Nathalie Armbruster und Jenny Nowak haben den Team Sprint der Nordischen Kombination in Chaux-Neuve (Frankreich) gewonnen. Bei den Herren siegten überraschend die Italiener Samuel Costa und Raffaele Buzzi vor dem deutschen Duo Johannes Rydzek/Richard Stenzel. Überschattet wurden die Wettkämpfe von einer schweren Verletzung von Maria Gerboth (GER).
Gerboth voraussichtlich langfristig verletzt

Maria Gerboth war gleich als zweite Starterin im Wettkampf der Damen von der Schanze gegangen. Bei der Landung bei 108 Metern verdrehte sie sich jedoch böse das Knie und musste anschließend abtransportiert werden. Nach Auskunft des deutschen Teams soll sie direkt nach Deutschland ins Krankenhaus gebracht werden, wo alle nötigen Untersuchungen und die Behandlung beginnen sollen. Es steht allerdings Schlimmes zu befürchten. „Wir können froh sein, wenn es nur das Kreuzband ist“, sagte Cheftrainer Florian Aichinger betroffen.
Armbruster/Nowak in Führung

Das Springen der Damen ging dementsprechend in gedrückter Stimmung weiter. Dennoch behielten die deutschen Damen ihre Nerven beieinander und erledigten ihren Job – und das besser als die Konkurrenz. Den weitesten Sprung erzielte Nathalie Armbruster mit 108 Metern, die gleiche Weite, die auch Gerboth erreicht hatte. Nowak sprang in der ersten Startgruppe auf 104 Meter. Damit setzten sich die beiden an die Spitze. Allerdings folgten die Sloweninnen Teja Pavec (105 m) und Ema Volavsek (103 m) auf dem Fuße, sie lagen nur sieben Sekunden hinter den Deutschen. Auf Zwischenrang drei sprangen die Finninnen Minja Korhonen (107 m) und Anna Kerko (89,5 m). Vierte war Team Frankreich I mit Romane Baud und Lena Brocard. Das zweite deutsche Team mit Gerboth und Trine Göpfert wäre trotz Gerboths Sturz auf Rang fünf gelandet, jedoch konnten sie im Lauf natürlich nicht mehr antreten. Hinter dem zweiten französischen Team mit Anaelle Paris und Marion Droz Vincent wurden die Österreicherinnen Clara Mentil und Laura Pletz Siebte. Jedoch war Pletz, wie bereits am Vortag, gesundheitlich zu angeschlagen, um am Lauf teilnehmen zu können, so dass nur fünf Tandems in die Staffel starteten.
Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Deutschland und Slowenien

Der Zweikampf des Wettbewerbs entwickelte sich an der Spitze zwischen den deutschen und slowenischen Damen. Während Pavec bereits in der ersten Runde auf Nowak aufschloss, konnte Volavsek zwischenzeitlich sogar die Führung übernehmen. Armbruster blieb jedoch an ihren Skirollerenden. Nowak war es dann, die in ihrer dritten Runde eine kleine Lücke zu Pavec aufriss und in Führung liegend an Armbruster übergab. Diese ging in ihrer letzten Runde voll auf Angriff, um sich die schnelle Volavsek vom Hals zu halten. Dies gelang ihr auch, so dass sie 3,2 Sekunden Vorsprung ins Ziel brachte. Hinter den Sloweninnen blieben die Finninnen Dritte vor den beiden französischen Teams.
Zwischenstand Sprung Damen
Endergebnis Damen
Stenzel/Rydzek auf der Pole Position

Auch bei den Herren war es das erste deutsche Team, welches sich die Führung nach dem Springen erkämpfen konnte. Beide „Richies“ brachten ähnliche Leistungen, mit 109 Metern für Stenzel und einem halben Meter mehr für Rydzek. Die Tschechen, insbesondere dank des starken Sprungs von Jiri Konvalinka auf 114 Meter, lagen jedoch nur vier Sekunden hinter den Deutschen. Österreich I mit Christian Deuschl und Florian Kolb lagen auf dem dritten Zwischenrang, 15 Sekunden hinter den Führenden. Punkt- und damit zeitgleich mit den Österreichern platzierte sich das erste französische Team mit Laurent Mühlethaler und Marco Heinis. Das dritte deutsche Team mit Benedikt Gräbert und Jan Andersen lag auf Rang sieben (+0:40 sec) vor Team Deutschland II mit Tristan Sommerfeldt und Simon Mach, die eine Sekunde hinter ihnen lagen.
Neun Teams aus sechs Nationen kämpfen um den Sieg

