Nordische Kombination: Vorschau auf eine spannende Saison - xc-ski.de Langlauf

Nordische Kombination: Vorschau auf eine spannende Saison

Oberstdorf ist Austragungsort der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft 2021. © Sandra Volk

Nur noch wenige Tage, dann starten die Nordischen Kombinierer in ihre neue Saison. Wann finden welche Wettkämpfe statt? Wie beeinflusst die Corona-Pandemie den Wettkampfkalender? Wer sind die Favoriten? Wir liefern Ihnen den Überblick.

Die Termine

Johannes Rydzek freut sich auf seine Heim-WM. © Volk/NordicFocus

Nur noch knapp eine Woche dauert es bis zum Saisonauftakt in der Nordischen Kombination. Wie in den letzten Jahren auch, starten die Athleten im finnischen Ruka in die Saison. Gleich drei Wettkampftage (27.-29.11.2020) auf der größten Schanze, die im Weltcupzirkus gesprungen wird, werden einen ersten Eindruck von der Form der Kombinierer vermitteln. Nach Ruka entsteht allerdings zunächst eine längere Pause. So gibt es für die Kombinierer vor Weihnachten nur noch ein weiteres Weltcup-Wochenende, welches traditionell im österreichischen Ramsau am Dachstein stattfindet (19./20.12.20). Im Januar geht es weiter mit drei Wettkämpfen im italienischen Fleimstal (15.-17.01.21), bevor es für ein Wochenende zurück nach Lahti in Finnland geht (23./24.01.21). Daran schließt sich eines der Highlights der Saison an: das Nordic Combined Triple in Seefeld (29.-31.01.21). Im Februar steht eines der deutschen Heimspiele im sächsischen Klingenthal (06./07.02.21) an, bevor es zur vorolympischen Generalprobe nach Peking geht (13./14.02.21). Vom 23. Februar bis 7. März steigt das Highlight des Jahres mit der Heim-WM in Oberstdorf. Im März geht es noch einmal in den Norden, wo im norwegischen Oslo zwei Einzelwettkämpfe vorgesehen sind (12./13.03.21). Das Finale ist, wie in den letzten Jahren, in Schonach im Schwarzwald geplant (20./21.03.21).

Absagen und Änderungen

Jenny Nowak (GER) ist die deutsche Hoffnungsträgerin bei den Nordischen Kombiniererinnen. © Sandra Volk

Die Corona-Pandemie macht leider auch vor dem Wintersport nicht Halt. Während Internationaler Skiverband und lokale Veranstalter alles daransetzen, in Übereinstimmung mit den jeweiligen nationalen Vorschriften die Austragung der Wettkämpfe zu gewährleisten, gab es bereits vor Saisonbeginn erste Verluste zu beklagen. So zog zunächst Chaux-Neuve zurück. Ohne Zuschauer ließe sich der Weltcup in Frankreich nicht finanzieren. Ebenfalls finanzielle Probleme sowie steigende Corona-Fallzahlen führten erst am vergangenen Freitag zur Absage des Weltcup-Wochenendes im estnischen Otepää. Beide Events waren für Anfang Januar vorgesehen gewesen, so dass hier eine große Lücke im Kalender klafft. Für Otepää soll derzeit nach einem Ersatz-Austragungsort gesucht werden. Noch nicht vollständig abgesagt, aber auf bislang noch unbestimmte Zeit verschoben wurde das gesamte nordische Wochenende im norwegischen Lillehammer (ursprünglich geplant für Anfang Dezember), welches eventuell zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden soll. Besonders hart treffen diese Absagen die Nordischen Kombiniererinnen. Sie hätten in dieser Saison erstmals zwei Weltcupwochenden – in Lillehammer und Otepää – bestreiten sollen. Diese liegen nun derzeit beide auf Eis. Auch die Junioren-WM, geplant im polnischen Zakopane, findet nun neu im finnischen Lahti statt (09.-12.02.21).

Die Favoriten

Jarl Magnus Riiber ist der Topfavorit bei den Kombinierern. © Volk/NordicFocus

Nachdem der Sommer Grand Prix der Nordischen Kombination aufgrund von COVID-19 vollständig abgesagt worden war, fehlen internationale Vergleiche vor Saisonbeginn quasi komplett. Anhaltspunkte auf die Favoritenrollen könnten die jeweiligen nationalen Meisterschaften liefern. Aus deutscher Sicht taten sich dort besonders Fabian Rießle und Vinzenz Geiger hervor, die im Einzelwettkampf die ersten beiden Plätze belegten. Rießle siegte zudem im Teamsprint gemeinsam mit Manuel Faißt. Diese drei hatten auch in der letzten Saison die deutschen Kohlen aus dem Feuer geholt, während sich die langjährigen Stars Eric Frenzel und Johannes Rydzek weiterhin eher bedeckt hielten.
In Österreich sicherten sich Franz-Josef Rehrl und Lukas Greiderer die Landesmeistertitel, und auch Thomas Jöbstl präsentierte sich mit zwei zweiten Plätzen stark. Diese drei könnten durchaus auch im Weltcup die eine oder andere Rolle spielen. Mario Seidl kommt nach einem Jahr Pause nach Kreuzbandriss neu zurück in die Mannschaft.
Der Dominator der letzten Saison hieß Jarl Magnus Riiber. Der Jung-Vater hat sich für die kommende Saison eine Goldmedaille bei der WM zum Ziel gesetzt. Er dürfte weiterhin der Mann sein, den es zu schlagen gilt. Allerdings bekommt er Konkurrenz im eigenen Hause. Bei der norwegischen Meisterschaft über zehn Kilometer musste er sich Espen Bjoernstad geschlagen geben. Und auch Joergen Graabak und Jens Luraas Oftebro dürften sicherlich wieder häufiger vorne im Rennen zu finden sein.

Weitere Anwärter

Ilkka Herola möchte in der kommenden Saison dort weitermachen, wo er die letzte Saison beendet hat. © Volk/NordicFocus

Möglicherweise ist er nicht (mehr) der Topfavorit, doch abschreiben darf man Akito Watabe aus Japan nie. Dies bewies der Gesamtsieger von 2017/18 letzten Winter in Lahti, als er etwas überraschend einen Sieg verbuchen konnte. In den erweiterten Kreis der Podiumskandidaten darf man sicherlich auch Ilkka Herola zählen. Der Finne hielt letzten Winter nahezu als Einziger die blau-weiße Fahne hoch. Seine starke Schlussphase könnte auch auf den neuen Sprungtrainer der Finnen zurückzuführen sein. Der Österreicher Falko Krismayr übernahm im Februar das Amt von Jarkko Saapunki. Gelingt es ihm, den Finnen das Springen wieder beizubringen, dürften einige schöne Ergebnisse herausspringen. Im Langlauf waren Herola und Eero Hirvonen letzten Winter kaum zu schlagen.

Weltcup-Termine Nordische Kombination 2020/2021

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