf den Rängen sieben und acht landeten Stefan Rettenegger und Fabio Obermeyr vor dem zweiten Skoglund-Bruder Aleksander. Lokalmatador Kristjan Ilves (EST) lief als Zehnter ins Ziel, hatte aber bereits 35 Sekunden Rückstand auf den Führenden.
Auch Herren-Springen abgesagt
Da die Windprognose für das Springen der Männer minimal besser erschien, gab die Jury die Hoffnung nicht ganz auf, wenigstens diesen Durchgang absolvieren zu können. Letztlich mussten jedoch auch die Männer vor dem Wind kapitulieren, so dass auch hier der PCR eingesetzt werden musste. Diesen hatte Thomas Rettenegger (AUT) für sich entschieden. Trotz einer Anlaufverkürzung, die sein Trainer durchgesetzt hatte, landete er bei 98 Metern, einen Meter über Hillsize. Zweiter wurde überraschend Ryota Yamamoto mit der Tagesbestweite von 101 Metern. Auf den dritten Rang sprang Julian Schmid mit 96 Metern. Der Oberstdorfer hatte den zweiten PCR des Tages, der für den Gundersen vorgesehen ist, sogar gewonnen. Im Compact-PCR, der für den Massenstart vorgesehen war und nun für den Massenstart genutzt wurde, lag er 8,8 Punkte hinter dem führenden Österreicher. Der Franzose Marco Heinis platzierte sich als Vierter noch vor Lamparter und Martin Fritz (AUT), Johannes Rydzek lag auf Rang sieben vor dem starken Läufer Einar Oftebro, der dank eines starken Sprungs auf 96 Meter eine gute Ausgangsposition erarbeitet hatte. Lukas Greiderer (AUT), der aus dem Continental Cup in den Weltcup zurückgekehrt war, war Neunter vor David Mach (GER), Paul Walcher (AUT) und Simon Mach (GER).
Schmid mit Weltcupsieg im Massenstart
Im errechneten Gesamtergebnis setzte sich am Ende Julian Schmid vor Lamparter durch. Für den Oberstdorfer bedeutete dies den vierten Einzelsieg seiner Karriere. Seinen zweiten hatte er fast auf den Tag genau drei Tage zuvor ebenfalls in Otepää gefeiert. Dritter wurde Einar Oftebro. Der Norweger durfte sich somit über das erste Einzel-Podium seiner Karriere auf Weltcup-Ebene freuen. Bereits zum Saisonauftakt in Otepää hatte er mit Platz vier sein bis dato bestes Ergebnis gefeiert. Er verdrängte damit seinen Bruder Jens auf Platz vier. Routinier Rydzek wurde Fünfter vor den Rettenegger-Brüdern Thomas und Stefan. Ilves beendete den Wettkampf immerhin als Achter vor Yamamoto und Vinzenz Geiger. Manuel Faißt (GER), der erstmals seit seinem Achillessehnen-Riss vom Juni des vergangenen Jahres wieder im Weltcup antrat, belegte in der Endabrechnung Platz 25, nachdem er Platz 17 im Lauf belegt hatte.
Zwischenstand Lauf HerrenPCR HerrenEndergebnis Herren
Stimmen zum Wettkampf
Ida Marie Hagen (NOR)Es war ein wirklich positiver Tag und ich denke, es war cool, ein anderes Rennen zu fahren als normalerweise, weil wir die 4 km gemacht haben und eine andere Strecke als in den anderen Jahren. Also, ich denke, es war ein wirklich cooler Tag und ich freue mich einfach darauf, morgen zu springen. Hoffentlich wird es Sprünge geben.“
Minja Korhonen (FIN)„Dieser zweite Platz ist großartig, es ist super toll. Als ich hierher kam, habe ich nicht damit gerechnet, auf dem Podium zu stehen, daher war es eine große Überraschung für mich und es gibt auch so viel Motivation und Selbstvertrauen für die nächsten Wettkämpfe und die gesamte kommende Saison. Ich bin so aufgeregt!“
Nathalie Armbruster (GER)„Erster Wettkampf im neuen Jahr und wieder ein Podium für mich, natürlich bin ich super glücklich und noch glücklicher, da es ein Massenstart war, was eigentlich nicht mein Lieblingsformat ist. Aber ich denke, ich habe ein tolles Rennen gemacht, ich bin nur 16 Sekunden hinter Ida, es war ziemlich gut, und am Ende war es so knapp zwischen Minja und mir, aber sie war es, die gestern den besseren Sprung gemacht hat, deshalb freue ich mich wirklich über Platz drei, und ich bin sehr gespannt, was das Wochenende hier in Otepää in den nächsten Tagen bringen wird.“
Julian Schmid (GER)„Dieser Sieg fühlt sich wirklich gut an. Ich habe gestern gute Sprünge gezeigt und auch das Rennen heute war wirklich, wirklich gut. Deshalb bin ich sehr glücklich über meinen Sieg. Es ist schon lange her seit meinem letzten. Ich bin einfach wirklich glücklich.“
Johannes Lamparter (AUT)„Ich bin wirklich zufrieden mit meinem zweiten Platz, besonders mit meiner Leistung im Langlauf, die heute wirklich großartig war. Zu Beginn dieses Jahres fühle ich mich etwas besser, und ich hatte gestern einen wirklich guten Sprung, gute Sprünge, nicht wirklich Raketen, aber ich bin trotzdem glücklich. Es war wirklich knapp um den Sieg, aber Julian war ein bisschen besser.“
Einar Luraas Oftebro (NOR)„Mein erstes Podium fühlt sich wirklich gut an. Ich habe ziemlich lange darauf gewartet. Es ist fast mein zehntes Jahr im Weltcup, also habe ich das Gefühl, dass ich wirklich hart gearbeitet habe und endlich auf dem Podium stehe. Es ist wirklich großartig!“
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