Auf dem flachen Kurs fast ohne Anstiege und mit den kurzen Zeitabständen entwickelte sich auf der Strecke ein packender Kampf um den Sieg, in dem mehr als das halbe Starterfeld beteiligt war. Zunächst waren es die Deutschen und Tschechen, die gemeinsam die Spitze behaupteten. Dahinter überholte Heinis Deuschl, und das Duo schloss gemeinsam auf die beiden Führenden auf. Bei Kilometer drei hatten sie die beiden Spitzenreiter eingeholt, und alle vier gingen gemeinsam in die nächsten Runden. Dahinter hatte sich jedoch eine Verfolgergruppe, bestehend aus Slowenien I, Italien I, Frankreich II, Frankreich III und Deutschland II, gebildet, die gut zusammenarbeitete und nach neun Kilometern bereits auf fünf Sekunden an die Führungsgruppe herangekommen war.
Heiße Schlussphase mit überraschendem Ausgang

Zwei Runden vor Schluss kämpften noch immer acht Nationen um den Sieg, die alle innerhalb von 2,6 Sekunden lagen. In der Wechselzone auf dem engen Kurs wurde es eng, und Samuel Costa (ITA I) nutzte das Durcheinander, um sich an die Spitze und in der Folge etwas abzusetzen. Rydzek versuchte zwar, die Lücke zu seinem guten Freund zu schließen, doch der Italiener, der nach einem Jahr Pause in Oberstdorf sein Comeback gegeben hatte, ließ sich davon nicht beeindrucken und hielt dem Druck stand. Rydzek sicherte Platz zwei, 1,3 Sekunden hinter Costa. Dahinter schaffte Mael Tyrode für Team Frankreich III die Sensation und erkämpfte unerwartet den dritten Platz gemeinsam mit Edgar Vallet. Österreich I wurde 4,5 Sekunden hinter den Siegern und 0,7 Sekunden hinter den Franzosen Vierter. Frankreich I wurde Fünfter vor Frankreich II. Deutschland II wurde Achter hinter Slowenien I, während die auf Rang zwei gestarteten Tschechen auf den neunten Platz zurückfielen. Das dritte deutsche Team wurde am Ende Zwölfter. Mit dem erneuten Erfolg führt das deutsche Team weiterhin im Nationencup. Ebenso führen Armbruster und Rydzek vor dem abschließenden Wochenende in Val di Fiemme (Italien, 18.-21.09.25) die Grand Prix-Gesamtwertungen an.
Zwischenstand Sprung Herren
Endergebnis Herren
Stimmen zu den Wettkämpfen
Jenny Nowak (GER): „Ein sehr trauriger, aber auch sehr glücklicher Tag heute. Das Rennen war für Maria (Gerboth). Wir haben bis zum Ende gekämpft und für sie gewonnen und jetzt drücken wir die Daumen und hoffen, dass es nicht zu schlimm ist. Es ist sehr traurig, so eine starke Teamkameradin zu verlieren und sie ist auch meine beste Freundin. Es war hart, aber am Ende sind wir wirklich glücklich über den Sieg.“
Teja Pavec (SLO): „Ich bin wirklich glücklich. Das ist mein erstes Team Sprint Rennen und ich freue mich einfach hier zu sein, weil dieses Rennen wirklich besonders war.“
Anna Kerko (FIN): „Ich bin mit dem dritten Platz wirklich zufrieden. Das Springen war nicht so gut, aber mein Skifahren wird immer besser. Es ist also wirklich schön, heute mit Minja diesen dritten Platz zu haben.“
Samuel Costa (ITA): „Heute war wirklich schön. Mein Sprung war okay mit einer Lücke von weniger als einer Minute, also dachte ich mir, dass ich jedes Mal, wenn ich unter einer Minute starte, auf das Podium komme. Glückwunsch auch an Raffaele, der eine großartige Leistung gezeigt hat, was es mir ein bisschen einfacher machte. Jetzt sind wir einfach glücklich, dass alles gut geklappt hat.“
Johannes Rydzek (GER): „Es war heute auf der Langlaufstrecke super voll. Das neue Punktesystem bringt den Teamsprint etwas mehr in den Langlaufbereich und die Strecke war etwas länger als 1,5 km, ohne echte Anstiege. Alle haben sich schnell zusammen gefunden, also mussten wir um jede Position auf dieser engen Strecke kämpfen. Richard hat einen tollen Job gemacht, obwohl er in seiner letzten Runde ein wenig zu kämpfen hatte wegen eines gebrochenen Stocks vor ihm. Ich musste danach aufholen, obwohl ich wusste, dass einige der anderen auch in sehr guter Langlaufverfassung sind. Ich habe versucht, Costa näher zu kommen, aber die Lücke war am Ende zu groß und es war ein verdienter Sieg für Italien. Wir sind super glücklich, zusammen auf dem Podium zu sein. Zehn Jahre auseinander, aber dennoch zwei ‚Richies‘ zusammen auf dem Podium.“
Edgar Vallet (FRA): „Es war unerwartet, heute als drittes Team aus Frankreich auf dem Podium zu stehen, aber alles ist in der Nordischen Kombination möglich. Das haben wir heute gesehen! Wir haben einen guten Sprung gemacht, besonders Mael, und wir haben auch ein gutes Rennen gemacht, wo alles auf unserer Seite war und wir ein großes Rennen machen und auf dem Podium enden konnten.“